Italien liefert 28 Eurofighter an Kuwait

Eurofighter

Diese aktuelle Meldung passt ja ganz gut zu den heutigen SIPRI-Zahlen zu den weltweiten Verteidigungsausgaben: Das italienische Unternehmen Finmeccanica, das an dem Vier-Nationen-Projekt Eurofighter beteiligt ist, hat einen Vertrag über die Lieferung von 28 dieser Kampfjets in der modernsten Version an Kuwait unterzeichnet.

Aus der Mitteilung von Finmeccanica:

The Kuwait Ministry of Defence and Finmeccanica, which leads commercial activities in Kuwait on behalf of the Eurofighter consortium, today signed a contract for the supply of 28 Eurofighter Typhoon aircraft, to be produced in Italy. The contract, part of an intergovernmental agreement between the two countries, was signed in the presence of the Italian Defence Minister Roberta Pinotti and her Kuwaiti counterpart, H.E. SHAIKH Gen. Khaled Al Jarrah Al Sabah.
The contract signed by Finmeccanica includes logistics, operational support and the training of flight crews and ground personnel, which will be carried out in cooperation with the Italian Air Force.

The contract also provides for the upgrade of ground-based infrastructure in Kuwait which will be used for Typhoon operations.
The Eurofighter Typhoon for Kuwait, which will be provided in its most advanced configuration, will be equipped with the cutting-edge new E-Scan radar (Electronically Scanned array radar). The radar is developed by the European EuroRADAR consortium which is led by Finmeccanica.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den größten Vertrag, den Finnmecanica je abgeschlossen hat. Eine Summe wurde nicht genannt.

Auch wenn das Geschäft als eines zwischen dem italienischen Unternehmen und Kuwait gefeiert wird: Da dürften auch andere am Eurofighter beteiligte Nationen bzw. Unternehmen aus diesen Ländern mit dabei sein. Zum Beispiel aus Deutschland.

Nachtrag: Nach Angaben des Kollegen vom Aviationist hat der Deal ein Volumen von acht Milliarden Euro.

(Foto: Italienischer Eurofighter – Finnmeccanica/Katsuhiko Tokunaga/DACT)

20 Gedanken zu „Italien liefert 28 Eurofighter an Kuwait

  1. Wenn das Bild mehr als eine Wünsch-dir-was-Darstellung sein soll, dann wird für Kuwait der Sniper Targeting Pod von Lockheed Martin neu integriert.

  2. Neueste Technik an diktatorische Regime im Nahen Osten.
    Hoffen wir mal, dass sich das nicht irgendwann rächt.
    Für die beteiligten Unternehmen sicher eine willkommene Gelddusche.

  3. Kann jemand erklären, warum das Geschäft über eine italienische Firma abgewickelt wird?

    pi

  4. @K.B.

    Den Pod hätte ich nicht erkannt, die Brimstone Raketen und das Pirate System sehe ich aber sehr wohl.
    Die Luftwaffe braucht das nicht, die hat A.U.G.E. (◔_◔)

  5. @ Klabautermann

    Den Hinweis mit den Link auf die Finmeccanica-Seite verstehe ich leider nicht.

    Soll es bedeuten, das Eurofighter Geschäft wird über Italien abgewickelt werden, weil Finmeccanica zu 30 % dem italenischen Staat gehört ?
    Oder ist der Grund, weil die Italienern den Kuwaities, das neueste Radar und einen „Rund-um-Komplett-Service“ anbieten ?

  6. Wir Sind zu Blöd das zu verkaufen
    dann machen andere das Geschäft

    Rheinm hat auch schon Firma in ITALIEN weil wir gegen alles sind die andere nicht

  7. Ehe das hier in Verwirrung ausartet… In dem Vier-Nationen-Projekt Eurofighter (Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien) sind immer bestimmte Nationen für den Verkauf an bestimmte andere Nationen zuständig. Deutschland hat sich (erfolglos) mit dem Verkauf an Indien versucht; Großbritannien war/ist für die Saudis zuständig. Und Italien kümmert sich offensichtlich um Kuwait. Da geht es nicht darum, ob eines der vier Länder gegenüber den anderen das Nachsehen hat, das sind vereinbarte Zuständigkeiten…

  8. Frage: Muss die deutsche Regierung dem Export nicht auch zustimmen? Werden ja auch Bauteile von deutschen Unternehmen geliefert werden. Oder können die Italiener den Eurofighter 100% Selbst fertigen?

  9. @Xstar
    Eventuell gibt es da Ausnahmeregelungen.

    Der oft angesprochene Geheimvertrag mit Frankreich ist wahrscheinlich so eine Ausnahme, es soll drin stehen das bei deutsch-französischen Projekten jeder exportieren kann wie er lustig ist.
    Die Franzosen sind immer sehr „lustig“ wenn es um den Export geht.

    Die Italiener können den Eurofighter nicht alleine bauen. Die Teile kommen aus vielen Ländern und selbst die Flugzelle kann keiner alleine bauen.
    Fabrik A baut den rechten Flügel, Fabrik B den linken usw.
    Am Ende werden alle Teile in den nationalen Montagelinien zusammen gesetzt.
    Unsere steht nächstes Jahr wohl still.

  10. @SvD:

    Vielen Dank für Ihre erste Antwort. Nur darf ich Sie bitten, Ihre Ausführungen mit Quellen zu unterlegen?
    Das Problem: Mutmaßungen in den Kommentaren erhöhen das Rauschen, so dass man die wichtigen Signale nicht mehr so einfach erkennt. Der Mensch ist nunmal faul, will nicht viel lesen und glaubt gerne, was er auf den ersten Blick liest. Ist wirklich nicht böse gemeint. :-)
    Der letzte deutsche EF wird übrigens 2018 ausgeliefert – sagt zumindest die Bundesregierung.
    dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/132/1713254.pdf

    @Xstar:
    „Frage: Muss die deutsche Regierung dem Export nicht auch zustimmen?“

    Dazu gab es eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken von 2006. Damals ging es um den Export von „britischen“ Eurofightern an Saudi-Arabien: dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/025/1602568.pdf

    Die Antwort auf die zentralen Fragen 1 und 2 ist eine typische Regierungsantwort. Wir drücken uns so gut es geht um eine klare Antwort. Zum Glück hat auch der Spiegel das Thema letztens mal wieder aufgegriffen, dass die Bundesregierung das Kontrollrecht des Parlaments immer stärker unterläuft.

    Die zentralen Passagen:

    1. Muss die britische Regierung bzw. die ausführenden Rüstungskonzerne BAe Systems oder EADS bei der Bundesregierung eine Genehmigung für den Export von in Deutschland hergestellten oder weiterverarbeiteten Bestandteilen beantragen, wenn diese entweder in Großbritannien in die für Saudi-Arabien bestimmten Eurofighter eingebaut oder direkt nach Saudi- Arabien exportiert werden?

    Für alle Zulieferungen von in Deutschland im Rahmen des Gemeinschaftsprogramms „Eurofighter“ hergestellten Teilen des Flugzeugs an die anderen beteiligten Partnerländer sind Ausfuhrgenehmigungen nach dem deutschen Außenwirtschaftsrecht erforderlich. Dabei spielt es keine Rolle, ob das fertige Flugzeug in dem Partnerland verbleibt oder an ein Drittland weitergeliefert wird. Die Genehmigungen müssen vom jeweiligen deutschen Ausführer beantragt werden. Dies gilt auch für etwaige Direktlieferungen solcher Teile an ein Drittland.

    2. Für welche in Deutschland hergestellten oder weiterverarbeiteten Bestandteile des Eurofighters ist eine Weiterexportgenehmigung nach Saudi-Arabien erforderlich (bitte unter Nennung der Bestandteile und des entsprechenden Postens auf den Ausfuhrlisten Teil 1 A und C)?

    Bekanntlich umfasst der deutsche Lieferanteil des Eurofighter das Rumpfmittelstück, das Triebwerk und Bestandteile der Pilotenzelle. Diese Güter sind in der Ausfuhrliste Teil 1 A von den Listenpositionen 0010 und 0011 erfasst und damit ausfuhrgenehmigungspflichtig. Im Übrigen wird auf die Antwort auf Frage 1 verwiesen.

    8. Welche rechtlichen Vereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutsch- land und Großbritannien sowie zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Saudi-Arabien existieren, die der britischen und saudischen Regierung garantieren, dass in Großbritannien endmontierte Eurofighter mit deutschen Komponenten und Teilsystemen an Saudi-Arabien ausgeliefert werden dürfen (bitte mit Angabe der entsprechenden Passagen der Vereinbarung)?

    Die zwischen den Eurofighter-Partnerländern Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien im Oktober 1986 geschlossene Regierungsvereinbarung legt fest, dass die Partner den Verkauf der gemeinsam entwickelten Produkte durch ein anderes Partnerland nicht behindern dürfen. Sollte ein Land die Zulieferung seines Lieferanteils nicht genehmigen, ist es verpflichtet, dem anderen Land die Errichtung einer alternativen Bezugsquelle zu ermöglichen und ggf. zu finanzieren. Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Saudi-Arabien gibt es keine, den Eurofighter betreffenden Vereinbarungen.

  11. Nur als frage eines Laien. auf welchen Rüststand im Bezug Luft- Boden sind die Deutschen Ef Momentan? Diebt es da dienen Überblick was aktuell wo eingerüstet ist?

  12. @K.B.

    Danke fürs suchen und kopieren.

    Man setze mal Punkt 1 und 8 nebeneinander.
    Klar können wir nein sagen, dann müssen wir unser Know how aber raus rücken und den Aufbau einer alternativen Produktionslinie bezahlen.

    Ich hatte es anders in Erinnerung aber das zeigt eigentlich ganz klar, nein sagen können wir nicht wirklich.
    Täten wir es, würde es den Export nur verzögern und uns Geld und den Abfluss von Know how kosten.

  13. @ Zustimmung und Export
    M.W. haben sich die Partnernationen schon bei der Entwicklung des EF gegenseitig vertraglich zugesichert, die erforderlichen Komponenten für genehmigte Exporte des Landes, in dem die Endmontage erfolgt, zuzuliefern und damit zu genehmigen. Dazu werden oft Sammelausfuhrgenehmigungen für solche Gemeinschaftsprojekte wie EF oder A400M erteilt. Eine gesonderte Ausfuhrgenehmigung aus DEU für komplette EF nach Kuwait ist also nicht erforderlich. (Vgl. Saudi-Arabien).

    Und da es angesprochen wurde: Das Abkommen über die deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekte (Schmidt/Debre) ist nach Ablauf der 30-Jahres-Frist schon länger nicht mehr geheim. Online kann es hier nachgelesen werden:

    http://www.bits.de/public/documents/Ruestungsexport/K+4307+Vereinbarung+Deutschland+und++Franz%F6sische+Republik+%FCber+die+Ausfuhr.pdf

  14. Zwei erwähnenswerte Punkte:

    1. Bei den 8 Mrd. Euro ist noch kein Waffenpaket mit dabei.
    http://aviationweek.com/defense/kuwait-signs-87b-deal-28-typhoons

    2. Die Lieferungen starten Ende 2019 und sollen in 2022 abgeschlossen sein.
    Wenn D seine letzten Jets 2018 erhält und man davon ausgeht, dass die Produktion bei den Partnerländern ziemlich im Gleichschritt erfolgt (Spekulation), sind Ende 2019 auch die letzten italienischen Jets ausgeliefert.
    Im Ergebnis werden dann nach aktuellem Stand 28 Flugzeuge in gut drei Jahren ausgeliefert. Dagegen waren die 11 Rafale pro Jahr eine richtige Massenproduktion. Aber gut, so bleibt die Produktionslinie (insbesondere bei den Zulieferern) am Laufen.
    http://www.defensenews.com/story/defense/2016/04/05/kuwait-signs-eurofighter-deal/82647386/

  15. @ONA

    der Link funktioniert leider nicht und auf bits.de selbst finde ich zu dem Abkommen dann solche Quellenverweise:
    „Der Wortlaut des sogenannten Schmidt-Debre-Abkommens wurde erst 1985 in Auszügen veröffentlicht. Siehe Beilage zur Zeitschrift Wehrdienst, Nr. 974/85, 4.2.1985“

    Selbst in den eigenen Texten ist es nicht verlinkt.
    Angeschnitten z.B. hier http://www.bits.de/public/researchreport/oxfam-3.htm unter „3.1.1 EU-Staaten: Beispiel Frankreich“

    Das in dem späteren Waffenpaket Iris-T und Meteor Luft-Luftflugkörper stecken werden ist nicht so unwahrscheinlich.

  16. @SvD

    Sorry, hatte das nicht nochmal geprüft. Und danke. Habe den Admin darauf aufmerksam gemacht und hoffe, dass das repariert.
    Wenn Sie raschen Bedarf an dem Dokument haben, senden Sie mir über T.W. Ihre email. Lasse es Ihnen dann sofort zukommen.

  17. @ONA

    Wenn das Problem nächste Woche noch weiter besteht komme ich noch mal darauf zurück. So oll wie der Vertrag ist hat das nun auch keine Eile mehr.

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