Ein Wort am Sonntag: Kommentarmoderation und Weiteres

Zum Ausklang dieses Wochenendes ein Blick auf die Debattenkultur der vergangenen Tage: Ein bisschen hat mich schon erschreckt, wie der Umgangston hier in jüngster Zeit deutlich unangenehmer geworden ist. Nicht nur persönliche Anwürfe, auch davon separat manche Art der Äußerung halte ich nicht für angemessen. Und nicht für besonders förderlich für eine sachliche Diskussion, die allen etwas bringt. Meine (erneute) Bitte ist deshalb, vor dem Posten eines Kommentars vielleicht noch mal einen Moment innezuhalten und zu überlegen, wie der Ton ankommt.

Aus diesem Grund habe ich auch am Samstagabend die Kommentare alle, durchgängig in allen Threads, auf moderiert gesetzt. Und ich werde das die nächsten Tage auch beibehalten – unter anderem, weil ich in der kommenden Woche viel unterwegs bin und nur sporadisch Internetzugang haben werde. Wenn ich reinschaue, schalte ich auch Kommentare frei; auch der OvWa wird gelegentlich einen Stubendurchgang machen. Im Interesse der Debattenkultur halte ich das für nötig, auch wenn es die Diskussion verlangsamt.

Und ein nur sehr mittelbar dazu gehörender Hinweis: Bisweilen besteht meine Arbeit hier weniger aus Recherchieren, Themen aufgreifen und schreiben – sondern aus Kommentarmoderation und solchen Tätigkeiten eines social media managers, den es hier ja nicht gibt (beziehungsweise: im Wesentlichen ist das auch meine Aufgabe). Was den Arbeitsanfall dieses Ein-Mann-Betriebs noch mal vergrößert. Und deshalb das Stichwort Arbeit: Manche sagen, nicht zu Unrecht, dass ich zu wenig darauf hinweise, wie ich dieses Arbeitspensum finanziere. Nämlich durch die freiwilligen Zuwendungen der Leserinnen und Leser. Etliche tragen mit ihren Zuwendungen dazu bei, dass dieses Blog überhaupt möglich ist, wofür ich sehr dankbar bin – aber es sind nach wie vor relativ wenige (eigentlich: zu wenige). Wer mal darüber nachdenken möchte, ob und wie der Fortbestand von Augen geradeaus! gesichert werden kann: Hier ist alles dazu zu finden.

Guten Start in die Woche!

17 Gedanken zu „Ein Wort am Sonntag: Kommentarmoderation und Weiteres

  1. @T.W.

    Du bist mal wieder zu zurückhaltend. Wenn Troll-und Pöbelkommentare hier die Normalität werden, bzw. die Oberhand gewinnen, dann liest – und noch weniger – bezahlt die interessierte Leserschaft demnächst für Deine Arbeit. Das ist also schlicht und einfach in gewisser Weise Geschäftsschädigung.
    Sorry, mußte mal sein.

  2. @Klabautermann

    Du hast recht. Was aber dazu führt, dass ich härter gegen solche Troll- und Pöbelkommentare vorgehen muss. Was wieder Zeit kostet…

    (Aber ich nehme das als Bestätigung, bei der Kommentarmoderation härter durchzugreifen.)

  3. Sehr geehrter Herr Wiegold,
    Zustimmung in jeder Hinsicht. Ich bin ja auch nicht immer ein „Kuscheltier“ bei meinen Kommentaren. Ich hatte jedoch zeitweise den Eindruck, dass Sie bei der Bewertung und insbesondere der Rüge (inhaltlich) von Beiträgen eben nicht neutral waren.
    Wie auch immer.
    Meine Empfehlung: Pöbelkommentare einfach kommentarlos rausschmeißen. Das ist Ihr gutes Recht, Sie sind der Hausherr – und entscheiden. Begründungen sind m.E. nicht notwendig (was sehr viel Zeit spart), und der „erzieherische Effekt“ zeitigt sicher Wirkung.
    Und weil’s hier m.E. gerade passt: Stubendurchgang macht eigentlich der UvD. Der OvWa hat – zumindest im wahren (mil) Leben – wichtigeres zu tun.
    Ich verbleibe in hochachtungsvoller Würdigung Ihrer Arbeit,
    Hans Schommer
    Hohenbollentin

  4. Tja, kann ich verstehen, das wird aber meine Bitte um einen „Uniformtragebeitrag“ (Wir dürfen über die Uniform und Ausrüstung diskutieren) wohl einen Dämpfer verpassen.
    Trotzdem richtig,
    Werferfehler

  5. Eigentlich müsste man sich ja nur an die von T.W. gebotenen Anwendungshinweise halten, damit der Ablauf hier im gesitteten Rahmen bleibt. Über dem Eingabefeld steht deutlich „Kommentar schreiben.“ und lädt somit zur Veröffentlichung der eigenen Meinung ein. Dort steht nicht „Debattieren Sie hier.“ – einige hier scheinen aber immer wieder Schwierigkeiten zu haben diese Formen des Meinungsaustauschs mental zu trennen. Wer debattiert schwingt gerne mal verbale Bierbänke um sich, um den Gegner zu demontieren, trifft aber dabei oftmals unbeteiligt umherstehende Personen, was wiederum unfreundliche Maßnahmen nach sich zieht. Ein für gebildete Menschen unwürdiges Kasperle-Theater-Szenario entsteht.

    Wer kommentiert vertraut auf die Stärke der vorgebrachten Argumente. Das bedeutet aber nicht, dass sich so kein Dialog etablieren könnte. Durch das aneinander messen, und nicht durch das einschlagen, können Sachverhalte für Alle besser erkenntlich ausgearbeitet werden. Und manchmal steht am Ende die Erkenntnis, dass es keine alleinige Wahrheit gibt – muss man dann halt so stehen lassen.

    Vielleicht würde ja diesen Monat, die gemäß Böhmermannschen Präsentationsmusters rein fiktive Kasperle-Klatschen-Auszeichnung des unfairen Debattierers, zu gleichen Punkten an Koffer und Vgt-Amtmann gehen. Aber ich gebe zu, damit würde ich mich zu sehr auf die Debattier-Ebene bewegen – also gilt dieser Absatz als nicht geschrieben, um die kollegiale Absicht nicht zu verhindern.
    (Der letzte Absatz dient als Beispiel wie man sich nicht verhalten sollte und ist damit billige Polemik).

  6. @ es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei | 18. April 2016 – 2:01

    letzter Absatz ist genial. Auch der Personenkreis trifft ins Schwarze !!!

    Insgesamt einer der besten Beiträge, die ich bisher hier gelesen habe.

  7. @es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei
    Stimmt, insbesondere “ … des unfairen Debattierens, zu gleichen Punkten an Koffer und Vgt-Amtmann gehen. …“
    War aus meiner Sicht in weiten Teilen undiszipliniert, bisweilen unkameradschaftlich der Emotion anheimgefallen!

  8. Und schon sind wir wieder bei dem, was ich gerne verhindern würde: Nämlich die Debatte mit persönlichen Anwürfen. Merkt ihr selbst, oder? (Oder ist das Trollen?)

  9. Vielleicht würde dem einen oder anderen mal ein wenig Urlaub von der Kommentiererei mit einen dadurch bedingten Abstandsgewinn zur Sache ein wenig gut tun ;)
    Hilft in Foren als Ultima Ratio auch immer wieder erstaunlich gut…

  10. Also gut, ich sehe ein dass die karikierende Darstellung im letzten Absatz meines vorigen Kommentars womöglich grob missverständlich war.
    Ich möchte mich deshalb selbst wegen Majestätsbeleidigung anklagen, und verurteile mich zur Höchststrafe von fünf Zeiteinheiten Kommentarverbotes (das geht jetzt wegen der vielseitigen §-30/30a-Mechanik).
    Die von mir genannten Personen sind redliche Mitstreiter dieses Forums, deren gelegentliche Ausfälle ich zu tolerieren habe (tschuldigung).

    @ L 95 / K-P K – Es freut mich wenn mein Beitrag Gefallen gefunden hat. Mehr hätte es mich aber gefreut, wenn man mich für mein unfaires Verhalten persönlich zu werden, kritisiert hätte. Nachtreten kommt gleich hinter Bierbänke schwingen.

    Aber Kultur scheint ein sperriges und dabei empfindliches Gut zu sein, dass manchmal Mühe hat seinen Platz zu finden. Man muss also gemeinsam in einem abgestimmten Sinn arbeiten (dazu gehört auch manchmal ein „So jetzt aber nicht“) um es einzurichten. Danach kann man aber ganz prima zusammensitzen und plaudern, auf so einem Stück Kultur. Damit Ende meiner Besserwisserei.

  11. @all > i disagree !
    1. alle (korrektur-) last auf TW’s schultern abladen – kann es doch nicht sein , oder ?
    2. alle nutzer massregeln = rundumschläge , haben doch noch nie was gebracht, oder ?
    daher mein vorschlag:
    > individueller „führerschein“entzug auf zeit: ein, zwei, drei wochen/monate zum abkühlen, wie wäre das ?
    semper fortis

  12. @Kerveros

    Wenn jemand dienstlich mit den Dingen zu tun hat, zu denen er hier kommentiert oder die Fachexpertise besitzt bestimmte Äußerungen und Handlungen im Apparat zu zerfleddern, wird Urlaub nicht helfen.

    Wer mehrmals pro Woche in die Tischplatte beißen könnte, wird wohl seinen Unmut über bestimmte Dinge immer wieder in die Kommentare mit einbringen.
    Werden dann Aussagen getroffen das bestimmte Dinge nicht zutreffend seien oder übertrieben, kann das eine Kettenreaktion lostreten.

    Zu dem A400M Beitrag um den sich das hier drehen dürfte, hatte ich einen Beitrag ausgearbeitet wie Additive Herstellung (3D Druck) schon in der Ersatzteile Logistik eingesetzt wird und wo sie in Zukunft eingesetzt werden soll.

    Ich habe nicht schlecht gestaunt was sich da entwickelt hatte.

    Ein Grund warum ich z.B. den Drehflügler längere Zeit gemieden habe.
    Recht schnell entwickelt sich da eine Schlacht um sehr fachspezifische Dinge, die man kaum noch mit verfolgen kann, sowohl von der fachlichen Tiefe als auch vom Umfang her.

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