Jetzt wird abgerechnet: Danke!

Wie jedes Jahr in den ersten Januartagen werfe ich einen Blick auf meine Einnahmen des Vorjahres (dazu veranlasst mich schon das Finanzamt), und deshalb habe ich heute auch bilanziert, was die Leserinnen und Leser von Augen geradeaus! in den vergangenen zwölf Monaten völlig freiwillig, ohne Abonnement oder Bezahlschranke, für die Arbeit hier überwiesen haben. Meine erste Reaktion: Wow. Und: Danke!

Denn offensichtlich gibt es in Deutschland eine Bereitschaft, auch ohne Verpflichtung ein journalistisches Projekt zu finanzieren. Von Januar bis Dezember 2015 schickten die Leserinnen und Leser insgesamt 17.346,46 Euro. Das ist erneut eine Steigerung im Vergleich zum Jahr 2014, und da war es schon im Vergleich zu 2013 mehr gewesen.

Natürlich gab’s übers Jahr große Schwankungen – im Juni waren die Zuwendungen (Spenden sind es, steuerlich gesehen, leider nicht) mit 1.080,78 Euro am geringsten; im Dezember mit 1.989,20 Euro die höchsten. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass einige zum Jahresende kräftig überwiesen haben, ob fürs zurückliegende Jahr oder fürs Neue, weiß ich bisweilen nicht so genau.

Aber wie die genaue Motivation auch gewesen sein mag: ganz herzlichen Dank an alle, die meine Form von Journalismus unterstützen und damit erst möglich machen. Die der Meinung sind, dass die Mischung aus Information (oft genug auch exklusiv…) und Möglichkeit zur Diskussion über Sicherheits- und Verteidigungspolitik, über Bundeswehr und Militär insgesamt, erhaltenswert ist und bleibt.

Zum Dank gehört aber, auch das wie in den Vorjahren, die ehrliche Ansage: Die Zuwendungen machen Augen geradeaus! erst möglich; davon leben kann ich aber nach wie vor nicht. Die genannten gut 17.000 Euro sind die eingegangenen Zahlungen. Wenn ich davon die Mehrwertsteuer abführe und meine Betriebskosten (das ist Webhosting und -Betreuung ebenso wie Reisekosten und ähnliches) abziehe, lande ich bei meinen Brutto-Einnahmen. Die ich dann nicht nur ordnungsgemäß versteuere, sondern auf die ich auch Sozialabgaben wie Kranken- und Rentenversicherung abführe. Eine einfache Überschlagsrechnung führt dann sehr schnell zu dem tatsächlichen Einkommen… das ich natürlich mit Tätigkeiten für andere Medien ergänzen muss.

Deshalb bin ich nicht nur dankbar, sondern auch voller Hoffnung, dass sich noch ein paar Leute mehr bereit finden, die Arbeit von Augen geradeaus! zu unterstützen. Übrigens nicht nur, um mir zu ermöglichen, mich mehr auf dieses Blog zu konzentrieren. Sondern auch, um langfristig vielleicht auch noch neue Dinge hier zu ermöglichen. Seit längerem denke ich zum Beispiel über einen mehr oder weniger regelmäßigen Podcast nach, als Ergänzung des laufenden Angebots. Den ich allerdings so vorerst nicht stemmen kann – schon jetzt lasten mich meine Funktionen als Reporter, Redakteur, Fotograf und in letzter Zeit zunehmend als community manager der Kommentare ziemlich aus.

(Dazu gerne ein paar Zahlen: Augen geradeaus! hatte in den vergangenen Monaten immer so um die 30.000 Zugriffe – pro Tag. Am Wochenende wurde und wird es immer etwas weniger, was auch schon einiges aussagt ;-) Besonders beeindruckend ist aber die Zahl der Kommentare: die ist inzwischen, seit dem Start im August 2010, auf mehr als 156.000 angewachsen. Und steigt rasant…)

Wer dazu beitragen möchte, dass es hier so weitergehen kann und vielleicht sogar noch ein bisschen besser weiter geht: Hier steht, wie Sie die Arbeit an Augen geradeaus! unterstützen können. Und wie immer gilt: Es muss nicht viel sein – aber wenn viele ein wenig geben, ist eine Menge möglich.

Danke an alle hier!

10 Gedanken zu „Jetzt wird abgerechnet: Danke!

  1. Den Dank kann ich nur erwidern, denn was sie hier leisten in Sachen SiPol-Journalismus ist in der Tat bemerkenswert, sowohl was Qualität als auch Quanität angeht, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich hierbei letztendlich „nur“ um einen Webblog handelt. Trotzdem schaffen Sie es immer wieder mich besser über derartige Themen zu informieren als die großen Medien, was auch einiges über den SiPol-Journalismus in diesem Land aussagt. Besonders gefallen tut mir auch Ihr Stil, der immerzu nüchtern-sachlich bleibt und meiner Meinung nach vorbildlich in Sachen objektivem Journalismus ist. Die Leserkommentare sind leider nicht immer so hochwertig, aber das ist nicht Ihre Schuld und verzichten möchte ich auf diesen zusätzlichen Quell an Informationen und Meinungen trotzdem nicht.

    Ich freue mich daher darauf auch im Jahr 2016 weiterhin diesen blog besuchen zu können, denn er ist in der Tat jeden Cent wert.

    Danke, Herr Wiegold für diese Arbeit :)

  2. Ehre, wem Ehre gebührt – ohne Sie und Ihren Blog müsste man Sie und Ihren Blog erfinden!

    Ich glaube, Sie ahnen gar nicht, wie sehr bspw. die Marketing- Macher und „Lobbyisten“ der wehrtechnischen Unternehmen oder auch die MdB- Büroleiter, wie auch die sog. Leitmedien, von Ihnen profitieren (…)

    Daher: allerhöchste Eisenbahn für ein Premium- Format?

  3. Wie häufig hat man hier relevante Informationen erhalten, die unsere unabhängige Presse nicht für erwähnenswert hielt.
    Auch hat man in den onlineauftritten der Tageszeitungen vermehrt die Quelle „sicherheitspolitischer blog augengeradeaus!“ Gefunden. Dafür Glückwunsch an Herrn wiegold.
    Als armer Student bin ich keiner der vielen großzügigen Spender und dementsprechend umso dankbarer für jeden Cent, den andere beitragen.
    Vielen Dank euch allen auch für die Kommentare.
    Auf ein ergiebiges Jahr 2016

    Horrido!

  4. Hallo Herr Wiegold, auch von meiner Seite aus vielen Dank für Ihre Arbeit. Sie sind in meinen Augen einer von (gefühlt) immer weniger werdenden Journalisten, die ein journalistisches Ethos pflegen. Die Freiheit des Wortes und der Unabhängigkeit der Medien wird in diesen Tagen offensichtlich arg mit Füssen getreten. Was unterscheidet uns noch von Putins gelenkter Demokratie, wenn die Politik den Journalisten die Sprachregelungen diktieren?

    Weiter so!

  5. Stubenviech hat es auf den Punkt gebracht!
    Offenheit – Ausdauer – Verlässlichkeit zahlen sich (tatsächlich real) aus. Weiter so, Herr Wiegold!

  6. Möchte mich den Dankschreiben aller Vorschreiber anschließen!!

    Danke Herr Wiegold und weiter so. Auf ein erfolgreiches weiteres Jahr mit Ihrer wirklich außergewöhnlichen im Sinne von hervorragender und ehrlicher journalistischen Arbeit.

  7. Ich rechne mal etwas weiter.
    17.000 = 1.417/Monat
    „Default“ Zuwendung bei Paypal waren 10€.
    Sprich ganz! grob 150 Spender, was sehr wenig wäre.
    Ich hatte einmal gehört (in einem Podcast), dass ca. 5% bereit sind Geld zu geben.
    Evtl. ist das Onlinebanking am Arbeitsplatz jedoch auch gesperrt, daher ggf. mehr Content am Wochenende wo man von zuhause eher einen Dauerauftrag einrichten kann?

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