Lesetipp: Die KSK-Reportage von Reuters

KSK_Nachtmarsch_2009

Auf die Reportage der Reuters-Kollegin Sabine Siebold über das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, veröffentlicht in div. Medien, gab es hier in den Kommentaren schon Hinweise. Jetzt als Lesetipp mit Link: Reuters hat die komplette Geschichte auf seiner Webseite veröffentlicht.

„Leute, die bereit sind, bis zum Ende zu gehen“

(Archivbild 2009: Ein Trupp Kommandosoldaten macht sich in der Abenddämmerung zu einem Nachtmarsch bereit – Bundeswehr/PIZ Heer)

31 Gedanken zu „Lesetipp: Die KSK-Reportage von Reuters

  1. Mit den Aussagen zur gewaltentwöhnten und dadurch erhabenen fühlenden Gesellschaft (und damit auch Politik) sowie den Ausrüstungsstand bei den Nachtsichtgeräten („Abseits solcher Querelen kämpft die Elitetruppe auch knapp zwei Jahrzehnte nach ihrer Gründung noch immer mit zahlreichen Absurditäten. So fehlt ausgerechnet den Soldaten, die fast nur nachts arbeiten, weiter eine ausreichende Zahl an hochwertigen Nachtsichtgeräten.“) ist eigentlich alles über den Zustand unserer Sicherheitsvorsorge gesagt.

    Man kann nur dankbar sein, dass sich – trotz dieser Rahmenbedingungen – noch Leute finden, die diese Herausforderung annehmen .

    Wir werden sie noch brauchen.

  2. KSK – wir bleiben bis zum Schluß … es gibt aber noch eine andere Bedeutung für die Abk „KSK“ als die offizielle ^^

  3. @ memoria

    Da kann ich nur zustimmen.
    Die weitere Schrumpfung der FschJgTrp und die Auflösung der letzten Fernspäheinheit (aber wir sind ja in Sachen Aufklärung dick im Geschäft :)…) passen hier voll ins Bild; abgerundet von den Problemen bei NH90 und Tiger (es wurde hierzu eigentlich schon alles gesagt). Eigenlich müßte die DSK längst „Divsion schwindende Kräfte“ heißen.

    Aber Dank und Anerkennung an die Männer, die sich trotz allem ihren Dienst in diesen Einheiten/Verbänden tun; trotz des so offenkundigen Desintresses bei den Verantwortlichen im BMVertg und Bw ….

  4. Die Beschreibung „Leute, die bereit sind, bis zum Ende zu gehen“ sollte eigentlich auf alle Soldaten der Bundeswehr zutreffen. Was nutzt ein Soldat, der nicht „bis zum Ende gehen“ will?

  5. Diese Soldaten sagen die WAHRHEIT, wie es in diesem Land um die Bundeswehr bestellt ist.

    @ Berlin und BMVg:
    Es ist einfach nur eine Schande, dass noch nicht mal diese Truppe adäquat ausgerüstet ist.
    Aber ihr schickt diese Truppe, wie inzwischen die ganze Bundeswehr in weltweit Einsätze.
    Schämt euch im Bendlerblock und wacht endlich auf.

    Ja, Deutschland wird dieses KSK und die gesamte Bundeswehr in Zukunft noch mehr brauchen als jemals zuvor.

    Allen Soldaten wünsche ich an dieser Stelle immer gesunde Heimkehr.
    Haltet durch, trotz widerige Umstände und Danke für euren Einsatz!!

  6. Zustimmung: die Frauen und Männer vom KSK sind klasse und lassen niemanden im Stich. Leider werden sie wie die Streitkräfte insgesamt seitens der Politik im Stich gelassen. Wir haben da schon eine besondere Situation, die es den Soldaten immer schwerer macht den Grundsatzunterricht der AGA „Dienen – Wofür“ nachzuvollziehen. Oder sagen wir es anders: es wäre schön, wenn dieser Unterricht auch ‚mal im VtdgA laufen würde ;-)

  7. Sehr gut geschrieben!

    Mir stach folgendes Zitat ins Auge: „Wir treffen auch mit dem G36“, sagt einer lächelnd. „Wir nutzen die Waffe, wofür sie konstruiert wurde: Das ist ein Sturmgewehr und kein Präzisionsgewehr, und als Sturmgewehr funktioniert es wunderbar.“

    Deckt sich mit dem was man aus der Truppe hört ;-), ist halt kein LMG.

  8. Es wird in dem Artikel wieder auf die Nachwuchsprobleme des Kdo eingegangen und dass die hohen Anforderungen dies verursachen würden. Was haltet ihr von folgender Hypthese:

    „Der Standort Calw ist für die meisten potentiellen Bewerber das Eggesin des Südens und einfach am A… der Welt. Und wenn schon 200 Tage im Jahr auf Übung, dann wenigestens an den restlichen Tagen keine Weltreisen“

    Na?

  9. An einem Satz aus dem Artikel bin ich hängengeblieben:

    Wie viele KSK-Mitglieder bei Unfällen während des Trainings ihr Leben verloren, ist nicht öffentlich bekannt.

    Warum eigentlich?

  10. Major B.: Für „Eggesin des Südens“ würden mir noch andere Standorte einfallen, die diesen Titel eher verdient hätten. Stetten a. k. M. zum Beispiel. Und: Hereford und Fort Bragg liegen jetzt auch nicht unbedingt in den Metropolregionen ihrer Heimat ;-)

  11. @ Major B.
    ich halte von dieser Hypothese nichts, wenn jemand ernsthaft diese Verwendung ergreift halte ich das Problem für das geringste, zum anderen stellt nicht jeder die gleichen Anforderungen an einen Standort.

    Wenn man Qualität halten möchte fallen halt viele durch das Raster.

  12. @Major B.

    Garnix. Hab noch keinen Bewerber getroffen, der sich darüber Gedanken gemacht hat.

    Ich kann auch die „Unattraktivität“ des Standortes Calw nicht verstehen
    Selbst Kreisstadt und eine weitere in <20 min entfernt. Mit Stuttgart eine Großstadt in <45min.

    Wo würden Sie denn gerne hin? Natürlich ohne Einbußen der Trainings- und Platzmöglichkeiten?

    Berlin? da können sie auch nach Stuttgart ziehen und sind schneller im Dienst.
    München? Da wirds Mietpreistechnisch aber knapp mit der Kommandozulage
    Hamburg? Wo wollen sie von dort aus hin? Und wenn ich ihnen zeige wo sie in HH hin müssten…

    Die Standortfrage Calw ist eine sehr altersspezifisch subjektive…

  13. Ob nun Calw, Hereford, Prostejov oder Poole…..Hauptsache schöne Wanderwege zum „entspannen“….. Denke nicht dass hier die Standortattraktivität zur Entscheidungsfindung beiträgt….

    Im Übrigen, allen eine frohe Weihnacht etc. etc….

  14. @Major B.
    Nicht sonderlich viel.
    Wer seine Bereitschaft zum Dienst von der Entfernung zum Heimatort abhängig macht, sollte sich – in meinen Augen – im zivilen umschauen.

    Gegenthese:
    „Es mangelt uns insgesamt in der Bundeswehr an Menschen mit der Bereitschaft zum selbstlosen Dienst, die Befähigung zum Kampf und zum tapfere Einsatz des Lebens.“

    @J-P-W
    Seitdem die B27 ausgebaut wurde, kommt man mittlerweile recht zügig in den Norden.

  15. @ Ein Leser

    Das war Recherchefaulheit.

    Mir fällt spontan ein tödlicher Schießunfall, einmal Tauchen und ein Sprungunfall ein.

    Wäre etwas Arbeit für Google…

    pi

  16. @Unreal

    Vielleicht sollte die BW mal von der 1950er Einstellungsdenken und dem es ist eine gnädigst gewährte Gunst in der Bundeswehr 24/365 dienen zu dürfen frei machen.

  17. @Major B.

    Calw am A… der Welt?

    Wo waren sie denn in der Welt um einen solchen Vergleich zu ziehen?

    Da hat fast jedes Land der Welt seine Spezialkräfte an schlimmeren Orten.
    Es gibt mit Calw eher das Problem, dass es zu nah an bewohntem Gebiet ist.
    Der Dienstort ist eher unwichtig, wichtig ist, was macht die Bw für Pendler oder für Familien.
    Auch auf dem Mond kann der Dienst attraktiv sein……..muss halt attraktiv sein (was auch immer dies für den Einzelnen bedeutet ;-)

  18. @Major B.

    Für jemanden der sich auf so eine Verwendung bewirbt ist der Standort völlig wumpe!
    Als ehemaliger Kampfschwimmer kann ich dazu nur sagen: Wäre die KS sogar auf Hallig Hooge stationiert gewesen – mir wäre das völlig egal gewesen…

    Und 200 Übungs- oder Einsatztage pro Jahr sind ja genau das, was ich in so einer Einheit erwarte!

    Wen soll man den wirklich ernst nehmen, der in so eine Einheit möchte um an einem attraktiven Standort in einer schmucken Kaserne zu sitzen?

    In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und fette Beute!

  19. Herrschaften, bitte mal schön geschmeidig bleiben und die persönliche Note rausnehmen. 1. In über 16 Jahren Dienstzeit habe ich schon ein wenig von dieser schönen Republik gesehen. Dennoch war die Formulierung „Eggesin des Südens“ auch eher im Spass gemeint. Hat wohl nicht jeder kapiert. 2. In meinen Einsätzen und der Zeit bei 4. Div bzw. DSO hatte man öfters Kontakt mit den Kameraden, und witzigerweise sprachen fast alle von denen mit badischen oder saarländischen Dialekt. Aber das mag ja nur Zufall sein.

  20. Und wieviele Bewerben sich nicht , weil dieser Standort für die Familie zu nachteilig ist?

    Arbeit des Partners, soziales Umfeld, Kinder – sonstige Familiäre Verpflichtungen?

    Von der Tatsache mal ganz abgesehen, das gewisse Standards bei der Unterbringung z.B. Internet IMNHO einfach Standard ist.

  21. Im Übrigen gibt es aus meiner Sicht genügend andere Gründe, sich gegen eine Verwendung auszusprechen (Infos aus den Gesprächen mit Angehörigen des Kdo’s). Zum Beispiel die Übernahmechancen als Berufssoldat, das Abziehen der KdoOffz in den Stab und damit fehlende Fehlerfahrung, inzwischen die „Zwischenstufe“ EGB-Kräfte, etc

  22. @ThoDan

    „Und wieviele Bewerben sich nicht , weil dieser Standort für die Familie zu nachteilig ist?“

    Welcher Standort wäre denn für dieses Klientel von Vorteil?
    Die meisten welche sich fürs KSK melden haben noch keine Familie im engeren Sinn.
    Unser Problem beginnt oft erst mit der Familiengründung und der Feststellung, dass die Partner für ihr Alter selbst vorsorgen müssen.
    Ein Umzug sollte für die Familie auch immer attraktiver sein als ein Pendeln, doch alle Ministerien arbeiten gegen eine Lösung.

    „Arbeit des Partners, soziales Umfeld, Kinder – sonstige Familiäre Verpflichtungen?“

    Wenn der Staat es attraktiver machen möchte, kann er dies an jedem Platz der Republik machen, er muss es nur wollen. Im Moment schließen wir solche Standorte.

    „Von der Tatsache mal ganz abgesehen, das gewisse Standards bei der Unterbringung z.B. Internet IMNHO einfach Standard ist.“

    Taj, im Grundbetrieb eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

  23. ThoDan | 22. Dezember 2015 – 13:53

    “ ist eine gnädigst gewährte Gunst in der Bundeswehr 24/365 dienen zu dürfen frei machen“

    Tut sie doch gerade, mit der 41 Std Woche, oder nicht?.

  24. @ Major B.: Ich verstehe Sie leider nicht. Wieso spricht die Übernahmechance als Berufssoldat GEGEN eine Verwendung im Schwarzwald? Und was genau meinen Sie mit „fehlender Fehlerfahrung“?
    Ebenso haben Sie leider vergessen, die Punkte zu diskutieren, die FÜR eine Verwendung im Südwesten sprechen: z.B. die monatliche Erschwerniszulage von € 900,- mit Beginn der Ausbildung oder auch die Prämien (3000,- für Bestehen EFV, 10.000,- für Abschluss der Ausbildung und 5.000,- für jedes Jahr über die sechs Pflichtjahre hinaus). Ebenfalls zu erwähnen (Quelle: Gespräche mit Angehörigen des Kdo´s): das professionelle Arbeitsklima, die anspruchsvollen Aufgaben, die Hochwertausbildung an sich, neueste Ausrüstung, verkürzte Rüstungsprozesse und last but not least: LUH SOF.

  25. @Jesus:

    die „Fehlerfahrung“ war ein Tippfehler, ich meinte „Felderfahrung“. Im Gespräch mit 3 KdoOffz berichteten diese mehr als enttäuscht, dass diese nach der ganzen Quälerei in der Ausbildung sehr schnell aus den Kp rausgezogen wurden, um die eklatanten Lücken im KdoStab zu schließen. Und so hatten die sich das nicht vorgestellt.
    Bezüglich der Übernahmechancen hatte das Heer den Kandidaten und „Azubis“ wesentlich bessere BS-Quoten versprochen, als Honorar für eine außergewöhnlich harte, aber auch teure Ausbildung. Nach all der Schinderei stellten die Trooper ihre BS-Anträge und diese wurden reihenweise abgelehnt, weil die Kameraden sich wie alle anderen auch in der Auswahlkonferenz mit normalen Soldaten vergleichen mussten und auch dort der Bedarf zu decken ist. Da hat der OrgBereich Pers dem Heer den Mittelfinger gezeigt und eben keine gesondert hohe Quote angesetzt.

  26. @Major B.:
    Mal einige Anmerkungen von mir:
    Wer sein ganzes (Berufs-)Leben wild schießend durch´n Wald laufen will, darf nicht Offizier werden sondern macht lieber in der Laufbahn Feldwebel Truppendienst. Das sollte man eigentlich wissen…
    Dieses „Attraktivitätsproblem“ haben alle Truppengattungen, es gibt immer eine Gruppe junger bis mittelalter Offiziere die eigentlich lieber was anderes (spannenderes? Körperlich forderndes? Mit mehr Führungsverantwortung?) als Stab machen wollen, lieber ausschließlich in einer Kompanie als Zugführer, Einsatzoffizier oder Chef verwendet werden wollen. Dummerweise gibt es auch im Stab Dienstposten die besetzt werden müssen.
    Und was nützt Dir im geschilderten Fall das offizierstarke Fußvolk, wenn niemand in den Stäben die Dienstposten besetzt die für Planung und Führung von Spezialkräften benötigt werden. Ist es den enttäuschten Kameraden lieber, dass dort ein PzGren-Offizier oder normaler JgOffz so plant und führt wie er glaubt gehört zu haben, wie man Spezialkräfte einsetzt, denn Felderfahrung als Spezialkraft hat der auch nicht und zusätzlich ist der noch nicht als Spezialkraft ausgebildet. Einer muss den Job machen, warum nicht jemand der dafür ausgebildet ist, auch wenn er lieber mit den Feldwebeln wild schießend durch den Wald laufen möchte…

    Der Freifahrschein zum BS hört sich für mich aber eher danach an, dass jemand der vom BS-Auswahlverfahren keine Ahnung hat sich berufen fühlte auch mal was zu sagen (wer genau ist denn der ominöse Herr Heer, oder hat das jeder im Heer gesagt? Haben die „Getäuschten“ es schriftlich?), oder aber der Adressat hat wieder nur das gehört, was er hören wollte (Was leider bei Bewerbern und Anwärtern ein häufigeres Problem zu sein scheint).
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Darstellung „das Heer hat es uns versprochen, die Personalführung hat es nicht eingehalten“ einer genaueren Prüfung nicht standhält. Ich vermute aber auch, dass das Heer nix versprochen hat…

  27. @ Major B.:
    Mhmm, jetzt wäre es natürlich interessant, wann dieses Gespräch mit den besagten drei Offizieren stattgefunden hat. Ich habe vor kurzem gehört, dass der aktuelle Kommandeur festgelegt hat, dass jeder Offizier beurteilungsrelevant über eine Zugführerverwendung geführt wird. Wenn man aber dabei beachtet, dass durch die zweijährige Ausbildung ein gutes Stück der zur Verfügung stehenden Dienstzeit wegbricht, bleibt bis zur Teilnahme am Stabsoffizierlehrgang möglicherweise nicht viel Luft. (Wer früher da ist und damit eine längere Stehzeit hat, muss dann eben Platz machen.)
    Bei der Geschichte mit den BS-Übernahmen hat man sie offensichtlich auf den Arm genommen. Da die Operator einer eigenen AVR angehören, werden sie in der Auswahlkonferenz nur mit ihresgleichen betrachtet. Die anzuwendende Quote legt auch nicht der OrgBereich Pers fest, sondern der Bedarfsträger Heer. Und wie ich ebenfalls hörte, war die letzte Übernahmequote immer noch sehr gut. Wenn Bw aber insgesamt weniger BS haben will, kommen natürlich auch hier absolut geringere Zahlen raus. Aber jetzt soll es ja nochmal 5000 Stellen obendrauf geben.

  28. @ Major B
    Bevor sich etwas Falsches festsetzt: Kommandosoldaten werden durch die Personalführung in eigenen Ausbildungs- und Verwendungsreihen geführt und bei Auswahlkonferenzen nur untereinander verglichen. Sie haben zudem eigene Übernahmequoten zur Übernahme zum Berufssoldaten. Zudem sitzt bei jeder Konferenz der entsprechende Organisationsbereich mit dabei, da er ja die Quoten festlegt!
    Allen frohe und friedliche Weihnachten!

  29. Eigentlich könnte es so einfach sein…..

    Das KSK einfach mit einer neuen „Spezialisten-Laufbahn“ ausstatten, und zwar unabhängig von der üblichen Dienstgruppe…..

    Wer sagt, das ein Kommando-Trupp aus Feldwebeln bestehen muss, die von einem Offizier geführt werden?

    Alle erhalten den Dienstgrad „Specialist“, und die Besoldung richtet sich nach Alter, Dienstzeitalter und Familienstand.

    Bei Erreichen des 40. Lebensjahres kann man sich-unter der Voraussetzung, das man noch körperlich aktiv und fit ist-für weitere 5 Jahre verpflichten, oder eben seinen Koffer packen und gehen….

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