Kampf gegen ISIS: ‚Charles de Gaulle‘ (und ‚Augsburg‘) im Persischen Golf

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Zum Mitplotten: Die Trägergruppe um den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle hat den Persischen Golf erreicht – und damit auch die deutsche Fregatte Augsburg, die für den Kampf gegen ISIS zum Begleitschutz des Trägers abgestellt wurde.

Die Gruppe hatte am (gestrigen) Freitag die Straße von Hormus passiert, berichteten die französischen Streitkräfte auf ihrer Facebook-Seite. Am Samstag besuchten der französische Verteidigungs-Staatssekretär Jean-Marc Todeschini und US-Verteidigungsminister Ashton Carter den französischen Träger (Foto oben). Das eigentliche Einsatzgebiet soll am (morgigen) Sonntag erreicht werden.

(Foto: MP Christian/Marine Nationale)

24 Gedanken zu „Kampf gegen ISIS: ‚Charles de Gaulle‘ (und ‚Augsburg‘) im Persischen Golf

  1. Wo bleibt denn VDL? Erstaunlich das VDL nicht auch gleich den Flugzeugträger mitbesucht hat oder fürchtet sie weitere Forderungen nach mehr Beteiligung durch die amerikanische Verteidigungsministerin.

    Aber sie wird es sich sicher nicht entgehen lassen bald die Augsburg und in Incirlik die Tornados zu besuchen.

  2. War auch echt ne absurde Idee von Frau von der Leyen, den Truppenbesuch durch Politiker zu erfinden. Darauf ist vor ihr noch niemand gekommen. Abartig! Damit wurde eine rote Linie überschritten, meiner Meinung nach. Aufgedeckt hier in den Blog-Kommentaren!!!

  3. Mmh, mit welchen Angriffen der IS auf den französischen Träger rechnet man/frau eigentlich!?

    Und was macht genau die „Augsburg“ im Trägerverband bei einem Angiff der IS auf den französischen Träger ……

  4. @Christian: Das ist so nicht ganz richtig. Diese zweifelhaften, kamerawirksamen Truppenbesuche gab es schon immer, ich erinnere mich z.B. an den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler in Afghanistan, den wir dort aufgrund der Sicherheitslage auch nicht gebraucht hätten. Allerdings hat Frau vdL sowohl Frequenz als auch Inszenierung dieser PR-Gags erheblich gesteigert.

  5. @audio001: Flugzeugträger haben unabhängig davon, mit welchen Angriffen der IS auf den Träger Mann/Frau rechnen, immer Begleitschiffe zum Schutz gegen Angriffe aller Art (Flugzeuge, Flugkörper, U-Boote, Schiffe, „asymmetrische Bedrohungen“, etc.) dabei, da es sich bei ihnen um die wertvollsten Ziele überhaupt handelt – egal, für welchen Gegner. Das ist einfach nur vernünftig. Außerdem erhöhen sie je nach Einsatz-Szenario ggf. die Feuerkraft, wie z.B. die mit Tomahawk-Marschflugkörpern ausgerüsteten Begleitgruppe einer US-Carrier Strike Group.

    Ehrlich gesagt verstehe ich Ihre zweite Frage NOCH weniger, als die erste. Was meinen Sie denn, was die „Augsburg“ machen wird, wenn – wer auch immer – den Träger angreifen sollte? Sie wird im Zusammenwirken mit dem Träger, dessen Flugzeugen und den anderen Begleitschiffen ihr Möglichstes tun, um diesen Angriff abzuwehren. Was sollen solche Fragen, außer offenbar, die Besatzung der „Augsburg“ damit ins Lächerliche ziehen zu wollen?

  6. @audio001: Haben sie schon einmal einen Träger ohne Geleitschutz fahren sehen? Und was ist mit den anderen Fregatten im Verband, die bräuchte die CDG ihrer Logik zufolge dann ja auch nicht. Was ich meine, der Geleitschutz ist sicherlich nicht nur zum Schutz vor IS da.

  7. re audio001 | 20. Dezember 2015 – 10:31

    Ob mit etwas bestimmten gerechnet wird? Oder immer mit allen gerechnet muss, vorbaut, so unwahrscheinlich es auch erscheint? Ob vor Cole gerechnet mit solch einem Geschehen?

    Und was die Augsburg machte? Bei meinen Oldies der L70 hieß es: Eisen in den Himmel. Was denn sonst?

  8. @Wolfsmond: Ich dachte immer, der König aller Selbst-PR sei Karl Theodor von und zu Guttenberg gewesen….

  9. Was ist denn wirklich gegen Truppenbesuch eines IBUK einzuwenden? Was ist daran wirklich kritikwürdig? Wer übt die Kritik, Aussenstehende oder Interne? Wer hat solch einen Besuch schon einmal erlebt als Angehöriger der besuchten Truppe?

  10. Was soll kann Augsburg Weilheim und Co,. Alles so ermüdend, keiner liest irgendwas bis zu Ende durch, ALLES beim Hausherrn „suchbar“.
    Und wie die olle vdL und Truppenbesuche jetzt reinkommt, Fragen über Fragen..
    Ich jedenfalls habe nun ein paar freie „religiöse“Tage auch als Atheist, ein bischen wandern, ein bischen picheln und über neue Besinnungsaufsätze nachdenken, mal sehen..
    Bis demnächst, aber nicht vor 2016 – versprochen!

  11. @Edgar – OT
    Truppenbesuche sind erstmal mit reichlich Vorbereitungsarbeiten für die anstehenden Einzeltermine verbunden,
    – Sprechtexte /Tisch vorlagen für das Vieraugengespraech IBUK – Befh,
    – Standardbriefing mit Zahlen, Daten in Echtzeit zuzüglich Lagebriefing und
    – GAAANZ WICHTIG keine Probleme, höchstens Herausforderungen!!!!!!!!!!!

  12. @Les Grossmann, Klabautermann und die anderen Expperten für Schwimmendes noch eine an den Haaren in diesen Thread hinein gezogene Frage: Wie schneidet die neue französische FREMM (die Aquitaine), die der Träger-Gruppe ebenfalls zugeordnet wird, eigentlich so nach Ihrem Urteil im Vergleich zu F125 ab? Als Bezugspunkt wären wohl in erster Linie die GP/LA- und die ASW-Varianten der FREMM von Interesse.

    [Das ist eher was fürs Bällebad… Verschiebe ggf. eine Debatte dorthin. T.W.]

  13. @KlausK | 22. Dezember 2015 – 19:34:
    Und genau daran sind diese Streitkräfte kaputt gegangen.
    Allzu viele dieser Besuche hat man nicht genutzt, um echte Probleme anzusprechen. Es könnte ja schlecht für die Karriere sein.

    Und hinterher beklagen sich die gleichen Leute über den großen Aufwand (den sie sich selbst machen, um alles perfekt darzustellen).

    Innere Führung in der Realität.

    Besserung in Sicht?

    Ich kann es nicht erkennen.
    Man schaue nur nach MeS.

  14. http://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_126151.htm
    „NATO BMD is not only about sensors and interceptors, it also includes an array of political, operational and technical strands of work that are complicated and require an extensive amount of cooperation among different nations and stakeholders. The good news is that, despite these complexities, we are on a good track.“
    Die Aegis Ashore Missile Defense Facility at the Deveselu Military Base (Bucharest, Romania) ist also technisch aktiviert ?
    Wie hängt denn das mit Kampf gegen ISIL zusammen ??
    Nun, mit Blick auf die politischen „complexities“ muss man die Militärbasis Pirinçlik in der Türkei im Auge behalten. Moment mal, die liegt ja gleich bei der Stadt Diyarbakir…..da war doch was in Sachen PKK ? Ohne das AN/TPY-2-Radarsystem in Pirinçlik ist das AEGIS ashore in Rumänien ziemlich „wirkungslos“, und nun haben die Russen ja nun mit ihren CM-Abschüssen aus dem Kaspischen Meer und vor Syrien mit dem Kilo III bewiesen, dass sie in der Lage sind, das BMD-Sytem ggflls präemptiv zu degraden….abgesehen davon, dass ein russischer Stützpunkt mit S-4oo in Syrien natürlich auch die „nukleare Teilhabe“ der Türkei in Form der Incirlik Air Base unterlaufen könnte. Da nun die S-400 wohl installiert sind, ist das russische Kilo III ins Schwarze Meer verlegt worden, just in time für die Indiensstellung der AEGIS-Station in Rumänien. Jetzt wird auch klar, warum Obama Erdogan freie Hand läßt in Sachen PKK…..hier geht es um den Erhalt der Türkei als „forward“ nuklerstrategische Basis für die USA…und dem wird alles untergeordnet, insbesondere seitdem Georgien und Ukraine als „forward base“ geopolitisch durch Rußland neutralisiert worden sind.
    Was macht man also als nuklear-strategischer Schachspieler ? Man verlegt die Träger in den Golf und deswegen hat CENTCOM die französische GAN unter seine Fittiche genommen, denn Hollande wollte ja seine GAN auf keinen Fall unter „EUCOM-Einfluß“ bringen, sondern sogar mit den Russen „diskret“ kooperieren . Unter dieser Perspektive könnte man die Augsburg und die Tornado in der Türkei auch als indirekten Beitrag Deutschlands zur nuklearen Teilhabe in der NATO verkaufen, aber den Aufschrei wollte man wohl vermeiden in Paris und Berlin….

    Frohe Weihnachten…….

  15. Der französische Generalstabschef ist zu Besuch in Moskau. Der übernimmt wohl die Rolle der ehemaligen „Martin Dempsey“-Fraktion, die ja schon immer gegen die „Assad-muß-weg“ Fraktion im White House gewesen ist. Hollande macht also das „fuck-the-EU“ im Sinne der geo-strategischen neo-con-containment-policy gegnüber Rußland nicht mit.
    Da die „Janukowitsch-muß-weg“ Policy der USA in der Ukraine auch nicht geklappt hat, weil Putin unverschämterweise nicht auf die Kündigung der Stationierungsverträge gewartet hat, so wird das wohl auch nix mit „Assad-muß-weg“ solange für Moskau nicht ganz klar ist, dass eine syrische post-Assad Regierung die Stationierungsverträge weiterhin vollumfänglich anerkennt. Geo-Strategie vom Feinsten.

  16. Das Bild zum vorangegangenen Kommentar von klabautermann. Interessant finde ich, dass es ja eigentlich erklärtermaßen keine militärischen Kontakte zwischen der NATO und Russland gibt (mit Ausnahme der vor einigen Monaten eingerichteten Hotline zwischen dem SACEUR und dem russischen Generalstab…).

  17. @T.W.

    Ich denke mal, dass Hollande schlicht und einfach die Befürchtung hat, dass Breedlove so eine Art Lyman Louis Lemnitzer-Wiedergänger ist…..und dass Obama eben nicht mehr die Durchsetzungsfähigkeit eines JFK gegenüber den DoD-Knallköppen besitzt……bei solchen Artikeln kein Wunder:
    https://www.foreignaffairs.com/articles/united-states/2006-03-01/rise-us-nuclear-primacy
    …und dazu:
    http://www.heise.de/tp/artikel/30/30894/1.html falls man mit Lyman Louis Lemnitzer nichts anfangen kann.

  18. Eine U.S.-amerikanische Trägergruppe hat immer ein U-Boot „neben oder um sich“, weil luftgestützte Sensoren, Überwasser-Einheiten und der Träger selbst nicht genug „unter Wasser“ schauen. Die deutsche Marine hat da einschlägige / gute Referenzen. – Was oder wer schützt die CDG ? Eine französische Einheit aus dem Indischen Ozean, weil die nicht durch den Suezkanal laufen musste ? – Verschwörungstheoretiker würden jetzt auf eine deutsche Einheit aus ‚EUTM Atalanta‘ rekurrieren, wenn die „Erfurt“ diese Mission verlässt …

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