DroneWatch: Entscheidung über neue Bundeswehr-Drohnen erst 2016

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Die Entscheidung über die nächste Drohnengeneration der Bundeswehr wird nun doch nicht, wie bislang angekündigt, in diesem Jahr fallen. Die Auswahlentscheidung für die so genannte Überbrückungslösung (für die nächsten zehn Jahre oder so…) des Waffensystems SAATEG (System der abbildenden Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebiets) werde voraussichtlich Januar oder Februar 2016 kommen, sagte Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder nach Angaben aus Parlamentskreisen am (heutigen) Mittwoch vor Bundestagsabgeordneten.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass die Auswahlentscheidung auf kommendes Jahr verschoben sei. Offiziell gibt es keine Angaben, welche Drohnen-Systeme zur Wahl stehen; faktisch geht es aber um die Entscheidung zwischen dem Reaper der US-Firma General Atomics und der israelischen Heron TP (Foto oben). Offen scheint bislang noch, ob es einen Kauf oder ein Leasing-Modell für die unbemannten Flugsysteme geben soll. Nach Angaben aus den USA wäre wohl auch der US-Hersteller zu einer solchen Lösung bereit. Die Luftwaffe favorisiert allerdings, so weit bekannt, das israelische Modell – dabei dürfte neben der Frage der zeitlichen Verfügbarkeit und dem mit einer Entscheidung verbundenen Ausbildungsmöglichkeiten auch die Frage eine Rolle spielen, inwieweit die Technik der Systeme für den deutschen Nutzer zugänglich ist oder als black box seinem Zugriff entzogen bleibt.

(Foto: UAV operator next to the „Heron TP“ – Hagar Amibar/Israeli AirForce)

Bundespolizei – Wo das G36 eine Zukunft hat

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In der Bundeswehr, das hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Frühjahr recht deutlich gemacht, hat das Sturmgewehr G36 in seiner derzeitigen Konstruktion keine Zukunft. Und die Truppe sucht nach einer neuen Standardwaffe für ihre Soldaten.

Aber es gibt im deutschen Behördenapparat ganz andere Ansichten. Am (heutigen) Mittwoch stellte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die neuen, hochgerüsteten Bereitschaftspolizei-Einheiten vor: Sie sollen schnell auf Terroristen reagieren können, die mit militärischen Waffen wie Sturmgewehren oder Maschinenpistolen ausgerüstet und möglicherweise auch militärisch ausgebildet sind. weiterlesen

Sammler: Kampf gegen ISIS, Bundeswehreinsatz, Fregatten & Russland

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Zum internationalen Einsatz gegen die islamistischen ISIS-Milizen gibt es eine Reihe von Meldungen, die alle irgendwie zusammenhängen… um ein bisschen Überblick zu bewahren, hier mal als Sammler:

• Der internationale Marineverband rund um den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle ist inzwischen komplett. Nachdem die deutsche Fregatte Augsburg von Anfang an dabei war (Foto oben mit der Fregatte und dem Träger), ist auch die britische HMS Defender, ein Zerstörer der Daring-Klasse, hinzugestoßen. Die Trägergruppe ist derzeit östlich von Djibouti auf dem Weg in den Persischen Golf. weiterlesen

Russischer Einsatz in Syrien: Bilanz der Luftangriffe

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Die russischen Streitkräfte haben am (gestrigen) Dienstag eine Bilanz des bisherigen Einsatzes ihrer Luftwaffe in Syrien gezogen. Jetzt gibt’s eine englische Zusammenfassung; zur Dokumentation:

Chief of the Main Operational Directorate of the Russian General Staff Sergei Rudskoy summed up the results of activities of the Russian air group in Syria since September 30

Since September 30, the Russian air group has performed 4201 combat sorties, among them –145 ones have been carried out by the strategic missile-carrying and long-range bomber aviation. Bomb strikes are made on main infrastructural objects, concentrations of military hardware and manpower of militants.

In the course of the last several weeks, the intensiveness of strikes on the positions of the ISIS and other terrorist groupings has been increased. weiterlesen

Einsatz gegen ISIS: Luftbetankung begonnen (Update)

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Die Bundeswehr hat in der Nacht zum (heutigen) Mittwochmorgen wie erwartet mit der Beteiligung an Luftoperationen gegen ISIS begonnen. Ein Tankflugzeug der Luftwaffe versorgte erstmals Flugzeuge anderer an der Anti-ISIS-Koalition beteiligter Nationen mit Treibstoff, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Während des fünfstündigen Einsatzes seien in zwei Fällen Kampfjets betankt worden; weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Update: Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr bestätigte den Einsatz. Der fünfstündige Flug habe im Wesentlichen am (gestrigen) Dienstag stattgefunden; der Airbus landete kurz nach Mitternacht wieder auf der türkischen Luftwaffenbasis Inçirlik. Zu betankten Nationen und der Flugroute der Tankflugzeuge gebe es grundsätzlich keine Angaben, um keine Rückschlüsse auf Operationen zu ermöglichen.

Am Dienstag hatte auch US-Verteidigungsminister Ash Carter die türkische Basis besucht. Dabei hatte er sich  ausdrücklich bei den Verbündeten, also auch Deutschland, für die zusätzlichen Kräfte für den Kampf gegen ISIS bedankt – zugleich aber angemahnt, dass alle Nationen mehr dafür tun müssten.

(Foto: Tornados vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ und ein Tankflugzeug vom Typ Airbus A310 MRTT beim Überflug über die Air Base Incirlik in der Türkei im Rahmen der Operation Inherent Resolve am 10.12.2015 – Bundeswehr/Andrea Bienert)