Einsatz gegen ISIS: Luftbetankung begonnen (Update)

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Die Bundeswehr hat in der Nacht zum (heutigen) Mittwochmorgen wie erwartet mit der Beteiligung an Luftoperationen gegen ISIS begonnen. Ein Tankflugzeug der Luftwaffe versorgte erstmals Flugzeuge anderer an der Anti-ISIS-Koalition beteiligter Nationen mit Treibstoff, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Während des fünfstündigen Einsatzes seien in zwei Fällen Kampfjets betankt worden; weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Update: Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr bestätigte den Einsatz. Der fünfstündige Flug habe im Wesentlichen am (gestrigen) Dienstag stattgefunden; der Airbus landete kurz nach Mitternacht wieder auf der türkischen Luftwaffenbasis Inçirlik. Zu betankten Nationen und der Flugroute der Tankflugzeuge gebe es grundsätzlich keine Angaben, um keine Rückschlüsse auf Operationen zu ermöglichen.

Am Dienstag hatte auch US-Verteidigungsminister Ash Carter die türkische Basis besucht. Dabei hatte er sich  ausdrücklich bei den Verbündeten, also auch Deutschland, für die zusätzlichen Kräfte für den Kampf gegen ISIS bedankt – zugleich aber angemahnt, dass alle Nationen mehr dafür tun müssten.

(Foto: Tornados vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ und ein Tankflugzeug vom Typ Airbus A310 MRTT beim Überflug über die Air Base Incirlik in der Türkei im Rahmen der Operation Inherent Resolve am 10.12.2015 – Bundeswehr/Andrea Bienert)

13 Kommentare zu „Einsatz gegen ISIS: Luftbetankung begonnen (Update)“

  • Peter Popel   |   16. Dezember 2015 - 6:21

    Damit ist die Luftwaffe im Rennen. Und so wie die Absicht ist, wird sie ab Mitte Januar mit der Aufklärung beginnen.

  • klabautermann   |   16. Dezember 2015 - 9:39

    Es ist schon ziemlich merkwürdig: da wird doch diese Luftbetankung als „Kampfeinsatz der LW“ in einigen Medien bezeichnet…………man gibt sich wirklich alle Mühe diese „Operation Potemkin“ als „robusten“ Beitrag Deutschlands zu „verkaufen“.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   16. Dezember 2015 - 10:35

    @klabautermann
    Zustimmung Ihrer Bewertung.
    Ursache aber, dass solche Medien keine Vorstellung von Kampf haben und Schlagzeilen suchen.
    Bedauerlich dabei, der „Erkenntnisgewinn“ beim Zuschauer/Hörer/Leser: aha, wir kämpfen. Interessierte Opposition wird ‚diesen Kampf‘ natürlich auch begierlich verwursten.

  • Peter Popel   |   16. Dezember 2015 - 11:09

    Es sind eher Meinungen, als Bewertungen. Fakt ist, die Luftwaffe beteiligt sich. Und wie und ob das nun in den Medien berichtet wird, kann doch in diesem informierten Forum keinen mehr schocken oder irritieren. Und doch tut es das regelmäßig – und auch erwartbar.

  • dallisfaction   |   16. Dezember 2015 - 12:30

    Herr Wiegold, warum übernehmen Sie nicht die Semantik der Bundeswehr und nennen die Gruppierung „Daesh“? Nach allem was zu lesen war, ist das doch die passendere und bessere Bezeichnung.

  • WieWaldi   |   16. Dezember 2015 - 14:25

    Was für eine Energieverschwendung! Das Rohöl wird z.B. in Syrien gefördert, irgendwie nach Deutschland (vermutlich auch nicht dierekt) gebracht, dort raffiniert zu z.B. Kerosin.
    Nun wird damit ein BW-Airbus betankt. Dieser fliegt dann nach Syrien um andere Flugzeuge in der Luft zu betanken (weil es dort mangels Rohstoff sehr wenig Tanken gibt).

  • Kortaffel   |   16. Dezember 2015 - 15:19

    Ja, was wir im Kampf gegen Daesh jetzt brauchen ist ein ökologisches Konzept zum Spritsparen…

  • Christian   |   16. Dezember 2015 - 15:44

    Wer Kampfflugzeuge anderer Nationen im Rahmen ihrer Missionen betankt, nimmt auch am Kampfeinsatz teil. Auch wenn man selbst keine Bomben abwirft. Auch, wer mit Aufklärungsflugzeugen Ziele für die Bomben der Flugzeuge anderer Nationen sucht und findet, nimmt an einem Kampfeinsatz teil.

    Die entsprechenden Differenzierungen im Detail vorzunehmen, sollte Lesern dieses Blogs eigentlich nicht schwerfallen. Mich wundert eher, dass es hier so viele „Pawlowsche Hunde“ gibt.

    Die Berichterstattung seitens der Massenmedien, die seit jeher Pistolen nicht von Maschinengewehren, Bomber nicht von Jagdflugzeugen und Bomben nicht von Raketen unterscheiden können (oder wollen), sollte doch so langsam niemanden mehr überraschen. Außer halt, man möchte sich liebend gerne immer und immer und immer wieder über dieselben Dinge aufregen (da habe ich hier durchaus einige im Verdacht, die längst im Range eines „Captain Obvious“ unterwegs sind).

    Das verleidet einem manchmal fast die Freude am Lesen des Blogs. Oben die interessante Meldung, unten das Gejammere der Marke „alle anderen sind doof“. Ja, alle Politiker, alle Menschen in der Führung der Bundeswehr und alle Menschen in der Rüstungsindustrie sind inkompetente Idioten. Alle. Ja, wir haben es jetzt langsam kapiert.

  • Christian   |   16. Dezember 2015 - 15:47

    @WieWaldi: soweit ich weiß, gibt es in Syrien keine größeren Erdölreserven mehr (beim Gas sieht das anders aus). Auch wenn es für die Region natürlich grundsätzlich stimmt, dass Ressourcen und die Kontrolle darüber hier eine große Rolle im Konflikt spielen.

  • AoR   |   16. Dezember 2015 - 17:01

    @Christian: Die Verbringung inklusive Zwischenlagerung ist ebensowichtig wie die Förderungstechnologie wie auch die Quelle. Alle drei Aspekte und die abgelehnten institutionen sind investorisch Verquickt bzw. sogar (teil-)staatlich. SY begann kleinbürgerlich, nun streiten die bestehenden Strukturen der Macht.

    Moralisch ist da kein Blumenstrauß zu gewinnen, vital sind die Interessen, auch für uns. Daher auch die Wortklauberei seitens Politik.

  • Christian   |   16. Dezember 2015 - 19:49

    @AoR: da hast du wohl Recht.

  • Jens Schneider   |   16. Dezember 2015 - 21:19

    @ Christian 15:44

    Irgengwo haben Sie ja vom Grundsatz gar nicht so unrecht.

    Da die Inhalte dieses Blogs und die Kommentare sehr fundiert sind ,sehen Sie das Gejammere einfach als außerparlamentarischer Opposition in Sachen Sipo..

    Dieser Blog wird auch in wichtigen Bereichen, was „Verteidigungspolitiker“ in Berlin angeht gelesen.
    Es hilft vielleicht an der Spree? Sollte jedenfalls!

  • Christian   |   17. Dezember 2015 - 8:39

    @Jens Schneider: ok, das sehe ich ein.

    Mich stört weniger die Tatsache, dass kritisiert und kritisch berichtet und hinterfragt wird – das ist ja u.a. auch Sinn dieses Blogs, und ich will grundsätzlich auch nicht so tun, als könnte ich anderen Leuten vorschreiben, was sie zu schreiben haben. Zumal es ja weiß Gott (!) genug zu kritisieren gibt im Themenkomplex Sicherheitspolitik / Rüstungspolitik in Deutschland.

    Was ich hingegen anprangere, sind die zahllosen Wiederholungen von Dingen, die längst jedem klar und totdiskutiert sind. Es muss doch keiner mehr schreiben, dass es z.B. nicht so toll ist, dass sich der A400M leicht verzögert ;-). Das ist inzwischen angekommen, denke ich. Da könnte man auch ruhig etwas konstruktiver sein oder den Blick mal ein wenig in die Zukunft richten.

    Die persönlichen, zynischen Anfeindungen in Richtung einzelner Politiker/innen nerven auch nur noch. Tierisch. Da sind schon einige Ohrensessel-Generäle mit einfach strukturiertem Weltbild unterwegs, die offenbar alles besser machen würden und die stets einfachste Lösungen für komplexe Probleme zu bieten haben.

    Wenn man sich immer nur im Ärger suhlt, gibt das möglicherweise irgendwann Magengeschwüre ;-).