1.200 deutsche Soldaten in den Syrien-Einsatz – wofür genau?

Tornado ECR

So langsam zeichnen sich die Umrisse der geplanten deutschen Beteiligung am Krieg gegen die islamistischen ISIS-Milizen etwas deutlicher ab, wenn auch noch viele Unklarheiten bleiben. Nach Angaben von Generalinspekteur Volker Wieker sollen für den Einsatz 1.200 Bundeswehrsoldaten eingeplant werden – eine vergleichsweise hohe Zahl, die am (heutigen) Sonntag auch das Verteidigungsministerium noch nicht aufschlüsseln mochte.

Aus militärischer Sicht wird die für den Betrieb der Flugzeuge und Schiffe notwendige Zahl voraussichtlich bei etwa 1200 Soldatinnen und Soldaten liegen, sagte Wieker der Bild am Sonntag. Wie sich das zusammensetzen könnte, bleibt noch etwas vage:

• Aufklärungs-Tornados: Beim zuvor letzten Einsatz dieser Maschinen, von 2007 bis 2010 in Afghanistan, wurden maximal 500 Soldaten eingeplant – und das zu Zeiten, als die Aufklärungsmaschinen ihre Aufnahmen noch auf traditionellem Film machten und nicht digital. Aus dem damaligen Mandat in der  Bundestagsdrucksache 16/4298 vom Februar 2007:

Für die Beteiligung mit Fähigkeiten zur Aufklärung und Überwachung aus der Luft an der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan werden zusätzlich zum bisherigen Personalumfang gemäß Bundestagsdrucksache 16/2573 i. V. m. 15/5996 bis zu 500 Soldaten und Soldatinnen mit entsprechender Ausrüstung eingesetzt.
• Kriegsschiff: Eine Fregatte soll den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle begleiten und für Geleitschutz sorgen. Eine Fregatte der Sachsen-Klasse (124) , zum Beispiel die Hamburg, hat eine Besatzungsstärke von 255 Soldatinnen und Soldaten; eine Fregatte der Brandenburg-Klasse (F123) kommt mit 236 Besatzungsmitgliedern aus; und eine Fregatte der Bremen-Klasse (F122) sogar mit noch weniger, nämlich 219.
• Tankflugzeug: Der Airbus A310 MRTT (Multirole Transport Tanker) in der Tanker-Konfiguration hat nach Angaben der Luftwaffe Pilot, Co-Pilot und einen Luftbetankungsoffizier als Besatzung – macht 3. Hinzu kommt natürlich Technik am Boden, rechnen wir über den Daumen gepeilt (lasse mich da gerne belehren) mal 50 Männer und Frauen.
Das macht zusammengerechnet rund 800 Soldaten – zu der vom Generalinspekteur genannten aus militärischer Sicht notwendigen Zahl also ein, wie heißt das so schön, Delta von 400 Soldaten (oder auch: 50 Prozent).
Stabspersonal wird für alle Einsätze gebraucht, allerdings kaum mehrere 100 Offiziere. Und es gibt in der Tat noch gewisse Unwägbarkeiten, zum Beispiel den Stationierungsort der Tornados. Ob die türkische Basis Inçirlik, die ohnehin auch von anderen Nationen im Rahmen der Anti-ISIS-Koalition genutzt wird, oder ein Flugplatz in Jordanien: Das dürfte sich auf eventuelle Sicherungsmaßnahmen und damit auch Sicherungskräfte auswirken.
Dennoch bleibe ich gespannt, was am kommenden Dienstag im Mandat steht, das das Bundeskabinett verabschieden will. Denn da muss es über die vagen Interview-Aussagen hinausgehen.
(Ganz am Rande: Was hält man von einem General, der seinem Volk den Krieg erklärt?
20151129_Wieker_Bild
(SCNR)
(Bereits im Bällebad aufgelaufene Kommentare verschiebe ich hierher.)
(Archivbild 2010: Tornados vor der Burg Hohenzollern bei Sigmaringen – Bundeswehr/PIZ Luftwaffe)

89 Gedanken zu „1.200 deutsche Soldaten in den Syrien-Einsatz – wofür genau?

  1. Also, so richtig schlau werde ich aus dem Handeln der Bundesregierung nicht.
    Jetzt soll sich, auf Antrag der Bunderegierung, die Bundeswehr am Kampf gegen IS aktiv beteiligen; gleichzeitig beschließt sie die Ausfuhrgenehmigung für Kleinwaffen im Wert von 4.7 Mio nach Nah-Ost (Oman etc.) (Zeit-Online). Wäre es nicht viel schlauer, die „Waffenflut“ versiegen zu lassen? Das wäre noch zusätzliche IS-Bekämpfung!

  2. Ich bezweifle, daß die Türkei der BW gestatten wird, Aufklärungstornados auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik zu stationieren. Seitdem Rußland das S-400-System unweit des sysrisch-türkische Grenze stationiert hat, fliegen die Türkei und die Amis selbst keine Luftangriffe mehr, deren Ziele innerhalb des Hoheitgebiets Syriens liegen. In diesem Zusammenhang nicht uninteressant ist, daß die Verletzungen des griechischen Luftraums durch türkische Jets schlagartig aufgehört haben.

  3. @Kratylos

    Interessante Aussage von Ihnen:

    Seitdem Rußland das S-400-System unweit des sysrisch-türkische Grenze stationiert hat, fliegen die Türkei und die Amis selbst keine Luftangriffe mehr, deren Ziele innerhalb des Hoheitgebiets Syriens liegen.

    Beleg? Scheint mir nicht so zu sein. Luftangriffe gegen ISIS-Stellungen in Syrien gehen weiter.

    (Die div. falschen Aussagen, teilweise vorsätzlich, teilweise fahrlässig, nehmen hier doch sehr zu. Werde da deutlich härter durchgreifen müssen.)

  4. @Zimdarsen

    Zu 1. ) Hat nichts direkt mit dem Thema zu tun, mir war nur danach, denn das würde ja einen doppelten Personalansatz bedeuten und das besagte Delta erklären.

    Zu 2.) Ja es gibt Dienstposten die profitieren sicherlich von der SAZV, es gibt aber auch Dienstposten denen Nachteile entstehen. Wenn es Ihnen recht ist können wir gerne im Januar ausführlich darüber sprechen, dann wird es vermutlich auch ein Thema hier auf AG werden.

  5. @Georg

    ….unnötig. Der strategic game changer sind die S-300/400 Systeme der Russen. Putin ist echt sauer, der macht jetzt einfach diesen ganzen s’aud-turkey-sponsored-terror in Syrien platt…..

  6. @T.W. – Belege:

    OIR-Luftangriffe Syrien 46 zwischen 21.11 und 27.11.2015
    https://pbs.twimg.com/media/CU_UNqSW4AAVeNT.jpg

    OIR-Luftangriffe Syrien 65 zwischen 14.11. und 20.11.2015
    https://pbs.twimg.com/media/CUgSkYIUkAEAdw7.jpg

    OIR-Luftangriffe Syrien 74 zwischen 7.11 und 13.11.2015
    https://pbs.twimg.com/media/CT8VRNMVAAAIo0M.jpg

    http://de.sputniknews.com/politik/20151127/305971567/tuerkei-syrien-fluege-aussetzen.html

    Die Quelle, daß die Amis gegenwärtig keine Angriffe mehr im syrischen Hoheitsgebiet fliegen, finde ich jetzt auf die Schnelle nicht.

  7. Ist es gestattet auf die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen wie z.B bei @KPK einzugehen?

    Der organische Begriff Verseuchung mag weniger negativ konnotiert „zersetzt“ in die richtige Richtung gehen. Der von @KPK genannte Staat steht beispielhaft für meinen eigenen Erlebnishorizont, der die Gefahrenlage für mögl. deutsche Lokalisierung aufzeigen würde.

    Dabei ginge es auch um eine nüchterne Betrachtung darüber, wie Deutschland in der Region wahrgenommen wird. @MikeMolto hat hier bereits wertvolle weiterführende Literatur benannt. @ Daniel geht schon in die richtige Richtung zu möglichen Rückschlüsse, die man aus der Gemengelage vor Ort ziehen kann.

  8. @Kratylos
    Heutige LuftAngr OIR in Syrien/Irak
    http://www.defense.gov/News-Article-View/Article/631451/military-strikes-target-isil-terrorists-in-syria-iraq?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter
    Somit – wie nicht anders zu erwarten -, spielt S-400 keine Rolle. Wie bekannt greifen natürlich auch die Absprachen Hollande-Putin zum gemeinsamen Einsatz der „Charles de Gaulles“ mit der „Moskva“.
    [Bemerkung am Rande, unsere F-124 in Begleitung der CdG wird sozusagen gemeinsamen mit der „Moskva“ operieren.]
    Im Detail:
    SOUTHWEST ASIA, November 29, 2015 — U.S. and coalition military forces have continued to attack Islamic State of Iraq and the Levant terrorists in Syria and Iraq, Combined Joint Task Force Operation Inherent Resolve officials reported today.

    Officials reported details of the latest strikes, noting that assessments of results are based on initial reports.

    Strikes in Syria
    Remotely piloted aircraft conducted three strikes in Syria:
    — Near Raqqah, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL vehicles.
    — Near Dayr Az Zawr, one strike destroyed an ISIL front-end loader.

    Strikes in Iraq
    Bomber, fighter, attack, and remotely piloted aircraft conducted 19 strikes in Iraq, coordinated with and in support of Iraq’s government:
    — Near Huwayjah, one strike struck an ISIL tactical unit and wounded an ISIL fighter.
    — Near Qaim, two strikes struck two ISIL bomb-making facilities.
    — Near Fallujah, one strike destroyed an ISIL rocket rail.
    — Near Habbaniyah, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL fighting positions, an ISIL sniper position, and an ISIL building.
    — Near Hit, one strike destroyed an ISIL-used bridge.
    — Near Kisik, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle.
    — Near Mosul, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL heavy machine gun and an ISIL fighting position.
    — Near Qayyarah, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL fighting positions.
    — Near Ramadi, seven strikes struck two ISIL tactical units and destroyed an ISIL heavy machine gun position, two ISIL buildings, two ISIL weapons caches, wounded an ISIL fighter, and denied ISIL access to terrain.
    — Near Sinjar, one strike struck an ISIL tactical unit.
    — Near Sultan Abdallah, one strike struck an ISIL tactical unit.
    — Near Tal Afar, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle.
    Definition of a ‘Strike
    A strike, as defined in the CJTF releases, means one or more kinetic events that occur in roughly the same geographic location to produce a single, sometimes cumulative, effect for that location.
    S-400 ist in der Hauptsache auch Zeichen an Erdogan „übertreib es nicht“ und selbstverständlich nicht an seine westlichen „Koaltionspartner“. Putin braucht uns, ohne erfolgreiche Zusammenarbeit mit „dem Westen“ keine Wieder-Aufnahme in den Kreis der Großen.

  9. @kaikowsky
    also das bedeutet: 2 drohnenangriffe in der s-400 einflusszone und 19 gemischte ausserhalb derselben… das muss nichts heissen, ausser, dass von der koalition heute nur 2 drohnen in syrien aktiv eingesetzt wurden

  10. @KP-K

    „Remotely piloted aircraft conducted three strikes in Syria:
    — Near Raqqah, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL vehicles.
    — Near Dayr Az Zawr, one strike destroyed an ISIL front-end loader.“

    Sie sind schon ein Komiker ;-)

  11. @Christian
    Beispiele für, pardon, Ihr Geheule, bitte?!
    „Gewolltes, nicht gekonntes Militärsprech“.
    Wie in jedem anderweitigen Fachblog auch, gibt es Teilnehmer mit Fachhintergrund und solche ohne. Stets steht die Entscheidung an Fachsprache/- begriffe zu verwenden oder Verzicht darauf. Es kann etwa gepostet werden,
    – PzAbwLFK oder
    – Panzerabwehrlenkflugkörper.
    Während der Abfassung von posts ist menschlich naheliegend, dass Einiges durcheinander geraten kann, was im Endeffekt allerdings ohne Belang ist, denn der Nachweis von Kompetenz im BwAküFi ist kein Erfordernis.
    Daneben, für mich selbst gesprochen mit Heeres- und multinationalem Hintergrund, sind Fachdiskussionen z.B. im Drehflügler-Thread häufig nur schwer verfolgbar, ob Zahl und Diversität von Akronymen und Abkürzungen.
    Haben Sie also bitte höfliche Geduld mit den Halbwissenden hier und freuen sich hinsichtlich Ihrer sicherlich belegbaren Perfektion.
    MfG

  12. @Klaus-Peter Kaikowsky – danke für den Link und die Infos. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, daß die Stationierung der S-400 weitergehende Auswirkungen hat, solange die Spannung zwischen Rußland und der Türkei anhalten. Allein die rückläufige Anzahl der Luftschläge nach dem Abschuß der Su-24 impliziert, daß man nicht so ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen kann.

    @T.W. – sorry wegen des OT.

  13. Es gibt da im „proxy-warfare“ eine stille Regel: die „principals“ schiessen nicht aufeinander und kein „proxy“ schießt ohne Zustimmung seines principal auf einen anderen principal. Diese Regel hat Erdo-Khan gebrochen und Obama wird das nicht vergessen. Putin hat mit der Stationierung der S-300/400 ganz klar gemacht: wenn die US ihre proxies nicht unter Kontrolle haben, dann gelten jatzt „Moscow Rules“: wer nicht kooperiert, gilt als possibly hostile und wird entsprechend behandelt.

  14. @ari127mm und KPK: Nix F124. Und es gibt keine freien Schiffsressourcen. Kann man nur woanders rausschneiden.

  15. @ Memoria: Bloß weil die GBU- 54 Rüstsätze beschafft wurden heißt das noch lange nicht, dass sie auch eingesetzt werden können. Wie schon erwähnt können GBU-54 nur durch Tornados mit ASSTA 3 update eingesetzt werden. Jedoch gebe ich Ihnen Recht, dass die Regierung keinen Willen hat Luftschläge zu führen. Denn wenn die Luftwaffe wirklich solche Missionen fliegen sollte, könnte Sie dies mit den GBU-24 A/B Paveway III sehr wohl. Wenn mich nicht alles täuscht kann der Tornado Reccelite Pod + 2x GBU- 24 + 2x Sidewinder/Iris-t tragen. Wäre letzteres nicht sogar eine logische Option. Man klärt etwas „Lohnendes“ auf und hat die Option direkt einzugreifen.

  16. Falls es immer noch einige nicht ganz begriffen haben: Da wurde ein russischer Jagdbomber durch einen angeblich im „Krieg gegen den Terror“ und auch grundsätzlich „befreundeten“ Staates abgeschossen wie eine sitting duck und anschließend der Pilot und ein russischer Marineinfantrist massakriert von Barbaren, die angeblich die offiziellen Schützlinge dieses Staates sind. Was glaubt man eigentlich in Amkara, Washington und Berlin, was das für die russischen Streitkräfte bedeutet ? Und dann noch „the sound thereafter“. Und nun kommt noch UvdL und meint Putin belehren zu müssen, was „man“ von ihm in Syrien erwartet……Geht’s noch ?? Da kommen wir mit lächerlichen 6 Recce-Tornado „on scene“ und wollen den Russen Belehrungen erteilen, die gerade so verarscht worden sind ??? Lieber Himmel, Rußland 2015 ist nicht mehr das Rußland von 1991, als man in MENA tun und lassen konnte, was man so wollte………

  17. Die Ministerin findet in der morgigen BILD schon wieder ganz große Worte (n-tv.de, Von der Leyen für „Zweckbündnis“ gegen IS).

    Aber wie passt das zu unseren Taten auch vor den letzten 2 Wochen? Und auch nun zu unserem limitierten Beitrag?

    Genau diese Kombination aus Besserwisserei und Risikoaversion wird international nicht wirklich begrüßt.

  18. @Klabautermann
    Kommt schon selten vor, dass mir Komikerqualitäten angedichtet werden,hat was, danke. Zumal ich nur OIR-Info wiedergab; wird offenbar nicht akzeptiert. UAS zählt nicht mehr, ist doch ansonsten das schlimme Allerweltsmittel. Morgen mehr.
    @leie
    Da die S-400 mit dem Flugkörper 40N6 400 km Reichweite hat (haben soll) wird der Irak erreicht, dort war OIR hinreichend aktiv. Zählt aber wenig, hängt mit dem Weltbild zusammen.

  19. In der „WELT“:

    Kooperiert die Bundeswehr mit Kriegsverbrecher Assad? von Thorsten Jungholt

  20. @klabautermann: 1+ 5*,
    selbst ein Hinkefuß hatte da stets bessere Argumente.
    Diese Mückenstiche sind Brosamen-Propaganda, statt vereintes und resolutes Dazwischenhauen!

  21. Eine abweichende Stellungnahme zum Kampf gegen Daesh, in Syrien, Irak unkommentiert.
    http://abususu.blogspot.de/2015/11/syrian-elephants-in-room.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter
    U.a.:
    1.- If the IS were to be driven out of all Syrian territory tomorrow, with – for argument’s sake – the help of Putin, Assad, the US, all Arabs: Would the IS be defeated? – Clearly not.
    2.- If Assad stays in power or not, how much of a difference does it make in terms of the chances of the IS to survive? – Clearly: very little.
    Und:
    3.- Assad is not going to get all of Syria back.
    4.- The opposition is not going to be able to get all of Syria under it’s control.
    Lösungsvorschläge keine, aber ungewohnte Fragestellungen und Verständnis für die deutsche Position.

  22. @T.Wiegold
    Ganz am Rande: Was hält man von einem General, der seinem Volk den Krieg erklärt?

    Für das gewählte Medium sowohl für den Herrn General als auch für Frau Ministerin „sechs setzen“
    Es ist zwar bezeichnend das man um die Masse des Volkes zu erreichen offenbar die 4 Buchstaben „Zeitung“ zu benötigen scheint, aber eine offizielle Pressekonferenz wäre doch angesichts des Umfangs des Einsatzes und der möglichen Auswirkungen vielleicht besser gewesen.
    Aber so baut man natürlich Druck auf das Parlament auf, denn ist einmal die Meinung geBILDet wird es schwierig nach seinem Gewissen zu entscheiden (was ja gem. GG eine der höchsten Pflichten des Abgeordneten ist) ohne als Nestbeschmutzer dazustehen.

  23. MoPo schreibt: „Syrien-Mission Marschbefehl in die Hölle!“

    Und am Ende befinden sich max. 4 Piloten über Syrien, und der Rest der 1200 Soldaten kommt schwer traumatisiert zurück.

  24. @IstEgal
    Kein aktiver deutscher General äußert sich in der Bild ohne Absprache/im Auftrag mit/von BMVg.
    Sofern doch einmal, ist er am Folgetag a.D.
    Der Vorgang ist also Politik unter dem Leitgedanken „Vorbereiten von Bevölkerung“.

  25. @all

    Kann man davon ausgehen, dass die Luftwaffe den Einsatz dazu nutzen wird, um neues Gerät zu begründen und zu beschaffen analog zu der Anschaffung der RECCE-LITE Pods für ISAF?

    pi

  26. @KPK

    Das ist mir bewusst, nur halte ich es trotzdem für zumindest fragwürdig es über solche Kanäle zu kommunizieren. Wobei ich zugebe bei meiner „Froschperspektive“ fehlt mir da der richtige Einblick in die Weltpolitik.
    Aber weitere Kritik meinerseits an der Öffentlichkeitsarbeit der übergeordneten Führung würde zu sehr in OT abschweifen.

    Festgehalten m.M das war nicht der Weg um Mandatsgrenzen festzustellen.

  27. Wenn ich mir die Landkarte von Syrien so ansehe, wo sollte der deutsche Stützpunkt denn liegen? Eher am anderen Ende des Landes, wo die Russen herumkurven, Türkei oder in Jordanien?

  28. Das große Bild in Syrien wird sich vermutlich bald grundlegend ändern.

    Die Türkei hatte bislang jedwede Kurdenoffensiven westlich des Euphrat kategorisch abgelehnt und durch Luftangriffe gegen kurdische Kräfte verhindert sowie mit einer Bodeninvasion gedroht. Seit jetzt infolge des Abschusses Rußland jedwede türkische Militäroperationen auf/über syrischem Gebiet unterbunden hat, führt die YPK (plus die verbündete „Syrische Demokratische Front) eine Offensive zur Erlangung der Kontrolle über das Gebiet nördlich Aleppos rüber Richtung Kobane durch, wodurch im Erfolgsfall effektiv der Nachschub aus der Türkei für jedwede Islamistengruppe, egal ob moderat oder nicht, abgeschnitten wäre. Die russische Luftwaffe leistet massive Unterstützung.

    Vermutlich kommt es demnächst auf russisches Betreiben zu einem offiziellen Bündnis zwischen der YPK und Damaskus. Die Bereitschaft dazu scheint kurdischerseits nach Jahrzehnten unerfüllter US-Versprechen und türkischer Angriffe vorhanden zu sein, insbesondere mit jetzt erfolgten klaren Positionierung Rußlands gegenbüber der Türkei.

    Damit wären dann die beiden wesentlichen anti-islamistischen Kräfte und größten Streitkräfte auf syrischem Boden vereint; ebenso wäre der Osten Syriens wieder unter „offizieller“ Kontrolle der syrischen Regierung. Die USA und die von ihr geführte Allianz würde mit der YPK schlagartig ihren wichtigsten und erfolgreichsten Verbündeten auf syrischem Boden verlieren. Die Kontrolle des syrischen Luftraums würde formal und faktisch wieder in den Händen der syrischen Regierung liegen, durchgesetzt durch den russischen Verbündeten – mit allen daraus folgenden Implikationen für ausländische (Luft)Einsätze in und über Syrien. Das Ende von ISIS, AQ und Konsorten wäre mit Sicherung der Grenze besiegelt und lediglich eine Frage von Zeit und dem Einsatz, den Syrien und Rußland aufwenden wollen. Einen Damaskus-kurdischen Block wird man auch in der politischen Gestaltung bzw. den ausländischen Versuchen zur politisch-diplomatischen Gestaltung nicht ignorieren können, und Forderungen nach einem Rücktritt Assads als Bedingung für Irgendetwas wären schlagartig obsolet.

    Nicht zu vergessen, daß Rußland sich dadurch wieder dauerhaft im ME etabliert und auch noch die Türkei nachhaltig in die Schranken verweist.

    Man wird sehen…

  29. @Mitleser
    Dann käme uns ja eine Scharnierfunktion zu, da wir 1. im westlichen Lager stehen und 2. die Peschmerga (indirekt die YPK) unterstützen.

  30. Um bei einem Truppenaustusch in mandatierten Einsätzen die Mandatsobergrenze nicht zu sprengen, ist es klug den Personalbedaf etwa 40% höher anzusetzte. Dies ist in vorherigen Einsätzen des öfteren der Fall gewesen. Das heißt natürlich nicht, dass unsere Führung diesmal so schlau war und die max. Zahl an Soldaten für den Einsatz, inklusive Truppenaustausch, auch genau so kalkuliert hat.

  31. @Quaks
    Man müßte nur die definition von „im Einsatz befindlich“ anpassen bzw. eine Karenzzeit für ein-/ausschleusende Kontingenteeinführen.

    Die Anzahl der Beschäftigten je Schicht (z.B. bei Porsche) erhöht sich ja auch nicht nur weil bei Schichtwechsel beide Schichten im Werk sind.

  32. @Mitleser

    So könnte es kommen und die deutschen Tornados können ihre Flüge dann in Damaskus anmelden und auf eine Überfluggenehmigung hoffen.
    Bis zur Verlegung des EG X wird noch viel geschehen ;-)

  33. @ Thomas Melber | 30. November 2015 – 13:22

    „Dann käme uns ja eine Scharnierfunktion zu, da wir 1. im westlichen Lager stehen und 2. die Peschmerga (indirekt die YPK) unterstützen.“

    Wohl kaum. Begruendung: Das ‚westliche Lager‘ traut DE nicht wegen seiner ‚minimalinvasiven‘ Politik und dem neuen deal mit der Tuerkei und die YPK traut DE nicht aus gleichem Grunde, die Peschmerga fuehlt sich von DE nicht ausreichend unterstuetzt.

  34. @ mitleser

    durchaus plausibles szenar.

    fraglich ist nur ob Assad bereit ist den kurden ausreichend Autonomie innerhalb eines zukünftig föderalisierten Syriens zu gewähren. Unter einer teilautonomie a la kurdisch-nordirak werden die kurden vermutlich nicht kooperieren.

    im prinzip müsste eine solche konzession Assad momentan aber recht leicht fallen, da ansonsten ein Syrischer Staat in den gegenwärtigen konturen überhaubt nicht lebensfähig wäre.

    Problem sind und bleiben die Sunniten, bisher hört man von der seite relativ wenig was die akzeptanz ethnisch homogenisierter autonomer regionen in einem zukünftigen Partikularsyrien (Kurdisch/Jesidisch,Assyrisch, Alawitisch+restminderheiten,Sunnitisch) angeht.

  35. @Quaks
    Die mandatierte Obergrenze eines Einsatzes durfte und wurde i.R. des Truppentauschs schon immer kurzzeitig überschritten. Zuletzt zB bei RS anlässlich der Abwicklung der LwBasis in Usbekistan, dazu braucht man keinen Puffer in der Obergrenze.

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