G36: Heckler&Koch reagiert auf Nachtwei-Kommission

BERGEN 03jun2015 - †bung FALCON VIKING auf dem TruppenŸbungsplatz Bergen/Niedersachsen fŸr die Interim Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) im Rahmen der NATO Response Force. Der deutsche Gefechtsverband NRF, im Kern PzGrenBtl 371.

Nachdem eine Kommission unter Vorsitz des früheren Grünen-Abgeordneten Winfried Nachtwei in ihrem am (gestrigen) Mittwoch vorgelegten Bericht festgestellt hatte, dass Präzisionsmängel beim Sturmgewehr G36 keine deutschen Soldaten gefährdet haben, hat der Hersteller Heckler&Koch (wie zu erwarten war) positiv reagiert. Zur Dokumentation die Pressemitteilung vom heutigen Donnerstag:

Anlässlich des am 14. Oktober von der Kommission zur Untersuchung des Einsatzes des G36-Sturmgewehres in Gefechtssituationen vorgelegten Abschlussberichts, ist es Heckler&Koch ein Anliegen festzuhalten:
Wir freuen uns sehr, dass die für den Bericht der Experten-Kommission befragten Soldatinnen  und Soldaten eindeutig bestätigt haben, dass durch den Einsatz des Sturmgewehrs G36 zu keiner Zeit eine Beeinträchtigung der Verteidigungsfähigkeit oder Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten vorlag.

Heckler & Koch ist seit mehr als 50 Jahren Partner der Bundeswehr und unsere Produkte sind jeden Tag den Einsatzkräften weltweit zu Diensten. Der Bericht hält fest, dass alle Soldaten volles Vertrauen in das G36 hatten und haben, nicht zuletzt aufgrund der – auch im internationalen Vergleich – hohen Zuverlässigkeit. Die Sicherheit für Leib und Leben unserer Truppe hat für Heckler & Koch oberste Priorität.
Die vom Bundesministerium der Verteidigung unter Vorsitz des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Winfried Nachtwei eingesetzte unabhängige Kommission ging der der Frage nach, ob deutsche Soldaten durch Eigenschaften des G36 zu Schaden gekommen oder in Gefahr geraten sind. Wir haben die Einberufung einer Experten-Kommission von Anfang an begrüßt und freuen uns, dass sich die Rückmeldung der Soldatinnen und Soldaten aus den Gesprächen deckt mit den positiven Nachrichten die bei Heckler & Koch seit Jahren von Truppenangehörigen zu unseren Produkten eingehen.

172 Gedanken zu „G36: Heckler&Koch reagiert auf Nachtwei-Kommission

  1. @ Hans Schommer
    Vielen Dank. Das war sehr aufschlussreich!
    Man muss eben nur wissen wo man suchen muss…

  2. Man moege zur Kenntnis nehmen, dass die Kommission sich ausdruecklich nicht rpt nicht mit dem G36 beschaeftigt.

  3. @MikeMolto
    Man darf vermuten, dass Herr Jungbluth das Zentralgestirn der causa G 36 ist. Von der Prüfgruppe „AIN I 4 Handwaffen“ hängt also ab ob Herr Jungbluth vielleicht für einige Medien eher Konrad Kujau oder Edward Snowden ist.

  4. Wenn ich schon lese das man die sich selbst zerlegenden Mündungsfeuerdämpfer durch reinigen um 80% einschränkt und das man aus Sicherheitsgründen ja eine Brille tragen müsste und die Gefahr dann quasi gering sei, wird mir übel.

    Das verdammte Teil zu wechseln kostet nicht die Welt.
    Im Einsatz nur mit Schutzbrille? Na denn…

    Zu Herrn Jungbluth, ich habe das Gefühl das Herr Jungbluth einer jener Ingenieure ist der ungern Murks abliefert und der eben kritisiert wenn man Dinge nach einem „das funktioniert schon“ Muster umsetzt.

    Wenn es eine bessere oder in Extremsituationen solidere Konstruktion gibt, die nicht die Welt kostet, sollte man die eben auch umsetzen und nicht rumlamentieren, das es ja Funktioniert.
    Das tut man aber an vielen Fronten.
    Wie weit die Bundeswehr ohne Ersatzteil- und Werkstattflotte kommt ist auch so eine Frage wenn man fröhlich nach dem Prinzip arbeitet.

    Einen gewissen Anspruch an seine Arbeit und die Arbeit anderer zu haben scheint heute gefährlich, das zwingt andere ja dazu auch ordentlich zu arbeiten und da geht es dann ans eingemachte.

  5. SvD | 27. Oktober 2015 – 22:26:
    „Wenn ich schon lese das man die sich selbst zerlegenden Mündungsfeuerdämpfer durch reinigen um 80% einschränkt und das man aus Sicherheitsgründen ja eine Brille tragen müsste und die Gefahr dann quasi gering sei, wird mir übel.
    Das verdammte Teil zu wechseln kostet nicht die Welt. …“
    Nee, so tragisch wie es sich liest, ist es nicht. Beim Verschießen von Gefechtsmunition gibt es keine Probleme. Und im Einsatz spielt die DM38 (Übungs- oder Kurzbahnmunition genannt) keine Rolle. In so weit (m.E.) alles nicht so schlimm.

  6. @Vtg-Amtmann | 22. Oktober 2015 – 10:13

    „@Mohrrübe: […]

    […] „PA6-GF35“ nicht immer das gleiche „PA6-GF35“ sein muß und dass derart offenbar die G36-TL bereits vom BWB „schwammig“ formuliert wurden. Entsprechend ein ganzes Spektrum an Spritzguß-Materialen für das G36 „TL-konform“ wäre und so etwas ist ausgesprochen unprofessionel.

    Wobei ich davon ausgehe, daß das G36 tatsächlich aus Ultramid B3WG7 der BASF von H&K gefertigt wird.“

    Ich kann Ihnen da nicht so leicht folgen. Ich versuchs mal zu paraphrasieren:

    Wollen Sie damit sagen, dass Sie gingen davon aus, dass das G36 aus Ultramid B3WG7 gefertigt wurde. Ein Kunstoff der laut BASF Datenblatt ausreichend Hitzefest ist. Dageben argumentierten Sie, dass ja auch ein anderer, weniger hitzebestaendiger Kunststoff haette verwendet werden koennen, da die TL hier spielraum zulies. Seit Monaten haben Sie bestaendig auf die unzulaenglichkeiten die eine Waffe haette die aus diesem Kunstoff gefertigt waere hingewiesen.

    Nun weiss Ich nicht, ob ich Ihren Kommentar verstanden habe, sollte es so gemeint sein wie eben zusammengefasst bleibt etwas Interpretationsspielraum. Heute schliessen Sie allerdings aus, dass Ihnen ein Fehler unterlaufen ist. Ich moechte ausschliessen, dass Sie in arger Absicht hier disinformiert haben. Als Schluss bleibt mir nur, dass ich Ihre Kommentare der vergangenen Jahre voellig misverstanden haben: Es ging nicht um das ‚Ist‘, sonder um ein hypothetisches ‚Koennte‘. In meiner Naivitaet habe ich, mich auf Ihre Sachkundigkeit verlassend, die Unzulaenglichkeit des PA6 in G36 als Fehlinformation weitergetragen. Das tut mir Leid.

    p.s.: Wuerden Sie bitte den folgenden Teil ihres Kommentars erneut durchlesen, und dabei reflektieren welchen Eindruck andere Leser von Ihnen bekommen?

    „Ganz bewußt habe ich für die m.M.n. ziemlich unsubstantiiert argumentierenden „Designer samt Mitläufer“ zwei kleine Tretminen ausgelegt (nämlich „Extrudieren & Datenblatt“):“

  7. @M.Steffen zu 27. Oktober 2015 – 22:11:
    Weder als Techniker, noch wenn ich Geistes wissenschaftler wäre – speziell ein solcher der forensische Gutachten evaluiert – würde ich mir erlauben derartige Mutmaßungen offen in den Raum zu stellen.

    @sd zu 27. Oktober 2015 – 23:53:
    Ihr Versuch der Provokation langweilt nach ca. 3 Jahren G36-Diskussion nur noch.
    • Es sei denn, Sie hätten zwischenzeitlich das hitzeresistente Polyamid erfunden.
    • Woher wollen Sie denn in Ihrer „selbst eingestandenen Naivität“ wissen, daß PA6 GF35 Ultramid B3WG7 der BASF bzw. genau diese Matrix für eine direkte Rohrbettung tatsächlich ausreichend wärmebeständig ist?
    • Im BASF-Datenblatt steht das jedenfalls nicht und in den G36-TL des seinerzeitigen BWB ebenso wenig.
    • Von Temperaturmessungen im Bereich der Rohrbettung ist aus den vom BMVg beauftragten Untersuchungen nichts bekannt. Warum wohl?
    • Übrigens, bereits in 2005 hat die US Capitol Police ihre neu beschafften G36 wg. Treffpunktverlagerungen bei hoher Schussbelastung abgeschafft und alsdann HK416 eingeführt (Rohrbettung im Aluminium-Gehäuse wie beim FN-SCAAR).
    • Seltsam, oder? Und von all dem will H&K nichts wissen und/oder gewußt haben?
    Auch warum wohl?

  8. Die Kommentare, die nur noch persönliche Anwürfe enthalten, schmeiße ich jetzt kurzerhand raus.

    /edit: habe ich jetzt rausgeworfen.

  9. Vtg-Amtmann | 28. Oktober 2015 – 4:34

    Mei, Amtmann, verrennen Sie sich nicht in eine falsche Richtung?

    Die Bw hat seinerzeit die VTL erstellt und HK hat geliefert. Dann wurde das G36 erprobt, seitens der Bw und fuer Einfuehrungsreif befunden.
    (Die ‚alten‘ Anforderungen wurden also mit der eingebauten Polyamid-Mixtur erfuellt. Die ie Anforderungen von 2013 (?) waren 1980 (?) schwerlich vorherzusehen, bei aller Kritikfreudigkeit…

    Und nach 30 Jahren kommt man (einige Bw Experten) darauf, dass nicht alle Anforderungen des Jahres 2013(?) erfuellt werden.

    Fazit: G36 ist obsolet und hat seine Schuldiglkeit getan. Die Bw braucht offenbar eine neuere, bessere Waffe. – That’s all.
    Und damit sollte man es mit allen Verschwoerungs/Betrugs/o ae – Theorien endlich sein lassen,
    Diese Diskussion lenkt von viel wichtigeren Themen ab. Ist das die Idee hinter dieser Nebelkerze?

  10. @ T.Wiegold | 28. Oktober 2015 – 13:53:
    Die Kommentare, die nur noch persönliche Anwürfe enthalten, schmeiße ich jetzt kurzerhand raus.
    /edit: habe ich jetzt rausgeworfen.
    Alles klar – und wird von mir auch begrüßt. Aber versuchen Sie bitte den Kurs zu halten.

  11. @MikeMolto: Daß nach 30 Jahren Schluß ist, absolut d’accord.

    Also hätte man das G36 ohne großes Getöns und Skandale samt Rechtstreiteren sowie Gutachter-und Kommissions-Orgien still und sanft „entschlafen“ lassen können!

    Nachdem dies aber nicht der Fall war, muß man sich auch fragen lassen dürfen, welche Waffen gibt es weltweit und von welchem Hersteller, deren Rohrbettungen direkt in einer Polyamid-Matrix erfolgen?

    Wurde exakt diese Schnittstelle jemals im Detail sowie abhängig von Beschuß-, Umwelt- und Materialbedingungen beim G36 untersucht?

    Da spielt auch eine Menge Innenballistik mit hinein und auch davon hat man bis dato sehr wenig gehört, wenn man mal vom angeblichen Munitionsskandal absieht. .

  12. re: Vtg-Amtmann

    Ich bin persönlich davon überzeugt: Hier ging es ab 2012 überhaupt nicht (mehr) um die Frage einer „Fähigkeitlücke G36“,- und des konkreten Umgangs mit dieser!

    Das ganze Thema hätte man/frau – und da bin ich bei Ihnen – einfach und simpel durch die Einleitung der Beantwortung der Frage nach der „Nachfolge G36“ beerdigen können!

    Ich vermute persönlich aber: Auch „diese Unruhe“ die durch das Aufsetzen des Beschaffungsprozesses („Nachfolge G36“) über CPM entstanden wäre, war einfach nicht gewollt!?

    Man stelle sich nur mal vor: Zwei große Beschaffungsentscheidungen (“MG5” und „Nachfolge G36“) wären mehr oder weniger parallel abgelaufen !

    Was wäre dabei möglicherweise herausgekommen? (Und was wäre aus Sicht bestimmter (politischer) Kreise die wünschenswerte industriepolitische Entscheidung gewesen?)

    Meiner Meinung nach war all das Handeln oder Nicht-Handeln in Sachen Deckelung der “Fähigkeitslücke G36″ und Verschleppung der Einleitung des Beschaffungsprozesses „Nachfolge G36“ “nicht grundlos, sondern diente dazu die Beschaffungsentscheidung zum MG5 „störungsfrei“ über die Bühne zu bringen“ (und den Beschaffungsprozess „Nachfolge G36“ zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg zu bringen!)

    Was übrigens ja dann in Sachen “MG5” auch noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl 2013 (zugunsten eines deutschen Herstellers) gelungen ist! (Wobei – mein persönlicher Eindruck – es im Rückblick wohl besser gewesen wäre, diese Entscheidung nicht so frühr getroffen zu haben,- oder möglicherweise auch neu auszuschreiben!?)

    Klar, es könnte natürlich auch ganz anders gewesen sein …

  13. Vtg Amtmann, vielen dank fuer Ihre (scharfe) Antwort.

    @sd zu 27. Oktober 2015 – 23:53:
    Ihr Versuch der Provokation langweilt nach ca. 3 Jahren G36-Diskussion nur noch.

    Ich habe in der Tat drei Jahre lang sehr viele Ihrer Kommentare aufmerksam gelesen. Ich finde es schade, dass Sie meine Zweifel in meinem vorigen Kommentar als provokant gesehen haben.

    • Es sei denn, Sie hätten zwischenzeitlich das hitzeresistente Polyamid erfunden.

    … muss das sein?

    • Woher wollen Sie denn in Ihrer „selbst eingestandenen Naivität“ wissen, daß PA6 GF35 Ultramid B3WG7 der BASF bzw. genau diese Matrix für eine direkte Rohrbettung tatsächlich ausreichend wärmebeständig ist?

    Weder weis ich es, noch habe ich behauptet es zu wissen. Was ich jedoch sehe, ist, dass das Datenblatt eine mangelnde Eignung des Kunststoffs nicht offensichtich nahelegt. Fuer sich genommen beweisst das noch keine Eignung, aber die Nachweislast liegt auf der Seite der Kritiker.

    Ihre bisherige Argumentation habe ich allerdings so verstanden, dass der Kunststoff eindeutig ungeignet waere. Das mag daran liegen, dass ich Sie damals bereits missverstanden habe. Dann erschliesst sich mir aber auch nicht Ihre weitere Argumentation.

    • Im BASF-Datenblatt steht das jedenfalls nicht und in den G36-TL des seinerzeitigen BWB ebenso wenig.

    BASF gibt eine Warmformbestaendigkeit (HDT) von 215 C bei 1.8 MPa an. Das ist schon etwas anderes als die knapp 100 C typischer PA6 Kunststoffe.

    • Von Temperaturmessungen im Bereich der Rohrbettung ist aus den vom BMVg beauftragten Untersuchungen nichts bekannt. Warum wohl?
    • Übrigens, bereits in 2005 hat die US Capitol Police ihre neu beschafften G36 wg. Treffpunktverlagerungen bei hoher Schussbelastung abgeschafft und alsdann HK416 eingeführt (Rohrbettung im Aluminium-Gehäuse wie beim FN-SCAAR).
    • Seltsam, oder? Und von all dem will H&K nichts wissen und/oder gewußt haben?
    Auch warum wohl?

    Das sind Fragen die sie mir nicht zu stellen brauchen. Ich habe hier keine Aussage ueber die Hitzebestaendigkeit der G36 Rohrbettungen oder der Eignung des Gewehrs gemacht. Dazu bin ich weder qualifiziert, noch wuerde ich mich zu einer solchen Aussage hinreissen lassen, wenn ich qualifiziert waere. Allerdings bin ich gewoehnlich in der Lage einen Kommentar zu lesen und zu verstehen. Der betreffende Kommentar hat allerdings sowohl Interpretationsspielraum gelassen, da unklar, als auch den Eindruck von Widerspruechen in Ihrer Argumentation bei mir erweckt.

    Ich hoffe, ich konnte den Eindruck Sie provozieren zu wollen ausraeumen. Falls dem nicht so ist, dann empfehle ich ihnen meinen Kommentar im Retrospekt zu ignorieren; ich werde dann auch davon absehen Sie in Hinkunft durch Fragen oder Diskusionsbeitraege zu belaestigen.

  14. re. sd. Die Antwort ist bereits deswegen so „scharf“ ausgefallen , weil einige „Schenkelklopfer und Mitläufer“ mangels eigener und mangels sachlicher und fachlicher Argumente meinten, unter der Gürtellinie und auf die Person abzielend, argumentieren zu müssen. Also zwischen uns Schwamm drüber.

    Dennoch: BASF gibt eine Warmformbestaendigkeit (HDT) von 215 C bei 1.8 MPa an. Das ist schon etwas anderes als die knapp 100 C typischer PA6 Kunststoffe.

    Wollen wir jetzt etwa darüber diskutieren, welches Material für einen Schnellkochtopf oder eine Bratpfannenbeschichtung besser geeignet ist?!

    Das Thema G36 samt „Plaste & Elaste“ als Rohrbettung ist als Stand der Technik seit 1995 durch, auch wenn es BWB/BAAINBw und BMVG es erst ab ca. 2010 bemerkt habenl

  15. re: sd

    Ist es nicht so, dass BASF auch eine Konditionierung des Werkstoffs respektive der Fertigteile empfiehlt!?

    Stellen sich zwei Fragen: a. Erfolgte eine derartige Konditionierung der Fertigteile bzw. war diese durch die TL vorgegeben? und b. Welchen Einfluss haben Umwelt- und Umfeldbedingungen bzw. die Art und Weise der Lagerung auf den verwandten Werkstoff und damit auf die Produkteigenschaften im Rahmen der Nutzungsdauer von 30 Jahren?

    In der Sache ist es letztendlich müßig über das Thema „Werkstoff“ weiter zu diskutieren!- Das ist im Grunde genommen schlichtweg „durch“ …

  16. @audio001: Jetzt verstehe ich das langsam mit der Schlämmkreide. Nennt man das etwa Konditionieren?

  17. Klaus-Peter Kaikowsky | 27. Oktober 2015 – 22:59

    „Was machen Andere?“

    Schrott gegen Müll tauschen? Ließt sich zumindest so.

    Hans Schommer | 27. Oktober 2015 – 23:08

    „“Nee, so tragisch wie es sich liest, ist es nicht. Beim Verschießen von Gefechtsmunition gibt es keine Probleme. Und im Einsatz spielt die DM38 (Übungs- oder Kurzbahnmunition genannt) keine Rolle. In so weit (m.E.) alles nicht so schlimm.““

    Das kann ich den Worten des Berichtes jetzt nicht unbedingt entnehmen.

    Zitat:
    „Bei der Nutzung von Kurzbahnmunition wird mit Blick auf die festgestellten
    Schadensbilder beim Mündungsfeuerdämpfer in der Bundeswehr eine Schutzbrille
    getragen. Außerdem hat die Anweisung zum verstärkten Waffenreinigen zu einem
    Rückgang der festgestellten Schadensbilder um ca. 80 % geführt.“

    Das Probleme mit anderer Munition ausgeschlossen sind sehe ich jetzt nicht deutlich festgehalten.
    Da einige G36 noch 10 Jahre in Dienst stehen werden ist eine Nachbesserung eigentlich mal anzuraten.

    sd | 27. Oktober 2015 – 23:53

    Wo steht geschrieben das die vertraglich vereinbarten Eigenschaften des G36 irgendwas taugen? Das ist mit Sicherheit nicht die Argumentation eines vernünftig denkenden Soldaten.
    „Hach ja, meine Ausrüstung ist zuverlässig und sicher, weil der Mist der im Lastenheft steht irgendwie erfüllt wird, kein Grund zur Sorge!“

    audio001 | 29. Oktober 2015 – 7:53

    „“Ist es nicht so, dass BASF auch eine Konditionierung des Werkstoffs respektive der Fertigteile empfiehlt!?““

    Tut BASF das?

  18. re: SVD

    … um dem Meinungsbikdunsgprozess zu unterstützen: Die mechanischen Eigenschaften von Polyamid werden von der Temperatur, der Zeit (der Nachkristallisation), dem Feuchtigkeitsgehalt und den Herstellungsbedingungen (hierzu gehört unter anderem die Konditionierung von Fertigteilen) beeinflusst.- Polyamid ist ein hygroskopischer Kunststoff. D.h., bei Wasseraufnahme erhöht sich die Schlagzähigkeit, die Reißdehnung und die Neigung zum Kriechen, während umgekehrt Festigkeit, Steifigkeit und Härte abnehmen!

    Ich gehe somit davon aus, dass alle diese Einflussgrößen auch Wirkung im Zusammenhang mit z.B. einer Waffe und dem damit verbauten Werkstoff Polyamid entfalten könnten!?

    Es ist also nicht auszuschließen, dass der Werkstoff Polyamid in seinen Eigenschaften nicht gänzlich stabil ist und sich – in Abhängigkeit bestimmter Einflussgrößen – verändernde mechanische Eigenschaften von Polyamid, u.U. auch Einfluss „auf die Funktion“ von aus Polyamid hergestellten Fertigteilen einer Waffe haben könnten.

    D.h., sowohl beim Mitführen (durch z.B. klimatische Veränderungen, sich verändernde Umfeldbedingungen wie Nässe/Feuchtigkeit, Hitze/Kälte etc.), der Lagerung (wie Lagerung in Räumen mit größerer oder geringerer Luftfeuchtigkeit), beim Gebrauch (durch die Schußbelastung thermisch wie auch mechanisch) ist davon auszugehen, dass individuelle Veränderungen der mechanischen Eigenschaften „jeder einzelnen Waffe“ möglich sein könnten!

    Da üblicherweise bei der Bw Waffen so gelagert werden, dass man eben nicht z.B. auf eine hohe Luftfeuchtigkeit Wert legt und Polyamide auch Feuchtigkeit über die Zeitschiene wieder abgeben oder aufnehmen können, wenn z.B. die Luftfeuchtigkeit unter oder über den Normwerten liegen, stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich auch die Frage nach dem Verfahren der (sachgemäßen) Lagerung einer aus u.a. dem Werkstoff Polyamid gefertigten Waffe bei der Bw!?

    Mithin mag ohne weiteres (natürlich rein spekulativ und nur aus der Sicht eines Laien vorgetragen!) ein Zusammenhang – der unterschiedlichen Treffpunktverlagerung bei Waffen gleichen Typs, mit eigentlich zu erwartenden identischen Produkteigenschaften und unter der Maßgabe eines vergleichenden Beschusszyklus – darin bestehen, dass Waffen eines bestimmten Typs unterschiedlich gelagert werden und z.B. der Feuchtigkeitsgehalts des Gehäuses (von dem Feuchtigkeitsgehalt der dem Gleichgewichtszustand im Normalklima (23 °C/50 % relative Feuchte) entspricht) nach unten wie auch nach oben abweichen könnte!?

    In diesem Zusammenhang liegt natürlich auch die Frage nahe, wie sich im Gebrauch u.a. unterschiedliche Temperaturbedingungen (Umgebungstemperatur), (einseitige) Erwärmung und (sporadische) Erhitzung des Gehäuses (von innen nach außen beim Schuß;- auch unter dem Aspekt der Belastung durch den jeweiligen Schusszyklus!) auf den Feuchtigkeitsgehalt des Polyamid auswirken,- und wie sich diese in der Folge dann möglicherweise auf die mechanische Festigkeit von aus Polyamid gefertigten Gehäuse-Fertigteilen einer Waffe auswirken könnten?

    Und bei einer angenommen Nutzungsdauer von 30 Jahren stellt sich unter diesem Aspekt natürlich auch die Frage, welche Vorsorge die Bundeswehr getroffen hatte bzw. hat, um „einen bestimmten Erhaltungszustand„ der Waffe über die Nutzungsdauer sicherzustellen!? (Hierzu verweise ich ergänzend auf den Aufsatz von Prof. Dr. Samuel Affolter „Langzeitverhalten von Thermoplasten“, siehe unter http://www.bosy-online.de/Korrosion/Alterung_SA.pdf .

    re: Vtg-Amtmann

    Das mit der „Schlämmkreide“ war schon eine interessante Idee….

  19. SvD | 29. Oktober 2015 – 18:11:
    “ …. Das Probleme mit anderer Munition ausgeschlossen sind sehe ich jetzt nicht deutlich festgehalten. …“
    Ja, das ist so nicht festgehalten. Das wird wohl daran liegen, dass bislang keine Probleme aufgetreten sind. Wie sollte das auch passieren. Mal gegengefragt: Wissen Sie um den Unterschied zwischen dem Geschoss einer Gefechtspatrone (Vollmantel) und dem einer Übungspatrone (Kunststoff)?

  20. @audio001

    Ich bin da wirklich nicht der Richtige, wass ich aus dem Studium noch weiss. Fuer die Verarbeitung von Thermoplasten ist es wichtig sehr zuverlaessig die Viskositaet der Schmelze zu kennen/einzustellen. Wikipedia sagt mir, diese haengt bei Polyamid sehr stark von der Feuchte ab. Das BASF Datenblatt zur Produktion sagt mir das der Spielraum fuer den Wassergehalt nicht sehr gross ist. Es schreibt vor wie mit dem Granulat diesbezueglich umgegangen werden sollte (http://goo.gl/Qp1vjc).

    Das sollte jedoch nur fuer die Fertigung relevant sein (Vermutung, wie gesagt, ich bin Fachfremd).

    Die Feuchte des Produkts, das ja eine grosse zugaengliche Oberflaeche hat und Jahrelang an der offenen Luft ist, kann man so vermute ich nicht bei der Produktion auch durch Konditionierung nicht langfrisitg beinflussen. Aber auch hier, fachfremde Spekulation. Ich vermute mal, dass man die Dinger nicht im Wasser liegen lassen sollte. Dazu gibt das Datenblatt die Feuchte bei Gleichgewichtsbedingungen mit 1.8-2.2% an. Leider fehlt eine Angabe, bei welcher Feuchte die Messungen der Waermeverformbarkeit (HDT A) durchgefuehrt wurden. Das ist vermutlich in der ISO 75, die sind aber leider nicht frei.

    Wollte man das Recherchieren, sollte man wohl auch das Datenblatt aus den 90ern suchen. BASF koennen ja durchaus ihr Produkt ver(bessert)aendert haben.

    @Amtmann
    „Wollen wir jetzt etwa darüber diskutieren, welches Material für einen Schnellkochtopf oder eine Bratpfannenbeschichtung besser geeignet ist?!“

    … wirklich, muss das sein?

    @SvD
    Ich bin da leider nicht der richtige Addressat.*

    *Ich hab so ein Teil ein einziges Mal aus der Naehe gesehen. (Ein Nepalischer Soldat hat es mir mit den Worten „My Girlfriend is also from Germany, and I She is wonderful.“ unter die Nase gehalten.)

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