Hybride Kriegführung: ‚Für uns Esten nichts Neues‘

12. HB Jahrestagung "Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie" (P1200626)

Die Esten haben, aufgrund ihrer Geschichte der vergangenen knapp 100 Jahre, einen sehr bestimmten Blick auf Russland – und einen sehr bestimmten Blick auf hybride Kriegführung. Schon der damals sowjetische Angriff auf das damals unabhängige Estland 1924 sei mit solchen Mitteln begonnen worden, schilderte der Chef der Streitkräfte, Generalleutnant Riho Terras, am (heutigen) Dienstag bei der Handelsblatt-Konferenz Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie in Berlin. Am Ende sei das Ergebnis hybrider wie konventioneller Kriegführung aber das gleiche: Wer von einem Auto überfahren werde, dem sei es ziemlich egal, ob es ein Hybridfahrzeug war oder ein normaler Benziner.

Terras sehr lebendiger Vortrag zum Nachhören:

 

erras_Handelsblatt_29sep2015     


(Foto: Dietmar Gust/Euroforum)

8 Gedanken zu „Hybride Kriegführung: ‚Für uns Esten nichts Neues‘

  1. Der Vollständigkeit halber möchte ich den Hinweis auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel zu den „Waldbrüdern“ anmerken.
    Dieser Partisanenkampf dürfte wohl auch zur hybriden Kriegsführung zählen.

  2. Ein netter Ritt durch die estnische Sicht der Dinge (oder die eines Privatmannes in Uniform – ich kann den dahingehenden einleitenden Vorbehalt des Generals nicht so recht einordnen ?). Viel mehr als interessierte Anteilnahme kann ich meinerseits da nicht konstatieren. Und auch keinen wirklichen Erkenntniszugewinn.

  3. Der Erkenntnisgewinn dürfte für manche sein, dass man grüne Männchen mit Polizeib und Anti-Terroreinheiten bekämpft und wir in Europa dringend fähige, konventionelle Streitkräfte zur glaubhaften Abschreckung benötigen.

  4. @Stefan Büttner: Einen Zusammenhang zwischen der hybriden Kriegsführung Putins und den Widerstandskämpfern gegen die Nazis und Russen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg herzustellen finde ich, nunja, ziemlich unhistorisch.

    Der Erkenntnisgewinn sollte vielleicht sein, dass Putin sein Destabilisierungs-Spiel im Baltikum munter weiter treibt, was die Berliner Medien und die Politik sicher nicht ausreichend auf dem Schirm haben. Und die Uneinigkeit des Westens bzw. das Fehlen einer Strategie, dem zu begegnen, befördert das Ganze nur.

  5. Natürlich, das ist absolut berechtigt, die Herleitung des betreffenden historischen Zusammenhangs in Frage zu stellen. Unter den Tisch fallen lassen muss man es aber auch nicht. Denn das alles wird argumentativ zum jeweiligen Zweck ausgeschlachtet werden, manche sagen mißbraucht.

  6. Doch, muss man. Das eine hat mit dem anderen nix zu tun. Außer, dass die traumatischen Erfahrungen der Balten durch die sowjetische Besatzung zu höchster Aufmerksamkeit führen.

  7. „Vier Kolonnen marschieren gegen Madrid. Die Fünfte erwartet uns dort schon.“

    General Emilio Mola, September 1936

    Kommt alles mal wieder und erscheint dann immer ganz neu.

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