Deutsch-Niederländische Zusammenarbeit – Panzer für die Landmacht, Standort für Deutschland

NL43brigadeA

Deutschland und die Niederlande haben eine weitere Integration ihrer Landstreitkräfte vereinbart – und dabei eine für beide Seiten gewinnbringende Kooperation beschlossen: Die Niederlande, die ihre Panzertruppe abgeschafft hatten, stellen im neuen deutschen Panzerbataillon 414 eine Kompanie mit 18 dieser Gefechtsfahrzeuge. Und die Deutschen bekommen damit die nötige Unterstützung, den aus den Boden gestampften neuen Panzerbataillon-Standort Bergen in Niedersachsen auch wirtschaftlich sinnvoll zu machen.

Aus der Mitteilung des deutschen Verteidigungsministeriums:

Deutschland und die Niederlande haben ein weitreichendes Kooperationsprojekt vereinbart, das die deutsche 1. Panzerdivision und die niederländische 43. Mechanisierte Brigade zum Einsatz in einem binationalen Rahmen weiter befähigen wird. Als Teil dieses Projekts werden deutsche und niederländische Truppenteile von der Kompanie- bis zur Divisionsebene wechselseitig integriert werden.
Die Verteidigungsministerinnen beider Länder, Dr. Ursula von der Leyen und Jeanine Hennis-Plasschaert, haben heute ihre jeweiligen Parlamente über diese Absicht informiert.
Die niederländische 43. Mechanisierte Brigade wird in die deutsche 1. Panzerdivision integriert. Ein deutsches Panzerbataillon wird im Gegenzug Teil dieser niederländischen Brigade. In diesem deutschen Panzerbataillon wird eine Kompanie mit niederländischen Soldaten besetzt. Der Verband soll in Lohheide/Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen stationiert werden und deutsche Panzer nutzen. Der neue Truppenteil soll Ende 2019 voll einsatzbereit sein.

(…)
Künftige Einsätze dieser Truppen unterliegen weiterhin der Kontrolle durch die jeweiligen nationalen Institutionen und den entsprechenden nationalen Verfahren.

Die 43 Gemechaniseerde Brigade ist ein gepanzerter Gefechtsverband mit allem außer Kampfpanzern. Die Aufstellung des deutsche Panzerbataillons mit niederländischem Anteil in Bergen hatte von der Leyen im Februar angekündigt. Dafür hatte sich besonders der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Henning Otte, eingesetzt – ist Bergen doch sein Wahlkreis und war vom Abzug der britischen Truppen aus dieser Garnisonsstadt wirtschaftlich schwer getroffen.

Die Zahl von 18 Panzern steht nicht in der deutschen Mitteilung, sondern in der des niederländischen Ministeriums. Danach hat das königliche Heer noch 16 Leopard 2A6, die für die Modernisierung auf 2A7 in den deutschen Pool eingebracht werden; die für die niederländische Kompanie vorgesehen Kampfpanzer werden dann geleast. Sie sollen auch ohne die Deutschen in Einsätze außerhalb Deutschlands gehen können, wenn die Niederlande das beschließen.

Die deutsch-niederländische Unterstellung von Kampftruppen ist bei weitem nicht die erste – zuletzt war die 11 Luchtmobiele Brigade der Niederlande der deutschen Division Schnelle Kräfte unterstellt worden.

(Foto: Ein Soldat der niederländischen 43. Brigade bei einer Übung, im Hintergrund ein Schützenpanzer CV90 – defensie.nl)

33 Gedanken zu „Deutsch-Niederländische Zusammenarbeit – Panzer für die Landmacht, Standort für Deutschland

  1. „Der neue Truppenteil soll Ende 2019 voll einsatzbereit sein.“

    Also Vollausstattung schon vor 2019?

    Da muss man dann aber so langsam mal Gas geben.

    Welche Soll/ Org?
    Welches Personal?
    Welches Material?

    Veträge zu Beschaffung/ Modernisierung, Infrastruktrur, etc.?

    Aber bis dahin schaut ja dann eh keiner mehr hin.

    Wem wird dann noch auffallen, ob man rechtzeitig genug Material/ Personal für die volle Einsatzfähigkeit hat? Dazu Mun, Kettenkilometer, Peripheriegegrät, etc.
    Ach ja und Lehrgangsplätze? Gemeinsame Vorschriften?

    Schaufensterpolitik mit großem MacherIN-Lächeln.

  2. hoffentlich sieht bei dem wirrwarr noch jemand durch, warum nicht gleich beide streitkräfte, inkl. heer, luftwaffe und marine zusammenschließen und gut ist!!!

  3. @T.W.: Abteilung konstruktive Kritik:
    bitte den ersten Absatz nochmal redigieren, da fehlen im Satzbau ein paar Worte

  4. Haben die da eine Matrjoschka-Struktur ;-) beschlossen, oder liest sich das nur so in dem Absatz beginnend mit „Die niederländische 43. Mechanisierte Brigade wird in die deutsche 1. Panzerdivision integriert“?

  5. Die Aufgabe von Seedorf damals, dann stellte man fest, es gab in den NL keinen Platz für das PzBtl. Die Kameraden hatten einen dicken Hals. Sie wurden von der Bekanntmachung der Aufgabe kalt erwischt, kurz vorher hatte eine Hochoberer noch den Erhalt des Standortes versichert. So schilderte es mir ein NL-Kamerad.

  6. @ari127mm

    Das Gegenteil ist der Fall, es werden eher mehr OrgBereiche und Fähigkeitskommandos.
    Demnächst wird dann aus der Luftwaffe, LuTrans und Flugabwehr ausgegliedert ;-)

  7. @Edgar Lefgrün:
    Die jetzige Aktion wird auch keinen militärischen Mehrwert haben.
    Zumal wir ja nach Weißbuch und Bundestagswahl sicher schön n neue Planungen haben werden.

    Die Ministerin hatte ja – weitgehend unbemerkt – schon vergangene Woche eine Organisationsananalyse und Aufgabenkritik angekündigt.

    Wohin soll die Reise also gehen?
    Welche Maßnahmen ergreift man bzgl. verbesserter Einsatzbereitschaft? Beim Blick in den Haushalt 2016 wohl nicht allzu viele.

    Aber nun halt nochmal das Otte-Bataillon ankündigen, dazu Cyber und Flüchtlingshilfe.

    Mehr Substanz braucht es in der deutschen Politik offensichtlich nicht mehr.

    Haushalterisch hinterlegt ist bisher nur (gerade so) die Agenda Attraktivität (Anteil Personalausgaben) – alles andere sind Luftblasen der Ministerin.

    Aber funktioniert ja so immernoch.

  8. Dann könnte mann also wieder Kampfpanzer zählen anfangen ?
    In jeden fall wird die Anzahl der im Besitz der Bundeswehr befindlichen KPZs um 16 Stück Leo2A6 steigen. Diese werden mit den 20 von der Bundeswehr dafür vorgesehenen auf den Stand A7 hochgerüstet.

    Spätesten im Jahre 2019 werden, dann für die NL 18 Leo2A7 zur Verfügung stehen, bzw geleast werden können.
    Nun stellt sich natürlich die Frage wie die zusätzlichen aufgekauften 16 Leoparden in der Gesamtrechnung zur angestrebten Stückzahl von insgesamt 320 KPZ Leopard einfließen, oder ob diese außen vor bleiben, da defakto in Nutzung durch NL?

  9. Da kann man ja gespannt bleiben, was auf Sicht von der PzGrenBrig 43 (NL) noch bleiben wird; denn das eine PzGrenBtl (von zweien) gibt seine Systeme CV90 demnächst an das estnische Heer ab. Gibt es in den Niederlanden schon eine Nachfolgeentscheidung ? – Insgesamt zählt doch auch die Stärke der NATO insgesamt, oder ?

  10. Dem durch @T.W. dargestellten Fakten der erweiterten DEU-NLD Zusammenarbeit ist nach Auswertung der mir zugänglichen Originaltexte nichts hinzuzufügen.
    Die durch @Memoria gestellten Fragen haben ihre Berechtigung. Ich unterstelle, dass beide Seiten, bei uns AusbKdo (Leipzig) und AHEntwg (Köln), auf NLD Seite das OTCo (Opleidings- en Trainingscommando) Utrecht, an diesen Fragen heftig arbeiten und zeitgerecht Lösungen darstellen werden.
    Dieser Auftrag, Anpassung von Verfahren/Ausbildungsrichtlinien/Juristisches/Logistisches/Finanzielles und Anderes mehr ist zwischen beiden Nationen eingeübte Praxis. Ich sehe darin absolut kein Problem, habe dies bei FAC- und CCAAusb in den Jahren 2004-06 an den Standorten Amersfoort und Schaarsbergen miterlebt und mit beeinflussen können. Mein Optimismus begründet sich in dieser Erfahrung und der erlebten Tatsache, dass die beiderseitige Herangehensweise bei gemeinsamen Aufträgen absolut praxis- und lösungsorientiert ist. Zudem, das taktische Verständnis vom Einsatz der Panzertruppe darf getrost als nahezu deckungsgleich zwischen beiden Heeren beschrieben werden. Also, ich habe keinen Zweifel, wir schaffen das!
    Zum Nachdenken sollte jedoch Folgendes anregen:
    – 43 mechBrig wird in 1. PzDiv integriert (?), dies ist kein schlüssiger taktischer Terminus,
    klarer wäre hier OPCOM oder OPCON! Nur, darum geht es nicht.
    Den Texten entnehme ich nämlich (auch zwischen den Zeilen lesend), dass weder das eine noch das andere zutrifft, denn
    – Beide Seiten entscheiden individuell (also unabhängig von einander) zum Einsatz eigener Kräfte, dabei die NLD sogar über die Verwendung der geleasten DEU KPz in „ihren Einsätzen“. [Gern möchte dabei natürlich wissen, wie der Ausgleich bei Gefechtsschäden geregelt ist, bzw. noch wird …]
    – d.h. die Zusammenarbeit beschränkt sich im Frieden auf Ausbildung und Übung, und
    – Einsatz im Sinn von Kriegseinsatz, das beschließt jede Nation rein national! Wer Negatives herauslesen möchte, ok, die Einsatzfrage ist ebenso ambivalent wie bei der DF-Brig geregelt. Aber geht das überhaupt anders, bei souveränen Staaten? Nein!
    Optimistisch, positiv denkend: Bei gleicher BdL und Entschlussfassung der Regierungen in Krieg und Krise kann auch ein gemeinsamer Einsatz stattfinden, Näheres regeln dann die SOP.
    Warum also das Ganze?
    1. Politisches Signal (bahnbrechender Schritt der NLD/DEU Zusammenarbeit sagt die NLD IBuK) also, Tag der großen Worte, der Empathie, der symbolischen Gesten; allerdings ohne militärischen Mehrwert.
    2. Wir helfen den NLD aus einer Notlage, finanziell und militärisch. Sie hatten im April 2011 das Aus der „pantsertroepen“ entschieden, mit der Folge des Verlustes der Kompetenz in der „Panzerei‘.
    3. Die NLD helfen uns, wir können ein neues PzBtl aufstellen und verdeutlichen, dass die Bw auf Putin reagiert.
    4. Die BReg hilft der absterbenden Gemeinde Bergen. Nach Abzug der Briten zum 31.12.2015 verliert die Stadt von 6.000 Bürgern ganze 2.000(!). Stationierungsentscheidungen folgen seit jeher kommunalen Erfordernissen. Niemand muss das mögen, aber – isso!

  11. @ KPK

    Der Sprachenfaktor ist auch noch zu berücksichtigen. Sehr viele der NL-Sodlaten sprechen deutsch und englisch.

    Es sind aber noch bestimmt viele Dinge zu klären, die man von oben wohl kaum so sieht. Wer in den letzten Jahren die NL im Einsatz und besonders ihre Führungsmittel gesehen hat wird das bestimmt verstehen.

  12. @Carabas
    Stimmt. Ein Sprachenproblem entsteht jedoch nur auf DEU-Seite. Der NLD Offz/UmP ist dreisprachig. Die UoP/Mannsch kommen mit Englisch gut zurecht.
    Die Herausforderung liegt bei DEU UoP/Mannschaft. Jedoch, bis 2019 kann durchaus der SLP 2 für OStGefr in Englisch (warum nicht Niederländisch) exerziert werden, oder eher nicht …?
    Andererseits, im PzBtl 414 (DEU/NLD) gibt es im täglichen dienstlichen Leben keine Mischung unterhalb Zugebene, so meine Erwartung, macht auch in der Panzerei keinen Sinn. Der PzZg ist die Feuer- und Bewegungseinheit.
    Mischung gibt’s nur an der Theke, und „Prost“ heißt auf niederländische „Prost“.
    Alles Sonstige, auch Führungsmittel, betrachte ich tatsächlich nicht als Hindernis. Beide Nationen tauschen sich seit Jahren aus, jüngst auch in der DSK. Wird laufen, bin ich ganz sicher, zudem mit TrÜbPl Bergen sich der beste europäische Übungsplatz außerhalb Russlands vor der Haustür befindet.

  13. @ Frank

    Danke für die Zahlen-Entwirrung.
    Um es genau zu verstehen (um diese Uhrzeit): Deutschland kauft den NL 16 Leos ab (?)und modifiziert sie auf A7. Sie gehen auf dem Papier in deutschen Besitz über.

    NL least aber 18 (!) Leos zurück. Ich vermute diese werden mit holländischen Besatzungen betrieben, sonst könnten sie ja nicht NL national genutzt werden.
    Defakto heißt das Deutschland gibt unter dem Strich 2 seiner 20 A7 Leos ab?!?!

  14. @T.W.:
    Wenn man bis „dann“ 320 moderne Leopard 2 hat.
    Noch gibt es nur Ankündigungen. Verträge oder gar Lieferpläne gibt es noch lange nicht.

    Seit einem Jahr redet man nun über die zusätzlichen 131 GTK Boxer. Vertragsschluss?

    Bei ähnlicher Geschwindigkeit wird es bis 2019 recht eng.

    Aber das sind eben die Stolpersteine in der Realität.

  15. 2019? Wieso juckt mich da meine sarkastische Ader? Ach ja … da ist ja die nächste Budnestagswahl 2017 dazwischen. Man könnte ja mutmaßen, daß gewisse „Details“ vielleicht der Obhut des nächsten IBUK unterliegen …

  16. @KPK, @Punkt 4.

    Danke für die verständnisvollen Worte aus Bergen. Die Niederländer sind, wie jede internationale Truppe, hier sehr willkommen! Eine dauerhafte Stationierung der Nld könnte helfen den Wohnungsmarkt etwas zu entspannen.

  17. @KPK

    Glauben Sie wirklich, dass man die Sprachbarrieren so schnell loesen kann? Ich bin immer wieder erstaunt, wie selbstverstaendlich davon ausgegangen wird, das wir Deutschen so sprachbegabt sind. Selbst in Leitungspositionen und bei Studierten (zivil/freie Wirtschaft) ist English schon stellenweise hart am Limit.

  18. @ KPG

    Bin richtig neidisch, hätte gern in so einem Verband gedient und habe die NL als absolute Profis mit großen Portion Humor und einem RiesenHerz erlebt.

  19. @Thrax:
    Was auch immer dann ab März 2016 an Personal und Material vor Ort ist. Das wird eben wieder ein Heldenklau, wie beim JgBtl 291. Man muss halt deutlich vor der Bundestagswahl Ergebnisse vorweisen. Dies kann man nur zu Lasten anderer Verbände erzielen. Also konterkariert man erneut das angebliche Ziel das dynamische Verfügbarkeitsmanagement zu beenden.

    Oder man reduziert die Anzahl der Kp in den anderen Btl.
    Dann braucht man hält nur nen zusätzlichen Stab.

    Das Ganze zeigt einfach auf welchem Niveau sich die Sicherheitspolitik noch bewegt.

    Anspruchsloser Aktionismus, Realitätsferne Blenderei, provinzielle Wirtschaftsförderung, etc.

    Und dafür erwartet man dann noch Applaus.

  20. @Klaus-Peter Kaikowsky

    „“
    – d.h. die Zusammenarbeit beschränkt sich im Frieden auf Ausbildung und Übung, und
    – Einsatz im Sinn von Kriegseinsatz, das beschließt jede Nation rein national! Wer Negatives herauslesen möchte, ok, die Einsatzfrage ist ebenso ambivalent wie bei der DF-Brig geregelt. Aber geht das überhaupt anders, bei souveränen Staaten? Nein!
    „“

    Das ist mal eine Aussage, wie man sie sich, in Anbetracht des Geschwafels über eine europäische Armee, öfter wünschen würde.

    Zusammen zu trainieren (vor allem mit dem gleichen Hauptwaffensystem), bringt natürlich einen Nutzen bei gemeinsamen Einsätzen.
    Nun sind 18 Panzer + Besatzungen keine wirkliche militärische Größe aber die Zahl könnte ja in Zukunft noch erhöht werden, erst mal geht es ja um den Erhalt der militärischen Fähigkeit.

    Mehr als dieses Modell kann auch gar nicht drin sein bei souveränen Staaten.
    Den Clowns in Brüssel wollte ich nicht die Schlagkraft von ganz Europa unterstellen.
    Dafür müsste wohl auch in jedem EU Staat die Verfassung bzw. bei uns das Grundgesetz geändert werden.

    Eine European Defense Force könnte man natürlich auf dem Papier aufstellen und sich mal ein wenig um die Harmonisierung von Ausbildung, Waffen und Ausrüstung kümmern und zumindest deren Kompatibilität mit den Systemen anderer Staaten verbessern.

    Sprich das man bei Kampfflugzeugen, Kampfhubschraubern usw. auch die Raketen und Bomben der Nachbarländer nutzen kann.
    Waffenkontrollrechner sollten eigentlich Nato weit eh alle im Bündnis verfügbaren Effektoren nutzen können.

    Die militärischen Schnittstellen Standards sind ein schlechter Witz.
    Wir bekommen ja oft nicht mal unsere eigenen Systeme zum laufen (PARS 3 und Tiger… bzw. Eurofighter und Iris-T)

    Da wohl alle Staaten im Bündnis, von den USA mal abgesehen, nicht über riesige Munitionsbestände verfügen, wäre das nur konsequent.

    Wenn man die gleichen Hauptwaffensysteme einsetzt, wie eben die Niederlande und Deutschland beim Leopard, kann man auch ruhig zusammen ausbilden und trainieren.
    Wenn man im Einsatz zusammen arbeiten muss, ist das nur von Vorteil.
    Können darüber hinaus später die Führungsebenen auf beiden Seiten besser verzahnt werden, umso besser.
    Die taktischen Vorgaben müssten natürlich auch irgendwo zusammen wachsen.

    Die Deutsch-Französische Brigade stellt in dem Zusammenhang wohl ein super Negativbeispiel dar.

    Die Kooperation mit den Niederlanden in der Sache ist dagegen zu begrüßen, wenn auch, wie bereits erwähnt 18 „Panser“ nicht die Welt sind.
    Bei der Kooperation mit Polen sind da schon größere Schnittmengen vorhanden.

    Es ist klar das solche Kooperationen die zu kleinen Budget nicht ausgleichen und die Probleme die damit überall verursacht werden.
    Trotzdem sind sie, wenn es zumindest im Ansatz Sinn ergibt (Kampf mit dem gleichen Hauptwaffensystem) zu begrüßen.

    Das man so was politisch gerne nach Vorne stellt um andere Dinge zu kaschieren ist ein anderes Problem.
    Da Medienkompetenz bei den wenigsten vorhanden ist, wird nur die aktuell größte Schlagzeile wahrgenommen und auch recht schnell wieder vergessen.

    Man sollte das Ganze als kleinen Pluspunkt betrachten und sich damit beschäftigen ob das Verteidigungsministerium mal größere Pluspunkte zu vermelden hat.

    Materialerhalt, Zulauf neuer Ausrüstung und die Umstrukturierung hin zu einer Armee zur Landes bzw. Bündnisverteidigung und der Fähigkeit mal eine nennenswerte Zahl von Soldaten und entsprechenden System für Auslandseinsätze bereit zu stellen sind wichtiger als diese Kooperationen.

    Also nicht ablenken lassen und die Messer für die wichtigen Dinge wetzen ;-)

  21. @KPK, MD

    SLP 2 für OSG bis 2019 – ja, ist klar, ne.

    Wir kennen doch alle zusammen, die Realität bwtypischer Sprachausbildung:
    – Genstler und diejenigen, die in integrierte Verwendungen gehen, bekommen einen schicken 3332-Lehrgang im Zuge ihrer Ausbildung;

    – der Rest kann schauen, wie er im Selbststudium (aber bitte nicht während der DZ) und mit Kombi-Kompaktlehrgängen sein Niveau erreicht und hält,

    – … und dann ist halt wieder mit steigendem Dienstgrad das Problem der Abwesenheit – „wie, dafür wollen Sie 2 Wochen weg? Bereiten Sie sich doch zuhause vor und machen dann nur eine eintägige Prüfung!“

    So, sieht es aus!!!!

  22. Zur Sprache: Ich kann Sie alle beruhigen. Die NLD Kameraden dienen in der 4. (DEU) PzKp in niederländischen Uniformen. Es gelten deutsche Vorschriften und Bestimmungen. Die niederländischen Soldaten besuchen deutsche Lehrgänge und erhalten deutsche Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweise. Die festgelegte Dienstsprache im Panzerbataillon 414 ist deutsch. Mit der übergeordneten Führungsebene ( 43. NLD MechBrig) wird durch das Bataillon in der NATO-Sprache Englisch kommuniziert. Zusammengefasst: es gibt kein Sprachproblem.

  23. @Panzermann
    Gefällt mir. Doch Kommunikation mit 43 mech auf Englisch, allenfalls im offiziellen Schriftverkehr, oder redet ein Cavalerist aus Bergen mit dem Collega in Havelte Englisch? Helemaal niet / ganz und gar nicht.
    Aber trotzdem, gute Info, denn: Tankman so it better!

  24. Es ist ja wunderbar, wie sich alle mit der Materie auskennen. Bin aktiver Soldat und Bestandteil einer der beiden deutschen Kompanien. Ich kann nur sagen, alles wilde Spekulationen, die hier abgegeben werden.
    Wir befinden uns schon viel weiter, als alle Kommentatoren hier glauben zu wissen.
    Beispiel:
    In der Kompanie befindet sich seit April ein kompletter niederländischer Panzerzug. Dieser ist übrigens unterstellt bis auf weiteres. Und das wird noch eine Weile so bleiben. Völlig integriert ins Kompaniegefüge. Total unproblematisch. Keinerlei sprachliche Barrieren oder Hindernisse. Und die Zukunft des Bataillons mit den Vorhaben der nächsten Jahre wird uns einen Riesenschritt nach vorn bringen.

  25. @ T.Wiegold
    Danke fürs schnelle kommentieren zu später Stunde.
    Als Anregung: Ich würde es begrüßen, wenn man hier einzelne Beiträge „liken“ könnte.

    @RL
    Danke für das positive „Insight“. Wenn die betroffenen Soldaten glücklich sind, was will man mehr?

  26. @RL:
    Und bis wann will man personell und vorallem materiell aufwachsen?
    Nach bisheriger Planung (Juli 2015; deutschesheer.de) sollen zunächst für den deutschen Anteil lediglich 18 von 30 KPz zur Verfügung gestellt werden (also DVM pur).
    Was ja bis auf weiteres nur zu Lasten der anderen Verbände geschehen kann.

    Es ist eben vorallem ein weiteres Beispiel von europäischer Symbolpolitik und regionaler Strukturpolitik. Wenigstens hat man sich auf eine einheitliche Ausbildung geeinigt.

    Einmal mehr hat man von den Kernproblemen der Streitkräfte (Einsatzbereitschaft insgesamt, (Führer-)Ausbildung, pers. Ausrüstung, Kleinvorhaben, Materialerhalt, etc.) mit einem neuen „Leuchtturmprojekt“ abgelenkt.

    Dann siegt mal schön.

  27. @Memoria
    Der Aufwuchs Personal ist total unkritisch. 2 voll aufgestellte DEU PzKp sind schon längst da. Und die befinden sich schon in der Ausbildung. Stab und 1./- sind ebenfalls schon über Konferenz gelaufen.
    Woher stammt ihre Anzahl von 18 KPz? Es sind mehr.
    Also: Alles Bestens.

  28. @RL:
    Wie oben beschrieben sind das die Pläne des Heeres noch aus dem Sommer 2015:
    „Ausstattung mit Leopard 2 A6

    Das Bataillon soll bis Ende 2017 personell und materiell voll aufgestellt sein und danach mit der Herstellung der Einsatzbereitschaft beginnen. Momentan wird mit insgesamt rund 350 Soldatinnen und Soldaten geplant, aufgeteilt in den Bataillonsstab, eine Stabs- und Versorgungskompanie sowie in zwei bereits bestehende Panzerkompanien. Diese beiden Kompanien rekrutieren das Personal aus den Panzerbataillonen 93 aus Munster und 203 aus Augustdorf. Beim Material sind zunächst 18 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A6 zugesagt, die aus Heeresbeständen zugeführt werden. Gemäß der gültigen Planung soll der Verband in der Zielstruktur dann über insgesamt 30 Kampfpanzer verfügen.“
    http://tinyurl.com/o5quasm

    Schön, dass somit in Bergen alles bestens ist.
    Da schauen wir sonstwo besser nicht so genau hin.
    Wie auch bei den PzGren bzw. Inf seit der VJTF-Aufstellung.
    Irgendwo fehlt das Material eben nun.
    Eine Frage der Prioritäten.
    Nur leider redet man sich an höherer Stelle ein, dass durch Ankündigung das dynamische Verfügbarkeitsmanagement (DVM) zu beenden, dies bereits erfolgt sei.

  29. @RL:

    Als ich vor 2 Wochen auf dem Kasernengelände in Hohne war, war noch nicht viel von der BW zu sehen… Oder wo habt Ihr euch da versteckt?

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