Musa Qala: Erneut Symbol für den Vormarsch der Taliban

Die Geschichte Wie die Taliban Musa Qala eroberten wurde schon mal geschrieben. Unter anderem von Spiegel Online im Jahr 2006. Der Ort in der afghanischen Provinz Helmand ist in den vergangenen Jahren zu einem der Beispiele für die Fehler der internationalen Truppen ebenso wie für die Fehler der afghanischen Regierung geworden.

Jetzt ist Musa Qala erneut unter Kontrolle der Taliban. Die Details – und die Hintergründe – hat Afghanistan-Kenner Thomas Ruttig hier aufgeschrieben: Der zweite Fall von Musa Qala

6 Gedanken zu „Musa Qala: Erneut Symbol für den Vormarsch der Taliban

  1. Ein erster Dominostein in der Reihe vieler Distrikthauptstädte, mit Kabul als letztem, der das Kartenhaus Afghanistan zum Einsturz brächte?
    Noch in diesem Jahrzehnt, wenn das, was sich Regierung in Kabul nennt, allein gelassen wird in seinem Korruptionssumpf.
    Pessimistisch? Ja, aber auch realistisch wenn das Fortschreiten ( oder schon Vormarsch?) der Taliban und ausländischer Helfershelfer (mit IS-Hintergrund?) der letzten 12 Monate betrachtet wird. (S.a thread: „Rückkehr der Warlords, 27.August 08:06 Uhr).
    Also am Ende des Jahrzehnts sehen wir uns gemeinsam bei ISAF II wieder?
    Wahrscheinlich, so oder ähnlich. Denn es kann uns mitnichten egal sein, was dort passiert. EIN Terrorzentrum im sogenannten „IS“-Kalifat ist bereits eines zu viel. Kein zweites, altes (neues) ist hinnehmbar.
    Beim nächsten Versuch, dann bitte ohne den Anspruch „Nation building“. Wir werden erkennen und akzeptieren müssen und Schlussfolgerungen ziehen, was Afghanistan historisch stets war und immer noch darstellt.
    Die Perser nannten den Raum „Land der Afghanen“ und, separat davon „Königreich Kabul“. Bestimmend sind zahlreiche Stämme und Ethnien mit eigenen Kulturen, Sitten, Gebräuchen und teils auch Sprachen.
    Das Gefühl für Staat, Staatsvolk, zentrale Staatsgewalt, Primat der Politik war nie gegeben und wird es wohl auch nie geben können.
    Lösung also, den Kunststaat Afghanistan in seine vorkolonialen Bestandteile zu zerlegen?

  2. Schade, dass ISAF völlig umsonst war. Schade, das alle Mahnenden Stimmen gegenüber dem Geld unterlegen waren.
    Jetzt können sich die Abgeordneten, die gegen ISAF waren, stolz auf die Schulter klopfen und verkünden, dass nunmehr keine Menschen mehr sterben. Keine von uns zumindest.
    Zum Glück, denn sonst könnten die Anti-BW Leute ja wieder auf die Barrikaden gehen – und z.B. ne Kaserne abfackeln, dass würde ja grad ganz gut zur Flüchtlingsproblematik passen – zumindest für einige Vollpfosten in Deutschland. So mit Gewalt gegen Gewalt demonstrieren… Oh man.

  3. @KPK
    Führen nicht die Taliban gegen IS / DAESH einen Kampf in AFG? Müssen wir bald die TB als „kleineres Übel“ unterstützen? Und was, wenn IS / DAESH nach PAK übergreift?

  4. Sieht es im Moment, siehe auch al-Qaeda nahestehende Bewaffnete in Syrien (Nusra) und Libyen (Kampf um Sirte), nicht tatsächlich so aus, dass Al-Qaeda und die Taliban morgen unsere Verbündeten sein werden?

  5. @KPK
    Es muss ja nicht immer ein Zentralstaat mit Zentralgewalten sein. Afghanistan muss nicht zerlegt werden (mit welchem Recht sollte es das auch) um seinen unterschiedlichen Strukturen gerecht zu werden.

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