Kriegsschiffe die beste Abschreckung gegen Piraten

NL_boarding-team_Atalanta2015

Auch wenn es zunächst wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist die Aussage dennoch ein bisschen überraschend: Piraten vor der Küste Somalias werden vor allem von der Präsenz der Kriegsschiffe aus verschiedenen Ländern abgeschreckt – und weniger von bewaffneten Sicherheitsteams an Bord von Frachtschiffen. Zu diesem Ergebnis kam eine gemeinsame Umfrage des UN-Büros für Drogen und organisierte Kriminalität (UNDOC) und der Organisation Oceans Beyond Piracy unter inhaftierten Piraten in Somalia. Bislang war in der Debatte über den deutlichen Rückgang der Piraterie vor dem ostafrikanischen Land meist auf das zunehmende Engagement der Armed Security verwiesen worden. Kaum noch ein Tanker oder Frachter verzichtete darauf, und so weit bekannt, wurde auch noch kein einziges Handelsschiff mit Bewaffneten an Bord von Piraten gekapert.

Die Piraten selbst sehen das ein bisschen anders. Aus der Mitteilung zur Umfrage (auf die mich ein südafrikanisches Verteidigungs-Portal aufmerksam gemacht hat):

International  naval  presence  was  frequently  reported  as a  concern  or  a  significant  contribution  to  deterring  pirates.  The  same  was true  for armed  guards  aboard  vessels,  although  to  a  lesser  degree  than  international  navies.    This  suggests  that  a  significant drawdown  in  naval forces  may  reduce  a  deterrent  factor  potentially  contributing  to  the  reduction  in  piracy.

Vor dem Hintergrund muss wohl auch der faktische Abbau vor allem der EU-Militärpräsenz in der Region bewertet werden.

Das seit Beginn der EU-Antipirateriemission Atalanta selbst gesetzte Ziel, mindestens fünf Schiffe in dem riesigen Seegebiet patrouillieren zu lassen, wird seit Monaten nicht mehr erreicht. Derzeit sind bei Atalanta ein spanisches und ein italienisches Schiff im Einsatz, mit drei Bordhubschraubern und vier spanischen Drohnen, außerdem ein spanischer Seefernaufklärer Orion P-3A. Deutschland hatte im Juli die Fregatte Bayern abgezogen und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, mit der Fregatte Schleswig-Holstein ersetzt – die wurde im Mittelmeer-Einsatz gebraucht. Statt dessen wird die Korvette Erfurt aus dem Einsatz bei UNIFIL vor der libanesischen Küste herausgelöst und soll voraussichtlich ab dem 18. August als deutsche Einheit an der Antipirateriemission teilnehmen.

Unverändert gilt aber auch: Hauptgrund für die Piraterie vor Somalia ist die wirtschaftliche Situation im Land und teilweise das blanke Überleben. Ohne Änderung der Lebensverhältnisse in dem zerrütteten Land wird die Präsenz der Kriegsschiffe das Problem weiterhin nur eindämmen können.

(Foto: Niederländisches Boardingteam auf deutscher Fregatte – EUNAVFOR)

33 Kommentare zu „Kriegsschiffe die beste Abschreckung gegen Piraten“

  • wacaffe   |   21. Juli 2015 - 14:20

    „The same was true for armed guards aboard vessels, although to a lesser degree than international navies.“

    naja, „same was true“ lässt ja nun nicht darauf schließen das PMC’s nur untergeordneten effekt hätten auch wenn „to a lesser degree“.

    das lässt sich wohl erst sagen wenn eine signifikante reduktion der marinekräfte erfolgt ist und eine reaktion der piraten darauf erkennbar ist.

    Frage: hat es überhaupt zwischenfälle gegeben in denen es zu längeren gefechten von Piraten mit contractorn gekommen ist, diese also nicht sofort abgedreht sind?

    abgesehen davon erscheint mir die einschätzung hundert kilomerter entfernte staatliche kriegsschiffe mit entsprechenden reaktionszeiten seien effektiver als eingeschiffte security details eher fragwürdig.
    —————–
    „Ohne Änderung der Lebensverhältnisse in dem zerrütteten Land wird die Präsenz der Kriegsschiffe das Problem weiterhin nur eindämmen können.“

    verantwortung die „lebensverhältnisse“ in situ zu verbessern haben aber lokale eliten und bevölkerung nicht dritte mit hilfspaternalismus syndrom

  • SvenS   |   21. Juli 2015 - 14:48

    Überraschend finde ich das nun nicht wirklich. Bewaffnete Kräfte auf dem Schiff erschweren vielleicht das entern, aber bei genug Feuerkraft auf Angreiferseite ziehen alle Sicherheitskräfte den Kopf ein.

  • Edgar Lefgrün   |   21. Juli 2015 - 15:13

    Natürlich benötigen die Sicherheitskräfte an Bord der Schiffe genügend Feuerkraft, sie benötigen auch richtige Ausbildung, also eher exSAS, exMEK als Wachschutz. Und die Schiffe benötiegen wohl die richtigen Mittel, das Radar muss auch Gummibote erfassen, die Bordwand benötigt einen Annäherungsalarm.

  • Stephan L.   |   21. Juli 2015 - 15:14

    Zumal ja von Seiten einiger Reeder die Schutzmaßnahmen zurückgefahren werden – es geht wieder zurück zu den alten, küstennahen Routen und langsamen Geschwindigkeiten, während gleichzeitig die baulichen Maßnahmen an den Schiffen ebenfalls langsam abgebaut werden. Das gleiche gilt für private Sicherheitsteams, die langsam personell immer weiter reduziert werden.
    Das BAFA und die Bundespolizei See, die in Deutschland für die Zulassungsverfahren für Sicherheitsunternehmen, die auf deutsch beflaggten Schiffen tätig werden wollen, zuständig sind, schlagen sich auch schon seit Jahren mit den Unternehmen und den Reedern herum. Streitpunkt ist neben der materiellen Ausstattung (momentan gemäß staatlicher Forderung Lang- und Kurzwaffe), der medizinischen und nautischen Ausbildung auch die personelle Stärke: Die offiziellen Stellen wollen mindestens vier Personen pro Team, was den Unternehmen zu viel ist. Die CSOs der Reedereien konnten sich bisher durchsetzen, wenn es um Sicherheitsfragen geht, angesichts des sinkenden Piraterieniveaus werden aber in den meisten Unternehmen wieder andere Abteilungen das Sagen haben.
    Unterdessen wurden so gut wie keine Maßnahmen einer wirkungsvollen landseitigen Pirateriebekämpfung getroffen. Wenn die Marinepräsenz irgendwann reduziert werden sollte und die Sicherheitsteams abgezogen sind, wird es auch am Horn von Afrika (zusätzlich befeuert durch den Bürgerkrieg in Jemen) wieder rund gehen! Auch die zunehmende Piraterie in Südostasien und im Golf von Guinea ist trotz anderem Modus Operandi (weniger Entführungen, dafür mehr Raubüberfälle) besorgniserregend.

  • Tanox   |   21. Juli 2015 - 15:14

    @SvenS

    Und warum wurde dann noch nie ein Schiff mit bewaffneten Kräften an Bord eingenommen oder entführt ?

  • Waterloo   |   21. Juli 2015 - 15:18

    Noch abschreckender wäre allgemeinen Verhaltensmodellen nach allerdings ein für die aus materiellen Motiven handelnden Piraten wahrnehmbarer Zusammenhang zwischen Angriffshandlungen und darauf folgender militärischer Bekämpfung von damit in Verbindung stehenden Zielen, wobei der Grad der Abschreckung mindestens proportional zur Intensität der Bekämpfung zunehmen würde. Dem Modell nach würden die Piraten dann versuchen, materielle Güter wie das eigene Leben durch einen Verzicht auf Angriffshandlungen zu schützen. Es würde allerdings eine gewisse Anlaufphase besonders hoher Intensität erfordern, bis die entsprechenden Prozesse nachhaltig greifen. Ein einmal statuiertes deutliches Exempel könnte dann aber auch andersorts präventiv abschreckend auf potentielle Piraten wirken.

  • huey   |   21. Juli 2015 - 15:28

    Genau das ist der Punkt-die staatlichen Einrichtungen diskutieren schon seit Jahren, während andere Länder die Teams (auch für Deutsche Schiffe) stellen….

    Der Ursprung der Piraterie ist nicht (nur) die katastrophale Lage in Somalia-sondern auch der, das die Piraterie eine „einfache“ Geldquelle darstellt….es ist nun mal einfacher, „mal eben“ ein Schiff zu kapern, als jedenTag aufs Meer hinauszufahren und Fische zu fangen…

  • politisch inkorrekt   |   21. Juli 2015 - 15:39

    @Edgar Lefgrün

    „… also eher exSAS, exMEK…“

    Das will ich mal grundsätzlich in Frage stellen. Was soll es als Wachschutz für einen halbwegs vernünftig ausgebildeten Soldaten regulärer Streitkräfte in diesen Szenarien für Herausforderungen geben um SAS-Fähigkeiten abrufen zu können?

    Ohne in der Materie zu stecken dürfte der Ablauf mal abgesehen von Details in etwa so aussehen:

    V erbindung:
    – insbesondere Kommunikation im Team, zur Besatzung und zur übergeordneten Führung aufbauen UND halten

    A ufklärung:
    – Alarmposten (LANGEMARK),
    – technische Fähigkeiten wie Optik, Optronik und RADAR sinnvoll einbinden,

    S icherung:
    – bauliche Sicherung des Schiffes optimieren,
    – Bewaffnung und Feuerregelung,
    – klare Befehle und Verhaltensregeln bei Annäherung, Angriff und Bording des Schiffes durch die Piraten,
    – Alarmübungen unter weitestgehender Einbindung der Crew und des Panic Rooms und Taktischer Verwundetenversorgung,
    – Festlegen, ab wann nicht länger gekämpft wird

    E rkundung:
    – sämtliche Möglichkeiten und Informationen ausnutzen, um gar nicht er Ziel einer Piratenattacke zu werden

    Wer hats erkannt? Richtig. Alter Wein. VASE. Der neue Insp Heer hat es richtig gesagt:
    „Wer Feldposten und Alarmposten beherrscht, der kann auch Checkpoint“

    Und das waren jetzt 5min Gehirnschmalz eines 08/15 Heeresoffiziers. In 2 Wochen hätte ich das jeden ex-Wehrpflichtigen erklärt, eingeübt und wäre startklar.

    Alle Gedanken natürlich ohne Gewerbeschein und zivilrechtliches Gedöns, welches mich von der Erfüllung dieses Auftrages abhalten würde.

    pi

  • Kevo   |   21. Juli 2015 - 16:27

    @wacaffe: fraglos liegt die „Verantwortung“ für die Lebensverhältnisse bei den dortigen Machthabern. Allerdings haben wir ein Interesse an einer Verbesserung, denn vorsorgende Sicherheitspolitik, zu der Entwicklungspolitik entscheidend beiträgt, ist deutlich günstiger als reagierende Sicherheitspolitik – müsste ich Ihnen doch eigentlich nicht erklären…

  • Waterloo   |   21. Juli 2015 - 17:45

    @T. Wiegold
    „Hauptgrund für die Piraterie vor Somalia ist die wirtschaftliche Situation im Land und teilweise das blanke Überleben. Ohne Änderung der Lebensverhältnisse in dem zerrütteten Land wird die Präsenz der Kriegsschiffe das Problem weiterhin nur eindämmen können.“

    Untersuchungen zur Piraterie zeigen, dass diese ähnlich funktioniert wie andere Formen Organisierter Kriminalität. Hier wird nicht der arme Fischer spontan aktiv, sondern eine Organisation, deren Führung durchaus nicht arm ist, und deren wirtschaftliche Motive unverändert wären, wenn die wirtschaftliche Lage im Landes besser wäre. OK gibt es auch in sehr wohlhabenden Staaten, aber Piraterie nur dort, wo es an funktionierenden Sicherheitsstrukturen mangelt.

  • chickenhawk   |   21. Juli 2015 - 18:34

    Entscheidend (und auch ohne weiteres einleuchtend) erscheint mir diese Erkenntnis aus dem Bericht zu sein:

    Prisoner report being very impacted by prison, and express a strong desire to avoid future prison time.

    Die Piraten, die befragt wurden, sind übrigens hier inhaftiert:

    Hargesia prison in Somaliland, Bosasso Prison in Puntland and Montagne Posee Prison in the Seychelles

    Die in den Gewahrsam der USA gelangten Piraten wurden dort zu sehr langen Haftstrafen bis hin zu lebenslänglich verurteilt, und zwar von Bundesgerichten, was nach amerikanischem Recht eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung ausschließt.

    Dass das Gefängnisleben in Amerika nicht lustig ist, dürfte weithin bekannt sein.

    Damit kontrastiert das Schicksal eines somalischen Piraten, der in Hamburg verurteilt wurde. In einem Artikel in der Zeit vom 03.03.2015 heißt es dazu einleitend (ich hoffe, das Kurzzitat ist zulässig):

    Verurteilt als Pirat, geduldet als Flüchtling
    Der junge Somalier Kadir stand in Hamburg wegen Piraterie am Horn von Afrika vor Gericht. Seit zwei Jahren ist er frei und hofft auf ein neues Leben in Deutschland.

  • Max Chávez   |   21. Juli 2015 - 18:58

    @Edgar Lefgrün
    Ich kenne ein MEK der deutschen Polizeibehörden, aber ich weiß nicht ganz was die Abkürzung jetzt hier in diesem Zusammenhang bedeuten soll?

  • T.Wiegold   |   21. Juli 2015 - 19:26

    @chickenhawk

    Nach meiner Erinnerung wurde der Pirat in Hamburg, auf den Sie Bezug nehmen, nach Jugendstrafrecht verurteilt. Das mit dem Gefängnissystem der USA zu vergleichen, die ohnehin eine in der westlichen Welt unvergleichlich hohe Quote von Inhaftierten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl vorweisen, ist nicht wirklich zielführend.

  • chickenhawk   |   21. Juli 2015 - 19:40

    Meiner Ansicht nach passt der Vergleich durchaus. So war ja bei dem im Zusammenhang mit der Entführung der Maersk Alabama zu Berühmtheit gelangten Abduwali Muse das genaue Alter strittig (angeblich unter 18 Jahren).

    Die hohe Anzahl von Inhaftierten in den USA im allgemeinen hat komplexe Gründe, da ist wohl in erster Linie der war on drugs zu nennen. Die Thematik wurde ja gerade im Zusammenhang mit dem jüngsten Besuch von Präsident Obama in einem Bundesgefängnis diskutiert.

  • huey   |   21. Juli 2015 - 21:33

    „Dass das Gefängnisleben in Amerika nicht lustig ist, dürfte weithin bekannt sein.“

    Das ist aber allemal noch besser, als das Leben in Somalia……

    Bitte bei dieser Diskussion eines nicht vergessen:
    Die Mehrzahl der Piraten gehen ohne jegliches Mitgefühl und Erbarmen vor-ein Leben bedeutet ihnen nichts.

    Das sind keine jugendlichen Straftäter, die im Supermarkt ein paar Bonbons geklaut haben-sondern Schwerst-Kriminelle, die auch vor Mord nicht zurückschrecken.

  • Wait&C   |   22. Juli 2015 - 3:03

    > eine in der westlichen Welt unvergleichlich hohe Quote von Inhaftierten im
    > Verhältnis zur Bevölkerungszahl vorweisen, ist nicht wirklich zielführend.

    Nota Bene, das ist eine veraltete Information. Nach diversen Reformen des US-Strafrechts sind so viele Gefangene freigekommen dass derzeit viele Gefängnisse geschlossen werden und fast alle privaten Gefängnisse von einer drohenden Pleite bedroht sind.

    Angeblich liegt derzeit die Gefangenenrate sogar unterhalb der EU. Aber naja, das ist imho etwas schöngerechnet. Auf jeden Fall sind sie auf 30-50% des Maximums von 2007 gefallen.

    Bei Wikipedia-DE findet man dazu übrigens keinerlei aktuelle Informationen, die meisten beziehen sich auf Statistiken aus dem Jahr 2005, die Raten fallen aber seit 2008 sehr stark. Auch Wikipedia-EN ist da etwas veraltet, aber immerhin, bis 2012 sind Daten vorhanden und die zeigen den starken Rückgang: https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_incarceration_rate

    Was mich allerdings wirklich überraschte, während die Prision Rate z.B. in New York niedriger als in Berlin ist ist sie in Lousiana über zwanzigfach höher… (der Fairnesshalber, NY betreibt im geringen Umfang Prision-Export, Lousiana im grossen Umfang Prision-Import) oder anders gesagt, zieht man die fünf schlimmsten Staaten aus der Statistik raus dann kommt die USA sogar sehr zuverlässig unter deutsche Verhältnisse.

    (Statistik ist doch was tolles, da macht man aus einem Hund eine Katze und aus einer Mücke einen Elefanten)

  • Wait&C   |   22. Juli 2015 - 3:11

    Ist es wirklich so dass die Sicherheit der Handelsroute nur durch hochkomplexe und sehr teure Kriegsschiffe gesichert werden kann?

    Aus dem Bauch heraus würde ich sagen dass für Show-of-Force ein solides Küstenwachschiff mit einem Fünftel der Tonnage einer Fregatte dafür auch ausreichen sollte, ganz ohne teure Lenkraketensysteme und anderem Hightech-Schnickschnack und von den gesparten Kosten schickt man dann lieber vier kleine statt einem grossem Schiff, als Bewaffnung sollte schon 30mm alles übertreffen was Piraten zur Verfügung steht.

    Dazu noch ein paar C-208 mit anmontierten 12,7mm MGs und das sollte reichen, oder bin ich da zu optimistisch?

  • Edgar Lefgrün   |   22. Juli 2015 - 8:39

    @Max Chávez
    mit exMEK, exSAS habe ich wohl übertrieben, sehen es aber im Gegensatz zu zum sogenannten zivilen Wwachschutz am Kasernentor oder dem Schießdienst bei mir in der Firma. Ich meinte damit, es sollten schon wirlich qualifizierte Leute sein, die im Ernstfall den Überblick behalten.
    Nun, ich hätte nicht damitv anfangen sollen, die Diskussion wurde schon vor Jahren geführt.

  • Waterloo   |   22. Juli 2015 - 8:54

    @huey
    Übrigens leidet auch die somalische Bevölkerung unter den kriminellen Banden, die mittlerweile auch damit begonnen haben. das, was es ggf. in Nachbarstaaten in intakten Sicherheitsstrukturen gab, zu korrumpieren. Ich habe den Link zur Studie bzw. zu einem Bericht darüber wiedergefunden: http://edition.cnn.com/2013/11/02/world/africa/horn-of-africa-piracy-loot/
    Das romantische Klischee armer, verzweifelter Fischer ist tatsächlich unhaltbar, auch wenn die Banden natürlich wissen wie sie auf die öffentliche Wahrnehmung bzw. die Medien auch leider sogar führende sicherheitspolitische Journalisten in den sie potentiell bekämpfenden Staaten Einfluss nehmen können.

  • SvenS   |   22. Juli 2015 - 9:16

    Tanox | 21. Juli 2015 – 15:14
    @SvenS

    Und warum wurde dann noch nie ein Schiff mit bewaffneten Kräften an Bord eingenommen oder entführt ?

    Das liegt meines Erachtens daran, dass es noch immer genug ungeschützte und damit leichtere Ziele gibt.

    Sollte ich in die Piraterie gehen wären meine Prioritäten:
    1. Keine Waffen an Bord und damit recht ungefährlich
    2. Leichte Waffen und oder wenig Waffen an Bord
    3. 2+Diszipliniertes und professionelles Verhalten der Crew
    4. Kamp- und Kriegsschiffe in der Nähe

  • ThoDan   |   22. Juli 2015 - 13:04

    @Wait&C

    Reichweite, Hochseetüchtigkeit, Durchhaltevermögen und ggf. Verfügbarkeit, wären meine Vermutungen.

  • Fussgaenger   |   22. Juli 2015 - 13:43

    Wenn man sich mal die Live Piracy Map vom icc-css.org anschaut, wird man feststellen, dass es in diesem Jahr exakt zwei erfolgreiche Boardings durch Piraten in der Region HoA gegeben hat – und diese waren auf Schiffen, die nicht in Fahrt waren.

    Worauf ich hinaus will: „…immer noch genug ungeschützte und damit leichtere Ziele“ scheint es irgendwie dann doch nicht zu geben. Oder, wie gesagt, die kleinen Schaluppen werden doch gekapert, aber niemand hält es für wesentlich, das weiter zu melden.

    Meine Theorie ist: Die Sicherheitsteams haben bisher eine 100%ige Erfolgsquote. Der Grund, warum die Piraten aber Kriegsschiffe noch mehr fürchten, liegt daran, dass diese über Möglichkeiten verfügen, die Piraten auch zu verfolgen und in Gewahrsam zu nehmen.

    Was letztendlich bedeuten würde: Wenn die Kriegsschiffe aus der Region abgezogen würden, wäre zwar der „Verfolgungsdruck“ für die Piraten weg – aber die Abschreckungskapazität der eingeschifften Sicherheitsteams reicht weiterhin aus, um Übergriffe zu verhindern.

  • Schiff   |   22. Juli 2015 - 14:31

    @ Sven S
    hatte wir früher hier schon.Bei Soldaten gilt Wirkung vor Deckung und „geballte Feuerkraft“ von 5-6 Kalaschnikowbesitzern auf schwankendem Untergrund geht gegen kurze Feuerstösse aus 2 Sturmgewehren unter.
    Und welcher Polizeibeamte gibt den ruhigen Job in Deutschland auf um sich einem Risiko auszusetzen?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   31. Juli 2015 - 18:14

    Was ich hier poste, passt absolut nicht an diese Stelle, jedoch unterliegt
    das Bällebad Juli wohl schon dem Redaktionsschluss und auch andere maritime Treads sind nicht mehr aktiv. Den Sachverhalt erwachte ich jedoch als derart kommentierwürdig, dass ich’s an dieser Stelle mit „etwas Wasser unterm Kiel“ versuche.

    Lt http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-1046170.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=http://t.co/d4gj0Yii7T
    gehen Verkauf und Ausbildungshilfe von zwei Meko A-200 an ALG und zwölf U-Booten an AUS zulasten von Kapazitäten der Marine in der Form, dass eigene Vorhaben tangiert waren.

    Dazu ist obendrein ein „…. zusätzlicher Marine-Attaché „sowie ein wehrtechnischer Attaché aus dem Unterwasserbereich …“ erforderlich, um das Projekt in Canberra handhaben zu helfen.
    Sosehr AusbHilfen, gerade aus Sicht des Schiffbaus, auch mit Finanzierungshilfen des Bundes zu begrüßen sind, sosehr sind gleichermaßen jedoch Nachteile für die Deutsche Marine abzulehnen.
    Die Kieler Nachrichten (KN) sprechen vom Typ 216, mit 4000 Tonnen das größte je in Deutschland entwickelte U-Boot, ein 90 Meter langes Boot von ThyssenKrupp Marine Systems.
    Zumindest hat sich ThyssenKrupp bei UvdL bedankt.

  • swoop   |   01. August 2015 - 15:24

    Die Umfrage wurde mit gefangenen Piraten gemacht. Also mit solchen, die von Kriegsschiffen aufgegriffen wurden. Ob das wirklich repräsentativ als Erklärung für den Rückgang der erfolgreichen Enterungen dient, wage ich zu bezweifeln. Interessant wäre dem gegenüberzustellen, wie viele Piratenangriffe von Marsec abgewehrt wurden. Das dürfte aber schon alleine daran scheitern, dass nicht alle Zwischenfälle gemeldet werden.

  • Axel_F   |   02. August 2015 - 3:14

    #Bundeswehr-Postille 'aktuell' stilisiert 170 Mann in #Mali zum 'Schwerpunkt' des DEU Engagements in Afrika. pic.twitter.com/jUTwZBkLhE— Christian Thiels (@ThielsChristian) 1. August 2015

  • Fussgaenger   |   02. August 2015 - 10:49

    @KPK: Natürlich ist es mindestens ungünstig, dass da vorhandene Kapazitäten der Marine durch TKMS über die Gebühr belastet werden, teilweise zuungunsten des Marine-Betriebs.

    Ich würde da aber das Argument anführen, dass auch die Marine langfristig ein Interesse am Fortbestand deutscher Werftindustrie hat. Es wäre wenig nützlich, sich jetzt „querzustellen“ (insbesondere, da heutzutage die Mehrheit der (maritimen) Rüstungsprojekte vor allem über die Zusatzleistungen wie Ausbildungsunterstützung u.ä. verkauft werden, das eigentliche Produkt ist da fast schon nachrangig), und dann in einigen Jahren vor dem Problem zu stehen, dass man „nur“ noch im Ausland Schiffe und (U-)Boote kaufen kann…

  • MikeMolto   |   02. August 2015 - 18:27

    UBoote fuer AUS
    Es ist sehr zu begruessen dass DL die UBoote fuer AUS baut und auch Ausbildungshilfe gibt.
    Es werden sicherlich nicht mehr als zwei Dutzend deutsche Mariner fuer diese Aufgasbe, welche ab dem ca 5.Boot die Aussies selbst uebernehmen werden, benoetigt. Wenn das nicht tragbar ist, dann poor Germany!

  • Jens Schneider   |   02. August 2015 - 19:58

    @MikeMolto:1a mit*
    Ist denn schon 100%klar,dass wir die U-Boote für AUS bauen, oder schnappt FR wegen Bestechung uns diesen Auftrag auch wieder weg?
    Könnten ja auch noch andere Nationen uns in D den Auftrag noch vor der Nase wegschnappen?
    Wäre Schade,aber nicht das erste Mal.
    Deutschland sollte mehr auf sich achten beim Rüstungsexport und nicht so sehr von Hr.Gabriel abhängig sein!
    Die Fusion(Übernahme)von Nexter und KMW wurde hier ja schon behandelt, und wird meiner Meinung für die deutsche Panzerindustrie ein Rückschritt a la Airbus.

  • Fishman53   |   02. August 2015 - 22:01

    Gar nicht 1a mit*. Aus dem Kommentar von @ MiKe Molto könnte man herauslesen, dass DEU/TKMS den Auftrag in der Tasche hat. Das ist mitnichten so. Neben FR ist auch noch JAP im Boot und auch die haben keine schwache Position als enge australische Verbündete. Im Übrigen hat sich TKMS in jüngster Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ich denke z. B. an den Brennstoffzellenausfall auf der israelischen „Tanin“, und auch das Schwesterboot „Rahav“ wird aus anderen Gründen nicht termingerecht in Dienst gehen können. Die Australier sind nicht doof, sie werden insbesondere nach dem „Collins-Class-Desaster“ ganz genau abwägen, wem sie den Zuschlag erteilen und warum. Wer ist Gabriel?

  • MikeMolto   |   03. August 2015 - 10:43

    @ Fishman53
    J.S. meint sicher Gunter Gabriel. cheek

    Aber gibt es da nicht noch so irgendein Regierungsmitglied?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   03. August 2015 - 14:55

    Das Rüstungsgeschäft (U-Boote, Meko) mit ALG und AUS ist im Spiegel SEHR ausführlich beschrieben & bewertet.

  • Fussgaenger   |   03. August 2015 - 15:47

    @Klaus-Peter Kaikowsky | 03. August 2015 – 14:55

    Unter „bewertet“ verstehe ich ehrlicherweise etwas anderes als das, was der Spiegel da geschrieben hat….

    Mir sieht das sehr nach bemühter Skandalisierung aus.