Bis 2018 Studien für den nächsten (Leopard-)Kampfpanzer

Nachdem die Verteidigungspolitiker der schwarz-roten Koalition im vergangenen Jahr nicht nur eine Verstärkung der Panzertruppe gefordert hatten, sondern auch den Beginn eines Entwicklungsprogramms für einen neuen Kampfpanzer, sind inzwischen Studien dafür angelaufen. In den nächsten drei Jahren soll konzeptionell entwickelt werden, welche Fähigkeiten in einem solchen neuen System verwirklicht werden sollen, ob es nun Leopard 3 heißt oder anders. Und diese Studien laufen gemeinsam mit Frankreich, wie aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium Markus Grübel vom 19. Mai an den Verteidigungsausschuss hervorgeht:

Mit dem sich abzeichnenden Nutzungsdauerende des Kampfpanzers LEOPARD 2 um 2030 ergibt sich die Notwendigkeit zur Untersuchung von Maßnahmen zum langfristigen Fähigkeitserhalt. Dazu wurden bereits im Rahmen einer Deutsch-Französischen Kooperation Fähigkeitsforderungen an ein Nachfolgesystem hergeleitet und abgestimmt. Aufbauend auf diese Ergebnisse werden im Zeitraum 2015 bis 2018 Technologien und Konzepte in gemeinsamen Studien unter Einbeziehung der deutschen Industrie untersucht.

Über das Schreiben hatte zuerst Spiegel Online berichtet. Der Startschuss für den neuen Panzer scheint mir allerdings nicht erst jetzt gefallen, wenn die Fähigkeitsforderungen bereits zwischen Deutschland und Frankreich abgestimmt sind… Und höchstwahrscheinlich spielt dabei auch eine große Rolle, dass der deutsche Leopard-Entwickler und -Produzent Krauss Maffei-Wegmann und der französische Konzern Nexter ohnehin auf dem Weg zu einer Fusion sind. Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist deshalb nicht überraschend, der enge Zeitplan schon eher.

(Die zu dem Thema bereits aufgelaufenen Kommentare im Bällebad verschiebe ich hierher.)

(Foto: Der neue Kampfpanzer Leopard 2 A7 des Panzerbataillons 203 in Augustdorf am 18.03.2015 – Bundeswehr/Dorow)

102 Gedanken zu „Bis 2018 Studien für den nächsten (Leopard-)Kampfpanzer

  1. @Thomas Melber:

    Falls Sie sich noch an das Aufheizen des Krieges im Donbas erinnern: Genau das ist da passiert. Demonstranten wurden als menschliche Schutzschilde für paramilitärische Einheiten und Schläferzellen benutzt, um unter anderem Panzereinheiten am Marsch in die zugewiesenen Stellungen zu hindern. Teilweise wurde eine Kombination von Demonstrationen und militärischen Angriffen genutzt, um komplette Kasernen und Kolonnen nicht nur zu blockieren sondern auch zur Kapitulation zu zwingen.
    In der ersten Anfangsphase des Krieges war es völlig wurscht, wie veraltet das eingesetzte Gerät war oder ob man es gegen Angriffe aus der Luft hätte schützen können. Es wurde freiwillig aufgegeben oder zerstört, um moralischen Dilemmas und logistischen Problemen zu entgehen.
    Der GRU wird die gemachten Erfahrungen gründlich ausgewertet haben, zumal diese Art der Kriegsführung für die Sowjetunion und ihre Verbündeten ganz normal war. Eine moderne mechanisierte Einheit braucht ein paar Kanister Tränengas und Gummiknüppel bevor der Gegner Drohnen einsetzen muß.

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