Deutsche und andere Europäer mit Zivilmaschine aus Jemen evakuiert

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Die Evakuierung von Deutschen und anderen EU-Bürgern aus dem Bürgerkriegsland Jemen, für die eine Abholung mit militärischem Transport erwogen worden war, ist am (heutigen) Freitag ohne Beteiligung der Bundeswehr durchgeführt worden. Eine gechartete Zivilmaschine flog die Europäer aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa (Karte oben) aus. Die Mitteilung des Auswärtigen Amtes:

Das Auswärtige Amt hat heute mit einem gecharterten Flugzeug einer jordanischen Fluglinie etwas mehr als 100 Personen aus Sanaa ausgeflogen. Das Flugzeug ist vor Kurzem wohlbehalten in Dschibuti eingetroffen.

An Bord befanden sich neben deutschen Staatsangehörigen auch Bürger anderer Staaten, darunter zahlreiche EU-Bürger, sowie Familienangehörige aus Jemen.
Wir sind erleichtert, dass es unter schwierigsten Umständen gelungen ist, vielen Deutschen, EU- Staatsangehörigen und ihren Familienangehörigen heute die sichere Ausreise aus Jemen zu ermöglichen.
Unser Dank gilt den Regierungen aller beteiligten Staaten, die uns unterstützt haben. Das sind vor allem Saudi Arabien, Dschibuti und Jordanien.

Damit wurde der Einsatz der Bundeswehr nicht erforderlich. Die Luftwaffe hatte vorsorglich drei Transall-Flugzeuge in Marsch gesetzt und in Paphos auf Zypern in Bereitschaft gehalten. Sie wurden jedoch nicht gebraucht.

(Karte: OpenStreetMap)

 

 

 

9 Gedanken zu „Deutsche und andere Europäer mit Zivilmaschine aus Jemen evakuiert

  1. Das ist doch mal ne gute Nachricht.
    Man hatte auch den Plan B bereits praktisch vorbereitet.

    Lob und Anerkennung.

  2. Solche Evakuierungseinsätze sind für die Privatwirtschaft völlige Routine und werden regelmäßig ohne großes Aufheben geräuschlos überall auf der Welt durchgeführt. Der Unterschied zu den staatlichen Evakuierungen ist dabei, dass man sich auf die privaten Akteure verlassen kann, und dass sie im Jemen schon seit Wochen aktiv sind.
    Der organisatorisch aufwendige Teil ist in der Regel übriges nicht das Chartern von Flugzeugen, sondern der Teil der Evakuierung bis zum Flughafen.

  3. Wie viele Deutsche sind denn jetzt noch im Jemen?
    Es war ja die Rede von 90, die dem AA bekannt sind. Wurden die alle evakuiert?

  4. Man ist dankbar für jede gute Nachricht.
    btw die Frage, ob und ggf. wie die Vorgänge im Jemen auf andere Problemfelder ausstrahlen, wie etwa Piraterie, die Auseinandersetzungen mit den Dschihadisten in Nordafrika, die innere Stabilität der anderen Staaten in der Nachbarschaft (Emirate, Saudi-Arabien . . .). Haben da Leute mit Verbindungen zu den verschiedenen Missionen von Mali bis AFG irgendwelche Hinweise?

  5. @Zivi a.D.
    Die innere Stabilität Saudi-Arabiens ist wohl ersteinmal nicht gefährdet, aber Anschlagswwellen wie zuletzt vor rund zehn Jahren sind möglich, die auch westliche Ausländer (Hotel, Compounds, Unternehmen) zum Ziel haben könnten, um diese außer Landes zu treiben und damit die Wirtschaft des Landes zu schwächen. Die Emirate hingegen sind wohl vorerst sicher, weil sie viel zu wichtig u.a. für die Logistik militanter Islamisten sind, etwa im Finanzbereich.
    Interessant werden auch Ägypten (die Regierung bekommt die inneren Probleme nicht in den Griff und militante Islamisten werden auch außerhalb des Sinai stärker) und v.a. Algerien, insbesondere im Zusammenhang mit sinkenden Ölpreisen, die der Regierung zunehmend die Option nehmen, inneren Problemen mit sozialen Maßnahmen (Subventionen für Verbrauchsgüter etc.) zu begegnen.
    Mali und Afghanistan sind da bestenfalls Nebenschauplätze. Besonders interessant wird ohnehin Europa, wo der IS unter jungen Muslimen in Staaten wie Frankreich und Großbritannien auf Sympathiewerte von einem Viertel und darüber hinaus kommt. Wenn ein Promille davon tatsächlich militant wird, reicht das, um die kritische Masse für eine größere Kampagne zu haben, die sich an eine sehr breite Zielgruppe wenden kann. Noch sind diejenigen, die zu Anschlägen motiviert sind, wohl entweder nicht kompetent genug so dass es nur für kleine spontane Aktionen reicht, oder sie fallen den Behörden auf und werden rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass bislang nicht auffällig gewordene kreative Köpfe an neuen Konzepten arbeiten, mit denen sie mit geringem Risiko auffällig zu werden analog zu Breivik maximale Wirkung erzielen können.

  6. Schön, hier auch mal positive Nachrichten lesen zu können – trotz (oder gerade wegen?) Nicht-Beteiligung der Bundeswehr. ;)

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