Sparen bei der Truppe: Blick nach Österreich

Auch im Nachbarland Österreich wird bei den Streitkräften umstrukturiert, um zu sparen. Interessanter Aspekt dabei: nach den ersten Meldungen wird die Hälfte der Generalsposten abgebaut…

Ein Blick über die Grenze, wo Verteidigungsminister Gerald Klug das Sparkonzept vorstellte. Infos vor allem aus den Tweets seines Pressesprechers Andreas Strobl:

21 Kommentare zu „Sparen bei der Truppe: Blick nach Österreich“

  • chickenhawk   |   03. Oktober 2014 - 11:58

    Bei dieser Gelegenheit erfährt der geneigte Leser, dass es in Österreich (noch) ein Militärrealgymnasium gibt, welches nunmehr geschlossen werden soll:

    http://www.milrg.at

    Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es in Deutschland nicht immer ganz leicht ist, Vertreter der Bundeswehr überhaupt nur besuchsweise zu einem Vortrag in die Schulen zu lassen.

  • Closius   |   03. Oktober 2014 - 12:32

    Wir haben auch gar keine ISIS und keine russischen Kriegsdrohungen…..Österreich gibt viel weniger Geld für Verteidigung aus als Deutschland. Nur 0,6 % BIP! Österreich könnte mit diesem geringen Militärbudget kaum Mitglied der Nato werden.

    Seine Streitkräfte zu schlachten wegen lächerlichen 200 Millionen Euro….einfach eine Schande. Aber es kann uns wenig trösten, daß das Bundesheer noch schlechter behandelt wird als die Bundeswehr. Und es kann auch nicht nur an der Neutralität liegen, weil sich Schweden sehr wohl um seine Streitkräfte kümmert.

    Und wie kann man auf Panzer verzichten wollen, wo die Ukraine gerade wieder beweist, daß Panzer kampfentscheidend sind. Und die Schlagkraft der ISIS folgt ebenfalls aus schnellen motorisierten und gepanzerten Vorstößen.

    Welche Panzer gibt Österreich denn ab? Bei unserem Panzerfehlbestand könnten wir die Panzer übernehmen und die Artillerie gleich mit und die Granatwerfer könnten wir gleich an die Kurden weiterliefern :-)!

  • Hohenstaufen   |   03. Oktober 2014 - 12:46

    Mit einem Anteil von ca. 0,8% des Bruttoinlandproduktes an den Verteidigungsausgaben ist das Bundesheer deutlich unterfinanziert. Österreich spart an der Sicherheit. Man ist zwar nicht NATO Mitglied, verlässt sich aber stillschweigend doch auf die Verteidigungsfähigkeit der NATO.

  • Thomas Melber   |   03. Oktober 2014 - 12:49

    @Closius
    Es gibt eine Schwelle, die man nicht unterschreiten darf, weil sich dann der Überbau überhaupt nicht mehr rechnet – das ist bei der Bw schon grenzwertig und würde sich nur rechtfertigen, wenn man eine gekaderte Armee mit hohem Aufwuchspotential (im Fall der Fälle) hätte, analog der Weimarer Reichswehr.

    Zur Zahl der Panzer – hier stand, daß die tatsächliche (DEU) Zahl, gemeldet gem. Wiener Abkommen, doch deutlich höher sei (Depot).

  • Closius   |   03. Oktober 2014 - 12:54

    Das einzige was einem beim Bundesheer neidisch werden lassen kann, daß die noch ein Militärgymnasium haben. Daß diese aufgelöste werden soll ist peinlich.

    Aber Deutschland könnte sich daran ein umgekehrtes Vorbild nehmen und auch ein paar Militärgymnasien einrichten zur Nachwuchsförderung für die BW.

  • Thomas Melber   |   03. Oktober 2014 - 13:01

    Na, die Reitausbildung könnte man auch übernehmen – die Lw fliegt (Segelflieger-Schein), die Marine pullt (Bootsführerschein), und das Heer? (*). Fechten ginge aber auch. Vielleicht sollte sich Deutschland oder die Schweiz als Anlehnungs“macht“ anbieten, damit Grundfertigkeiten erhalten bleiben – sofern das nach Österreichischer Neutralität möglich ist.

    Im aktuellen ES&T steht übrigens ein Beitrag von Gen Commenda.

    (*) soweit mir bekannt; gilt für die OA.

  • Closius   |   03. Oktober 2014 - 13:05

    Nichts gegen Reitausbildung, allerdings hat das Bundesheer auch Probleme mit dem EF. Gerade gelesen, daß ein EF der Österreicher wegen Triebwerksproblemen notlanden musste.

  • Thomas Melber   |   03. Oktober 2014 - 13:12

    @Closius
    Was dem einen seine Nuklearfähigkeit und seine Flugzeugträger (welche immerhin politisch-strategischen Sinn ergeben, ich spreche von FRA und GBR) ist dem anderen seine EuFi – das Loch, in dem die Haushaltsmittel versenkt werden.

  • cw78   |   03. Oktober 2014 - 13:28

    Und man setzt auf Miliz. Das ist ne gute Sache ,schon weil man damit nicht an scheinheiligen Auslandseinsätzen wie die Bundeswehr teilnehmen kann und der Bürger in Verantwortung gezogen wird.

  • para   |   03. Oktober 2014 - 13:44

    So richtig es ist, am Wasserkopf Generalsposten starke Einschnitte vorzunehmen, wenn wir uns an Oesterreich orientieren, ist der Ofen aus. Ich halte nicht viel von der inflationaeren Verwendung des Begriffs „Freeriding“, aber bei Oesterreich ist diese Bezeichnung vollkommen angebracht. Unklar, warum die ueberhaupt noch ein Bundesheer haben.

  • LTC007   |   03. Oktober 2014 - 15:31

    wie gut, dass man jenseits der alpen genau weiss, was einsatzwahrscheinlich ist und was nicht.

    ansonsten: ähnliche lufthülsen und -schlösser, um zu verbergen, dass nicht die richtige sicherheitspolitik grundlage ist, sondern eine fremdsteuerung durch das finanzministerium. funktioniert scheinbar immer noch, das ergebnis sieht man gerade nördlich der alpen.

    glückwunsch

  • ONA   |   03. Oktober 2014 - 16:23

    Ich gebe zu bedenken, dass in Österreich traditionell mehr Generale existieren als Kompanien, die sie kommandieren könnten – insofern wird die Generalsdichte auch nach der Halbierung noch höher sein als bei der Bundeswehr. Bei dieser ist die Generals-/Admiralszahl trotz (rund) Drittelung des uniformierten Personals heute nur unwesentlich kleiner als 1990. MaW. auch deutlich zu hoch.

  • Selber denken   |   03. Oktober 2014 - 16:35

    Ich hatte auf die Lage in felix Austria schon an anderer Stelle hingewiesen: Hier mal zur Erinnerung ein Blick auf „die Lage“. Interessant erscheint mir der Hinweis, dass die Förderung zum Brigadier gewissermaßen eine Alterserscheinung sei.
    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/29964_Das-oesterreichische-Bundesheer-ein-Heer-von-Brigadieren.html

    In der heutigen Ausgabe steht in groben Zügen die künftige Ausrichtung:
    „Mit dem neuen Strukturkonzept konzentriere man sich auf die einsatzwahrscheinlichsten Aufgaben: Schutz kritischer Infrastruktur, Katastrophenhilfe, Luftraumüberwachung, Friedenssicherung im Ausland, Ausbildung der Grundwehrdiener und Abwehr von Bedrohungen aus dem Cyberraum.“

  • Closius   |   03. Oktober 2014 - 16:41

    Wenn die Österreicher ihr Bundesheer so wenig mögen, und da wir es sooooo viel besser können, könnten wir den Österreichern anbieten, daß wir ihre Landesverteidigung gleich mit übernehmen, da wir ja soviel Erfahrung haben in dem Schaffen einer Armee der Einheit. Dann braucht uns Österreich jährlich nur noch einen Scheck schicken und VDL leitet die Verteidigung von Österreich gleich mit.

    Und wir haben mit dem Bundeswehrkommando Ost viel Erfahrung sammeln können mit einer Armee, welche nicht der Nato unterstehen durfte.

  • xyz   |   03. Oktober 2014 - 17:50

    @Closius: Ihre Beiträge sind teilweise derart absurd. Googlen sie mal Österreichische Neutralität. DE ist übrigens ein NATO-Mitgliedsland.

  • Schorsch52   |   03. Oktober 2014 - 21:18

    … Vielleicht kann die Bundeswehr dem Bundesherr die PC-6 günstig abkaufen. Als Generalstaxis, für Kurier- und Ersatzteiltransporte oder einfach nur für Scheinerhalter?

  • Stefan H.   |   04. Oktober 2014 - 1:16

    @Thomas Melber zu
    Zur Zahl der Panzer – hier stand, daß die tatsächliche (DEU) Zahl, gemeldet gem. Wiener Abkommen, doch deutlich höher sei (Depot).

    Kein Depotbestand: Die Zahl der Leos entspricht genau der festgelegten Obergrenze von 225. Im Wiener Protokoll tauchen aber auch alle fahrfähigen Panzer aus Museen in Deutschland auf! So ein Panther aus WK II oder der Nachbau A7V (WK I) im Panzermuseeum Munster hilft aber leider nichts…

  • Tom   |   04. Oktober 2014 - 1:37

    Das Thema, dass dringend der Wasserkopf abgebaut werden muss, war ja bei KTzG eine feststehende Tatsache, ich musste sehr in mich hinein grinsen, als er das in AFG in Anwesenheit und mit direktem Bezug zu den beiden Anwesenden „Goldträgern“ diese locker, wie er nunmal war vor versammelter Truppe offen durchblicken lies.

    Naja das Vorhaben scheiterte wie wir alle wissen, die „Misere“ die darauf folgte, brachte uns was das Thema Wasserkopf anging auch nicht weiter und somit wünsche ich den Alpenländern mehr Glück bei diesem Vorhaben …..

    Naja … wenn Sie die Generale dann trotzdem behalten, bleibt zu hoffen, dass sie wenigstens auf das unsäglich SASPF verzichten ….. frei nach dem Motto, wenn die Luftwaffe keine Probleme mit Ihren Flugzeugen hat, dann führt man die Software aus dem Hause SchreibAufPapier ein ….

  • Constantino   |   04. Oktober 2014 - 7:15

    Das alles scheint eine Kopie von deutschen Vorstellungen zu sein. Sogar auch mehr Infanterie. Können wir ja gemeinsame Infanteriebrigaden aufstellen.
    Wenn die Freunde im Nachbarland allerdings wüßten, auf welchen soliden Grundlagen unsere Struktur des Heeres und der SKB beruht, nämlich der Blick nach Afghanistan 2010.
    Durchhaltefähig, Leute erhalten, Kopfzahlen, auch bei Stabsoffizieren und Generalen, war auch im Rational der Struktur enthalten. Also nicht der Blick auf hybride Kriege der Zukunft, auf sich rasch verändernde Lagen im näheren Umfeld Europas. Keine Herleitung von Anforderungen für Anfangsoperationen oder rascher flexibler Teilhabe mit Hochwertfähigkeiten in rasch auftauchenden Krisen.
    Also, liebe Nachbarn, nicht so sehr nach Deutschland schauen. Wir wären für Afghanistan 2010 bestens aufgestellt. Doch für die Zukunft?

  • Closius   |   04. Oktober 2014 - 10:36

    @xyz: Wenn es einer Armee noch schlechter geht als der BW, dann ist dies das Bundesheer. Und auf deren(von der BW abgekupferten Sparkonzept) kann man nur mit Galgenhumur reagieren!

    Also bitte richtig lesen, bevor die Ironie überlesen wird(„und da wir es sooooo viel besser können….“) und mein letzter Satz impliziert die Nato-Mitgliedschaft von uns und die fehlende von Österreich.

    Solange die Österreicher nicht die Wiedervereinigung wollen, und ohne Sinn neutral bleiben, werden wir höchstens über den Umweg einer Europa-Armee das Vergnügen bekommen, das Bundesheer zu übernehmen zu haben :-)!

  • Koffer   |   04. Oktober 2014 - 10:58

    @Closuis und @xyz
    Seit dem Vertrag von Lissabon (EU) ist Österreich übrigens rechtlich gesehen nicht mehr „neutral“ sondern nur noch „Pakt-frei“, bzw. „Militärbündnis-frei“.

    Siehe unbeschränkte Bestandsklause im Art. 42 (7) EUV.