Angriff auf die ISIS-Geldquellen: USA und arabische Partner bombardieren Raffinerien

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Im Kampf gegen die islamistischen ISIS-Milizen im Irak und in Syrien haben die USA und arabische Verbündete erstmals gezielt eine Geldquelle der ISIS angegriffen: Kampfjets und Drohnen bombardierten kleine Raffinerien in Syrien. Über Ölverkäufe finanziert sich die Terrororganisation zu einem erheblichen Teil; nach US-Schätzungen mit Einnahmen von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Tag.

Die Pressemitteilung des U.S. Central Command vom 24. September:

U.S. military forces and partner nations, including the Kingdom of Saudi Arabia and the United Arab Emirates, attacked ISIL terrorists in Syria today, using a mix of fighter and remotely piloted aircraft to conduct 13 of airstrikes against 12 ISIL-controlled modular oil refineries located in remote areas of eastern Syria in the vicinity of Al Mayadin, Al Hasakah, and Abu Kamal and one ISIL vehicle near Dayr az Zawr, also in eastern Syria.
We are still assessing the outcome of the attack on the refineries, but have initial indications that the strikes were successful. The ISIL vehicle was destroyed. These small-scale refineries provided fuel to run ISIL operations, money to finance their continued attacks throughout Iraq and Syria, and an economic asset to support their future operations. Producing between 300-500 barrels of refined petroleum per day, ISIL is estimated to generate as much as $2 million per day from these refineries. The destruction and degradation of these targets further limits ISIL’s ability to lead, control, project power and conduct operations.
To conduct these strikes, the U.S. employed U.S. Air Force fighter aircraft deployed to the U.S. Central Command area of operations. In addition, the Kingdom of Saudi Arabia and the United Arab Emirates also participated in these airstrikes. All aircraft safely exited the strikes areas.
The U.S. conducted these strikes as part of the President’s comprehensive strategy to degrade and ultimately destroy ISIL. Going forward, the U.S. and partner nations will continue to conduct targeted airstrikes against ISIL in Syria and Iraq and support Iraqi forces as they go on the offensive against this terrorist group.

14 Gedanken zu „Angriff auf die ISIS-Geldquellen: USA und arabische Partner bombardieren Raffinerien

  1. Und die Umweltschäden?

    Der schöne Nebeneffekt: SYR Infrastruktur, wichtig für die Zeit nach IS, wird ebenfalls zerstört.

    Man sollte auch die Abnehmer der Raffinerieprodukte angehen.

  2. Das mit den Abnehmern ist so ein Problem… Kann mich noch erinnern, das ein Nordkoreanischer Tanker, der von den Islamisten in Syrien Öl übernommen hatte trotz angedrohten Beschusses durch die Syrische Regierung ablegte und nur durch ein amerikanisches Kriegsschiff durch Schüsse vor den Bug (im Mittelmeer!!!) zur Umkehr gezwungen wurde. Die Chinesischen Tanker würde niemand zwingen… Die brauchen das Öl und das Woher ist denen ……egal. Umweltschäden nehmen die nicht nur in Kauf sondern setzen sie als Druckmittel bei den Durchbruchversuchen gegen die Seeblockaden ein.

  3. Von der Überschrift zu folgender Frage:
    Müssten dann nicht etliche Banken und Villenviertel in Saudi-Arabien, Quatar, Bahrain, VAE und Ägypten mit bombadiert werden???

  4. Übrigens kann die Mengenangabe im Artikel nicht stimmen – 300-500 Barrel? Wie hoch ist denn der Eigenverbrauch des IS, woher bekommen die ihre Betriebsstoffe?

  5. @ harlekin
    „Also waren/sind nordkorea und china abnehmer. Sind andere abnehmer bekannt?“

    Abnehmer haben vermutlich ein interesse an anonymität. bei den kurdischen versuchen autonom öl zu exportieren wurde teils auf See mit abgeschaltetem AIS umgeladen.

    einmal vermischt lässt es sich nicht mehr rückverfolgen.

    in die türkei soll seitens IS auch lange per tankwagen geliefert worden sein. ob das mittlerweile unterbunden wird entzieht sich meiner kenntnis

  6. @Disponent: Sind sie sicher, daß es einen Tanker mit syrischem Öl gab den die USA aufgebracht haben? Und wenn, wann war dies?

    Nicht, daß es vielleicht eine Verwechselung mit Lybien ist?

    Ich kann mich nur an einen nordkoreanischen Tanker erinnern mit lybischem Öl, den die USA im Mittelmeer aufgebracht haben,

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-navy-seals-stoppen-ibrahim-dschadran-a-959028.html

    der lybische Regierungschef wurde gestürzt, weil er das Auslaufen des Tankers nicht verhindern konnte.

    Auch bei Google habe ich auf die Schnelle nichts von einem aufgebrachten syrischen Tanker finden können.

  7. Producing between 300-500 barrels of refined petroleum per day, ISIL is estimated to generate as much as $2 million per day from these refineries.

    Mal rechnen:
    Ein Barrel sind knapp 159l. 300 bis 500 Barrel sind also ca. 50.000 bis 80.000 Liter.
    $2.000.000 / 50.000l = $40/l
    $2.000.000 / 80.000l = $25/l

    Wenn die 300 bis 500 Barrel nicht insgesamt sondern pro Raffinerie gemeint sind:
    $2.000.000 / 50.000l / 12 = $3,3/l
    $2.000.000 / 80.000l / 12 = $2,1/l
    Auch diese Werte sehen noch sehr hoch aus.

  8. Im von mir verlinkten Artikel wird ausgeführt, daß der Schwarzmarktpreis für ein Barrel Rohöl (kein Raffinerieprodukt) ca. USD 50 beträgt. Bei 500 bl/Tag wären das dann USD 25.000.

    Türkische Raffinerien können das Öl auch nicht verarbeiten, zudem kommt das ja quasi „tröpfchenweise“ an. Und die Raffinerieprodukte schätze ich ‚mal als „zweifelhaft“ ein; man kann sie sicher für den Hausgebrauch verwenden, aber marktfähig sind sie sicher nicht.

    Es gibt ja Berichte, wie auf den SYR Ölfeldern derzeit quasi „von Hand“ geschöpft wird – also weit von einem industriellen Maßstab entfernt.

    Das Rohöl kommt wohl eher aus der Gegend von Mossul, da hätte man nur die Pumpstationen u.a. zerstören brauchen.

    Interessant ist natürlich, wie das verarbeitete Öl weiter verteilt wird.

  9. Der Deutschlanffunk meldet, daß VDL den Kurden weitere Hilfe zur Minenbekämpfung zugesagt hat, weil die ISIS viele Gebiete vermient hätte. Dazu soll weitere Material an die Kurden geliefert werden. Fragt sich nur, was denn mit dem weiteren Material genau gemeint ist?

    Kurdenpräsident Barsani forderte dagegen weitere und moderne Waffen! Die will die BW bzw. unsere Regierung wohl mal wieder was anderes liefern als die Kurden haben wollen.

  10. Was passiert eigentlich mit den Arbeitern, die da rumlaufen und nicht unbedingt freiwillig dort sind (sei es, dass IS sie zur Zwangsarbeit verpflichtet hat oder die reine Not sie zur Arbeitsaufnahme drängt – gibt ja kein Hartz IV für diese Menschen)?

  11. SPON über „Schmuggelkanäle des IS“
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-millionen-einnahmen-durch-schmuggel-von-oel-a-993670.html

    Tenor: Der Verkauf von Öl durch IS ist nicht so leicht zu unterbinden.
    Auch eine kurdische Beteiligung wird angesprochen:
    „Wie in Syrien funktioniert auch im Irak der Ölschmuggel über ideologische Grenzen hinweg: Der IS kontrolliert die Felder, auf denen seine Krieger gemeinsam mit örtlichen Clans das Öl fördern. In kleinen illegalen kurdischen Raffinerien wird es aufbereitet und günstig verkauft- obwohl die Kurden eigentlich gegen die Islamisten Krieg führen.“

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