Bodentruppen für den Kampf gegen ISIS? Ja, aber nicht aus den USA.

Es mag ein bisschen verwirren: Für den Kampf gegen die islamistische Terrorgruppe ISIS gibt es ohne Bodentruppen keine Chance. Das sagte der Chef der U.S. Army, General Raymond Odierno (Foto oben links), am (heutigen) Mittwoch bei einer Tagung in Wiesbaden. Gestern hatte sein Vorgesetzter, Stabschef Martin Dempsey, bei einer Senatsanhörung vorsichtig einen möglichen Einsatz von Bodentruppen angedeutet. Während beider Chef, US-Präsident Obama, in einer Rede heute eine Beteiligung von US-Soldaten am Boden im Kampf gegen ISIS im Nordirak ausschloss.

Und das heißt? Ohne Bodentruppen geht es nicht, sagt Odierno. Aber es müssen ja keine US-Truppen sein. weiterlesen

Kampf gegen ISIS: Obama will keine Bodentruppen in den Irak schicken

Für den Kampf gegen die islamistischen ISIS-Terrorgruppen will US-Präsident Barack Obama keine Bodentruppen in den Irak schicken – auch wenn sein höchster militärischer Berater das angedeutet hatte. In einer Rede vor Soldaten auf der Air Force-Basis MacDill in Florida (die deutsche Zuschauer nicht live verfolgen durften) erteilte der US-Präsident dieser Option eine klare Absage:

But — and this is something I want to emphasize — this is not and will not be America’s fight alone.  One of the things we’ve learned over this last decade is, America can make a decisive difference, but I want to be clear:  The American forces that have been deployed to Iraq do not and will not have a combat mission.  They will support Iraqi forces on the ground as they fight for their own country against these terrorists.
As your Commander-in-Chief, I will not commit you and the rest of our Armed Forces to fighting another ground war in Iraq.  weiterlesen

‚Europa ist eine spannungsgeladene Region geworden‘

Fürs Archiv: Das Briefing des NATO-Oberbefehlshabers, US-General Philip Breedlove, am 16. September im Pentagon zu den Schlussfolgerungen des NATO-Gipfels, zum Verhältnis zu Russland und zum Kampf gegen ISIS. Eine zentrale Aussage gleich in seinem Eingangsstatement:

Europe, despite the great work of our predecessors over the last 70 years, has become a region under tension. Russia has forcefully changed borders of several countries by violating their territorial sovereignty. Russia has illegally annexed a part of one of them, something we will never acknowledge. Russia has also used asymmetric hybrid warfare to further illicit transgressions, which is a danger to their neighbors and the safety and security of Europe.

Noch ein Detail am Rande, aus deutscher Sicht interessant: Das derzeit kräftig aufgestockte Air Policing verschiedener NATO-Partner über dem Baltikum wird, so sagt Breedlove, bis auf Weiteres in der Stärke weitergeführt.

Die Aussagen des NATO-Oberbefehlshabers nach dem Transkript des US-Verteidigungsministeriums im Wortlaut: weiterlesen

Für die Deutschen: Kein Obama live

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Ich hätte mir ja gerne live angesehen, was US-Präsident Barack Obama in seiner Rede von Soldaten auf der MacDill Air Force Base in Florida zum Thema ‚Kampf gegen ISIS‘ zu sagen hat. Es könnte ja auch geopolitische Auswirkungen haben.

Aber: Wie schon Live-Streaming vom Maidan in der Ukraine und ähnlichen bedeutsamen Ereignissen ist das für Deutschland nicht vorgesehen. Vermutlich hat Obama versäumt, bei den deutschen Medienanstalten die vorgeschriebene Sendelizenz zu beantragen, weil er ja mehr als 500 Zuschauer gleichzeitig erreichen könnte.

(Ganz privat frage ich mich, warum eigentlich der Satz aus Artikel 5 des Grundgesetzes Jeder hat das Recht, … sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten in so einem Fall nicht gilt. Oder ist der Live-Stream des US-Präsidenten eben keine allgemein zugängliche Quelle?) weiterlesen

RC N Watch: Afghanische Journalistin (und frühere Bundeswehr-Mitarbeiterin) ermordet

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Noch nicht mal ein Jahr ist es her, dass der damalige ISAF-Regionalkommandeur im Norden Afghanistans, Jörg Vollmer, gemeinsam mit dem afghanischen General Wesa das mit deutscher Unterstützung aufgebaute Medienzentrum für afghanische Journalisten in Masar-i-Scharif eröffnete (Foto oben). Jetzt ist eine frühere Mitarbeiterin dieses Zentrums, eine afghanische Journalistin, brutal ermordet worden – in einem für Journalisten am Hindukusch ohnehin blutigen Jahr.

Nach übereinstimmenden Berichten der afghanischen Nachrichtenagentur Khaama Press, der New York Times (NYT) und von tagesschau.de wurde Palwascha Tokhi vor ihrem Haus in Masar-i-Scharif erstochen. Sie habe eine – traditionell persönlich überbrachte – Hochzeitseinladung entgegennehmen wollen. Mit dem Mord an Tokhi erhöht sich die Zahl der in Afghanistan in diesem Jahr getöteten Journalisten laut NYT auf sieben, laut tagesschau.de sogar auf zehn Menschen. weiterlesen

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