Die NATO und Russland: Krieg der Worte, Krieg der Bilder

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Die Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland nimmt, wenn auch glücklicherweise nur auf der PR-Ebene, an Schärfe zu – wie auch schon in der heutigen Lagebeobachtung Ukraine festgestellt: Die Allianz veröffentlichte Satellitenfotos (siehe oben), die eine russische Truppenkonzentration an der Grenze der Ukraine belegen sollen; die Russen behaupten dagegen, es seien alte Aufnahmen. Der russische Präsident Wladimir Putin wiederum brachte unverhohlen die Gaslieferungen nach Europa als Druckmittel ins Spiel. Was derweil in der Ukraine selbst passiert, scheint auf diesen Schlagabtausch wenig Einfluss zu haben.

Die Satellitenfotos der zivilen Firma Digital Globe hatte NATO-Oberbefehlshaber Philip Breedlove bereits gestern der Nachrichtenagentur Associated Press übergeben, bevor sie heute vom militärischen NATO-Hauptquartier SHAPE veröffentlicht wurden.  Die Bilder zeigten den hohen Bereitschaftsgrad und die massive Präsenz russischer Truppen an der ukrainischen Grenze, argumentierte die NATO. AP nutzte den Zeitvorsprung, um einen  Fachmann zu befragen:

A defense analyst at the Center for Strategic and International Studies, a Washington-based think tank, reviewed the satellite images and said the forces depicted in them don’t appear to be involved in training exercises.
They appear to be „in combat readiness,“ Anthony Cordesman said. But he said it’s unclear from the images how much of a buildup of Russian forces there has been in the border area.

Die NATO selbst hat an der Aussagekraft keinen Zweifel:

This is a capable force, ready to go,” said Brigadier Gary Deakin, who runs Nato’s crisis operations and management centre at the alliance’s military headquarters near Mons, Belgium. “It has the resources to move quickly into Ukraine if it was ordered to do so. It is poised at the moment, and it could move very fast.”

Entscheidend ist für die Bedeutung dieser Aufnahmen natürlich, wann sie angefertigt wurden. Nach Angaben von Digital Globe wurden sie zwischen Ende März und Anfang April gemacht, das jüngste Bild (oben verwendet) trägt den Zeitstempel 2. April.

Dagegen behauptet der russische Generalstab, dass es sich um alte Aufnahmen aus dem vergangenen Jahr handelt, die während eines Manövers gemacht wurden:

Die von der NATO präsentierten Satellitenaufnahmen russischer Truppen, die angeblich an der Grenze zur Ukraine konzentriert werden, sind im August 2013 gemacht worden. Das teilte ein ranghoher Vertreter des russischen Generalstabes am Donnerstag in Moskau mit.

Das wiederum weist die NATO scharf zurück, wie mir SHAPE auf meine Anfrage mitteilte:

This is deliberate misinformation on the part of the Russians.  All the images we released were date-stamped by the provider, DigitalGlobe.  All are from late March and early April 2014.  None of the images were altered by us at SHAPE.  (…)  We have seen the Russians use misinformation, disinformation and propaganda throughout the crisis with Ukraine.  We are hopeful that the western media will hold them to account.  It is unlikely that Russian media will.

Die harschen Töne gegenüber Russland sind auch auf der politischen Ebene zu hören, vor allem vom NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen:

(Direktlink: http://youtu.be/vAooIJ_FPmY)

Russland zog auf seiner Seite die Schrauben an. In einem offenen Brief an die europäischen Regierungen, deren Länder Gas aus Russland beziehen (also auch Deutschland), deutete Putin mehr oder weniger direkt an, dass die russischen Gaslieferungen an die Ukraine wegen deren Zahlungsrückstand gedrosselt oder eingestellt werden könnten – und davon möglicherweise auch die Länder westlich der Ukraine betroffen wären. Aus dem Brief, der in einer englischen Version von der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug veröffentlicht wurde (da Serbien auch diesen Brief erhalten hatte):

In such conditions, in accordance with Articles 5.15, 5.8 and 5.3 of the contract, Gazprom is compelled to switch over to advance payment for gas deliveries, and in the event of further violation of the conditions of payment, will completely or partially cease gas deliveries. In other words, only the volume of natural gas will be delivered to Ukraine as was paid for one month in advance of delivery.
Undoubtedly, this is an extreme measure. We fully realize that this increases the risk of siphoning off natural gas passing through Ukraine’s territory and heading to European consumers. We also realize that this may make it difficult for Ukraine to accumulate sufficient gas reserves for use in the autumn and winter period.

Einen Ausweg aus dem Dilemma, heißt es in Putins Brief, gebe es nur, wenn es zu einer konzertierte Aktion der Europäer komme – die vor allem die Zahlungsfähigkeit der Ukraine wiederherstelle.

Das alles lässt Spielraum für Gespräche und Verhandlungen. Aber der Info-War, der Krieg um die Wahrnehmung, ist in vollem Gange.

Noch einige weitere der Satellitenfotos, die die NATO veröffentlichte (Ein Klick macht sie etwas größer):

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Ein Leser wies mich darauf hin, dass solche Satellitenfotos bereits seit Anfang April im Internet kursieren. Allerdings ist mir derzeit nicht klar, ob es sich um die gleiche Quelle oder um andere Aufnahmen handelt – zumindest wurden die früheren Bilder nicht von DigiGlobe verbreitet.

(Nachtrag – ich kann’s mir nicht verkneifen und hab‘ da noch was für die Verschwörungstheoretiker: Diese Firma stellt sich ja in den Dienst der NATO, muss also böse sein. Die selbe Firma unterstützt allerdings das lobenswerte Projekt Open Street Map. Da passt doch was nicht. Halt, jetzt ist alles klar: Open Street Map, die open source Karte ohne die Konzerne, wird klammheimlich von denen unterwandert… Aber hier lesen ja doch keine Verschwörungstheoretiker mit.)

(Alle Fotos: © Digital Globe via SHAPE/NATO)

94 Gedanken zu „Die NATO und Russland: Krieg der Worte, Krieg der Bilder

  1. Ich glaube kaum, daß die Ukrainer Informationen über Truppen brauchen, die man mit DigitalGlobe sehen kann. Die Waffen sind mit Reichweite und Wirkung bekannt. Die Einheiten wegen der gegenseitigen Verflechtungen im großen und ganzen auch.
    Die Einfallstraßen sind bekannt. Brauchbare Landeplätze für Fallschirmjäger und Helis sind bekannt. Die Positionen der 5. Kolonne sind bekannt.

    Was fehlt sind die kleineren Einheiten, die den Anfang machen würden. Und die kann man wunderbar im Wald verstecken.

  2. Interessante weitere Einblicke in den Infokrieg: Irgendjemand hat über Nacht Hunderte von Patronenhülsen an den Barrikaden in Donetsk ausgekippt. Könnte mit dem nächtlichen Gerücht zu tun haben, Spezialeinheiten hätten einen Angriff vor.

  3. Lesetipp: Die „Welt“ bringt auf ihrer Website immer wieder hochinteressante Berichte über die jüdische Bevölkerung in Russland und der Ukraine und deren Angst vor den russischen Faschisten, während die von Putler und seinen deutschen Knechten erfundene Bedrohung durch den imaginären „Rechten Sektor“ sowohl von der jüdischen Gemeinde in Kiew als auch vom Jewish World Congress als russische Propaganda entlarvt wird. Es dürfte auch kaum ein Zufall sein, dass sich in Deutschland bisher nur die NPD, die AfD und die Linkspartei, also die drei extremistischen und latent antisemitischen Parteien, für Putler ausgesprochen haben.

  4. @RioAmazoco
    Ihr Kommentar hat bestenfalls Bildzeitungsniveau und paßt daher (mMn) hier nicht hin. Zumindest ist er der hirnloseste, den ich hier bislang gelesen habe.

  5. Mangels neuem Thread zur Lagebeobachtung in der Ukraine poste ich das mal hier:

    #Video of armed pro-#Kremlin men that seized a police station in #Sloviansk eastern #Ukraine https://t.co/qvqGbZQmBR— Ukraine Reporter (@StateOfUkraine) April 12, 2014

    Hier der Youtube-Link:

    https://www.youtube.com/watch?v=yxvvPlEJ8s0

    Das Video zeigt angeblich die bewaffneten prorussischen Männer, welche die Polizeistation eingenommen haben sollen.

    Besonders interessant finde 2 Personen (insb. deren Auftreten und Ausrüstung) in dem Video….

    1. den „Sprecher“ welcher mit der Frau in der pinken Jacke redet und ebenfalls sehr interessant ist der Mann ab Sekunde 53, welcher links, etwas abseits steht und das Umfeld beobachtet.

    Vielleicht gibt es ja hier Experten, welche genauer erkennen können welche Waffe er z.B. trägt….sieht mir irgendwie nicht nach einer AK aus.

    Inbesondere der Letztgenannte wirkt nicht wie ein Amateur. Ich habe öfters mit Spezialkräften zu tun und man kann sie, meiner Erfahrung nach, mit einer gewissen Zuverlässigkeit an der Körpersprache erkennen. Muss nichts heissen….

    Zumindest wirkt er im Vergleich zu den anderen „Hobbyseperatisten“ recht deplaziert.

  6. @califax

    Die Regierung gibt eine Reisewarnung aus. Russen sollten auf keinen Fall ins Ausland reisen, denn aufgrund einer von den USA organisierten weltweiten Menschenjagt auf Russen und enorm angestiegenem Ausmaß an Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in Europa seien Russen ihres Lebens außerhalb Russlands nicht mehr sicher.

    Gibt es von diesem Schmankerl eine offizielle Übersetzung? Das ist ja wirklich herzallerliebst – was damit aber bezweckt werden soll? Ausländisches Kapital dürfte nun noch schneller aus Russland und der (Ost-)Ukraine abfließen, als es bisher schon der Fall war. Wenn diese Warnung wirklich wahr ist: Wie hirnrissig muss man sein, um solch ein Problem auch noch mit Gruselgeschichten über eine auf Russen abzielende und (natürlich!) von der USA organisierten „Menschenjagd“ weiter zu verstärken – statt aktiv zu deeskalieren, um der wachstumsschwachen „Wirtschaft“ (was gibt’s denn da Nennenswertes, abgesehen von den ewig zitierten Bodenschätzen?) im Lande zumindest ein bisschen unter die Arme zu greifen?

  7. -MK20- | 12. April 2014 – 11:15
    Gibt es von diesem Schmankerl eine offizielle Übersetzung? Das ist ja wirklich herzallerliebst – was damit aber bezweckt werden soll? Ausländisches Kapital dürfte nun noch schneller aus Russland und der (Ost-)Ukraine abfließen, als es bisher schon der Fall war. Wenn diese Warnung wirklich wahr ist: Wie hirnrissig muss man sein, um solch ein Problem auch noch mit Gruselgeschichten über eine auf Russen abzielende und (natürlich!) von der USA organisierten “Menschenjagd” weiter zu verstärken – statt aktiv zu deeskalieren, um der wachstumsschwachen “Wirtschaft” (was gibt’s denn da Nennenswertes, abgesehen von den ewig zitierten Bodenschätzen?) im Lande zumindest ein bisschen unter die Arme zu greifen?

    Das bezieht sich wohl in erster Linie auf den Fall eines russischen Staatsbürgers, Konstantin Yaroshenko, von Beruf Pilot, der in den USA von einem Bundesgericht zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde (wg. Beteiligung an Drogenschmuggel). In Russland schlug der Fall schon vor der aktuellen Krise einige Wellen. Der Mann beteuert seine Unschuld und es geht ihm gesundheitlich nicht gut. Die Russen werfen den Amerikanern vor, ihm eine ordentliche medizinische Versorgung vorzuenthalten (wer sich ein wenig mit dem Strafvollzug in den USA beschäftigt weiß, dass dieser Vorwurf nicht von vorneherein von der Hand zu weisen ist).

    Vgl. z. B. hier:

    http://rt.com/news/russian-diplomats-pilot-yaroshenko-018/

  8. In Slowjansk operiert der FSB jetzt ganz offen in Speznaz-Uniform. Die Einheit heißt Vympel. Die Invasion der „kleinen grünen Männchen“ hat also begonnen.

  9. Hab gerade beantragt, den Kommentar erstmal zurückzuziehen. Bestätigt ist Speznaz. Die operieren ganz offen in voller Standard-Montur und geben auch an, sie wären „Self-Defense“ von der Krim. Humor hat man ja offensichtlich. Für die Fallschirmjäger suche ich noch Quellen.

  10. Die erste Phase der Annexion ist fast abgeschlossen. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß Russland jetzt die Regionen Donetsk und Luhansk vom Rest der Ukraine abschneidet.
    Die nächsten „Aufstände“ werden wohl an der E-50 westlich dieser Regionen stattfinden.

  11. Zur Bestätigung: Es gibt angeblich Augenzeugenberichte, der Angriff auf Slowjansk habe mit dem Eintreffen von 30 russischen Fallschirmjägern begonnen.

  12. hier ein video des etwas dilettantischen Sturms in Slavyansk

    http://www.youtube.com/watch?v=CJkfbumGbYA#t=162
    (sogar in 4k ;) )

    Wenn man sich die Ausrüstung einiger Personen ansieht kommen allerdings mal wieder Zweifel auf, ob es sich hier um spontan formierte „Volksmilizen“ handelt.

    Manche wirken auf mich eher wie die von der Krim bekannten GRU/FSB SOF

  13. Die komplette Ausrüstung ist identisch. Vympel wurde als Einheit identifiziert. Zwei andere Einheiten kenn ich noch nicht. Außerdem sehr viele eingekaufte Berkut. Im ganzen Osten entstehen jetzt Straßensperren durch die Berkut und übergelaufene Polizeieinheiten.
    Das ukrainische Militär meldet, die Invasion der Ukraine habe begonnen.
    Es gibt Gerüchte, in einigen Städten würde die Bevölkerung aufgefordert, die Keller vorzubereiten.

  14. Jeden Schwachsinn aus dem Ukrainischen Twitter zu posten ist auch nicht wirklich konstruktiv.
    Selbst wenn man eindeutig auf einer Seite steht sollte man nicht unreflektiert alles übernehmen und glauben, was von „seiner“ Seite kommt.

  15. Hohenstaufen | 12. April 2014 – 20:00
    Die Bewaffneten, die vor der besetzten Polizeistation in Kramatorsk fotografiert wurden, sehen nicht wie sich spontan bewaffnende Bürger aus. Es wird spekuliert, ob es russische Spezialkräfte sind.
    https://twitter.com/EuromaidanPR/status/455037246320562176/photo/1

    Daran besteht kein Zweifel mehr, man muss nur den Ententest machen (»If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck, then it probably is a duck.«)

  16. Admiral Kabanenko (Ukraine) sagt, daß es sich um russische Spezialeinheiten handelt, und die Invasion der Südostukraine angelaufen sei.
    Sobald Kiew sich wehre, sollten reguläre russische Truppen die Grenze überqueren. Information stamme aus Moskauer Quellen.

  17. Video der Einnahme des Polizeiquartiers in Kramatorsk:

    https://www.youtube.com/watch?v=IWrmSA5kaWA#t=216

    In Slowjansk sind nur noch einzelne Journalisten von RT erwünscht. Alle anderen wurden verprügelt, bedroht und rausgeschmissen. Die Handymasten sind abgeschaltet. In der strategisch wichtigen Stadt soll sich auch eines der wichtigsten ukrainischen Munitionsdepos befinden.

  18. Sitzt in der Gegend rum. Die letzten Tage gab es Truppenverlegungen in den Raum Donetsk: Haubitzen, Panzer, Motschützen. Die Luftwaffe kurvt in der Gegend rum. Der SBU versucht, Speznaz-Einheiten zu erwischen und hat wohl auch ein paar gekriegt.

    Aber letztlich hat Janukowitsch das Militär in den letzten Jahren massiv „abgerüstet“ und alles in die Berkut-Einheiten zur Niederschlagung von Demonstrationen gesteckt.
    Die Panzer verrosten überall auf Halde, was noch fährt oder fliegt, war eingemottet und muß erst reaktiviert und repariert werden.
    Momentan baut man eine Nationalgarde auf, die mit reaktivierten BTR-4 ausgerüstet wird.

  19. @califax
    Wenn schon nicht zum Häuserkampf, zum Ausräuchern der Besatzer wird es schon reichen – zur Not schießt man eben das betreffende Gebäude zusammen um ein Zeichen zu setzen.

    Die Reaktion der Bevölkerung ist dann auch ein Indikator in wie weit sie hinter dem Gewaltmonopol des Staates steht.

  20. Das Problem ist, daß man nur bei der frischen Nationalgarde halbwegs die Loyalität kennt. Militär und einige Spezialeinheiten weigern sich, gegen die besetzten Häuser vorzugehen, da diese bisher alle mit menschlichen Schutzschilden umgeben sind.

    Das russische Militär ist locker in der Lage, die ukrainischen Truppen zu vernichten, ehe diese wirksam Widerstand leisten können. Es läuft auf einen Partisanenkrieg hinaus.

  21. Langsam zeichnet sich bei den heutigen Angriffen ein Muster ab: Es geht nicht um die Polizeistationen, sondern um Flughäfen, Bahnhöfe und Sprengmittel.

  22. ähh ja

    „unrestricted warfare“ haben wir ja nur ad infinitum im anderen thread diskutiert

    ;)

  23. Man geht gezielt auf die Polizei losgehen, und nimmt ihren tot bewusst war, damit sie auf die Demonstranten schießen
    Man ist Polizist alle wollen deinen tot, zum Zweck politischen Entscheidungen

  24. Denialability interessiert die Russen jetzt nicht mehr. Die Invasion rollt, und es wird nicht mehr über Föderalismus geredet sondern direkt über Kontrolle, Unabhängigkeit, „Referendum“, Annexion.

    Nachdem seit gestern das Video von der Krim online ist – mit denselben Einheiten, die jetzt gerade überall aktiv sind, wurde von ukrainischen „Aktivisten“ gerade ein Bus mit regulären russischen Soldaten gestoppt, der direkt aus Rostow kam. Die Soldaten wurden entwaffnet.

    In Slawiansk sind jetzt auch prorussische Journalisten nicht mehr sonderlich willkommen. Stück für Stück wurden heute ehemalige sowjetische Militärflughäfen eingenommen.

    Die Frage ist nicht mehr ob annektiert wird sondern wieviel.

  25. @califax:
    „Ende des Wunschdenkens: Russische Militärtransporter landen in Donetsk und Luhansk.“

    Wie bereits gestern bei ihrer „Meldung“ von anlandenden russischen Fallschirmjägern frage ich:
    Aufgrund welcher Quellen? Twittermeldungen?

    BBC, CNN, NZZ, etc vermelden dies zumindest 5 Stunden nach ihrer zweifelsfreien Meldung („Ende des Wunschdenkens“) noch nicht.

    Davon unabhängig ist natürlich eine russische Steuerung des Ganzen offensichtlich.
    Zumal Lawrow nun droht eine gewaltsame Räumung der besetzten Häuser habe erhebliche Konsequenzen:
    http://www.bbc.com/news/world-europe-27007491

    Die Russen sind nunmal gute Schachspieler – stets 3-7 Spielzüge voraus.

  26. Das indirekte bzw. verdeckte Vorgehen der Russen lässt bisher auch Ankündigungen eines Partisanenkrieges (http://www.buzzfeed.com/mikegiglio/residents-of-eastern-ukraine-warn-of-partisan-war-if-russia?s=mobile) ins Leere laufen.

    Nächster Zug der Ukraine:
    Räumung der besetzten Einrichtungen? (vom Innenminister bereits angekündigt)

    Nächster Zug der Russen:
    Wiederherstellung der Ordnung mit regulären Truppen? (von Außenminister Lawrow bereits angedeutet)

    Nächster Zug der Ukraine:
    Widerstand?? (von Einzelnen bereits angekündigt, s.o.)

  27. Für die Genießer des Absurden: Die neue Propagandalinie lautet jetzt Russophobie. Frisch gestartet, wird dieser Chor in den nächsten Tagen sehr viel Freude bringen.
    Wer den Kreml kritisiert, ist jetzt nicht mehr einfach nur ein Nazifreund, sondern ein Russenhasser.

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