Angriff mit den kleinsten Booten der Marine

Amerikanischen Minentauchern beim Kajakschiessen

Auch kleine, muskelbetriebene Boote taugen als Angriffsmittel: Bei einer Übung der Minentaucher vor dem Übungsplatz Putlos in der Ostsee vor Schleswig-Holstein trainierten US-Soldaten das Schießen vom Kajak aus, mit den (deutschen) Waffen G36 und MG5 auf Ziele an Land. Wer wie ich als (ziviler) Kajakfahrer schon mal versucht hat, mit einem Teleobjektiv vom Boot aus zu fotografieren, ahnt, wie schwierig das ist…

Die ganze Bilderserie der Übung INVITEX, aufgenommen am 10. April, gibt es bei marine.de.

Die gezeigten Kajaks sind Faltboote der deutschen Firma Klepper (unklar bleibt, ob die zur Ausrüstung der US-Minentaucher gehören oder aus Bundeswehrbeständen sind). Die Ausführung für die Spezialkräfte wird nicht nur mit einem Verdeck in Dunkeloliv (statt rot oder blau) geliefert, sondern auch mit einem Gestänge mit Tastmarkierungen – damit man die Faltboote auch im Dunkeln aufbauen kann.

(Foto: Bundeswehr/Björn Wilke)

43 Gedanken zu „Angriff mit den kleinsten Booten der Marine

  1. Bemerkenswert auch, dass der Bildbeschreibung zu Folge auch eine Minentaucherin der Amerikaner dabei war. So etwas gibt es in Deutschland wohl nicht.

  2. … und wenn es Frauen bei deutschen Spezialeinheiten gäbe, dann würde wieder eine Diskussion über die Tauglichkeit von Frauen in den Streitkräften losbrechen. Gab’s doch alles schonmal. Man erfreue sich lieber an der kleinen Bilderserie.

  3. Moin, Moin,

    es gab beim, damaligen SEK M, schon weibliche Bewerber. Diese haben aber nicht alle Anforderungen während der Ausbildung erfüllt. Für die weiblichen Bewerber gelten die gleichen Anforderungen wie für männliche Bewerber…und das ist gut so.
    Also, so hinterher sind die Deutschen dann noch nicht :-).

  4. Die deutsche Uniform schiesst aus einem Schlauchboot – afik – die Ostsee zeigt sich als kanutauglicher Ententeich.

  5. Zu beachten ist dabei aber, dass diese Navy-Taucher (es gibt sie aber auch bei allen anderen Teilstreitkräften) für Bergungsarbeiten, Reparaturen und dergleichen eingesetzt werden. Mit den deutschen Minentauchern oder gar Kampfschwimmern also nicht zu vergleichen.

    US Navy SEALs sind eine ganz andere Kategorie, da gibt es auch keine Frauen.

  6. >> Frauen bei US SOCOM? Cool. Da sind die Deutschen mal wieder Jahrzehnte hinterher.

    Bei den Boarding-Teams der Marine gab es schon weibliche Mannschaftsdienstgrade, und das KSK leiht sich immer wieder Frauen von anderen Einheiten aus. So weit ich weiß, gab es auch schon eine Frau, die KSK-tauglich war, dann aber von ihrem Vorgesetzten als unabkömmlich erklärt wurde. So gesehen sind wir eher gleich auf mit den Amerikanern, was Frauen bei den Spezialkräften angeht (siehe Cultural Support Teams, re: US Special Forces und Frauen) als hinterher.

  7. in den USA ist ein einsatz in entsprechenden einheiten auch unkritisch, da die anforderungen an die physis sich an der aufgabe und nicht am geschlecht orientieren.

    solange das in deutschland anders ist schränkt jede Amazone potentiell die einsatzfähigkeit der betroffenen einheiten ein.

    noch zwei korrekturen

    die amerikanischen minentaucher gehören nicht zum socom
    das socom hat als kampftruppe keine originären weiblichen mitglieder (nur support kräfte wie Marlene obig schon schrieb)

    was passiert wenn man frauen unter gleichen anforderungen eine chance gibt kann mann momentan schön am Marine Corps Infantry officer Course beobachten

    Fourteen women have tried, and failed, the Marines’ Infantry Officer Course. Here’s why.

    wapo.st/1hMtTto

  8. Bei der infanteristischen Komponente der Marine hat sich übrigens dieses Jahr ein bisschen was getan. Aufstellung eines Seebattaillons und des Kommando Spezialkräfte Marine (Kampfschwimmer). Leider spart man sich mal wieder die längst überfällige personelle Aufstockung der Kampfschwimmer. Hatte schon desöfteren den Eindruck, dass Spezialkräfte bei der Führung als auch im Beschaffungswesen eher unbeliebt sind.

  9. @xyz
    Wie hoch wäre denn der Bedarf an Kampfschwimmern? Kann die Bw überhaupt die Stellen nach STAN besetzen? Beim KSK ist das wohl bisher noch nie gelungen. A propos KSK: wird dort nicht dezentral beschafft? Die haben dabei eine relative „Narrenfreiheit“.

  10. @xyz:
    Das Problem sind weniger die Stellen, sondern der sehr geringe Anteil an BS-Stellen.

    Das ist ein Mosaikstein der schwachen Position der SpezKr innerhalb der jeweiligen TSK.

    Spätestens mit der nächsten Struktur gibt es hoffentlich ein SpezKr-Bereich – TSK-übergreifend mit Unterstützern.

  11. @Thomas Melber: Ich denke die Beschaffung des LUH und die Ausmusterung der Bo105 Swooper hat gezeigt, dass es keine „Narrenfreiheit“ gibt. Es findet sich in der BW immer ein hohes Tier, das besser zu wissen glaubt, was die Soldaten brauchen.

    „Kann die Bw überhaupt die Stellen nach STAN besetzen?“

    Wenn die Nachwuchswerbung so weiter geht nicht (in allen Bereichen). Allerdings ist das ein hausgemachtes Problem, das gerne auf den Wegfall der Wehrpflicht geschoben wird. Damit kann man sein eigenes Versagen gut kaschieren.

  12. …Klarstellung:

    Sollte der US Zopf im Klepper weiblich sein, ist sie sicherlich kein Navy Seal, da gibt es nämlich definitiv keine ;-)
    Ich vermute auch mal, dass es andere Kräfte sind oder ein Reservist.

    BW Minentaucher sind keine „Spezialkräfte“, sondern im BW Neusprech
    „Spezialisierte Kräfte“.
    Es ist richtig, die Kampfschwimmer heißen jetzt offiziell Kommando Spezialkräfte (Marine) haben ihre Org. Struktur anheben können, bekommen aber keine BS Stellen mehr und haben ein Rekrutierungsproblem.
    Die Jungs aus Eckenförde sind aber auf dem richtigen Weg und stützen zusammen mit dem KSK (Heer) die Idee eines eigenen Org. Bereiches
    _SPEZIALKRÄFTE BUNDESWEHR_ ….der kommen wird Herr Wiegold ;-)

    KSK (Heer) Es hat definitiv noch keine Frau das EFV Teil 2 bestanden, es gab mal zwei Damen die angetreten sind und schon nach dem Eingangstest im Teil 1 nach ein paar Stunden wieder entlassen worden und außer Reisekosten nichts verursacht haben.
    Die wenigen (guten) Frauen die es in der Ausbildung gibt ,werden für spezifische Aufklärungs/ Observationsaufträge ggf. benötigt und werden handverlesen im Headhunter Prinzip aus allen TSK/ Org. Bereichen gezielt angesprochen.
    Sie sind und werden aber KEINE Kommandosoldaten, sondern Aufklärungsfeldwebel SpezKr und davon wird es auch männliche Kameraden geben, da sie zusammen als „Paar“ agieren sollen.
    Es steht und stand jeder Frau seit 1996 offen sich zum EFV Kommandosoldat zu melden und daran teilzunehmen.
    Es gibt KEINE weiblichen Kommandosoldaten!

    Das KSK unterliegt grundsätzlich den BW Bestimmungen in Bezug auf das Beschaffungswesen, allerdings kann das KSK ,was seit über 10 Jahren im Dauereinsatz AFG ist und die Dauereinsatzaufgabe R&B Retten und Befreien –> Geisellagen Ausland( non permissive) –> HRO Hostage Release Operation als Alleinstellungsmerkmal im Aufgabenheft stehen hat , in diesem Zusammenhang schneller und einfacher beschaffen.

    Weiterbildung:
    Geisellagen Ausland (permissive environment) also rein klinische Polizeilagen im friedlichen befreundeten Umfeld können bei Einladung/ Anforderung des jeweiligen Staates! Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei (GSG9) gem. BPOL Gesetz §8 eingesetzt werden.
    Diesen Einsatz kann der BMI veranlassen muss aber ebenfalls das Parlament darüber informieren und ggf. abstimmen lassen. (im Nachgang)
    Alle anderen Lagen( also eigentlich alle aktuellen) sind gem.
    Parlamentsbeteiligungsgesetz/Weißbuch/ VPR/ KdB/TK SpezKr
    Aufgabe der Streitkräfte insbesondere der militärischen SpezKr KSK (H) KSK (M) und SOF air unter Abstützung ggf. FschJg EGB (Ranger)
    Die GSG9 hat zum Teil noch ihre Berechtigung im Inneren, wobei die Masse der polizeilichen Lagen die SEKs der Länder oder das MEK des BKA übernimmt.

    Die Zukunft gehört den militärischen Spezialkräften und irgendwann wird die Berliner Republik leider schmerzlich feststellen müssen, dass die künstliche Trennung Innere/ Äußere Sicherheit im Zeitalter der asymmetrischen Kriegsführung und nicht quantifizierbarer und qualifizierbarer globaler Risiken nicht zielführend sein kann.

    Gruß

  13. @xyz
    Sicher gibt es eine Budget-Schwelle, die nicht überschritten werden darf. Bei „Kleinmaterial“ ist das KSK wohl recht frei, daher ja auch die Bereiche Weiterentwicklung / Versuchszentrum.

  14. Zitat Freiherr von Schill | 18. April 2014 – 20:21

    „…Klarstellung…:“

    Kurz, knapp, präzise, verständlich
    hat mir einiges an Input gebracht. Das einzige bei dem ich meine Zweifel habe: Wenn ich die Ausrüstung KSM sehe (oder einen Teil davon), oder auch die der MiTa, da denke ich schon dass die, sagen wir mal, einen Bonus haben.
    Aber wissen tu ich’s natürlich nicht!

  15. Ahoi,

    es gibt keinen Beschaffungsbonus im Bereich KSM oder Seebattallion! Das gesamte Material durchläuft den Beschaffungsprozess wie jedes andere Material auch. Das was teilweise passiert, ist das die Einheiten sehr frühzeitig in den Prozess zur Erprobung eingebunden werden und, was viel wichtiger ist, immer sehr fundierte und gut begründete Forderungen gestellt werden…das steht übrigens allen Bereichen der Streitkräfte offen.

  16. Mir ist bisher nicht wirklich bekannt warum man überhaupt das KSM und das SeeBtl aufgestellt hat, das was ich kenne geht in Richtung die SpezKr müssen in einem eigenen Verband aufgehoben sein über Konkurrenzgedanke der KS zum Rest des SEK M bis zu wir müssen irgendetwas umstrukturieren damit es so aussieht als ob die Marine was macht.

    Fakt ist aber das diese Umstrukturierung der falsche Weg war da die KS nach wie vor nicht durchhaltefähig sind und sich somit langfristig selber ins Aus geschossen haben. Das SeeBtl nicht das Multitool der Marine ist sondern das Sammelbecken für alles was über war.
    Das SeeBtl besteht nur aus Einheiten die für sich eingesetzt werden können oder aus dem man eine kleine zusammengewürfelten Einheit bilden kann. Im gesamten ist der Verband aber zu unterschiedlich und da sehe ich auch wieder die inflationäre Einstufung in spezialisierte Kräfte als Problem. In meinen Augen sollten die spezialisierte Kräfte alle ein gleich hohes Leistungsniveau haben und das wird im SeeBtl nicht möglich sein, das SeeBtl wird in der Praxis schon an der Besetzung der ca. 800 Dienstposten scheitern.

    Der richtige Weg wäre in meinen Augen die Beibehaltung des SEK M in der ursprünglichen Gliederung (bei Aufstellung) gewesen, so hätte man die ganzen Spezialkräfte und spezialisierten Kräfte in einem Verband gehabt (inkl. EGB-Komponente), zusätzlich hätte man die Dienstpostenbesetzung Kommandeur auch für MiTa und MSich öffnen müssen um diese KS-Bevorzugung zu unterbinden, das war damals der Einstieg in den Abstieg. Das MSK hätte in vergleichbarer Weise bestehen bleiben können.

    Im Bezug auf das Beschaffungswesen ist es ja so das Spezialkräfte und Spezialisierte Kräfte Zugriff auf unterschiedliche Ausrüstungssätze haben und teilweise dafür nicht auf andere Ausrüstungssätze (z.B. IdZ) zugreifen können (oder nur mit ziemlichen hin und her), bei der Marine kommt noch hinzu das durch die Seediensttauglichkeit nicht selten kein anderer Weg möglich ist als eine eigene spezifische Marine-Beschaffung.

  17. @Freiherr von Schill

    und wieviel Männer haben ausser Reisekosten nichts verursacht?

    MKn muss man schon gut sein um bei sowas überhaupt Reisekosten verursachen zu dürfen und so ca 10% bestehen den Test und von denen überstehen auch nicht gerade viele die Ausbildung!

    @Sven

    Oh my, ich habe mal gehört , das gewisse Kräfte soll Regelmässig Ausflüge zum Globetrotter IIRC Köln machen..

    COTS etc ist in anderen Armeen schon bei der regulären Truppe üblich(Von Privatbeschaffung gar nicht erst anzufangen)

    @Marine

    Spezialisierte Kräfte haben durchaus unterschiedliche Leistungsprofile mKn also warum sollte die Anforderungen gleich sein?

    Allgemein
    Betreffs Frauen: wie sehr ist Ausrüstung, spez Schuhwerk, Rucksack, ggf Schutzausrüstung etc eigentlich auf ihre anatomischen Bedürfnisse abgestimmt?

  18. @ ThoDan,

    „Spezialisierte Kräfte haben durchaus unterschiedliche Leistungsprofile mKn also warum sollte die Anforderungen gleich sein?“
    Das ist richtig, ich bezog mich damit auf die verschiedenen Einheiten des SeeBtl nicht TSK übergreifend.

  19. @chickenhawk
    „Zu beachten ist dabei aber, dass diese Navy-Taucher für Bergungsarbeiten, Reparaturen und dergleichen eingesetzt werden“

    Das ist in den USA was anderes als Navy EOD. EOD ist eine eigene Gruppe mit höheren Anforderungen. Daneben gibt es noch normale Taucher. Das sind aber unterschiedliche Einheiten, Ausbildungen und Aufgaben.

  20. Hallo nochmal,

    @Marine: die Umstrukturierung ist eine logische Konsequenz aus NATO Doktrien zudem es nur sinnvoll ist SpezKr durch SpezKr geführt werden sollten…alleine schon, dass das Führungspersonal den selben Background hat. Das wäre übrigens auch in anderen Teilen der Streitkräfte manchmal wünschenswert…just my 50 Cents.
    Was die Durchhaltefähigkeit von SpezKr betrifft…Einsätze von SpezKr sind nicht auf Durchhaltefähigkeit angelegt. Einsätze von SpezKr sind nur auf begrenzte Zeit durchführbar und auch so anzulegen. Leider hat der Afghanistaneinsatz diese Prämisse sehr aufgeweicht…übrigens hatten nicht nur die Deutschen grosse Probleme mit der Durchhaltefähigkeit. Das war auch der Grund warum sich Calw und Eckernförde bei der TF 47 verfangen habdn.
    Übrigens, der Kommandeur im SEKM isteine Wechselstelle zwischen KS, MiTa und Boarding gewesen.
    Was das Seebattallion betifft, die jetzt im Seebattallion vereinigten Fähigkeiten haben schon in den Jahren zuvor eng zusammen gearbeitet und geübt. Ich sehe es sehr wohl als ein Multitool in dem der Marine ein weites Fähigkeitsspektrum zur Verfügung und ich hoffe sehr, das die Marine es auch +artgerecht+ einsetzt.
    @ThoDan: natürlich wurde auch bei Globetrotter +beschafft+…wie auch bei Ranger usw.

    Gruß

  21. @Schill
    Was sind denn BS Stellen ? Wäre mir neu das man Stellen nun auf BS codieren kann.

    Ich teile ihre Ansicht nicht, einen OrgB brauchen die SpzKräfte nicht. Wenn dann gliedert man sie in die SKB ein wo etwas Querschnittliches hingehört, aber das kann ja auch keiner wolle , oder?

  22. @ Fred – SpzKräfte haben meistens einen eigenen OrgB (in den USA sogar mit eigener Finanzierungsquelle und als qasi eigenständige TSK), da sie sehr von der ebenfalls spezialisierten Unterstützung und Führung abhängen (spezielle Hubschrauber mit entsprechend ausgebildeten Piloten, spezielle Boote mit entsprechend ausgebildeter Besatz usw..) Das macht man nicht mal eben in der SKB oder mit einem normal ausgebildeten Heeres-/Marine-Kutscher. Es werden spezifische Verfahren benötigt, die innerhalb der NATO genormt sind um mit den SpzKräften anderer Nationen kooperieren zu können. Wir sind gerade bei der Unterstützung von SpzKräften ein Entwicklungsland und erreichen nicht das von der NATO gewünschte Niveau.

  23. @Bang50

    Wobei man bei einem eigenen Org-Bereich auch immer einen gewissen Preis zahlt. Man benötigt plötzlich viele Spezialkräfte in Strukturen, die nicht unbedingt den eigentlichen Output liefern. Nicht, dass ich dies den Spezialkräften nicht vergönne: Wenn man aber schon die aktuellen Dienstposten nicht ausschöpfen kann, sollte man da schon zweimal darüber nachdenken. Die USA dient nur begrenzt als Beispiel, da die Größenordnung nunmal eine andere ist. Bei einer schrumpfenden Truppe in der Bundeswehr kann man eher über eine Reduzierung der Org-Bereiche, als über deren Aufwuchs nachdenken. Ich sage nur Stichwort „Wasserköpfe“. Die Partikularinteressen sagen natürlich etwas anderes…egal ob San, Spezialkräfte, Marines, SKB,…

  24. @bang
    Danke für die Informationen, aber alle dies ist mir durchaus bewusst.
    Ich sehe das ähnlich wie Stefan, Schon alleine von der Größe und den Aktionen sind unsere SpzKräfte Mit denen der USA nicht vergleichbar.
    Ein eigener Strang in der SKB mit Unterstützungelementen kann ich mir da echt eher vorstellen.

  25. @ Sven,

    „Übrigens, der Kommandeur im SEKM isteine Wechselstelle zwischen KS, MiTa und Boarding gewesen.“
    Die STAN gibt das evt. auch jetzt noch her, aber die gelebte Praxis war eine andere, der Erste Kommandeur SEK M war MSichOffz der Rest alle KS-Offz.

    Für MSichOffz gab es nur die Stelle im MSK und für MiTa nach meinen Infos auch, das ist ja auch der Grund warum der aktuelle Kommandeur MSK/ Seebtl MiTa-Offz ist.
    Unter Strich ist das auch nicht das Problem, abgesehen vom Ersten Kommandeur SEK M hat der Rest es nicht verstanden das SEK M als ein Verband zu führen sondern Klientelpolitik betrieben und das ist eine schlechte Eigenschaft für einen Kommandeur.

    „die jetzt im Seebattallion vereinigten Fähigkeiten haben schon in den Jahren zuvor eng zusammen gearbeitet und geübt.“ Die Beziehungen MSK und SEK M waren nie besonders gut, das wurde erst in den letzten Jahren besser. Die Zusammenarbeit MiTaKp und BoardingKp war ok, da einige wenige MiTa in der letzten Zeit Teil des eingeschifften Boardingteam waren. Aber zwischen MSK und SEK M waren die Berührungspunkte marginal. Zu dem ist der Leistungsstand mit allen Vor- und Nachteilen zu unterschiedlich, mal sehen wie sich das entwickelt.

  26. @Marine
    2. Kommandeur SEKM war ebenfalls Minentaucher. Im Wechsel wurde dann eben der S3 durch einen Kampfschwimmer belegt. Die Problematik lag später einfach darin das es schlichtweg keine Minentaucheroffiziere mehr gab, die hätten Kdr werden können. Die Stelle des Kommandeurs MSK war nie Waffentaucheroffizieren vorbehalten.
    Sie scheinen ziemlich dicht am Geschehen zu sein, bei diesen Aussagen. Sie wiedersprechen sich in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Woher haben sie diese Statement ’s zB: Zusammenarbeit Mita-BKp ok, was war denn nicht ok??
    Trennung
    MMn. hätte man die Waffentaucherei nicht trennen sollen. Wie am aktuellen Bsp USN EOD oder auch bei den Franzosen unterstützen EOD IED Operator SOF Teams TSK übergreifend. Die Kampfmittelbeseitigung ist zu komplex das diese Aufgabe von einem Breacher o.ä. „mal“ nebenbeigemacht wird. Andere Nationen sind da, wiedermal, einsatzorientierter schlichtweg besser ausgerichtet.

  27. Ahoi,

    @Marine/ Realist:
    Also, die Kommandeursfrage SEK M ist ja jetzt geklärt…es stimmt, das einfach keine geeignete MiTa Offz. bzw. 76er Offizier im Rohr waren um Kommandeur zu werden. Der Kdr. MSK war immer ein reiner Sichererdienstposten der nur, im Rahmen der Neuorganisation, an einen MiTa Offz. gegangen ist und jetzt im Seebattallion aufgegangen ist. Im SEK M selber gab es wenig Reibungen zwischen den einzelnen +Fähigkeiten+. Vieles wurde von draussen reininterpretiert…was es gab und immer noch gibt ist der Waffenstolz der einzelnen Kompanien.
    Was den Leistungsstand betrifft zwischen MSK, Boarding, MiTa und KS muss man sagen das man es nicht vergleichen kann. Eines kann aber festgestellt werden das jeder in seinem Bereich ein absoluter Spezialist ist was auch die Erfahrungen aus AFG oder auch ATALANTA bestätigen.
    Was die Trennung der Waffentaucherei betrifft, ist es eine logische Konsequenz dessen was schon vorher gesagt wurden ist (NATO usw.) aber da ist auch ein wenig versäumt wurden. Das kann/ muss aber aufgeholt werden…trotz allem wurde, neben der Breacher Ausbildung, auch KS zu MiTa ausgebildet. Man hat aber festgestellt, das alleine die InÜbungHaltung der verschiedenen Verwendungen einen so großen Zeitaufwand erfordert, das man diese Soldaten nicht mehr in den Einsatz bekommt. Da muss eine Änderung herbeigeführt werden in der Vorschriftenlagen.
    In diesem Sinne noch ein schönes Restostern

  28. @ Realist,

    müsste FKpt Tschauder gewesen sein, habe ich leider nicht kennengelernt.
    Wobei die Aussage mit nicht ausreichend MiTa-Offz halte ich für relativ dünn insbesondere im Vergleich zu den KS-Offz, die Personallage der MiTa war ja nicht immer so schlecht wie in den letzten Jahren.

    Grundsätzlich haben Sie aber auch ein Talent dazu das aus einer Aussage zu lesen was dort nicht steht und was Sie lesen möchten. Ich habe nicht geschrieben das die Stelle Kdr MSK den WaTa-Offz vorbehalten war sondern im Gegenteil das es eine MSich-Stelle war und „evt.“ eine MiTa-Stelle. Das gleiche betreiben Sie mit meiner Aussage zur Zusammenarbeit MiTa-Boarding, dort steht nicht das die Zusammenarbeit schlecht war sondern das sie „OK“ also gut war.
    Abgesehen davon können Sie sich sicher sein das ich ausreichend dicht am geschehen war/ bin.

    @ Sven,

    auch hier bezog sich der Vergleich des Leistungsstandes nicht auf KSM – SeeBtl sondern nur SeeBtl (intern).
    Bezüglich der Reibung im SEK M war es sicherlich nicht so das man bis auf Blut verfeindet war, auch hier lief es im wesentlichen auf Einheitsebene ausreichend gut, was aber deutlich zu erkennen war das von Seiten des Stab SEK M nicht allen Einheiten die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wurde, da gab es über die Jahre sicherlich Nuancen.

  29. @Marine
    hm, was anderes habe ich zum Leistungsstand doch nicht gesagt…jeder ist auf seinem Gebiet ein nachgewiesener Experte.
    Das stimmt schon ein wenig, das von Seiten des Stabes nicht immer alle die gleiche Aufmerksamkeit bekommen haben aber unter dem Strich kann man sagen, unabhängig vom Kommandeurshintergrund, alle Einheiten gerecht betrachtet wurden. Viele Entscheidungen (Zulagen beispielsweise) lagen auch ausserhalb des SEK Ms.

  30. @Fred

    BS-Stellen für Unteroffiziere sind nach Verwendungsreihen gekodet, Kampfschwimmer haben eine eigene VR (VR34) und es kann schon sein dass da zuwenig BS-Stellen sind. Da ist die VR34 nicht alleine, in manch anderer VR war es de facto einfacher über die Fachdienstoffizier-Schiene BS zu werden (separater BS-Stellen Pool, Bewerber gehen auch aus mehreren VR in jeweils grössere Pools) als als Unteroffizier. Insbesondere für Operateure (20er VR’s), ist der Offz MilFD oft de facto „Laufbahnziel“, auch weil diese mehrere alternative Möglichkeiten zum MilFD haben (z.B. „klassisch“ oder als Fliegerleiter). Auch Techniker haben relativ gesehen viel bessere Möglichkeiten und ohnehin sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt wenn sie nicht BS werden oder werden wollen.

    Kampfschwimmer mit ihrer kleinen separaten „Community“ haben eine solche Vielzahl an Möglichkeiten nicht und wenn ein Bewerber mit Verstand (oder gut beraten) sieht dass er jenseits des 15. SaZ Dienstjahres (verlängert) keine Perspektiven hat geht er halt in eine andere VR.

  31. @All

    Das obige Bild, welches Minentaucher schießend im Kajak zeigt, ist totaler quatsch! Hier versuchen Mienentaucher, egal ob US Navy oder DEU einfach nur Spaß zu haben. Anders kann ich soetwas nicht deuten!

    Gentlemen, das Einzige was im Bezug KSM noch Sinn macht und m.M nach auch kommen wird, ist die Unterstellung der Kampfschwimmer an die KSK als maritimer Zug. Wer die Vorbereitung und den Wechsel beobachtet hat, kann den Scherbenhaufen jetzt nachvollziehen, vor dem das KSM im Moment steht.
    Ich sehe bei der Personaldecke auch keine Möglichkeit dies zu retten!

    Dem Seebattailon sage ich eine große Zukunft voraus. Hier funktionierte die Zusammenlegung, was man schon allein bei dem Zeremoniell eindrucksvoll sehen konnte.

  32. Bei dem ganzen Halbwissen hier kommt mir ein bischen das würgen. Hab auch nicht die Zeit und Lust Einiges klarzustellen. Nur soviel : In den Bildern wird gezeigt wie Amerikanische und deutsche Minentaucher üben sich mit Waffen zu verteidigen, falls sie bei den Suchverfahren VSWD oder Harbour Opening angegriffen werden.

  33. Wer sich soweit aus dem Fenster lehnt, sollte wissen, über was er schreibt: Die amphibischen Züge des Kommando Spezialkräfte bilden eine Verbringungsart (Wasser) und eine Spezialisierung (Dschungelkrieg) ab, so wie drei der vier übrigen Züge einer Kommandokompanie: Land / Wüste, Gebirge / Arktis und Fallschirmsprung, zzgl. der Fernspäh- / Scharfschützenzug.
    Für die Kampfschwimmer stellt das Wasser aber nicht nur eine Verbringungsart (insb. Tauchen, was die amphibischen Züge nur begrenzt abbilden), sondern sie führen den Kampf gegen Ziele im und am Wasser aus dem Wasser, z.B. gegen Schiffe und Hafeneinrichtungen.

    Und zum Schießen aus dem Kajak: Da Sie sich ja besonders auskennen, sollte ihnen der Begriff „Feuer und Bewegung“ bzw. „Keine Bewegung ohne Feuer, kein Feuer ohne Bewegung“ ja etwas sagen. Wie denken Sie denn, dass sich Kampfschwimmer / Minentaucher / amphibische Züge bei der Verbringung mit dem Kajak sichern?

    http://l.hh.de/pjnZ9r
    https://www.youtube.com/watch?v=UXeQC9Cl2ss
    http://www.defenceweb.co.za/images/stories/LAND/LAND_new/sf8.JPG

  34. @Teichfrosch: Aus Ihrer Froschperspektive können Sie sicher und gewand mit Worten wie VSWD und Harbour Opening umgehen!
    Stellen Sie doch mal aus Ihrer Sicht ausführlich klar!
    Mich würde das brennend interessieren!

    Das VSWD Verfahren wird nicht und niemals ohne Schutzkräfte die vorher eingesickert sind, oder am Minenfeldrand warten stattfinden. n Ihren Booten werden die Minentaucher auch auf amagnetik acht geben, da auch Anti Invasionsminen in Küstenbereichen mit Magnetzündern ausgestattet sind. Es ist schlichtweg Ihre Unkenntnis über die Materie Minentaucher und die Gefahren die auf diese Komponente bei VSWD oder HO wartet, die Ihnen im Hals stecken bleibt.

    @Boots on the ground: Mit der Materie KSK habe ich mich lange beschäftigt. Ich stimme Ihnen zu Ihrer Ausfertigung zu. Meine Intention war es auch nicht den IST Zustand darzulegen, sondern die Planungen die geschrieben in Schubladen liegen, also den (möglichen) SOLL Zustand zu beschreiben.
    Unter welcher Führung auch immer?!

    Ihr infanteristischer Erguss. „Kein Feuer ohne Bewegung….“ belegt natürlich den ursprünglichen Wunsch Ihre Fachkompetenz in Bezug auf Minentaucher zu untermauern, verfehlt aber hier völlig den Kern der Aussage!
    Wenn hier ein Schießen mit der US Navy aus dem Kajak stattgefunden hat, dann nur um „neues“ zu üben und Spaß zu haben. Alles andere ist unfug!

  35. Vielleicht haben ja beide Seiten Recht:
    Schießen zur Selbstverteidigung UND zum Spaß haben.
    Habe mir sagen lassen, dass das nicht ungewöhnlich wäre. ;-)

    @Boots on the Ground:
    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, die deutsche Klepper-Werbung würde anders aussehen…

  36. Was den Trainingswert dieses Plantscherschießens betrifft:
    Falls mich mal Leute in schaukeliger/wackliger Situation aus einer Geiselnahme befreien sollten, wäre es mir ganz persönlich durchaus lieb, wenn da Leute geschickt würden, die sogar beim Wellenhüpfen im Gummiboot ihre Knarre im Griff hätten.

    Ich hab zwar noch nie mit einem Sturmgewehr geschossen, aber was schon kleine Wackler im Trefferbild machen können, weiß ich durchaus aus praktischem Erleben. Also wenn es nicht die sonstigen Ausbildungskomponenten zu stark beeinträchtigt, dann kann man die Eliteeinheiten gerne so oft als möglich ins Geplantsche schießen schicken. Nur für den glücklicherweise unwahrscheinlichen Fall, daß die mal an mir vorbei auf einen Drecksack schießen müssen.

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