Jung&Naiv in der Ukraine

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Viele Leser hier kennen das Format Jung&Naiv von etlichen Videos, in denen ich was zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik erklärt habe. Deshalb gerne der aktuelle Hinweis: Tilo Jung und sein Team sind in der Ukraine unterwegs und machen Interviews. Derzeit in Kiew (siehe Foto oben – Tilo schreibt dazu: Just talked to Lesya Orobets who wants to become Kiev’s next mayor. She’s running for Tymoshenko’s party. Aber auch mit dem Rechten Sektor hat er gesprochen.

Eine Übersicht über die bereits veröffentlichten Jung&Naiv-Videos aus der Ukraine gibt es hier; dem Team kann man auch via Twitter folgen.

 

 

25 Gedanken zu „Jung&Naiv in der Ukraine

  1. Naiv – sicherlich; EU nicht bald aber NATO demnaechst – jedenfalls hoerte sich der Wunschzettel so an..
    Leider spricht Hr. Jung offenbar weder Russisch noch Ukrainisch somit bekommt er die Meinung der ‚einfachen‘ Leute auch nur gefiltert.

  2. Offtopic: Hübsches Paar
    Topic: Ich stimme meinem Vorredner zu. Derweil lerne ich das ukraiinisch scheinbar eine eigene Sprache ist. thx

  3. @ Ted
    Ukrainisch ist eng verwandt mit Russisch, gilt aber als eigene Sprache, hat zwei Buchstaben im Alt-Kyrillischen Alphabet (Lautgebung) mehr als das Russische. Es ist mehr eine Sache der Grammatik (SPO u.ae) als der Vokabeln.
    Wenn Sie Skandinavien kennen: Etwa wie Norwegisch (Bokmal) zu Daenisch – aber man versteht sich gegenseitig.
    Jedenfalls habe ich jahrelang mit Ukrainern zusammengearbeitet und sie sprachen (Generation der zZt 50-Jaehrigen) auch unter einander Russisch, mit einigen ukrainischen eingeschobene Vokabeln..
    Im Gegensatz dazu Litauisch, welches wie Russisch klingt, aber man versteht kein Wort.

  4. „Derweil lerne ich das ukraiinisch scheinbar eine eigene Sprache ist. thx“

    Ukrainisch und russisch sind sehr ähnlich. Ukrainisch wurde nicht ohne Grund früher „kleinrussisch“ genannt. Gesprochen wird in der Ukraine , auch im Fernsehen z.b., Surschyk, eine Mischung aus ukrainisch und russisch die jeder im Lande versteht.

    Eine eindeutige lokale Trennung von russisch und ukrainisch gibt es in Ukraine weder in sprachlicher noch ethnischer Hinsicht. Der starke Gegensatz der in einigen Medien derzeit projiziert wird besteht in der Ukraine so gar nicht.

    Im galizischen äu0eren Westen überwiegt Ukrainisch. Im äußeren Osten überwiegt russisch. Die weite Mitte dazwischen ist aber sehr gemischt und es ist durchaus üblich mitten in einem Gespräch die Sprache (häufig themenabhängig) auch mehrfach zu wechseln.

  5. Zur Sprache noch.

    Das Parlament hat ja als allererstes beschlossen die russische Sprache als zweite Amtssprache zu verbieten Das der neue „Präsident“ unter Druck der EU dann entschärft und gesagt er will das Gesetzt nicht unterzeichnen.

    Jetzt werden aber auf allen amtlichen Webseiten der Ukraine die russischen Versionen abgeschaltet. (Quelle: Detlef Borchers) Ist das jetzt Cyberwar :-)

    Die Regierung macht sich sehr große Mühe die dem Russischen zugeneigten Ukrainer zu diskriminieren und in die Arme Rußlands zu stoßen. Wer Ausgleich will würde anders handeln.

  6. Hmm… da scheint sich der Herr Borchers zu irren. Oder aber die brauchen noch Zeit dafür. Z.B. das Bildungsministerium ist auf russisch, ukrainisch und englisch zu erreichen.

  7. @B: Fahren Sie mal so südostwärts und/oder nordostwärts von Lublin (Polen) ins Dreiländereck und mischen sich diesseits und jenseits der Grenzen unters Volk. Genau das Vergnügen habe ich mir mehrfach gemacht und analytisch genossen

    Sie haben offenbar von Sprachen und Ethnien sowie von grenzüberschreitenden Kulturen keine Ahnung und glauben hier nur billigste und primitivste Propagande und/oder Provokation verbreiten zu können.

    Suchen Sie sich bitte Ihre eigene neue Plattform, wenn denn Ihre alte HOMEPAGE mangels Resonanz nicht Ihren wie auch immer gearteten Intentionen gerecht wird!

    T.W.: Die „Grätsche“ bitte, Danke!

  8. @Vtg-Amtmann

    In der Tat. Die Bitte, nicht in persönliche Angriffe zu verfallen, gilt für Sie wie für alle anderen hier.

  9. Sooo unrecht hat der Amtmann aber nicht, auch wenn da eine Privatfehde ausgefochten wird ;)

  10. Nur lustig das der Amtmann andere dazu auffordert sich eine „eigene neue Plattform“ zu suchen. Gemessen daran von wie vielen Plattformen er schon rausgeschmissen wurde.

  11. @Swoop: OT: Sie verwechseln Plural mit Singular und Masse mit Niveau. Also Vorsicht bitte und bitte vielleicht etwas mehr Substanz in der Argumentation!
    @T.W.: Sorry, das mußte sein, kommt nicht wieder vor.

  12. Dass B traditionell die tollsten Märchen erzählt ist ja nun wirklich kein Geheimnis, aber was soll man machen, auf jeden seiner Beiträge antworten „Ähnlichkeiten der Handlung mit lebenden Personen oder aktuellen Ereignissen sind rein zufällig“?

    Wobei B sich gerade in aktuellen Beitrag selbst ein Bein stellt hat, erst verkündet er dass Ukrainer und Russen ja achsototal identisch sind und gleich sprechen und die gleiche Kultur leben und dann regt B sich darüber auf dass die russische Sprache und Kultur unterdrückt wird. Also was nun? Marschiert Putin nun gegen Kiew weil die ihm zwei Konsonanten klauen?

    Ja, das ist eine Meta-Diskussion. Das lässt sich aber nicht ganz vermeiden wenn man verdeckte Propaganda entlarven will.

  13. naja, ob russisch und ukrainisch so nah verwandt sind wie hier kolportiert ist auch fraglich. die schnittmengen (gramatikalisch und lexikalisch) zum polnischen (westslawisch) und weißrussischen (ostslawisch) sind da doch größer als zb zum russischen

  14. @ markus, d.Ae.
    Mit Schnittmengen kenne ich mich nicht aus, aber da das Ukrainische die aeltere Sprache ist und beide Kyrillisch schreiben betrachte ich das moderne Russisch als ‚Derivat‘ , auch die Schrift bringt groessere Gemeinsamkeiten in der Kultur als die lexikalische Bedeutung.

  15. Mein Vorposter illustriert gerade sehr anschaulich, dass man in Osteuropa selbst über Sprachen nicht ideologiefrei sprechen kann.

  16. @Vtg-Amtmann „Sie haben offenbar von Sprachen und Ethnien sowie von grenzüberschreitenden Kulturen keine Ahnung und glauben hier nur billigste und primitivste Propagande und/oder Provokation verbreiten zu können.“

    Hier, exklusiv für Sie, die allerbilligste Propaganda direkt aus Putin’s Propagandaorgan*:

    The error is to believe there is a fratricidal separation between Russian and Ukrainian speakers and to assume that everyone who speaks Russian at home or voted for Mr. Yanukovych would prefer to be a citizen of Mr. Putin’s Russia. The reality of Ukraine is that everyone in the country speaks and understands Russian and everyone at least understands Ukrainian. On television, in Parliament, and in the streets, bilingual discussions are commonplace.

    (NYT OpEd von CHRYSTIA FREELAND, „The author of “Sale of the Century: Russia’s Wild Ride From Communism to Capitalism” and a Liberal member of the Canadian Parliament.“ , 7. März 2014)

    *kann Ironie enthalten

    „Suchen Sie sich bitte Ihre eigene neue Plattform, wenn denn Ihre alte HOMEPAGE mangels Resonanz nicht Ihren wie auch immer gearteten Intentionen gerecht wird!“

    mangels Resonanz?

  17. So, alle Hinweise von mir bleiben sinnlos. Also mal Klartext:

    Ich habe jetzt alle Kommentare auf moderiert gesetzt. Kommentare, die persönliche Angriffe, Beleidigungen etc. enthalten, lösche ich ohne Hinweis. Und ja, ich weiß, es reagiert einer nur auf die Anwürfe des anderen,. Damit haben wir eine endlose Spirale.

    Sorry, so geht’s nicht. Bis auf Weiteres müssen jetzt alle Kommentare von mir freigeschaltet werden. Das ist zwar für eine Diskussion nicht sehr förderlich, aber ich sehe keinen anderen Weg – alles, was ich dazu sage, interessiert ja keinen.

  18. @TW
    Tja, wie im Großen, so im Kleinen. Vielleicht sollte man Rußland, die USA und die EU auch auf „moderiert“ setzen.

  19. @ JCR
    Wo, bitte, sehen Sie eine Ideologie bei meinem Sprachvergleich? Wuerde mich doch interessieren.

  20. Herzlichen Dank, Herr Wiegold. Im Zuge der Ereignisse auf der Krim sackte die Qualität der Kommentare, die auf dieser Plattform sonst im Vgl. zu anderen Blogs angenehm hoch war, ziemlich ab. Da schwingt zur Zeit manchmal auf beiden „Seiten“ etwas zu viel „Block-Denken“ mit. Schließlich erlaubt erst der Blick auf die Sichtweisen sämtlicher beteiligter Fraktionen einen Funken dessen, was man vielleicht (schwierig genug, ich weiß) als „nahe an der Wahrheit“ einordnen könnte. Parteiisch sind schließlich alle beteiligten Nationen, ob sie wollen, oder nicht. Denn dahinter stehen ja auch nur Menschen – darob hier in der Kommentarspalte persönliche Händel auszutragen, wäre müßig. ;)

    Da es meinen ersten Kommentar als bisher stiller Leser darstellt, möchte ich diese Gelegenheit im Übrigen nutzen, T.W. für dieses vorzügliche Blog zu danken. Immer wieder sehr informativ! Weiter so!

  21. @Mike
    Da schwingt schon eine starke Wertigkeit mit.
    Noch dazu kann man kaum Aussagen über die slawischen Sprachen im Mittelalter treffen.
    Eine säkuläre slawische Schriftsprache entstand nun mal viel später als das Deutsche oder Französische.
    Die Kirche im Kiever Rus benutzte Kirchenslawisch, was der Mann auf der Straße sprach wissen wir schlichtweg nicht, es dürfte sich aber etwa gleich weit weg von beiden heutigen Sprachen bewegen. Das heutige Ukrainische entstand im 18. Jahrhundert aus dem Ruthenischen.
    Das Russische hat aber wohl definitiv eine wesentlich längere literarische Tradition und das Ukraininische existierte bis zum Aufkommen eines ukrainischen Nationalismus im 19. Jahrhundert nur als gesprochene Sprache.
    Taras Schewtschenko war der erste Dichter, der überhaupt in Ukrainisch schrieb.
    Selbst berühmte ukrainische Dichter wie Gogol schrieben

    Eine Gleichsetzung „Kiewer Rus = Ukraine“ ist genauso Ideologie wie eine Gleichsetzung „Kiewer Rus = Russland“

    Das ist das Problem daß in diesen Gegenden bis weit in die politische Mitte ein völkisch geprägter Nationalismus vorherrscht, der bei uns eher im 19. Jahrhundert zu finden war.

    In dieser Region ist Geschichte weniger Wissenschaft als Legitimations- und Kampfmittel.

  22. @JCR
    Wir beide scheinen einer unterschiedlichen Bedeutung des Wortes Ideologie zu folgen.
    Aus meiner Sicht ist eine Ideologie als eine Summe von Dogmen(i), als Brett vor dem Kopf zu verstehen.
    Zur Sache: Sie haben recht, wenn Sie sich nur auf das Erscheinen die Schriftsprache beziehen, andererseits ging es, besonders Gogol, um eine groessere Leserschaft im Russischen. Zeigt aber auch, dass beide Sprachen, wie ich bereits schrieb, sehr aehnlich sind. .
    Ich habe die Kyrilische Schrift – zur Abgrenzung nach dem Westen hin – als gemeinsames Erbe von Russen und Ukrainern betont.
    Andererseits ist das Slavonic (Altes Kirchenrussisch, heute noch im Orthodoxen in Gebrauch) tatsaechlich im Schriftbild der Ukrainer zur gleichen Zeit aufgetreten wie im Russischen, da es aelter ist als beide.

  23. Dass Zar Jossif Wissarionowitsch Putin I. die Swoboda-Partei hasst, ist schon alleine wegen ihres Namens gut verständlich, denn welcher Diktator liebt schon die Freiheit? Auch die Hysterie der deutschen Linken über die ukrainischen Nationalisten überrascht niemanden wirklich, trauert sie doch schon seit fast 25 Jahren dem „antifaschistischen Schutzwall“ hinterher. Aber dass selbst sogenannte „seriöse Medien“ ihren unbedarften Lesern und Zuschauern weismachen wollen, ein 150 Millionen-Volk mit Atomwaffen und der größten Armee Europas müsse vor einer Handvoll rechter Spinner aus den wolhynischen Wäldern zittern, ist eine neue Qualität. Nach der Logik dieser Pseudo-Journaille wäre vermutlich auch der Einmarsch der Roten Armee in Sachsen gerechtfertigt, um die dortige NPD zu bekämpfen.

  24. Dieser Beitrag wäre selbst in der Kommentarsektion von Welt Online eher unteres Niveau.

    [Bitte. Jetzt kommen doch wieder die Anwürfe… Geht das auch anders? T.W.]

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