ArcticWatch: Russia flexing its muscles

Not even a week ago, I chaired a panel discussion in Berlin on the Strategic Challenges of the Arctic Sea. All panelists – a Danish military, a Canadian researcher, a British researcher and the Head of Strategic Planning for NATO – were pretty adamant about their impression that all nations with interests and stakes in the Arctic were willing to resolve disputes in the region peacefully. (Regretfully, no Russian representative had been found to take part in this panel.)

A week later, there are sounds from Moscow which seem to contradict a general impression for the peaceful solution of disputes. AFP reports:

President Vladimir Putin ordered Russia’s military on Tuesday to step up its presence in the Arctic after Canada signalled its intention to claim the North Pole and surrounding waters. (…)
Putin told an expanded defence ministry meeting that Russia’s national interests and security lay in bolstering its presence in the Arctic after making a brief post-Soviet retreat.
„I would like you to devote special attention to deploying infrastructure and military units in the Arctic,“ the Kremlin chief said in televised remarks.

Russia reacts to the Canadian claim to the North pole, and this might give a taste of how the different claims to ressources under the Arctic may play out in the future.

Well, of course this does not mean that a military standoff in the Far North is at hand. However, it’s something to watch also from the security perspective more closely.

17 Kommentare zu „ArcticWatch: Russia flexing its muscles“

  • Spring-Brauner   |   10. Dezember 2013 - 14:53

    Sitze passenderweise gerade auf einem Arktis-Workshop und kann eventuell aufgeregte Gemüter beruhigen: Durch die Medien in Nordamerika und hier geistert aktuell einmal mehr die „Gespensterdiskussion“ um eine arktische Militarisierung. Anlass diesmal war die Ankündigung (!) Kanadas, in ihrem Antrag an die UN-Schelfkommission zur Erweiterung ihrer SRÜ den Nordpol einzuschließen.

    Ich führe das hier gern später noch ein wenig ausführlicher aus.

  • b   |   10. Dezember 2013 - 15:12

    Das ein Großteil der Arktis wohl zu Russland gehört ist ja nicht sonderlich umstritten. Das dann dort bei zunehmender wirtschaftlicher Bedeutung des Gebietes auch irgendwann Truppen auftauchen ist nicht verwunderlich.

    Kanada macht da aber wohl gerade einige neue Forderungen auf die es wissenschaftlich nicht begründen kann. Man hat jetzt wohl die politische Forderung nach dem Nordpol gestellt und die Wissenschaftler aufgefordert diese, entgegen bisheriger Erkenntnisse, nachträglich zu begründen:

    „We have asked our officials and scientists to do additional work and necessary work to ensure that a submission for the full extent of the continental shelf in the Arctic includes Canada’s claim to the North Pole,“ said Baird.

    „The objective is of course to obtain the most expansive continental shelf for Canada,“ explained Hugh Adsett, a lawyer with Foreign Affairs who fielded most of the media questions at the technical briefing.

    Adsett went on to add that they don’t know how much more work there is to do and the government is in the process of trying to figure that out.

    This is in contrast to a paper written by Dr. Jacob Verhoef, Natural Resource Canada’s head of Arctic mapping and a participant at today’s tech briefing.

    .Kanada muss bis Ende des Jahres seine Ansprüche bei der UN anmelden. Das wird man jetzt wohl machen ohne die notwendigen Daten zu der Ausdehnung der Kontinentalplatte vorlegen zu können. Das ist dann wohl reines Vorgeplänkel für eventuelle Verhandlungen.

  • Alarich   |   10. Dezember 2013 - 15:34

    Russland behauptet das aber jedes Land hat andere auch
    Fakt ist USA sind schon wegen des Großen Konflikt im Pazifik eingebunden und jetzt sollten Sie auch Kanada unterstützen, aber das geht wohl nicht mehr wenn Russland 7 Flughäfen dafür wieder aufbauen möchte dann werden die USA Alaska und Vielleicht in Island aufbauen müssen um Gegengewicht halten zu können
    Dann kommt Norwegen die haben auch ein Stück und die werden jetzt schon von Russland unter Druck gesetzt
    Da müssen auch die USA ran, den Deutschland hat Scheuklappen auf und durch, alles Ignorieren,
    Nein in Deutschland werden jetzt auch die Trümmerfrauen von den Grünen Niedergemacht und Verpönt das seinen Nazi Bräute gewesen und in München wurde das Denkmal Verhüllt
    Und alle meinen die grünen sind die guten und alle Realpolitiker sind in die rechte Schublade geschoben
    Und die Meisten Reporter sind doch Grün, deshalb müssen wir Ausländische Medien lesen um ein Richtiges Bild noch zu bekommen

  • Frank   |   10. Dezember 2013 - 16:37

    z.B. “ Ausland Geradeaus“

    Jetzt wieder zum Thema;

    Zu der Sache mit der Erstarkung der mil. Präsenz gibt es ein Interessantes Propaganda Video:

    /watch?v=_b5OLN2cIgo

    Die ganze Aktion, hat eine gewisse Ähnlichkeit zu einer Flugzeugträger Verlegung.

  • Wanderer   |   10. Dezember 2013 - 17:38

    Ich sehe es auch als übliches Vorspiel. Am Ende wird man sich in einer Richtung einigen. Das SRÜ ist erstmal soweit als Rahmen gesetzt, da es alle Anrainerstaaten bis auf die USA ratifiziert haben. Aber vielleicht bekommt ja die Sektorenaufteilung aus den Zwanzigern wieder ne Chance ;). Aber wenn man sich 1920 auf den Svalbardvertrag einigen konnte, dann schaffen sie es auch in der heutigen Zeit.

  • Spring-Brauner   |   10. Dezember 2013 - 18:35

    Mein Beitrag von vorhin war etwas „zwischen Tür und Angel“, daher jetzt etwas ausführlicher:

    Warum der heutige Aufschrei über einen territorialen Anspruch Kanadas und eine militärische Reaktion Russlands so gar nicht zu dem (völlig richtigen!) Bild der letzten Woche passt, das die Einvernehmlichkeit der arktischen Küstenstaaten betont hat, erklärt sich mit einem Blick auf die Bedeutung der Arktis in der russischen Innenpolitik.

    Eigentlich ist nämlich in den letzten Tagen nichts Aufsehenerregendes passiert: In Übereinstimmung mit dem VN-Seerecht hat Kanada nach langen geologischen Untersuchungen einen Antrag auf Erweiterung seiner AWZ im Polarmeer bei der VN-Schelfkommission gestellt. Norwegen hat dies schon vor Jahren getan, Russland musste seinen Antrag wegen Formfehlern wiederholen, Dänemark / Grönland folgen spätestens Mitte nächsten Jahres. Der Anspruch Ottawas enthält nun halt den geografischen Nordpol, selbiges soll erklärtermaßen der dänische Antrag tun (vgl. Strategiepapier von 2011, S.14), und mutmaßlich wird Russland hier nicht nachstehen, wenn sein überarbeiteter Antrag fertig wird. Die Prüfung solcher Anträge durch die VN dauert übrigens Jahre.

    Im internationalen Raum war bislang niemals Anlass, an der Bindung Moskaus an geltendes internationales Recht zu zweifeln, wie der Kreml in jedem seiner Strategiepapiere und auf allen großen Konferenzen nachdrücklich unterstrich. Das, was wir als russische Arktispolitik nach außen wahrnehmen, sind eigentlich eher Nebenwirkungen der an die russischen Bürger gerichteten Politik des Kreml: Weitaus stärker als in den westlichen Anrainerstaaten wird hier die nationale Rolle Russlands im Hohen Norden, seine arktische Souveränität und Gestaltungsmacht zelebriert, flankiert von der großen Bedeutung der Energierohstoffindustrie für die russische Volkswirtschaft (zwar gibt es ähnliche Ansätze auch z.B. in der kanadischen Arktispolitik, allerdings in merklich milderer Form).

    Der geografische Nordpol hat keinen praktischen, sondern nur symbolischen Wert: Rohstoffe liegen hier keine. Die vermuteten Vorkommen befinden sich fast ausschließlich in eindeutig hoheitlich unstrittigen Regionen. Überhaupt ist in keiner Weise absehbar, wie lukrativ diese vielgepriesenen Ressourcen wirklich sind, da globale Faktoren wie Temperaturanstieg, Eisrückgang und Weltmarktpreise nur in bestimmten Konstellationen eine – noch immer irrsinnig aufwändige – Erschließung wirklich sinnvoll machen.

    Genau in diesem symbolischen Wert liegt nun die augenblickliche Krux: Der Kreml ist äußerst bedacht darauf, keinen Zweifel bei seinen Bürgern aufkommen zu lassen, dass bei der Gestaltung des Hohen Nordens kein Weg an Russland vorbeiführt, und wo immer möglich die entsprechende Stärke zu zeigen. Die harsche Reaktion auf die Greenpeace-Proteste in der Pechorasee im September zeugt davon.

    Nun droht ein innenpolitischer Gesichtverlust, wenn man einfach so hinnähme, dass auch andere Nationen absehbar pausible und legitime Ansprüche dort geltend machen, wo bereits 2007 mit viel medialem Tamtam eine rechtlich unverbindliche russische Flagge auf dem Meeresgrund gesetzt wurde. Ein wenig politischer Aktionismus, hier in Form eines dröhnenden Auftrages an die Streitkräfte, hilft bei der Gesichtswahrung. An einer wirklichen Eskalation der Sache ist hingegen nach wie vor weder in Moskau noch sonst wo irgendjemand interessiert, eine solche wäre an Kontraproduktivität für die eigenen Interessen auch nicht zu überbieten.

    Auf der Konferenz heute habe ich mit ein paar Kollegen mit einem gewissen Amüsement beobachtet, wie der polare „Tom-Clancy-Effekt“ seinen Lauf nahm: Innerhalb eines Tages machte wieder einmal die Legende vom arktischen Ressourcenkonflikt die mediale Runde, die sich zugegebenermaßen spannend liest, aber eben nicht mehr als eine faszinierende Legende ist. Zur Ehrenrettung muss man allerdings sagen, dass es diesmal keinen Unterschied machte, welcher Art die Veröffentlichungen waren: Vom Revolverblatt bis zur seriösen Nachrichtenseite stimmten alle fröhlich mit ein.

    Kleine Prognose zur vorweihnachtlichen Beruhigung: Die ganze Aufregung wird sich innerhalb von ein paar Tagen wieder legen, und genauso sicher mit schöner Regelmäßigkeit in ein paar Monaten wiederkehren. Daher mein üblicher Schlusssatz: Keine Panik, es gibt sicherheitspolitische weitaus heißere Eisen als die Nordpolarregion!

  • Zyme   |   10. Dezember 2013 - 19:54

    EU-Gelder für Afrika-Einsatz: Hollandes Vorstoß verblüfft Brüssel und Berlin

    Dieser Artikel auf SPON könnte den Beginn eines interessanten Kapitels beschreiben. Wenn EU-Gelder für Kampfeinsätze europäischer Truppen in Übersee herangezogen werden, dann sollte das den Einsatz von Streitkräften ökonomisch deutlich attraktiver machen.

    Nur die großen Staaten haben eine breite militärische Infrastruktur für Einsätze in Übersee – und wenn die zahlreichen kleinen EU-Staaten über einen Fonds automatisch finanziell unterstützen, macht das Mut für die europäische Projektion militärischen Einflusses in der Zukunft würde ich sagen :-)

  • Alarich   |   10. Dezember 2013 - 19:57

    Das dachte ich auch vielleicht will er damit das franz Rüstung Projekt vorantreiben, was Industrie weiter treibt
    Renold hat ja einige Fahrzeuge , die man unter diesen Vorwand am ende Kaufen kann , nur das bringt den Afrikaner nichts

  • J.R.   |   10. Dezember 2013 - 21:03

    @Spring-Brauner
    Schöne Einordnung, danke.

    Zum Flugplatz Temp an sich hat es einen kurzen Artikel auf „War is boring“. Auch mit dem Hinweis darauf, dass die Reaktivierung schon 2012 begonnen wurde, sich dann aber nach dem Absturz eines Transportflugzeugs verzögerte.

  • sd   |   10. Dezember 2013 - 23:30

    @Srping-Brauner
    Danke sehr, fuer den Einblick (in ASM, Halifax?).

  • Alarich   |   11. Dezember 2013 - 1:28

    S- Zeitung
    USA Spart nicht am Militär wird sogar erhöht

    War zu Rechnen

  • Spring-Brauner   |   11. Dezember 2013 - 14:40

    Und kaum 24 Stunden später ist wieder Frieden am Nordpol…

    @sd: Nein, in Potsdam [ wobei ich auch gegen Nova Scotia nix gehabt hätte ;-) ]

    @alarich: Falls Sie das US-Militär respektive die Coast Guard explizit in der Arktis meinen, da ist Washington nun wirklich meilenweit davon entfernt, die Region zum Schwerpunkt zu machen. Die einzige Ausnahme mögen hier höchstens die Missile Defence-Radare sein. Bis vor kurzem war noch nicht einmal klar, in welchen Verantwortungsbereich die Gesamtregion überhaupt fallen sollte, ob nun PACOM, EUCOM, NORTHCOM oder gar NORAD, von weitergehenden Entscheidungen ganz zu schweigen.

    In Alaska fehlt es an allen Ecken und Enden an Budget. Der dringendste Handlungsbedarf liegt hier absehbar bei der Coast Guard, die augenblicklich, abgesehen von zwei museumsreifen Eisbrechern, kaum über geeignete Kapazitäten für das Areal verfügt, und im Falle eines Falles mangels örtlicher Infrastruktur erst um den halben Bundesstaat herumschippern muss, wenn z.B. in der Beaufortsee ein Notfall eintritt.
    Das CSIS in Washington hat dazu ein paar schöne Reports geschrieben.

  • Alarich   |   11. Dezember 2013 - 21:14

    Ähh woher kommt ihre These
    Also im Kalten Krieg waren da regelmäßig U-Boote unterwegs
    Und es scheint das Kanada auf Hilfe bekommt
    Und gestern bei der Einigung nächste 2 Jahre wird schon über all Kürzt und bei einem Posten erhöht und welcher ist das? wenn auch nur Vorrübergehen aber es kann ja noch mal Vorübergehend werden
    Und warum soll die USA , Russland die Ölfelder schenken das wäre es doch
    Weil Gasprom bekommt die Lizenzen , der Staat das Geld und die Armee die Wahre und die Straßen bleiben schlecht

  • Alarich   |   11. Dezember 2013 - 21:22

    USA und Brit. haben heute Hilfe für Syrien Gestrichen , schein bar braucht man das geld dringend

  • Darkenwood   |   13. Dezember 2013 - 17:35

    @Alarich: „USA und Brit. haben heute Hilfe für Syrien Gestrichen , schein bar braucht man das geld dringend“

    Der Presse war auch zu entnehmen, dass die Non-Lethal-Hilfen suspendiert wurden, weil die damit bezuschussten Maßnahmen bzw. Einrichtungen in andere (wohl radikal-islamistische) Hände gefallen bzw. vor deren Zugriff nicht mehr sicher waren. Es wurde in beiden Kammern des US-Parlamentes wohl schon länger diskutiert, wie sicher amerikanische/westliche Hilfsgelder an verschiedene Empfänger vor dem Zugriff von (echten oder angeblichen sei mal dahingestellt) Terrorgruppen sind. Scheint’s hat die Diskussion jetzt mal Auswirkungen gehabt.

    Hat mit der Arktis unmittelbar also wohl wenig zu tun. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Non-Lethal-Hilfen der Briten und Amerikaner auf Summen kommen, die in einem (Gott behüte) Konflikt mit Russland viel ausrichten würden.