RC N Watch: Gefechte in Badakshan

In Badakshan, der Provinz im Nordosten Afghanistans, spitzt sich die Lage wieder zu. Aus der Meldung des afghanischen Online-Portals Khaama Press:

Heavy clashes have been reported among Afghan security forces and Taliban militants in north-eastern Badakhshan province of Afghanistan on Saturday.
According to local authorities, the clashes took place in Keran/Manjan district early Saturday and Taliban group claimed that their fighters have taken control of the district.
However, provincial governor spokesman Abdul Maruf denied Taliban group claims and said only parts of the district was taken by Taliban militants.

In deutschsprachigen Agenturmeldungen klingt es noch etwas heftiger:

Ein Jahr nach dem Abzug der deutschen Bundeswehr aus Badachschan haben die Taliban einen entlegenen Distrikt in der nordostafghanischen Provinz unter ihre Kontrolle gebracht. Aus örtlichen Behördenkreisen hieß es heute, der Verwaltungs- und der Polizeichef des Distrikts Koran-wa-Monjan seien geflohen.
Aufständische hätten Koran-wa-Monjan am Vortag aus dem benachbarten Unruhedistrikt Wardusch heraus angegriffen.

Ob der Distrikt tatsächlich unter Kontrolle der Aufständischen ist, scheint im Moment unklar – aber die Lage klingt nicht beruhigend.

Aus den Distrikten Khanabad und Dasht-e Archi der Provinz Kundus hat der BBC-Kollege Bilal Sarwary unterdessen auch wenig Gutes mitzuteilen:

Elders from Kundoz province tells me, armed militia men in Khan Abad& Dashte Arche districts forcing people 2 give them voting cards.

6 Kommentare zu „RC N Watch: Gefechte in Badakshan“

  • Memoria   |   29. September 2013 - 9:29

    Gleichzeitige „Sondermeldung“ aus MeS: http://tinyurl.com/n9oakld

    So hat halt jeder seine Sorgen.

    Bin gespannt, ob die ANSF uns bis Ende 2014 nochmal offiziell zur Kampfunterstützung anfordern.
    Dann erwischt es uns aber komplett auf dem falschen Fuß.

  • RLG   |   29. September 2013 - 10:29

    Wenn ich recht informiert bin, waren in den letzten paar Jahren keine ISAF-Soldaten des RCN südlich des WARDUJ-Tals… oder generell groß in BADAKHSHAN unterwegs (normative Kraft des Faktischen: MEDEVAC golden hour circle).
    Keine Präsenz, kein Einfluss, keine verlässliche Lage, und das über Jahre.

    Zwei Dinge sind jedoch interessant:
    Erstens: das es überhaupt eine Meldung aus diesem Teil AFG gibt.
    Zweitens: das die Deutschen (Agenturmeldungen) den WARDUJ-District mal wieder erwähnen, der übrigens NICHT den Distrikt Koran-wa-Monjan benachbart…

  • STRANZKI   |   29. September 2013 - 12:26

    Also ich kenne die Gegend noch aus 2011. Vordringtiefe für ISAF ist immer mal wieder Baharak, dort ist eine alte Russenstellung. Weiter geht es dann nur noch ohne schwere Autos.
    Die Gegend schaffte es in die landesweiten Medien weil ein Gemengenlage aus INS, kriminellen ABP und ANP Elementen versuchen den dortigen Schmuggel zu kontrollieren und damit der ANA auf der Nase herumtanzen. Wenn man in Baharak steht fragt man sich warum dort kein PRT steht (stand)? Es sieht aus wie Sauromans Tor aus Herr der Ringe und dort fließen die bedeutsamsten Schmuggelrouten für den Norden zusammen.

  • Memoria   |   29. September 2013 - 12:29

    Laut MoI-Sprecher haben die Taliban heute das DHQ von Karan wa Munjan eingenommen:
    http://www.newstimes.com/news/world/article/Afghans-say-Taliban-take-district-HQ-in-north-4853902.php

  • RLG   |   29. September 2013 - 15:18

    @Memoria
    Interessant wie der Artikel über eine erfolgreiche Operation in WARDUJ spricht und er den Anspruch hat das zu wiederholen.
    Es gab deutlich mehr als eine Op in WARDUJ seit 2011, mit jeweils mehr oder weniger Beteiligung durch RCN und anderen ISAF-Truppen, aber alleine haben die ANA meines Wissens nach noch nichts erfolgreich auf die Beine gestellt… und von der südlich gelegenen ABP und deren Verstrickung in Schmuggel etc. gar nicht zu sprechen.

    Weiterhin liegt der Karan wa Munjan weit außerhalb jeder Einflußmöglichkeit durch RCN.

    Da wird die ANP ziemlich alleine da stehen… ansonsten ist/war in Karan wa Munjan nämlich nur sehr wenig ANSF… (oder überhaupt was um was es sich zu kämpfen lohnt)

  • Memoria   |   29. September 2013 - 19:31

    Interessanter Rückblick aus norwegischer Sicht:
    http://www.youtube.com/watch?v=OekTi-P1k7U