RC N Watch: Distriktgouverneur in der Provinz Kundus ermordet

Der Distrikt Dasht-e Archi in der nordafghanischen Provinz Kundus kommt nicht zur Ruhe: Bei einem Sprengstoffanschlag wurde am (heutigen) Freitag der Distriktgouverneur ermordet, insgesamt sollen bei dem Anschlag 20 Menschen ums Leben gekommen sein. Die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok:

A district chief was among 20 people killed in a suicide bombing at a mosque in northern Kunduz province on Friday morning, an official said.
The dead included Dasht-i-Archi district’s administrative head Sheikh Sadruddin, his bodyguards, a public representative’s brother and civilians.

Der Sprengsatz wurde offensichtlich direkt vor oder während der Gebete gezündet, wie die BBC berichtet:

„Officials… were attending a prayer in a mosque when a suicide bomber detonated his explosives,“ Enayatullah Khaliq, a spokesman for the provincial governor, said.

Vor zwei Jahren, übrigens, galt dieser Distrikt nach offiziellen afghanischen Angaben als von Taliban befreit.
Districts of Kunduz Province -a

2 Gedanken zu „RC N Watch: Distriktgouverneur in der Provinz Kundus ermordet

  1. Zum Thema von Taliban befreit:
    Diese Meldungen muss man wohl sehr kritisch betrachten. In der gesamten Provinz Kunduz kann man quasi jeden Ort an einem Tag erreichen (auch mit einem Toyota Corolla). Da von befreiten und nicht befreiten Distrikten zu sprechen ist wohl sehr schwierig. Einen Suicider schickt man da schnell mal an jeden beliebigen Ort.

    Zur Sicherheitslage allgemein:
    Vor 4-5 Jahren hatte ich vergleichsweise viel mit afghanischen Offiziellen (Gouverneure & Polizeichefs, ABP, ..) zu tun. Wenn ich die Meldungen richtig verfolgt habe, dann ist inzwischen nahezu jeder von diesen Personen Opfer eines Anschlages geworden. Kann man sich selbst eine Meinung zur Sicherheitslage bilden. Außerdem sollte man mal drüber nachdenken, wer sich dann noch bereit erklärt, solch einen Posten anzutreten. Ich würde es nur machen, wenn ich zumindest eine gewisse „Überlebens-Sicherheit“ erwarten kann. Und wie kann man sich so etwas sichern?

  2. @bonk:
    „Und wie kann man sich so etwas sichern?“ Indem man das Opiumgeld der Taliban annimmt und sich für sie nützlich macht. So wird es sicher spätestens ab 2014/15 nahezu jeder Amtsträger machen.
    Die Regierung ist irrelevant, wenn die Taliban bestimmen, wer lebt und wer stirbt.

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