DroneWatch: Drone Down über Somalia – aber von wem?

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Über somalischem Gebiet ist am (heutigen) Dienstag eine Drohne abgestürzt – oder vielleicht doch abgeschossen worden? Den Abschuss reklamieren jedenfalls die islamistischen Al-Shaabab-Milizen für sich. Auf ihrem Twitter-Account veröffentlichten sie Fotos des Fluggeräts (siehe oben) und erklärten: This one will no longer be able to spy on Muslims again. So much for the empty rhetoric on the drone program!

Wem die Drohne gehört, ist unklar, und ohnehin gibt es da eine Menge Ungereimtheiten. So bestätigten zwar die US-Streitkräfte nach Angaben des Blogs Politico den Verlust einer Drohne, bestritten zugleich einen Abschuss –  doch Hubschrauberdrohnen der österreichischen Firma Schiebel, auf die die Fotos hindeuten, sind gar nicht im US-Arsenal.

Laut BBC wiederum bestätigten örtliche Politiker, dass die Al-Shaabab-Kämpfer auf eine Drohne geschossen hätten – was bei den hochfliegenden Beobachtungsdrohnen, die die USA normalerweise in dieser Region einsetzen, wenig sinnvoll wäre.

Vielleicht können die Fachleute weiterhelfen: Welche Nationen, die rund um Somalia Streitkräfte im Einsatz haben, fliegen denn Schiebel-Camcopter? Frankreich besitzt offensichtlich diese Drohnen. Und die Chinesen, die sich mit Kriegsschiffen an der Bekämpfung der Piraterie beteiligen…

(Foto: @HSMPress1 via twitter)

 

17 Gedanken zu „DroneWatch: Drone Down über Somalia – aber von wem?

  1. Sieht aus wie ein überfahrener Rasenmäher.

    Oder doch ein Camcopter S-100 aus österreichischer Herstellung. Vielleicht von Frankreich betrieben?

  2. Saudis und VAE sind auch Kunden.

    Abgesehen davon gibt es diverse Behörden in USA und anderswo deren Fluggerät in den offiziellen Arsenalberichten nicht auftaucht.

    Von den ISTaR PMC’s die sich mittlerweile in Mali tummelsn ganz zu schweigen,

  3. Boing hat z.B. auch eine Hubschrauberdrohne (ähnlich Schiebel) entwickelt, die die USA, laut Spiegel, seit Anfang 2012 in Afghanistan einsetzen. Aber wie ich gerade sehe, auf den Trümmern steht ja sogar Schiebel drauf.

  4. Die Drohne ist südlich von Mogadishu in der Nähe des Dorfes Bulo-Marer abgestürzt. Genau dort fand die gescheiterte und verlustreiche Operation der französischen Eliteeinheit zur Geiselbefreiung des DGSE-Geheimdienstoffiziers Denis Allex in der Nacht 12./13.01.2013 statt, bei der die Geisel (oder auch danach von den Rebellen), zwei Kommandosoldaten und 17 Islamisten getötet worden sein sollen. Bulo-Marer liegt etwa 8 Km von der Küste entfernt und die Fanzösische Marine verfügt über Schiebel-Drohnen.

  5. In amerikanischen Berichten, z. B. wiedergegeben in Politico, ist die Rede davon, dass die Drohne über dem Meer in Nähe der Küste abstürzte.

    The Pentagon has confirmed that a U.S. reconnaissance drone crashed off the coast of Somalia on Monday, but defense officials deny it was shot down by fighters loyal to the al-Shabab insurgency.

    […]

    “During the course of a routine surveillance mission along the coast of Somalia on May 27, a military remotely piloted aircraft crashed in a remote area near the shoreline of Mogadishu,” a defense spokesman told POLITICO on Tuesday.

    Schwer vorstellbar, dass die Milizionäre in die Boote gestiegen sind, um die Überreste des Flugkörpers zu bergen.

    Möglicherweise handelt es sich bei den Trümmern, die da von den wackeren somalischen Kämpfern stolz präsentiert wurden, gar nicht um diejenigen der US-Drohne.

  6. Zu der Möglichkeit, dass es sich bei den Trümmern um solche eines französischen UAVs handelt, vgl. den Beitrag auf Defensenews:

    Did a French UAV Crash in Somalia?

    The Somali Islamist group al Shabab posted a series of Tweets earlier today claiming that an American drone had crashed south of Mogadishu near the town of Bulo-Marer, near where French commandos failed in their attempt to free a kidnapped French intelligence officer this past January.

    […]

  7. Zwar wurden an die US-Army CAMCOPTER® UAV 5.1 Mk.2, also eine frühere und deutlich kleinere Generation verkauft, aber meines Wissens nach keine CAMCOPTER® S-100 (vgl. http://www.airpower.at/news05/0628_schiebel-camcopter/). Der im vom T.W. eingestellten Foto erkennbare Schriftzug „Schiebel“ als auch der Hauptrotorkopf lassen sehr auf einen CAMCOPTER® S-100 schließen. Auf einem weiteren im Netz gefundenen Foto http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/wreckageofusjzy36op8dn.jpg sieht man einen Schalldämpfer (man vgl. das Foto auf der Schiebel-WebPage, dort lrechte Seitenansicht des S 100) und es scheint sich auch der aus dem T.W.-Foto zu vermutende Aufschlagbrand weiter zu bestätigen. Gretchenfrage, wie kommt das vertrocknete – aber nicht verbrannte – Laub zwischen und auf die Trümmer? Etwa ein älterer Crash und der Rest ist “Rebellen-Propaganda“ und hat mit der US-Drohne Null zu tun?

  8. @ Vtg-Amtmann
    Gretchenfrage, wie kommt das vertrocknete – aber nicht verbrannte – Laub zwischen und auf die Trümmer? Etwa ein älterer Crash und der Rest ist “Rebellen-Propaganda“ und hat mit der US-Drohne Null zu tun?

    Dürfte das nicht schlicht daran liegen, dass die Teile bewegt wurde? Auf den anderen Fotos liegen die Teile ja auch recht präsentabel ausgerichtet nebeneinander.

  9. Gretchenfrage: Wieso sind die Füße des Somalis im Startfoto noch intakt, wenn auf ihnen ein angekohltes Drohnenteil liegt?

  10. @Detlef

    Als ich zuletzt nachgesehen habe, war AFP noch kein kenianisches Medium ;-)

    Aber bei AFP wie bei BBC und den anderen Quellen gibt’s das gleiche Problem: Die US-Bestätigung eines Drohnencrashs passt nicht zusammen mit den Fotos vom Schiebel-Camcopter. Vielleicht reden wir ja auch über zwei unterschiedliche Vorfälle…

  11. @JR: Sorry auf beiden Fotos liegen die Trümmer exakt in der gleichen Position, nur der Aufnahmewinkel / die Perspektive ist jeweils eine andere. Und für den nur „einen Tag alten“ Crash passen die Oxidations- und Roststellen schon mal gar nicht.

  12. @Vtg-Amtmann:
    Auf dem Bild mit der Antriebseinheit sind Füße in Sandalen unter den Resten der Rotorblätter. Auf der ‚Großaufnahme‘ der Antriebseinheit ist weiterhin eine Hand zu sehen (rechts untenam Übergang Getriebe – Motor).
    Auf dem Gesamtbild kann man m.E. Brandspuren erkennen, es sind größtenteils Metalltrümmer.
    Interessanterweise sieht man nur Teile vom Basis-Fluggerät (Antriebseinheit, Abgasanlage, Rotorreste) und keine elektronischen Komponenten von z.B. der Nutzlast/Sensorik, Flugführungssystemen oder Datenübertragung. Hat man die anderen Teile nicht gefunden, will man die nicht zeigen oder hat jemand anderes die Teile oder sind die vielleicht sogar beim Besitzer des Fluggeräts?

    Ich vermute mal, das da irgendjemand die abgebrannten Überreste eines Fluggeräts bekommen/gefunden hat, für die niemand anderes Verwendung hatte. Mit den vorliegenden Teilen dürfte es schwierig sein, den Besitzer des Fluggeräts zu finden (wenn nicht Schiebel mit Seriennummern mithilft)…

  13. Man lese mal in Heise online Telepolis: „Rätselhafter Absturz einer Drohne in Somalia – Matthias Monroy 30.05.2013“. Eigentlich wäre da schon wieder ein Einzahlung bei „Straßenmusik“ fällig.

  14. Tja. Der Kollege gibt sich schon Mühe, sollte bisweilen aber etwas mehr Sorgfalt an den Tag legen (nein, die deutsche Luftwaffe hat keine Schiebel-Camcopter und will auch keine).

  15. Die Bw und ESG ist eher an deb Produkten von SWISS UAV und EMT interessiert. Als Betreiber des taktischen LUNA Systems kan die Bw zukünftig wählen, ob Sie den MUSECO Hubschrauber oder die Starrflügler LUNA oder LUNA NG einsetzen will.“

  16. Mir scheint die vom US-MOD bestätigte abgestürzte Drohne ist im Meer abgesoffen. Die Gelegenheit war günstig und die „vermeintlich abgeschossene Ente“ schwimmt nun an Land sowie in Social Media wie Twitter, Facebook & Co. Die angeblich so soliden Printmedien kupfern dann dort ab und dichten auch noch reisserisch dazu bzw. klauen sich ihre Schlauheiten bei AUGEN GERADEAUS und das auch nur mit sehr oberflächlichem Lesen können oder wollen.

    Zugeben werden die Franzosen sicherlich Nichts, aber vielleicht schicken die den Rebellen ein Flasche Rostwandler, dass die demnächst eine neue US-VTOL-Drohne präsentieren können (… übrigens Rostwandler kann auch den Dreck unter den Fußnägeln von Sandalenträgern lösen).

    @Elahan: P.S. Und EMT hat wenigstens für seine Produkte und deren Einsatzhöhen und Einsatzgeschwindigkeiten ein funktionierendes autarkes und autonomes On-Board „SENSE & AVOID“!

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