Die Einnahme von Tessalit – ohne Gegner?

Die französischen Truppen in Mali haben am (heutigen) Freitag die Wüstenstadt Tessalit eingenommen, weit im Norden und relativ nahe an der algerischen Grenze.

Vom Vorgehen der Franzosen gibt es interessante Videoaufnahmen, natürlich combat camera, offizielles Material der Streitkräfte. Allerdings: Auf diesen Aufnahmen gibt es keine Gegner. Es wirkt fast, als wären die Truppen in eine Geisterstadt eingerückt…

17 Kommentare zu „Die Einnahme von Tessalit – ohne Gegner?“

  • Stefan   |   09. Februar 2013 - 1:54

    Euro News hat schon vor Tagen darauf hingewiesen, dass man von Eroberung bzw. Einnahme der Gebiete eigentlich nicht sprechen kann, da die Gegner sich förmlich in Luft auflösen und keine Kämpfe stattfinden.

    Es gibt keine Gegenwehr. Eine Art komischer Krieg. Ich habe auch noch keine Meldung von Verlusten oder Gefangenen, weder auf der einen, noch auf der anderen Seiten gehört.

  • zog   |   09. Februar 2013 - 4:00

    @Stefan: Herrscht in russischen Quellen etwa Stille oder wie kann es sein, dass sie davon nichts mitbekommen haben?

  • markus, d.Ä.   |   09. Februar 2013 - 9:47

    nuja, dass die rebellen keine panzerschlacht bei kursk anstreben zeichnete sich ja bereits ab. stellt sich noch die frage wo sie hinverschwinden. über die grenzen oder in die bevölkerung ?
    hat ja beides so seine vor und nachteile. die nachbarn werden vermutlich wenig begsitert von der landplage sein und die unmittelbaren nachbarn und „gastgeber“ scheinen ja auch gespalten zu sein. bin mir nicht sicher, ob dsa so ein heimspiel wie in aghanistan wird…

  • Crass Spektakel   |   09. Februar 2013 - 16:08

    Es existieren durchau Verlustmeldungen, sie werden nur getreu aktueller politischer Korrektheit nicht offiziell kommuniziert. Die Fußnoten bei http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Serval zeigen ein paar seriöse Quellen (Wikipedia sehe ich weniger als seriöse Quelle denn als nützlichen Notizblock). Wobei diese Quellen SEHR zurückhaltend zählen, ich denke die wahren Verluste der Islamisten sind deutlich grösser, gerade beim Material haben sie praktisch alles verlohren was sie aus Libyen herübergerettet haben.

  • Stefan   |   09. Februar 2013 - 16:31

    @zog | 09. Februar 2013 – 4:00
    Welche Zahlen, Bilder, Filme usw. haben Sie denn von Gefangenen, Toten, Verletzten, zivilen Opfern …, die in jedem echten Krieg auftreten? Offenbar keine. Da gab es bisher aus den schlimmsten Diktaturen, trotz fehlender Pressefreiheit, deutlich mehr Informationen.

  • Stefan   |   09. Februar 2013 - 16:39

    @zog | 09. Februar 2013 – 4:00
    Nachtrag: Allen voran herrscht in unseren Medien eine eigenartige Stille.

  • T.Wiegold   |   09. Februar 2013 - 16:50

    Weiterhin scheint zu gelten: Keiner guckt zu.

  • zog   |   09. Februar 2013 - 17:00

    Crass Spektakel hat ja schon auf einige Quellen verwiesen, wobei ich es allerdings genau anders sehe. War von französischer Seite die Zahl der getöteten Gegner zunächst noch mit Hunderten bzw. mehreren Hundert angegeben worden, hat man diese Zahl zuletzt auf etwas mehr als 200 reduziert. Wahrscheinlich liegt sie real noch niedriger.
    Eine Quelle, die belegt, dass das aus Libyen mitgebrachte Material komplett zerstört wurde, habe ich bisher auch nirgendwo gesehen. Das bezweifle ich sehr.

    Nichtsdestotrotz liegt es an Ihnen, Stefan, wenn Sie bisher keine Meldung über Verluste etc. ausmachen konnten. Die gibt es nämlich.
    Dass die Franzosen möglichst ohne Medien agieren wollen ist unstrittig.

    Angeblich wurden in Gao zwei Personen mit BBIED festgenommen.

  • Alpha   |   09. Februar 2013 - 18:00

    Hier meint jemand zu wissen, wohin zumindest ein Teil der Rebellen gefahren ist.

    http://www.20min.ch/ausland/news/story/Dschihadisten-werden-aus-Mali-vertrieben-30055700

    Inwieweit kann das jemand bestätigen?

    Ansonsten sieht die Einnahme von Tessalit, doch recht ernsthaft aus, also entweder dachten die Franzosen, da wäre noch jemand oder man wollte mal ein paar Bilder von Soldaten im Einsatz produzieren. Falls die Franzosen wirklich glaubten, da wäre noch jemand, dann spricht das sicher nicht für deren Aufklärungsfähigkeiten.

    Es gab vor ein paar Tagen mal die Meldung franz. Patrouillen seinen angegriffen worden, ist daraus was geworden?

  • zog   |   09. Februar 2013 - 18:35

    Gao – Darfur sind ja Luftlinie schon über 1500km, durch Südlibyen ist es fast schon doppelt so weit, zudem ist dort die Luftwaffe recht aufmerksam unterwegs.
    Halte ich für sehr unwahrscheinlich.

  • Stefan   |   09. Februar 2013 - 21:23

    @zog | 09. Februar 2013 – 17:00
    Gibt es diese Informationen bei der Tagesschau & Co. oder muß man diese mühsam aus ausländischen Quellen übersetzen. Wo werden die 2/3 der deutschen Bevölkerung, die der englischen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, gleichermaßen Informiert, wie über Syrien, Irak, Libyen … geschehen? Das ist mein Punkt.

  • zog   |   09. Februar 2013 - 21:31

    @Stefan: Da muss ich passen, tagesschau habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen. Ich schaue nur ein, zwei Mal im Quartal deutsches Fernsehen. Der Grund sollte auf der Hand liegen.

  • Elahan   |   09. Februar 2013 - 21:51

    „The “Solution” in Mali …..(…) So any attempt to undertake a blanket kinetic military operation against jihadist targets in Northern Mali could not only feed into the creation of an irretrievably lost zone, it could also feed international momentum providing a recruit base of fighters who would find their way to the war to fight the government and international community forces. (…)“

    http://indepthafrica.com/mali-nigeria-and-the-bigger-picture/#.URa0bWt5mSM

  • J.R.   |   09. Februar 2013 - 21:56

    An der Stelle muss ich mal wirklich eine Lanze für tagesschau.de brechen. Gerade deren Dossiers sind ziemlich gut, und das Dossier zu Mali ist da keine Ausnahme. Auch gut sind die Hintergrund-Artikel, wie Der lange Weg in die Krise.

    Persönlich finde ich es gut, dass man bei tagesschau.de nicht jeder Explosion hinterherhechelt und sich mit oberflächlichen militärischen Metriken abgibt, sondern sich auf die Wiedergabe der Gesamtsituation konzentriert (wenn auch leider aus einem manchmal etwas innenpolitisch / bundeswehrprozedural gefärbten Blickwinkel). Aber auch da macht es sich halt bemerkbar, keine eigenen Leute vor Ort zu haben.

  • Memoria   |   10. Februar 2013 - 9:15

    Nach Ansicht von TdM wird der EUTM-Einsatz mehrere Jahre dauern:
    http://www.dw.de/einsatz-von-unbestimmter-dauer/a-16589066