Aus der Nerd-Perspektive: „Google Glass for Combat“

 

In den einschlägigen – deutschen – Soldatenforen im Internet kommt das neue Infanterist der Zukunft-System, vom Hersteller Rheinmetall unter dem Namen Gladius vermarktet, nicht durchgehend gut weg. Bei allem Lob für Einzelheiten des Systems scheint vor allem der elektronische Rücken und die daran hängende High-Tech-Ausstattung nicht auf Gegenliebe zu stoßen.

Kurzer Blick in die USA: Da gibt es fast schon überschwängliche Begeisterung für Gladius – bei Computer- und IT-Freaks. Das Online-Magazin Slate widmete Gladius vergangene Woche eine Geschichte:

Rheinmetall claims Gladius is the most advanced soldier system of its kind. So far as we know, Seal Team Six may not even have comparable hardware.
The new technology represents a holistic approach to the modern infantry unit and a top-down philosophy in communication, targeting, and personal protection solutions. The most notable feature: the closest thing to a real-life “heads-up display” we’ve ever seen—like Google Glass for combat.(…)
Rheinmetall even makes these rather cool soldier identification devices so you can tell whether that silhouette on a rooftop is your buddy or a baddie. Every piece of technology is geared toward the rapid exchange of information and shared situational awareness—because on the battlefield, unknown unknowns get you killed.

Tja. Da zeigt sichein tief gehender kultureller Unterschied: Google Glass finden auch deutsche Nerds cool. Gladius vermutlich weniger.

(Grafik: Rheinmetall)

 

101 Gedanken zu „Aus der Nerd-Perspektive: „Google Glass for Combat“

  1. @califax: Ich stimme im großen und ganzen zu. Aber bei den Amerikanern reicht es, wenn das Ding ungefähr tut was es soll und zwar bis zur Endkontrolle. Reifen darf die grüne Banane dann beim Kunden.

    Wir machen es sicher zu detailverliebt in Deutschland. Vielleicht liegt der Erfolg von Airbus genau da, weil die deutsche Detailverliebtheit von den Franzosen immer wieder gezügelt wird, während überbordendes französische laissez faire ein deutsches Korrektiv hat. Außerdem kommen gerade da Spanier, Briten und auch andere mit hinzu, daß die Mischung wirklich dauerhaft erfolgreich sein kann.

Kommentare sind geschlossen.