Angebliche Truppen-Meuterei in Mali

Die Lage ist unklar, aber in Mali scheint es erneut Probleme zu geben, die nicht mit den islamistischen Rebellen im Norden zu tun haben: In der Hauptstadt Bamako sollen Fallschirmjäger-Truppen meutern.

Die erste Meldung dazu (wird ggf. ergänzt) kommt von Reuters:

Heavy gunfire erupted in the west of Mali’s capital Bamako on Friday, as government forces exchanged fire with mutinous paratroopers, military sources and witnesses said.
Government forces sealed off the area around the paratroopers‘ base, as reinforcements arrived to quell the mutiny which was protesting disciplinary measures against some of the unit’s members.

Zunehmende Probleme, wenn auch anderer Art, gibt es ebenfalls: Bei Gao gab es den offensichtlich ersten Selbstmordanschlag auf malische Truppen.

Ein Update von Reuters: Paratroops mutiny in Bamako in blow to Mali security efforts

Ein weiteres Update: Malian soldiers fired at paratroops‘ families: witnesses

Malian government soldiers and police on Friday opened fire on the families of paratroopers loyal to a deposed president at their camp in the capital Bamako on Friday, killing or wounding a number of people, witnesses said.

Nach weiteren Meldungen soll es am (heutigen) Freitag um 2000z eine Erklärung des malischen Präsidenten Dioncounda Traore geben.

Das wirft kein gutes Licht auf die malischen Sicherheitskräfte. Die ja von der EU ausgebildet werden sollen…

8 Kommentare zu „Angebliche Truppen-Meuterei in Mali“

  • b   |   08. Februar 2013 - 12:11

    Es gab zudem einen Selbstmordanschlag in Gao, der erste in Mali, bei dem wohl malische Truppen getroffen wurden.

    Gestern sind angeblich auch malische Truppen nördlich von Gao auf Landminen geraten.

    Laut Alan Boswell haben sich die islamistischen Truppen in allen Fällen geordnet, und zum Teil verstärkt zurückgezogen: Islamist retreat in Mali was orderly, witnesses say, suggesting force will return to fight again

    Hollandes Sieger-Besuch in Timbuktu war etwas verfrüht. Jetzt versuchen die Franzosen das Problem an andere (u.a. Berlin?) weiterzugeben.

  • Boots on the Ground   |   08. Februar 2013 - 12:41

    Die „Roten Barette“ sind ein Fallschirmjägerregiment (zumindest nominell) und die malische Präsidentengarde. Während des Militärputsches verhielten sie sich loyal zum amtierenden Präsidenten, der offenbar lange Zeit in diesem Regiment diente.

  • Alarich   |   08. Februar 2013 - 13:43

    So schnell hatte ich mit IED Krieg nicht gerechnet ¼ Jahr danach oder hätte ich gedacht,
    und so schnell bildet man keine IED Bomben Bauer aus, woher kommen die viele Kämpfer die schüttelt man nicht aus dem Ärmel
    und dass die Truppen gleich so reagieren macht die Sache nicht besser, auf Dauer werden wir zum Schutz der Sanis Zwangsweise Sicherung Kp s runter schicken .
    und früher gehen auch IED unsere Sanis los weil die sind ja nicht Autark

  • O. Punkt   |   08. Februar 2013 - 15:52

    @Alarich:
    Also jemandem das Bauen eines IEDs beizubringen dauert nicht wirklich lang. Grundlagenwissen dazu wird ja schon im Rahmen der C-IED Ausbildung der Bundeswehr im Rahmen der Aufbauausbildung und der ZA EAKK an einem Tag vermittelt.
    Den Rest kann man schon seit anbeginn der Internes bequem per Suchmaschine ermitteln.
    Insofern verstehe ich nicht, woher jetzt die Überraschung kommt.

    PS:
    Ich hoffe, das jedem Leser hier klar ist, dass es sinnvoll ist, über Aufbau und Funktionsweise von IEDs bescheid zu wissen, wenn man kein Opfer davon werden möchte.

  • politisch inkorrekt   |   08. Februar 2013 - 16:45

    @O.Punkt

    Ja trotzdem scheint die Reaktion der aufständischen sehr schnell von statten zu gehen. Wie lange hat es in AFG und IRQ gedauert bis die ersten IEDs und suicider eingesetzt wurden. Der Grund scheint gut vernetzt. Die Franzosen tun gut daran schnell wieder raus zu gehen und bis dahin viele Ins zu töten. Wer weiß wer da wieder im Hintergrund die strippen zieht.

    pi

  • markus, d.Ä.   |   08. Februar 2013 - 17:57

    von der bedrohungslage mal ab, ist die strafaktion gegen die fallies wohl ein interessantes zeichen für eine konsolidierung der aktuellen diktatur/junta (so genau kann man das ja nicht auseinanderhalten gerade).

    man scheint letzte supportnester des alten präsis auszuheben.

  • zog   |   08. Februar 2013 - 18:16

    Gerüchten zufolge befürchteten die Fallschirmjäger, dass sie im gerade beginnenden „war of attrition“ zur Strafe für ihre Präsidententreue ausgeblutet werden sollten.

    @politisch inkorrekt | 08. Februar 2013 – 16:45:

    Nicht ganz korrekt. Während in Afghanistan die Verwendung von (SVB/BB)-IED durch die INS nur sehr langsam erlernt wurde, weil diese Waffen und Taktiken dort kaum bekannt waren und zunächst erlernt werden musste, hat sich diese Entwicklung im Iraq sehr viel schneller abgespielt und innerhalb kurzer Zeit Afghanistan überholt. In Syrien ging es noch schneller und dass es jetzt in Mali sogar relativ lange gedauert hat, liegt wohl an der ungünstigen Logistik.

  • markus, d.Ä.   |   08. Februar 2013 - 19:27

    ja die üblichen konsolidierungsspielchen nach machtergreifungen. die guten is töpfchen, die schlechten ins kröpchen. wenn die details aus dem letzten update bestätigt werden, scheint man es aber an einer gewissen sensibilität zu den befindlichkeiten seiner frz gäste mangeln zu lassen. wenn der hauptmann nicht aufpasst fällt ihm auch noch ne frz GBU aufs dach …
    schlechte presse macht dem hölländer bestimmt sodbrennen.