ECOWAS sagt 3.300 Soldaten für Mali zu

Touareg-Kämpfer im Norden Malis – bevor islamistische Gruppen die Macht übernahmen (Foto: Magharebia via flickr unter CC-BY-Lizenz)

Ein weiteres kurzes Update zu dem – nach wie vor muss man sagen: möglichen – Plan, militärisch in Mali zu intervenieren und die Kontrolle islamistischer Gruppen über den Norden des Landes zu beenden: Die westafrikanische Wirtschafts- und Staatengemeinschaft ECOWAS will dafür 3.330 Soldaten vorsehen:

West Africa’s regional bloc ECOWAS agreed on Sunday to commit 3,300 troops to help recapture northern Mali, part of battle plans that will be sent for United Nations approval by the end of November, the group’s chairman said.
The troops would mostly come from Nigeria, Niger and Burkina Faso, but other West African countries and two or three non-African states may also contribute forces, Ivory Coast President Alassane Outtara told reporters in Nigeria’s capital.

berichtet Reuters.

Nach wie vor, das war auch bei dem Treffen in Abuja offensichtlich Konsens, soll aber der Versuch einer politischen Lösung im Vordergrund stehen. Darauf setzt auch Algerien, das Land mit der längsten gemeinsamen Grenze mit Mali – und nach wie vor offensichtlich ein Gegner einer Militärintervention, wie AP berichtet:

An international military intervention into Mali at this time would be useless, a top advisor to Algeria’s president said Saturday.
(…)
Bara said internationalizing the crisis would only „aggravate the situation“ and he that Mali itself should be helped to come up with a roadmap and agreement involving all the actors to resolve the crisis.
„The question in Mali is an internal matter and there is no need to further internationalize it,“ he said.

 

 

In Flanders Fields…. oder: das deutsche Problem mit dem Veteranen-Gedenktag

(Foto: Flickr-User Selbe B unter CC-BY-NC-ND-Lizenz)

In Großbritannien, den Ländern des britischen Commonwealth, den USA, Belgien und Frankreich ist der heutige 11. November Veteranengedenktag – Remembrance Day im Vereinigten Königreich, Veterans Day in den USA. Das Datum erinnert an den Waffenstillstand, der den Ersten Weltkrieg 1918 beendete.

Und dieses Datum und das damit verbundene Gedenken, das über den deutschen Volkstrauertag hinausgeht, zeigt vielleicht auch exemplarisch, warum ein Tag der Veteranen und schon das Gedenken an Veteranen in Deutschland so schwierig ist. Ein Zitat aus der Proklamation von US-Präsident Barack Obama, mit der er den diesjährigen 11. November zum Feiertag erklärte:

Whether they fought in Salerno or Samarra, Heartbreak Ridge or Helmand, Khe Sanh or the Korengal, our veterans are part of an unbroken chain of men and women who have served our country with honor and distinction. On Veterans Day, we show them our deepest thanks. Their sacrifices have helped secure more than two centuries of American progress, and their legacy affirms that no matter what confronts us or what trials we face, there is no challenge we cannot overcome, and our best days are still ahead.

In Deutschland gibt es eben nicht diese unbroken chain, aus guten Gründen, auch nicht in der Wahrnehmung. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat bei seinem kürzlichen Definitionsversuch, was ein Veteran aus deutscher Sicht ist, die noch lebenden Soldaten des Zweiten Weltkrieges nur am Rande erwähnt – wie mir schien in der Ansicht, dass es nur noch so wenige gibt und künftig immer weniger geben werde, dass sie für diese Debatte keine Rolle mehr spielen.

Wenn ich allerdings sehe, wie sich vor allem in den angelsächsischen Ländern die Ehrung von Veteranen ungebrochen auf eine fast hundertjährige Geschichte bezieht – weiß ich nicht, ob eine solche Trennung funktioniert. Und ob sie nicht als künstlich empfunden wird. Ich habe keine Antwort auf die Frage, ob man den Bundeswehrsoldat mit Auslandseinsatz (in der noch nicht mal 20-jährigen Geschichte bewaffneter Einsätze der Bundeswehr) als Veteranen ehren kann, über seinen Großvater im Russlandfeldzug aber nichts sagt, weil er zum Dienst für ein verbrecherisches Regime eingezogen wurde.

Ich weiß, wie schwierig das ist. Und ich habe auch keine Lösung. Aber gerade die Erinnerungskultur dieser anderen Länder am heutigen 11. November zeigt, dass kollektive Erinnerung weiter reicht als ein knappes Vierteljahrhundert.