RC N Watch: „Kunduz’s New Problem With Illegal Militias“

Falls sich noch jemand an die Meldung von Anfang September erinnert Milizen töten Zivilisten in Kundus und – von denen, die professionell drauf schauen – selbst Tage später noch fragte, was da eigentlich abgelaufen ist: Das Afghanistan Analysts Network ist der Sache nachgegangen.

Unter dem Titel For a Handful of Bolani: Kunduz’s New Problem with Illegal Militias haben sie das aufgeschrieben. Und das wirft ein Schlaglicht auf die (auch ethnisch angespannte) Sicherheitslage in der nordafghanischen Provinz – jenseits der Bedrohung durch Aufständische. Auch hier war ja eigentlich Übergabe in Verantwortung das Motto.

(…) Firstly, the commanders of illegal militias like Mir Alam belong to the same tanzim (mujahedin party) networks that dominate the provincial administration. Secondly, the administration and the police forces (mainly Aymak and Tajiks) perceive the Pashtun villagers to be pro-Taleban. ‘The Taleban have their own targets, we are not concerned about them’, a villager from Loy Kanam told AAN. ‘We feel the major security threat now comes from these militias, not from the Taleban.’

Düstere Warnung: Ab 2014 geht Afghanistan den Bach runter

Die renommierte International Crisis Group hat heute einen Bericht zu Afghanistan vorgelegt – mit düsteren, wenn auch nicht unerwarteten  Einschätzungen. Der Tenor der bereits erschienenen Meldungen dazu deckt sich mit dem, was die BBC schreibt:

A new report on Afghanistan warns that the departure of Nato forces in 2014 could be followed by the government’s collapse and even civil war, unless steps are taken now.
The International Crisis Group (ICG) says the Afghan police and army are unprepared for security responsibility.

Army Capt. Philip Schneider, a company commander with the 82nd Airborne Division’s 1st Brigade Combat Team, explains recent events in the villages to Afghan army commanders, June 11, 2012, Ghazni Province, Afghanistan. (U.S. Army photo by Sgt. Michael J. MacLeod via ISAFmedia on flickr, CC-BY)

Mir ist der Bericht eben ins Postfach geflattert, und ich muss ihn erst mal lesen. Aber schon der Anfang ist nicht sehr aufmunternd:

Plagued by factionalism and corruption, Afghanistan is far from ready to assume responsibility for security when U.S. and NATO forces withdraw in 2014. That makes the political challenge of organising a credible presidential election and transfer of power from President Karzai to a successor that year all the more daunting.

Mehr dazu, wenn ich mich durch die 35 Seiten gelesen habe.

Inzwischen steht der Bericht (wie schon in den Kommentaren erwähnt) als Kurzfassung und als Volltext auf der Seite der International Crisis Group. Zwei, sozusagen, Erzählstränge prägen den düsteren Ausblick:

Zum einen, das ist der für die militärische westliche Sicht ein entscheidender Punkt, macht die Organisation große Fragezeichen hinter eine erfolgreiche Übergabe in Verantwortung, was die Sicherheit angeht. Die afghanischen Sicherheitskräfte seien noch weit davon entfernt, alleine die Sicherheitsverantwortung am Hindukusch übernehmen zu können: weiterlesen