Feinschmecker statt Waffendiebe

Eine leicht irritierende Meldung findet sich heute in der Oldenburger Nordwestzeitung (pardon, Link gibt’s aus den bekannten Gründen nicht): In Osternburg, meldet das Blatt, hätten Unbekannte versucht, in das Verpflegungslager der Bundeswehr einzubrechen. Sie flüchteten allerdings erfolglos, vermutlich, weil sie vom Sicherheitsdienst gestört wurden.

Nun gab und gibt es ja immer wieder mal Einbruchsversuche in Waffendepots der Bundeswehr. Aber ins Verpflegungslager? Haben EPAs jetzt einen Schwarzmarktwert?

15 Gedanken zu „Feinschmecker statt Waffendiebe

  1. [Pardon, habe das gelöscht. Diesen Ton sollten wir hier nicht einführen. Im umgekehrten Fall käme der auch nicht gut an. T.W.]

  2. Was man im Hinterkopf halten solte: Wir gehen weg vom „alten“ EPA und sind jetzt verstärkt bei Gruppenverpflegung und Co. Darin enthalten ist Fertignahrung, die sie auch in jedem gut sortierten Trekkingladen kaufen können – und das Zeug ist wirklich gut, lecker und – teuer. Von daher kann man den versuchten Einbruch schon nachvollziehen.

  3. Vielleicht wollten die auch das Essen mit irgendwas „verfeinern“….. den linken Spinnern ist alles mögliche zuzutrauen…

  4. Och, die EPAs haben einen Wert von ca. 20 Euro/Stück, sind aber nicht wirklich einfach zu klauen (hohes Volumen und Gewicht im Verhältnis). Die Simpert-Reiter Gerichte sind zwar etwas einfacher zum „Mitnehmen“, aber ich glaube irgendwie nicht dran, dass sich jemand wegen ein paar Fertiggerichten diesen Aufwand macht (oder es besteht halt ein Fetisch auf Panzerkekse *gg*).

    Interessant ist jedoch, dass sich in der Dragoner-Kaserne keine aktiven Truppenteile befinden:

    – Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung Betreuungsstelle (H)
    – Kreiswehrersatzamt Oldenburg (WV)
    – Bundeswehrdienstleistungszentrum Oldenburg (WV)
    – Verpflegungsamt der Bundeswehr (WV)

    Hat sich da einfach jemand geirrt oder wollte einfach mal schauen „was da geht“?

  5. Im Februar 2011 gab es im Verpflegungslager der Bundeswehr in Osternburg einen ungeklärten Fall von Brandstiftung. Brandanschläge auf Bundeswehreinrichtungen (die aufgeklärten Fälle hatten alle einen linksgerichteten Hintergrund) haben in den vergangenen Jahren allgemein stark zugenommen. Bundeswehreinrichtungen sind normalerweise kein attraktives Ziel für rein materiell motivierte Einbrecher, weil der Aufwand zum Eindringen und mögliche Risiken für die Einbrecher verhältnismäßig hoch sind. Die Vermutung von „The Dude“, dass im aktuellen Fall möglicherweise nicht Entwendung von Bw-Eigentum das Ziel der Einbrecher war, geht daher möglicherweise in die richtige Richtung.

  6. Anfang 2011 gab es bereits einen Brandanschlag auf das Lebensmittellager. Es wurden LKWs angezündet, das Feuer entzündete auch eine Lagerhalle mit 2000 t Lebensmitteln (ebenfalls in der NWZ nachzulesen). MdB Kossendey informierte sich vor Ort über den Schaden.

  7. @TheDude/Orontes: YMMD :-))

    „..die aufgeklärten .. hatten einen linksgerichteten Hintergrund…“
    wie wir jetzt wissen wird rechtsgerichtetes ja auch nicht aufgeklärt! *g*

    Als nächste Vermutung könnten es auch hungernde „Griechen“ oder „Spanier“ sein?

    Vielleicht waren es auch Besoffene, rachsüchtige abgewiesene Bewerber oder einfach nur Kriminelle?

  8. @Moxy
    Die Skepsis gegenüber den zuständigen Behörden kann ich nachvollziehen, wobei sich die wirklich akuten Fragen hier momentan weniger bzgl. mangelnder Aufklärung sondern bzgl. möglicher indirekter Unterstützung stellen. Es könnte da noch manche peinliche Überraschung ans Licht kommen.

    Unabhängig davon findet sich aber kein einziger Fall von Militanz gegen die Bundeswehr aus dem rechten Lager, zu dem eine Selbstbezichtigung vorliegt. Man vergleiche dies mit den ca. wöchentlich stattfindenden Anschlägen gegen die Bundeswehr von linker Seite, zu denen regelmäßig Selbstbezichtigungen veröffentlicht werden, z.B. solche: https://directactionde.ucrony.net/en/node/1771

    Es gibt im Bereich „autonomer Nationalisten“ zwar tatsächlich Ansätze dazu, linksautonome Aktionen gegen die Bundeswehr zu kopieren, wobei die aber noch nicht über Flugblätter hinausgekommen sind. Den Rechtsautonomen fehlt fast vollständig der sympathisierende Rückhalt, den Linksautonome bis in Teile der Mainstreammedien und der Parteienlandschaft hinein genießen, und auch zahlenmäßig sind sie vergleichsweise schwach.

    Bislang lag man daher in 100% der Fälle richtig, wenn man bei politisch motivierter Kriminalität gegen die Bundeswehr einen linksorientierten Hintergrund vermutete, und solange sich an der Faktenlage nichts ändert, bleibt dies m.E. eine sehr brauchbare Arbeitshypothese.

    P.S. Die Polizei hat zusätzlich noch die Information herausgegeben, dass die Einbrecher einen Lagerraum aufbrachen und zuvor einen Zaun durchtrennt hatten. Spontaner Vandalismus scheidet somit aus, und dass offenbar zu Fuß tätige Einbrecher das Risiko und den Aufwand betreiben um gerade soviel Verpflegung zu stehlen wie sie tragen können, wäre zumindest sehr ungewöhnlich. Wenn bei ähnlichen Einrichtungen Einbrüche stattfinden, suchen die Täter meist tragbare Wertgegenstände wie Computer etc., aber nicht Nahrungsmittel mit geringem Wiederverkaufswert und ungünstigem Verhältnis zwischen Wert und Gewicht.

  9. Schätze mal die wussten einfach garnich was Sie drinnen finden würden. Thema erledigt.

  10. @urbanpionier: Thema leider nicht erledigt.

    Die Anzahl der gegen Soldaten und die Bundeswehr im Allgemeinen gerichteten Straftaten steigt leider seit Jahren an.
    Wie @Orontes schon ausführte, sehe auch ich ein großes Problem in der im „Mainstream“ und Teilen der „etablierten Parteien“ akzeptierten Gewaltbereitschaft gegenüber den Staatsorganen.
    In keinem anderen, mir bekannten Land muss ein Soldat Zurückhaltung wahren und darf seinen Beruf nicht offensiv nach außen tragen.
    Während woanders der „support our troops“-Aufkleber oder sogar „Navy-Wife“ Sticker auf Autos kleben, werden hierzulande Autos demoliert und sabotiert.
    Woanders wird einem der Dienst gedankt, hierzulande muss man sich rechtfertigen.

    Warum.Deutschland.Dienen?

  11. @ TomTom | 02. August 2012 – 19:35

    Zitat: „Warum.Deutschland.Dienen?“

    Nun ja, früher konnte man diese Frage mal dahin gehend beantworten, dass man das Recht und dir Freiheit des deutschen Volkes tapfer verteidigen wolle und darin einen so hohen Wert sehe, dass man bereit sei, sein Leben dafür zu riskieren.
    Heute wird man ja schon beschimpft, wenn man das Wort „Volk“ in den Mund nimmt.

    Daher muss man Ihre Frage wohl heute so beantworten: Als Söldnerseele kann man bei der BW Geld verdienen … und als LKW-Fahrer kann man auch im Beruf sterben, warum also nicht gleich als Söldner anheuern? Ist abwechslungsreicher und besser bezahlt …
    Mehr kann und will dieses Land seinen Soldaten wohl nicht mehr bieten. Schließlich soll ja die bundesdeutsche nationale Identität in einem „europäischen Staatsbürger“ aufgehen. Und Recht und Freiheit werden nicht mal mehr von MdBs überzeugend verteidigt, warum soll sich ein Soldat da noch verpflichtet fühlen?

  12. Auch wenn OT ist diese ganze wirdienenKampagne ist doch sowas von eingeschlafen, bis auf ein paar dina3 poster habe ich davon nichts mehr gesehen.
    Keine Sticker, keine Beklebung auf Dienstkfz, keine gute gemachte Doku die mal über ein paar Verwendungen berichtet, kein garnichts.

  13. @Sun Tzu
    Zitat: „Daher muss man Ihre Frage wohl heute so beantworten: Als Söldnerseele kann man bei der BW Geld verdienen … und als LKW-Fahrer kann man auch im Beruf sterben, warum also nicht gleich als Söldner anheuern? Ist abwechslungsreicher und besser bezahlt …“

    Wenn man das so sieht wie Sie, dann ist das in der Tat die Richtung, die die Bundeswehr momentan einschlägt. Wenn ich an Dinge wie die Weiterverpflichtungsprämie denke.
    Das ist aber meiner Meinung nach ein Problem der Gesellschaft. Ich denke nicht, dass viele Soldaten gerne als „Söldner“ dienen würden. Ich zumindest nicht. Irgendwo ist bei vielen dann doch noch der (mittlerweile Irr)-Glaube vorhanden, dass man für sein Land dient. Teilweise kann ich das auch noch sehen, wenn wir annehmen, dass die Auslandseinsätze der Bundeswehr als der Preis anzusehen sind, den man für eine gewisse internationale politische Präsenz zahlen muss, wie zum Beispiel ein gewisses Gewicht in Europa und vor allem auch um bei den „großen Jungs“ mitspielen zu dürfen. Diesen Status kann man sich eben nicht alleine damit erkaufen, dass man ständig allen gutes Geld dem schlechten hinterherwirft.

    Aber auch genau bei diesem vermeintlichen militärischen Engagement sehe ich ein großes Problem: Die deutsche Führung will nichts einsetzen, da sie nicht den Mut für ein entschlossenes militärisches Auftreten hat. War schon öfter Thema in der Presse und so sehr es mir widerstrebt auf den Spiegel zu verweisen, in Ausgabe 47/2006 war dies Titelthema.

    Afghanistan ist Paradebeispiel für diese zögerliche und, meiner Meinung nach, vollkommen falsche Form der Intervention. Langsam kommt die Ausrüstung in Afghanistan an, die gebraucht wird für so eine Form von Krieg. Es wird aber eigentlich noch viel mehr gebraucht… Dies wird in großem Stil zusammengeschnorrt, wenn man das so nennen kann (CAS). Ich vergleiche den Einsatz gerne überspitzt mit einem Friseur der zu seiner Arbeit nur einen Kugelschreiber und einen Kamm mitnimmt und denkt damit leistet er herausragende Arbeit. Dem ist nicht so, das sollte jedem klar sein.
    Wenn wir das nun auf die Bundeswehr übertragen, dann sehen wir wohin das Boot unterwegs ist…

  14. @ Fred

    Da muss ich widersprechen. Zumindest auf Facebook und der Projekthomepage wirdienendeutschland.de rührt sich noch was. Allerdings die große Aktion um diese Marke ist ausgeblieben.

    Wie ich aber auch schon hörte, ist die Wir.Dienen.Deutschland-Kampagne seitens des BMVg ohnehin nur für ein Jahr angelegt.

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