Der Nigerianer aus Afghanistan

Die Spam-Mails mit den Vorschlägen aus Nigeria sind ja schon legendär: Der wohlmeinende Herr aus Lagos, der ein großes, herrenloses Vermögen unterbringen muss und nur eine kleine Hilfe aus Europa braucht, um das viele Geld auf ein Konto zu transferieren. Jetzt haben die Abzocker den Afghanistan-Einsatz entdeckt. Heute in meinem Spam-Ordner:

Dear Friend,
Pardon my intrusion; my name is Lieutenant Andrew Ferrara, presently I’m on active duty in Afghanistan. Please, I have an obscured business proposal that will be of mutual benefit to both of us.
Few days ago, my colleagues and I intercepted a radical Taliban courier responsible for the transportation of huge amount of funds and on this unfortunate incident, we rounded up a total of US$11,5 Million United States Dollars.
After detailed discussion with my platoon, we came to a conclusion that if the funds are handed over to the Afghan Police, there is the possibility that the funds will be confiscated for their personal consumption. Therefore, it was my duty to find a partner whom will receive this fund for the benefit of us all.
With all due humility, I want you to be our partner in receiving this funds. The funds will be moved out of this country through a air cargo transport means and all you are required to do is receive the funds and an account will be provided to you, which you will use in transferring our share.
Sir, our word is our life, I personally assure you that this fund has been carefully contained and there is no need to worry about the source as we will not do anything that will bring problems to you or traced back to us.
For your honest participation in this deal, we are ready to divide the funds into three equal parts, one third will be for you, one third will be sent to my Late Brother’s young family, details will be provided to you as time goes on.

Es wäre ja einfach nur lächerlich, wenn dieser schräge Vorschlag nicht auch noch mit einem realen Namen verbunden wäre: Der angebliche Wohltäter gibt sich als Bruder eines gefallenen US-Soldaten aus. Das ist dann doch ein wenig arg dick aufgetragen.

8 Gedanken zu „Der Nigerianer aus Afghanistan

  1. Liest sich wie ein brauchbares Exposé für einen Thriller, der bei SAT 1 im Sommerprogramm laufen könnte ;-)

  2. Warum denn nur so misstrauisch? Er sitzt auf einem Haufen Geld. Die einzig sinnvolle Verwendung, die er dafür finden konnte, war das Projekt Strassenmusik. Zugreifen! So eine Gelegenheit gibt es nur einmal im Leben ;-)

  3. Es ist übrigens erstaunlich, wer alles auf solche Maschen reinfällt:

    Das sind oft gestandene Geschäftsleute, Mittelständler, die es zu etwas gebracht haben, weil sie umsichtig agieren, Verträge sorgfältig prüfen und sich normalerweise kein X für ein U vormachen lassen.

  4. Der Trick ist übrigens extrem alt.
    Der „Spanish Prisoner“ Trick wurde schon im 19. Jahrhundert und wahrscheinlich früher angewendet.
    Seine erste Hochzeit war in den 20ern als tausende Leute Post vom russischen Grafen im Exil XY (kow/ski/witsch) erhielten, der Hilfe benötigte, sein Vermögen vor der Sowjetunion zu verstecken

  5. Wenn man sich die Berichte über die tatsächlichen Geldtransfers aus Afghanistan vor Augen hält, ist die Summe, von der hier die Rede ist, lächerlich gering ;-)

  6. Insbesondere das hervorragende Englisch lässt mich dem Herren einen riesigen Vertrauenvorschuss gewähren. Kein Wunder, ist ja auch ein „native speaker“. :)

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