Niebel in Mogadischu

Nicht direkt Thema dieses Blogs, aber bemerkenswert: Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, ist heute zu einem – aus Sicherheitsgründen natürlich unangekündigten – Besuch in der somalischen Hauptstadt Mogadischu eingetroffen. Nach Angaben seines Ministeriums geht es natürlich um Hilfsprojekte und wirtschaftliche Zusammenarbeit, aber auch um Gespräche mit den Truppen der Afrikanischen Union.

(Nebenbei: die Aussage Der Besuch ist der erste eines Mitglieds der Bun­des­re­gie­rung seit Aus­bruch des Bürger­kriegs Anfang der 1990er-Jahre ist für Mogadischu richtig, nicht für Somalia ingesamt, auch wenn diverse Medien das behaupten. Da gab’s doch einen berühmt gewordenen Besuch des damaligen Verteidigungsministers Volker Rühe bei den deutschen Soldaten in Belet Huen 1993…)

Nachtrag von Niebels Ministerium:

Dirk Niebel zu Entwicklungs- und Sicherheitsgesprächen in Somalia

Niebel trifft Bundeswehrsoldaten in Dschibuti

15 Gedanken zu „Niebel in Mogadischu

  1. Nach seiner Rückkehr würde mich interessieren, wie er da hin gekommen ist.
    Linie dürfte ja wohl nicht fliegen. Und dass die FlugBer ihn hin geflogen hat, würde mich überraschen.

  2. Danke für die Info, @Memoria.
    Für das Sicherheitspersonal sicherlich auch ein interessanter Aufenthalt.

  3. @TomTom, Memoria

    Mit Flugbereitschaft nach Dschibuti, von da mit Trall nach Mogadischu. Dschibuti hat sich ja schon wegen der DEU Basis für Atalanta dort angeboten (in Sachen Logistik etc.)

  4. Hmm schon interessant. Das ganze muss wie eine militärische Operation abgelaufen sein. Alleine die Logistik an gepanzerten Fahrzeugen und Sicherheitskräften die nötig sind um einen offiziellen Staatsgast im Hexenkessel Mogadischu schützen zu können. Wäre interessant zu wissen ob die Feldjäger beteiligt waren.

  5. @Bang50
    Ich vermute stark, dass Niebel den Bereich des Flughafens nicht verlassen hat und alle Treffen dort durchgeführt wurden. Der Flughafen gilt seit einiger Zeit als relativ sicher und wird mittlerweile sogar wieder von einzelnen internationalen Anbietern angeflogen.

  6. @Orontes + Bang50
    Genau, Flughafen nicht verlassen; Trall der Luftwaffe, BKA statt Feldjäger (die wären ja auch tatsächlich nicht zuständig gewesen).

  7. Das ist vernetzte Sicherheitspolitik!

    Auch wurden vor fünf Monaten nach blutigen Kämpfen die Al-Shabaab von Truppen der somalischen Übergangsregierung und der Friedensmission der Afrikanischen Union aus der Stadt vertrieben. Selbst das Staatstheater hat in der somalischen Hauptstadt nach mehr als 20 Jahren den wieder Betrieb aufgenommen. Die Piraten können wirksam nur von dort aus bekämpft werden (Mit allen Werkzeugen der SiPo).

  8. Ich lese gerade auf Twitter, Milizen hätten den Flughafen gestürmt und Niebel als Geisel genommen. Gibt es dazu konkretes?

  9. Na ja, wenn selbst die FAZ auf die Falschmeldung reinfällt Erstmals seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Somalia vor rund zwei Jahrzehnten ist mit Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ein Mitglied der Bundesregierung in das nordostafrikanische Land gereist (siehe Hinweis auf Rühe oben), kann man ja nur noch an Aprilscherze glauben…

  10. @T.W. Hat in seinem Twitter-Stream gepostet, dass sich wohl HMS Bulwark und HMS Illustrious auf ein Deployment in Richtung Somalia vorbereiten.
    Vgl.: http://bit.ly/HQslwI (englisch, Link zu einer Zeitung aus Plymouth).
    Ich stimme der Einschätzung zu, dass es sich dabei um zwei hervorragend geeignete Schiffe handelt, um den Kampf bis an den Strand und etwas dahinter zu tragen.
    Beides sind Schiffe, die im wesentlichen (inzwischen ausschließlich) von Hubschraubern leben und natürlich auch so bestückt werden müssen.
    Sofern sich das bewahrheitet, wird Deutschland und etlichen EU-Partnern wieder einmal vor Augen geführt, wie beschränkt unsere Möglichkeiten sind.
    D schickt dann €-Fighter.
    Kann zwar nichts, sieht aber gut aus.
    Die BERLIN mit ihren zwei(!!) Sea Kings wird sich bis dahin wohl auf dem Rückmarsch befinden. Der deutsche Beitrag? Überschaubar. Moralische Unterstützung und die „energische“ Forderung an die Piraten, doch bitte aufzuhören.

  11. @TomTom

    Allerdings sehe ich diesen englischen Bericht ein bisschen kritisch, da geht mir zu viel durcheinander: eine britisch-französische Flotte, von der NATO (die im Gegensatz zur EU ausdrücklich nicht die Wirkung an Land beschlossen hat) ist da die Rede… Bislang sehe ich das als einen Heimatzeitungsbericht über unser tolles Schiff und noch nicht so als harte Nachricht. (Ich entschuldige mich schon mal vorbeugend bei den Kollegen in den Redaktionen von Heimatzeitungen.)

  12. Übrigens hatte Herr Niebel keine Zeit hat für die seit bald einem Jahr dort in humanitärem Einsatz befindlichen Deutschen. Liegt das daran, das der Topf „entwicklungsorientierte Nothilfe“ kürzlich in den Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes verlagert wurde? Die betreffenden Organisationen (ausdrücklich Not- und keine Entwicklungshelfer) haben sich jedenfalls schon seit geraumer Zeit mit derartiger Mißachtung seitens BMZ abgefunden. Traurig!

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