7 Gedanken zu „Knapp erklärt: „Military Operations and Social Media“

  1. Fehlt eine „Folie“.

    Social Online Media sind völlig überbewertet. (Sag ich als einer der seit 16+ Jahre lang in führenden Positionen an deren Entwicklung beteiligt ist und daran verdient.)

    Wer wirklich glaubt das Facebook 500 Millionen ernsthafte Accounts hat sollte sich dringend untersuchen lassen. Die mögen max. 50 Millionen „unique permanent user“ – und nur die zählen wirklich – haben. Das wäre dann schon sehr gut und kaum noch ausbaufähig. Wieviel davon sind Deutsche? Vielleicht eine Millionen, veilleicht eine halbe und von denen sind dann gerade max. 50-100,000 in der Zielgruppe die die Bundeswehr ansprechen muss.

    Aus Marketing Gesichtspunkten eine vernachlässigbarer Teil der gesamten Zielgruppe der BW.

    Sollte man darin Geld investieren oder lieber in anderen PR Bereichen?

  2. <1 sec Googeln: 22. August 2011 FaceBook USA 162 Mio UV
    http://www.facebookbiz.de/artikel/rekordzahlen-fur-facebook-in-den-usa-unique-visitors

    Und (Verzeihung, den Tiefschlag lasse ich mir nicht nehmen): Waren sie Myspace-Manager? Dann ist verständlich, warum die Social Networks gnadenlos unterschätzen. (Nicht dass man den Effekt auf das reale Leben überschätzen sollte. Aber Meinungsfindungen, Informationen etc. finden für Jugendliche verstärkt online statt.)

  3. @ b:

    Also dass Social Media so schwach sein soll, halte ich für Humbug:

    Da ich selbst noch Jugendlicher bin, kann ich aus erster Hand sagen, dass eigentlich jeder zwischen 15 und 25, den ich kenne, einen facebook-Account hat und diesen auch regelmässig benutzt; es ist sogar fast schon ein „Muss“, bei facebook zu sein.

    Auch bei der BW ist facebook stark: Ich hatte vor kurzem ein Truppenpraktikum und bis auf einen waren alle Gefreiten und Uffze „meiner“ Kompanie bei fb zu finden und aktiv.

    Andere Social Media-Dienste, wie zB twitter mögen zwar nicht so unter Jugendlichen vertreten sein, aber facebook hat auf jeden Fall eine sehr wichtige Rolle übernommen;
    in Amerika ja auch zunehmend bei den älteren Generationen.

  4. @b

    Kleine Plausibilitätsrechnung:
    Anzahl der Schüler in Deutschland zwischen 14 und 22 Jahren: 5.374.130
    davon haben mindestens 20% einen Facebook Account und nutzen diesen regelmäßig.
    Erreichbare User: ca. 1 Mio.

    Ihre Einschätzung von max. 100.000 halte ich für deutlich zu gering.

    PS.: Quelle Destatis, Facebook Rate – Umfrage im Rahmen einer bisher nicht veröffentlichten Studie zu Social Media Marketing. Aber ich bin mir sicher da gibt es auch Studien von größeren Instituten die das besser belegen.

  5. @all – nein ich arbeite nicht bei MySpace, war da auch nie, sondern bin zur Zeit in einem kleineren Laden der nicht im Wettbewerb zu Facebook steht.

    Ich habe bewusst „unique permanent user” geschrieben und nicht „unique visitors“. Ich meine damit tatsächlich genutzte Accounts die von einer Person angelegt und gepflegt werden. Ich zähle nicht die 25 Fake Accounts die sich so mancher dort zugelegt hat.

    Das „unique visitors“ „unique users“ eine immer viel zu hoch angegebene Zahl sind ist in doch klar wenn man über die Zahl die Anzeigenkunden wirbt.

    Dazu von einer Facebook Seite:

    Unique users is a common measurement of the popularity of a website, often quoted to potential advertisers or investors, and measured over a standard period of time, typically a month. However, Greg Harmon of Belden Research says „may overstate“ is a gross understatement. Remember, it’s just an identifier of a computer, not a person. And usually, the computer is identified by a „cookie“ which is most often specific to an individual browser on that computer. Since an increasing percentage of people in the United States (at least) now have access to a computer at home and at work or school, one may have to divide the reported total of unique users in half. Then another increasing fraction of people regularly delete cookies from their machines—presumably both at home and at work, and yet another large fraction use more than one browser on each of their machines. This means that for a typical news site, for example, which people might typically visit more than once a day to keep up with breaking news, the reported unique users might overstate the number of different people by a factor of four.

    Entscheidend ist wieviele dauerhafte, wiederkehrende Nutzer man hat. Facebook ist keine offene Aktiengesellschaft. Deren Angaben sind daher noch nie von unabhängigen aussenstehenden Sachkundigen geprüft worden. Man kann denen trauen oder nicht. Wenn man die Zahlen der Werbewirksamkeit einer Anzeigenlkampagne bei Facebook mit anderen Medien vergleicht kommt man zu dem Schluss das den von Facebook angegebenen Zahlen nicht zu trauen ist.

    Zurück zu B.W. Warum sollte man eine Seite auf Facebook machen wenn man genauso gut eine Seite im generellen Web machen kann? Ausser das es das Unternehmen Facebook fördert ist da erstmal kein Vorteil zu erkennen.

    Die Frage ist generell zunächst „was“ man „wem“ kommunizieren möchte. Diese Frage muss die BW erst beantworten. Das „was“ scheint mir bisher noch ungeklärt was bei den ständigen Umwälzungen nicht verwunderlich ist. Das „wem“ ist ausgesprochen heterogen (intern, Politik, inländische Öffentlichkeit, zukünftige Soldaten, ausländische Öffentlichkeit, ausländische Militärs). Die Frage welche Medien man dafür effektiver nutzt, 1.0, 2.0, 1.5 kann man erst klären wenn man weiss „was“ „wem“ zu sagen ist und nachdem man überlegt hat wie man das konsistent macht und hält. Kein einfaches Problem.

  6. @b: Sie betrachten Kommunikation aus der Perspektive der Institution. Das ist, mit Verlaub, „altes Denken.“ Die Frage, die – nicht nur – die BW sich stellen muss, ist nicht mehr nur, mit wem sie kommunizieren will, sondern auch, wer wo über sie und vor allem mit welcher Wirkung über sie kommuniziert. Daher ist es auch völlig unerheblich, ob FB einen oder hunderte Millionen Nutzer hat, wenn es die richtigen sind.

    Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das, was in Folge des Kommentars von COMKFOR hier passierte, denn es zeigt, dass gute Argumente gepaart mit strategischer Intelligenz eine sehr hihe Wirkung im Ziel haben. Beides leider Eigenschaften, die im Ministerium mit Blick auf die modernen Kommunikationsformen nicht überrepräsentiert scheinen.

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