Nachwuchswerbung? Nicht nur bei „Bild“

Hm, das hätte man auch einfacher haben können… Nachdem am Mittwoch vor allem Abgeordnete der Opposition moniert hatten, im Verteidigungsausschuss sei ihnen eine Nachwuchskampagne mit Werbung ausschließlich in Bild, Bild am Sonntag und bild.de vorgestellt worden, klingt das heute anders – wie das Verteidigungsministerium auf Bitten der Bundespressekonferenz nachgeliefert hat:

Medienagentur

Zenithmedia GmbH hat 2008 im Wettbewerb mit 22 anderen Anbietern eine Ausschreibung gewonnen und ist seither Rahmenvertragspartner der Bundeswehr. Die Agentur identifiziert vor allem, auf welchen werblichen Kanälen die jeweiligen Zielgruppen am besten erreicht werden können und schlägt einen entsprechenden Medien-Mix vor. Die Buchung einzelner Schaltungen in Medien erfolgt ebenfalls durch die Agentur.

Werbekampagne 2011

Die aktuelle Kampagne wurde im vergangenen November 2010 (zu diesem Zeitpunkt nur auf Mannschaften SaZ ausgerichtet) konzipiert.

Im Dezember 2010 hat Zenithmedia hierzu erste Gespräche u.a. mit BILD geführt. Die Billigung der Kampagne durch PSZ/PM erfolgte im Januar diesen Jahres.

Die Werbung erfolgt in drei Phasen bis Jahresende durch Fernseh- u. Radiospots sowie den Einsatz von Print- und Onlinemedien.

Lediglich in einer vierwöchigen Phase wird in BILD, BILD am Sonntag und www.bild.de geworben. Darauf entfallen ein Achtel der eingesetzten Haushaltsmittel (12% der eingesetzten HH, sind gleich ~600.000 Euro von 4.8 Mio €).

In der aktuell laufenden 1. Phase liegt der Schwerpunkt bei überregionalen Fernseh- und

Radiospots. (2,2 Mio von 4,8 Mio Euro)

Eine 2. Phase (ab April) thematisiert speziell die Mannschaftslaufbahnen (einschl. FWDL) bei der Bundeswehr. Bereits jetzt steht fest, dass die Zeitungen Bild und Bild am Sonntag sowie der Onlineauftritt www.bild.de hier als Werbemittel genutzt werden.

Diese Phase wurde um eine zusätzliche Werbekampagne für den „Freiwilligen Wehrdienst“ ergänzt. Hierbei werden mit Blick auf Diensteintrittstermine im 2. Halbjahr 2011 in verschiedenen regionalen und überregionalen Print- und Onlinemedien Anzeigen geschaltet. Die Feinausplanung für diesen Anteil ist noch nicht abgeschlossen, deswegen ist die abschließende Kostenfestlegung noch offen.

In der 3. Phase wird dann von Mai bis Dezember regional und über verschiedene Medien für konkrete Verwendungen im Umfeld der bedarfstragenden Truppenteile und Dienststellen geworben. Die Durchführung erfolgt in Verantwortung der Zentren für Nachwuchsgewinnung. (abschließende Kostenfestlegung noch offen)

Das klingt schon ein wenig anders. Mich irritiert nur eines: ich habe mehrere Abgeordnete dazu befragt, die mir alle sagten, im Ausschuss sei nur von Bild&Co. die Rede gewesen, nicht von den anderen Planungen. Da müssen die aber was ganz gründlich missverstanden haben…

12 Kommentare zu „Nachwuchswerbung? Nicht nur bei „Bild““

  • StFwdR   |   25. Februar 2011 - 16:35

    Tja, entweder im Verteidigungsausschuss der ja nichtöffentlich tagt haben dies nur Praktikanten vorgetragen, was ich mir allerdings nicht vorstellen kann, oder die Abgeordneten haben nur das behalten was sie behalten wollten.

    Natürlich wird da eine konspirative Verbindung zur Sproingerpresse unterstellt, passt doch perfekt in die momentane Lage.

  • Zivilist   |   25. Februar 2011 - 17:12

    Andere Möglichkeit:
    die Abgeordneten haben die Aussagen im Ausschuss nicht falsch verstanden, sondern das Verteidigungsministerium hat jetzt – aufgeschreckt von der Kritik – noch schnell was nachgeliefert ;-)

  • Christoph   |   25. Februar 2011 - 17:20

    Nun weiß ich wenigstens wer die bisherige Werbung verbrochen hat „Hey, was macht eigentlich Tom? …blablabla fliegen, studieren, Offz…“.

  • chickenhawk   |   25. Februar 2011 - 18:55

    Soweit es die Printmedien betrifft, ist BILD als Werbeträger für die Bundeswehr bestimmt eine naheliegende Wahl. Unter den Lesern der taz und der Frankfurter Rundschau darf man wohl eher weniger Interessenten für den Soldatenberuf vermuten.

  • Elhanan   |   25. Februar 2011 - 19:29

    Nach dem was die Bw als Voraussetzungen für Mannschaften anstrebt, keinen Berufs-Schulabschluß, glaube ich, dass das mit dem Lesen ein Problem sein könnte.
    Aber die Bild wird die Werbung bestimmt entsprechend und rücksichtsvoll gestalten (Nomen est Omen).

  • Sebastian S.   |   25. Februar 2011 - 23:07

    So habe ich mir das eigentlich nicht vorgestellt, als ich gesagt habe, dass ich mir mehr Bildberichterstattung wünsche.

  • Paul   |   26. Februar 2011 - 13:03

    Wäre ja nicht das erste Mal, dass die was gründlich missverstehen.

  • Tom   |   26. Februar 2011 - 18:04

    Die anwesenden MdB haben nichts falsch verstanden. Denn genauso wurde es vorgetragen. Offenbar waren die Vertreter des BMVg wieder einmal unvollständig informiert. Kommunikation ist alles…

  • Bendler-Blog » Blog Archive » Bloggen von der Front - wie Nachwuchswerbung wirklich geht   |   01. März 2011 - 11:09

    […] Nagel aus, hoffen die Bundeswehr-Personaler darauf, dass Werbung weiter wirkt. Ein großer Teil des Budgets wandert daher in klassisch werbliche […]

  • J.R.   |   02. März 2011 - 9:05

    Für’s Protokoll: Gerade ist mit beim Hören des Internet-Radios Last-FM ein Bundeswehr-Clip eingeschoben worden; Slogan war „Die Bundeswehrreform – Ihre Chance“. (War wohl das Video mit anderem Text)

  • Nicole Karepin   |   08. März 2011 - 19:00

    Als Mediaagentur der Bundeswehr haben wir von Zenithmedia hier einige Informationen zur aktuellen Kampagne und der Bedeutung der Maßnahmen mit der BILD-Gruppe zusammengetragen:

    http://nixeka.posterous.com/informationen-zur-bundeswehr-kampagne-von-zen

    Ich hoffe, die Infos sind nützlich und es ist okay, dass ich sie hier verlinke.

  • T.Wiegold   |   08. März 2011 - 19:29

    @Nicole Karepin
    Ist durchaus ok – und angesichts des öffentlichen Interesses an dem Thema erlaube ich mir, damit einen neuen Thread aufzumachen.

    (Da hat sich das social media monitoring doch schon wieder gelohnt, oder? ;-) )