Keine Feldzeitung mehr. Nirgends.

Ach, es sollte ja wahrscheinlich außer den Betroffenen (und die werden immer weniger) keinem auffallen: vergangene Woche hat die Bundeswehr ihre Balkan-Feldzeitung MAZ&More eingestellt, nach elf Jahren. Außer einer Meldung auf der Webseite einsatz.bundeswehr.de gab’s auch keinen Hinweis.

Dabei endete mit der letzten Ausgabe dieses Blattes nicht nur die Zeit der Feldzeitungen auf dem Balkan, sondern die Zeit der Bundeswehr-Feldzeitungen überhaupt: es gibt keine mehr. Auf dem Balkan ist das angesichts der Truppenreduzierungen nachvollziehbar, bei den Marineeinsätzen macht so etwas wenig Sinn – aber auch in Afghanistan gibt es so etwas nicht (einen Versuch gab es mal, wohl auch ein paar Ausgaben, aber nie mehr). Gründe dafür lassen sich wahrscheinlich viele anführen. Aber vielleicht auch: da fehlt etwas?

(Mein persönlicher Favorit in dieser letzten Ausgabe ist übrigens die Geschichte von der Anfangszeit im Kosovo, als der damalige niederländische Bataillonskommandeur und heutige Generalleutnant Ton van Loon die deutschen Soldaten über sein Satellitentelefon zu Hause anrufen ließ: Ich habe die goldene Kreditkarte der Königin.)

4 Gedanken zu „Keine Feldzeitung mehr. Nirgends.

  1. Ich habe die Maz&More sehr geschätzt, man hat im Einsatzland immer auf die nächste Ausgabe gewartet und sei es nur, um zu schauen, wer wen gerade grüßt /grüßen lässt. Das war schon ein Stück „Einsatzkultur“, man wusste immer (ein bisschen) was die anderen Verbände so treiben. Das hat mir in AFG ehrlicherweise gefehlt – schade, das es dort keine Feldzeitung gibt.

    Danke für eure Mühen!

  2. Feldzeitungen sind Truppeninformation pur. Ich persönlich habe mich vor meinem KFOR-Einsatz anhand von MAZ&More-Ausgaben auf die Situation vor Ort eingestimmt. Da habe ich Infos gesammelt, die ich im Inland bei der vorbereitenden Ausbildung nicht erhalten habe.

  3. In Zeiten knapper Kassen hat man wohl kein Geld mehr für derartige Spielereien. Man kann ja die Qualitätsmedien, wie Bild lesen. Die „Fachjournalisten“ wissen es sowieso immer besser, als die Truppe. Und die für die Aufgabenerfüllung wirklich notwendigen Informationen erhalten die Soldaten in aller Regel von ihren Vorgesetzten und nicht aus einer Feldzeitung, die auch der Gegner liest. Wichtige Infos können und dürfen dort garnicht drinstehen. Damit werden Mittel für wirklich dringende Ausrüstungen unserer Soldaten im Kriegseinsatz frei.

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