Verrottete Häfen: Marinestützpunkt Eckernförde dicht

Die Nachricht scheint alle völlig unvorbereitet getroffen zu haben – jedenfalls habe ich noch keinen gefunden, der dazu wirklich sprechfähig war: Teile der Hafenanlagen in einigen Marinestützpunkten sind aufgrund ausgebliebener Bauarbeiten so angegriffen, dass sie nicht mehr genutzt werden können. Und der Marinestützpunkt Eckernförde ist bereits (teilweise) geschlossen, die Einheiten in andere Häfen verlegt. Das berichten am (heutigen) Mittwoch die Kieler Nachrichten (online nur hinter paywall). Laut dpa hat das Flottenkommando die Sperrung des Eckernförder Hafens bestätigt.

Die Geschichte ist kompliziert genug und vermutlich können nur Verwaltungsjuristen das wirklich würdigen: Die bisher zuständige Wasser- und Schiffahrtsverwaltung, zum Bundesverkehrsministerium gehörig, darf nach höchstrichterlichen Urteilen nur noch für Verkehrswege tätig werden, nicht für Häfen, berichten die KN. Zuständig für die Häfen auch im Bundesbesitz ist das Land, hier Schleswig-Holstein. Das hat aber Experten für Küstenschutz, nicht für Hafenbauten. Zuständig für die Infrastruktur der Bundeswehr ist die Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (BIma). Denkbar wäre die Übergabe der Verantwortung an das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr – das wiederum, recht neu aufgestellt, hat keine Fachleute für Wasserbau. Und so blieben dringend notwendige Sanierungsarbeiten in Eckernförde aus; in Kiel soll es ebenfalls nicht so gut aussehen.

So weit die hinreichend verworrene Lage, wie sie die Kieler Kollegen schildern. Der außenstehende Beobachter fragt sich nur, ob diese Entwicklung nicht schon ein paar Tage länger bekannt war. Die in Eckernförde stationierten Soldaten dürften marode Molen oder Piers schon seit langem vor Augen gehabt haben. Nur in den zuständigen Behörden war es noch nicht angekommen.

Ich vermute: Fortsetzung folgt.

(Foto: Nach der (vorläufigen?) Schließung des Marinehafens in Eckernförde haben die Flottendienstboote zunächst an die Pier der WTD verlegt – Flickr-user Tongue53 unter CC-BY-ND-Lizenz)

An der Heimatfront · 17:45h ·  

50 Kommentare zu „Verrottete Häfen: Marinestützpunkt Eckernförde dicht“

  • MD.   |   20. März 2013 - 13:56

    OT: aber bei KN-online.de hinter einer paywall: Bauliche Maengel an den Marinehaefen I’m Norden, Eckernfoerde geschlossen.

  • McKenzie   |   20. März 2013 - 15:05

    @ MD
    Schneller gewesen :-)
    Werde mir den Artikel mal in der Printausgabe der KN anschauen.
    Mal sehen was das kosten soll und welcher Kuhhandel dann entsteht … wir verzichten auf ECK, sparen uns die Sanierung, so schaufeln wir doch noch Geld für die NOK-Schleusen frei. Ach nee, geht ja nicht, der Sack ist ja schon zu.

  • RR   |   20. März 2013 - 16:09

    UBoote und Tender liegen vorerst an der Pier der Wehrtechnischen Dienststelle in Eckernförde.

  • Maggus   |   20. März 2013 - 17:50

    Mir fehlen langsam die Worte..

  • MD.   |   20. März 2013 - 18:11

    unter shz.de findet man mittlerweile ein bisschen mehr, als nur paywall.

  • Lenkrad   |   20. März 2013 - 18:22

    Unfassbar!!!!!!! und in welche Projekte sind dann die angeblich 40mio € geflossen?

  • Frank   |   20. März 2013 - 18:25

    Eine Problematik, welche sich summa sumarum mit 2 Wörtern beschreiben lässt;
    nicht wehrfähig,
    dazu sei gesagt, das geht dem gro der Menschen in diesem Land am Arch vorbei, und diese Art des Desinteresse ist wohl für die Soldaten schlimmer als das fehlen von Orden, Gedenktagen u.Ä.(In diesem Sinne gieren die Soldaten tatsächlich nach Annerkennung, vollkommen zurecht)
    Man sieht an dem Veratwortungsgeschachere welches in diesem speziellen Fall , das selbst innerhalb des Staatswesen, diese Einstellung vortgeführt wird, die BW ist schlicht ein finanzieller Klotz am Bein des “Sozial und Gerechtigkeits- Athleten BRD”.
    Mit dem Erhalt von den Grundlegenden Staatsaufgaben, wie Sicherheit, Justiez und Gesetzesgebung sowie der Bereitstellung einer Basisinfrastruktur, lässt sich halt nicht mehr auf Stimmenfang gehen, mit allen möglichen XYZ- Geldern lässt sich wesentlich besser ködern.

  • T.Wiegold   |   20. März 2013 - 18:32

    @Frank

    Egal ob man Ihre Ansicht teilt oder nicht: In diesem Fall scheint das keineswegs der ausschlaggebende Punkt zu sein. Das Geld für diese Aufgabe war ja wohl da, aber die verschiedenen Zuständigkeiten – oder besser: Nicht-Zuständigkeiten – haben sich verhakt.

    Da muss doch jemand gesehen haben, dass dieses Problem gelöst werden muss, ehe einem die Betonbrocken einer bröselnden Pier auf die Füße fallen?

  • Wolfgang   |   20. März 2013 - 18:33

    > dazu sei gesagt, das geht dem gro der Menschen in diesem Land am Arch vorbei,

    Wenn es nicht der Fall wäre, was sollte man tun? Außer “In die Kloschüssel schimpfen” fällt mir nix ein.

  • quantum   |   20. März 2013 - 18:35

    Ein Werftchef sagte mal nach einer Bauleiterbesprechung zu mir: Wissen Sie mein Problem ist, dass jeder in der Bundeswehr beteiligt werden moechte, aber keiner derjenigen, die Entscheidungen treffen koennten, Verantwortung uebernehmen will.

  • Voodoo   |   20. März 2013 - 18:44

    Wobei Baumaßnahmen nicht zwangsläufig nur die Bundeswehr allein betreffen. Die Planung allerdings sollte doch in den Infra-Stäben liegen, sofern die noch aktiv sind? Gab es da wieder Kompetenzgerangel zwischen InfraStab und zuständigen BLB (ehem. Staatlichen Bauämtern) – wie auch immer das im betroffenen Bundesland heißt?

    Edith merkt gerade: Kompetenzgerangel auf höchstem Niveau – das wird dann wohl eher ein Neubau werden, bis man sich da geinigt hat. Habs erst überlesen…

  • MS   |   20. März 2013 - 19:08

    Dazu ein (mir neuer) Bericht: Mehrere Versorgungs- und Transportschiffe konnten in der jüngsten Vergangenheit nicht auslaufen, da das BMVg und Ver.di sich nicht auf einen Tarif für die zivilen Angestellte an Bord einigen können.
    (Händisch) Zu finden auf der taz (Kein Link wg. Forenrichtlinien).

    Rausfahren dürfen sie nicht, in die verrotteten Häfen nicht – da wird es eng für die Marine.

  • Frank   |   20. März 2013 - 20:03

    Nun gut, dass war wohl ein wenig über das Ziel hinaus, und wohl für die Qualität dieses Blogs zu Emotional und OT. Jetzt wo ich darüber nachdenke, stellt sich für mich ganz profan die Frage, nach dem Sinn des fortbestands der jetzt geschlossenen Hafenanlagen, wenn die Schiffe auch einfach verlegt werden können und von einer anderen Basis aus operieren.

  • TomTom   |   20. März 2013 - 20:11

    @Frank: Es gibt ja noch geringfügig mehr Infrastruktur in Eckernförde als einige Meter Pier im Hafen.
    Ehrlich…

  • Tongue53   |   20. März 2013 - 20:21

    Der Artikel in den KN ist absolut empfehlenswert, weil er sehr gut das bürokratische Wirrwarr wiedergibt, in dem sich nicht nur die Bundeswehr verfängt. Es ist grausam.

    Was den Stützpunkt selbst betrifft: Als Eckernförder habe ich ihn täglich vor Augen. Selbst wenn alle hier stationierten Einheiten vor Ort sind, herrscht gähnende Leere. Ich kann mich kaum erinnern, wann hier an der Ostmole zuletzt mal eine Fregatte angelegt hat, und wenn, dann um dieses Manöver mal zu üben und sofort wieder zu verduften. Die FD-Boote fänden locker Platz in Kiel, für Tender Main und drei Uboote ist immer noch Platz. vier auf einmal sind sowieso nie gleichzeitig da, und das es mal sechs werden bezweifle ich auch.

    Nein, der Marinehafen in seiner derzeitigen wird nicht mehr benötigt, das ist so. Was anderes wäre es gewesen, wenn die Korvetten gekommen wären. Aber die bleiben ja in dem hafen, der immer als erstes zufriert.

  • Verteidigungsbeamter   |   20. März 2013 - 20:39

    Die Neuausrichtung ist ein voller Erfolg.
    Mit der Neuausrichtung gibts es jetzt erstmal klare Verantwortlichkeiten.
    Noch weitere Fragen?
    Konnte die Marie die Schiffe/Boote eigentlich mit eigenem Personal verlegen, oder musste der überflüssige Seebetrieb der WTD mit Personal aushelfen?

  • Memoria   |   20. März 2013 - 20:46

    Selten passte die Standardantwort der iGler “das müssen sie mal in der Gesamtschau betrachten” besser als hier.
    Offenbar hat das jedoch auch in diesem Fall niemand gemacht.
    Organisierte Verantwortungslosigkeit.

  • MD.   |   20. März 2013 - 20:53

    @TW: Ich fahre Ostern gen Norden, versuche mal ein Foto von den wenigen, verbliebenden Ubooten und Tendern am Pier der WTD zu machen. Sieht bestimmt drollig aus das Ensemble. Die WTD hat den Charme eines Hochseefangflottenumschlagplatzes….

  • TomTom   |   20. März 2013 - 21:10

    @Verteidigungsbeamter:
    Zwar könnte sie sie selber verlegen, aber wehe es sind Zivilisten drauf angestellt….
    Ich sage nur: EU Arbeitszeitrichtlinie 88.
    Vgl. NDR Panorama 3 von gestern….
    Sicherlich hat man das im Zweifel ausgesourced.
    Wem.Dient.Deutschland?

  • Tongue53   |   20. März 2013 - 21:13

    @MD
    Welche Tender? Hier gibt’s nur “Main”, und der ist unterwegs wie wir wissen.
    U33 ist in der Werft, U32 s. “Main”, U34 im Arsenal glaube ich, tja bleibt nur noch eins. Zu fotografieren gibt es hier nicht mehr viel. Ein Bild aus besseren Tagen:http://www.flickr.com/photos/69342560@N02/6306332097/in/photostream

  • Kreissparkasse Calw   |   20. März 2013 - 22:15

    Bestimmt wieder nur ein Einzelfall! Mal offtopic, gibt es eigentlich jetzt auch mal Neuigkeiten bezüglich des Tiger-Absturzes in Bayern?

  • Memoria   |   20. März 2013 - 23:55

    Vielleicht ist ja in La Rochelle noch Infrastruktur interimsweise nutzbar – pooling und sharing und so….?? (Vorsicht: Ironie)

  • U96 (auf Kiel in Kiel)   |   21. März 2013 - 1:54

    @Memoria
    Ne, neuer Einlaufhafen La Spezia – vorher Treibstoffaufnahme, Torpedos, Proviant in Vigo – das liegt bekanntlich im Mittelmeer…durch die Meerenge von Gibraltar dann ganz.einfach durchsacken lassen, das schont die Diesel und spart Treibstoff!

  • klabautermann   |   21. März 2013 - 7:16

    @Memoria

    In La Palice/La Rochele gibts diese Stichpier für die versifften Edelholzfrachter aus Afrika/Südamerika außerhalb der Schleusen für das olle UBoots-Bunkerbecken….da kann die Marine auch in E’Förde bleiben…;-)
    Schon lustig, dass mittlerweile die Wessi Infrastruktur so marode ist wie weiland die Ossi Infra 1990.

  • BausC   |   21. März 2013 - 8:15

    Man kann der Bundeswehr so einiges vorwerfen. Allerdings muss man auch erkennen, dass die Streitkräfte, wie in diesem Beispiel, nicht Herrscher des Verfahrens sind. Da legen andere Ministerien das Ob, Wann, Wie und Womit fest. Gäbe man der Marine einfach nur das Geld dann würde sie das schon hinbekommen. Das geht nun allerdings auch nicht mehr dafür haben wir jetzt ein Bundesamt. Solche Nachrichten eignen sich allenfalls dazu, zu verzweifeln. Ändern läßt sich da nichts. Mit gesundem Menschenverstand rangehen funktioniert auch nicht. Da sorgen schon Juristen und Verwaltungsfachleute für. Ja, dass klingt trollig. Aber kennt nicht jeder in jedem Beruf oder auch im Privatleben Momente in dem man etwas trotz Gesetzen und Verwaltungsvorschriften hinbekommen will und muss?
    Zitiere gerne nochmal Herrn de Gaulle aus “Die Schneide des Schwertes” 1932

    [...] Ein durch seine Kleinkrämerei in zahllose Widersprüche verwickeltes, maßlos aufgeblähtes Vorschriftenwesen, das täglich abgeändert und richtig gestellt wird; ein Haufen Projekte ohne Zukunft; im vorhinein schon widerlegte Voranschläge; Fragen im ständigen Zustand der Prüfung; ein Berg wertloser Gutachten; der Form halber erstellte Rechenschaftsberichte; inhaltlose Forderungen – das wäre es, worin sich die Aktivität der Armee erschöpfen würde.[...]

  • Les Grossmann   |   21. März 2013 - 8:35

    Ein Trost für Ecktown mag ja sein, das tatsächlich kein Geld ausgegeben wird, es gibt ja Beispiele (1 von 2 nenne ich) wo das nicht so war. Ich erinnere gut die Olpenitz- Kiel Posse, mehrere Millionen in neue E Leitungen investiert um dann den Stützpunkt Olpenitz doch aufzugeben. Als Argument kam dann die Zeitersparnis beim Anmarsch in südliche Gefilde durch den NOK. Gut das der nun auch fast hin ist.
    Das schreit dann schon nach dem nächsten ganz großen Wurf, wollte Steinbrück nicht mehr Europa, mein Vorschlag also: alles was in Eckernförde liegt nach Danzig geben, die haben Platz und Motivation, UBoottauchgebiete liegen nahe und 2 Besatzungskonzept liesse sich auch Super umsetzen (1 Woche Polen, 1 Woche Deutschland). Außerdem spart das regelmäßige Zufrieren von Häfen, Betriebskosten, die paar Vorhaben einfach in den Januar planen und super Geld gespart.
    Hoffentlich hat das jetzt kein Flaggoffizier gelesen, dann geht es morgen nämlich los.

    Ernstgemeint gebe ich BausC recht, diese Misere hat die BW nicht wirklich zu verantworten, aber das eine oder andere Mal lauter trommeln sollte m.E. drin sein.

  • RR   |   21. März 2013 - 8:47

    Ich bin nicht sicher woher die DPA ihre Meldungen bekommt. Sicher ist aber das es seit dem 01.10.2012 kein Flottenkommando mehr gibt!
    Der Inhalt der Meldung ist trotzdem richtig.

  • T.Wiegold   |   21. März 2013 - 8:58

    @RR

    Hm,habe ich überlesen…

  • KlausK   |   21. März 2013 - 8:58

    Wir beobachten doch schon lange wie eine Baumaßnahme -nicht nur der Bw- nach der anderen zur Lachnummer wird. Schade ist nur, dass man sich wie in diesem Fall über die Teile der Streitkräfte lustig macht, obwohl die Infra doch seit jeher fest in Beamtenhand ist!!

    Und Achtung: aufgrund der großen Erfolge dieser Leute wird nun auch das gesamte Personalwesen in BEAMTENverantwortung übergeben.
    Na dann Prost Mahlzeit! oder für die, die noch länger dienen dürfen: da kommt ein Erfolgsmodell auf euch zu!!!!!

  • Jas   |   21. März 2013 - 9:51

    Haha ganz ruhig, sowas nennt man stille Annexion ;)

    Im Zuge der neuen Bundeswehrreform wird die Preusserkaserne (MSK, FN, FJg) bis 2015/16 geschlossen und geräumt. Das neuentstehende SeeBtl soll ebenfalls in den Marinestützpunkt (“die Nord”) ziehen.

    Jetzt hatte man schon früh in der Planung festgestellt, das diese eine Liegenschaft mit der Beherbergung von 8 Dienststellen (KSM,SeeBtl,AZU,UG,ZAW,MStpKdo + SpoFöGrp, Kdo TrpVers, SanZ) aus vielerlei Hinsicht etwas überfordert ist. Platzmangel paart sich dort mit unzureichenden Straßen für gepanzerte Fahrzeuge und fehlender Infrastruktur use..

    Also kam schnell die (wirklich) gut Idee auf das Gebiet der direkt angrenzenden WTD (eckernförde besitzt 2 WTD Liegenschaften – eine an der Nord und eine riesige am Südstrand) zurückzugreifen um so zukünftig eine Riesenliegenschaft (zumindest im Vergleich mit vorher) entstehen zu lassen um alle Einheiten mit ihrer benötigten und teilweise schon geplanten Infrastruktur aufzunehmen.

    Dass dieser Vorschlag bei der Gegenseite nicht nur auf Gegenliebe stiess ist wohl verständlich. Aber jetzt macht man Nägel mit Köpfen:

    Die seegehenden Einheiten sind schon da, demnächst müssen wir aus hyghenischen oder baulichen Gründen ein paar Unterkunftsgebäude und Lager räumen und zack haben wir die Schlösser ausgetauscht, Schilder umgehangen und den Zaun abgebaut :D

    Hossa!

  • LTC007   |   21. März 2013 - 9:54

    Kürzlich hat der frühere Marine-Chef VA Feldt im Verteidigungsausschuss des Europaparlaments die maritime Bedrohung Europas dargestellt und Lösungen eingefordert. Wenn man sich das Drama in ECK anschaut, hat Deutschland dazu wohl nichts zu sagen. Wo bleibt da eigentlich ein Abgeordneter Beck, der gestern noch so nett Herrn Königshaus angezählt hat? Wird das BmVg eigentlich noch vom Bundestag kontrolliert?

  • LTC007   |   21. März 2013 - 10:43

    Der zuständige Wahlreisabgeordnete ist MdB Wadephul, Major der Reserve. Über Kritik an den Zuständen in dem Hafen kann ich nix finden, aber er freut sich in einem Lokalblatt, dass die Holzvögel fürs Schützenfest jetzt doch nicht kleiner werden müssen. Der Mann hat offenbar eigene Schwerpunkte…

  • BausC   |   21. März 2013 - 10:56

    Könnte ggf ein eigener Thread werden deswegen packe ich es mal hier rein.
    Passt aber auch in die Gesamtthematik.
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/panoramadrei555.html

  • P. Runge   |   21. März 2013 - 12:44

    meiner meinung nach sollten nur noch zwei marinestützpunkt bestehn bleiben, wilhelmshaven und kiel, platz für alle (noch) vorhandenen einheiten wäre vorhanden. warnemünde (5 korvetten, tender) sowie ecktown (uboote, tender, flottendienstboote) nur für die die paar einheiten zu halten, finde ich nicht gerade wirtschaftlich.

    von damals über 150 marineeinheiten mag es vielleicht ja noch sinn gehabt haben, diese auf mehrere stützpunkt zu verteilen, doch bei bald “nur noch” ca. 55 einheiten seh ich das anders. zudem könnte man die noch vorhandenen 2 marinearsenale erhalten, darunter kiel…eckernförder sowie warnemünder einheiten fuhren ja eh immer dort hin. zudem ist in wilhelmshaven ein mun-depot dür die einheiten vor ort vorhanden, in kiel ebenfalls das mundepot in laboe.

    doch bei der bundeswehrreform wird man sich andere gedanken gemacht haben ;)

  • Schlammzone   |   21. März 2013 - 13:01

    @Jas. Es gibt ja auch schon eine gemeinsame Wache. Ausserdem hat die WTD Anfang 2016 eine große Liegenschaft in Kiel die viel Platz für “Vertriebene” aus anderen Liegenschaften bietet…

    Die Schäden waren natürlich schon lange bekannt und böse Zungen sahen den Marinestandort ECK auch schon im Rahmen der Reform untergehen. Dies ist wohl aber wegen der Infrastruktur für die U-Boote (H2 Tankstelle, Ladekaje) oder warum auch immer nicht passiert.

  • Bernie   |   21. März 2013 - 13:17

    Wie wäre es mit dem zypriotischen Modell: Wir bieten den Hafen Russland an! Unsere uniformierten Verteidigungskollegen ohne Geld können das dann als “European Strategic Pooling&Sharing” vermarkten!

  • BausC   |   21. März 2013 - 13:22

    @BausC
    Vergass zu notieren, dass es um die europäische Arbeitszeitrichtlinie und den Stillstand auf den zivil besetzten Schiffen der Marine geht.

  • Memoria   |   21. März 2013 - 13:32

    @BausC:
    Wieder mal die Arbeitszeitrichtlinie und zivile Schiffsbesatzungen. Die EU-Richtlinie gilt weder für die Schifffahrt noch für die Bundeswehr.
    Der Vertrag mit ver.di muss lediglich angepasst werden.

    Ist seit Jahren im BMVg bekannt – jedoch auch der InspM war 2008 der Meinung es liege an der EU-Arbeitszeitrichtlinie.

  • NMWC   |   21. März 2013 - 13:34

    @BausC
    Das ist aber auch kein neues Problem. Warum hat die Planet so lange einfach nur rumgelegen (inklusive des “kaputtliegens” der Anlagen)? Genau deswegen.
    Das erste Mal habe ich von diesem Problem so ca. Ende 2008 gehört. Seitdem gab es Arbeitsgruppen mit verschiedensten Beisitzern. Irgendwann hat man dann auch mal den dort anwesenden Paragraphenvewaltern erläutern können, dass Wache auf See etwas anderes ist als eine Wache an Land. Das der wachfreie eben nicht das Boot verlässt und dann für seine Wache 6Stunden später wieder zurück an Bord kommt.
    Das war für die Damen und Herren tatsächlich ein komplettes Novum, als ein mir guter Bekannter aus der damaligen FWG (daran wird klar wie lange es nun schon Thema ist) dort als Fachkompetenz für Forschungsfahrten der Planet dazu vorgetragen hat.
    Wie das jetzt wohl mit der Planet wird, wenn die über den Teich fährt. Danach müssen die ganzen Überstunden wohl für 2Jahre+´abgefeiert werden und der Kahn liegt sich wieder nur kaputt.

  • BausC   |   21. März 2013 - 13:50

    @Memoria, NMWC
    Es geht eben auch da nicht weiter, weil keiner eine Entscheidung treffen will und/oder kann. Eigentlich scheint es ja ganz einfach zu sein und dennoch streiten sich viele kluge Köpfe. Insofern ist das eine Parallele zum eigentlichen Thema. Die Paragraphenverwalter machen offensichtlich die Arbeit für die sie bezahlt werden. Das die eigentlich Betroffenen dabei auf der Strecke bleiben, ist da wohl als behördlicher Kollateralschaden hinzunehmen.

  • Tongue53   |   21. März 2013 - 14:35

    Zitat Schlammzone: “… und böse Zungen sahen den Marinestandort ECK auch schon im Rahmen der Reform untergehen. Dies ist wohl aber wegen der Infrastruktur für die U-Boote (H2 Tankstelle, Ladekaje) oder warum auch immer nicht passiert”

    Das ist so nicht richtig. Die Schließung des Stützpunktes ECK wurde fälschlicherweise von der Nachrichtenagentur DAPD in die Welt gesetzt und von vielen ungeprüft übernommen. Das war eine glatte Ente.

    Den Hafen selbst habe ich heute gesehen, total leer, nix drin. Ein Foto der an der WTD-Pier liegenden FD-Boote findet sich bei FLICKR:
    http://www.flickr.com/photos/69342560@N02/8576588975/in/photostream.

  • T.Wiegold   |   21. März 2013 - 14:43

    @Tongue53

    Danke, das Foto nehme ich gerne oben als Header…

    (Zu viel mehr komme ich heute aus verschiedenen Gründen nicht, sorry.)

  • Schlammzone   |   21. März 2013 - 14:58

    @Tongue53

    Ich glaube mich erinnern zu können, dass das Gerücht schon vorher hier auf der Küstenklatschwelle zu hören war, just eben wegen der maroden Anlagen. Wer weiß wer wen da mit vermeintlichen Infos versorgt hat ;-).

  • Memoria   |   21. März 2013 - 15:20

    @BausC:
    Genau das ist das Problem: Verantwortungs- und Entscheidungslosigkeit.
    Vor 5 Jahren wurde das angebliche Problem bis in die Politik getragen – ohne überhaupt zu klären ob es ein echtes Problem gibt.
    Aber im BMVg ist man ja schnell dabei zu rufen “ein rechtliches Problem” – bei genauem Hinsehen ist es meistens ein “Nichtentscheidungsproblem” im Geschäftsbereich des BMVg (weiteres Beispiel: Einhaltung ziviler Normen in der Beschaffung).
    Da gibt es dann auch oftmals keinen Unterschied zwischen Uniform- und Anzugsträger.
    Die Mentalität (Absichern, Entscheidung abwiegelen) ist die selbe.

    Da gebe ich TdM recht: Es fehlt an Freude an der Verantwortung.

    Aber befördert TdM diese Freude?

  • A. Horstmann   |   21. März 2013 - 15:41

    Und dann postet die SZ (online) in ihrer Lobhuddelei auf U32 heute:

    “Die Besatzungen und Einheiten werden 15.000 Seemeilen – fast 28.000 Kilometer – zurückgelegt haben, wenn sie wieder in Eckernförde sind.”

    Kein kritischer Hinweis auf die Situation in Eckernförde im ganzen Artikel! Es schreien immer alle nach dem Staatsbürger in Uniform. Wie siehts denn umgekehrt aus? Ob ein Ding von der BW etwas mehr oder etwas weniger Trullalla macht ist mir als Staatsbürger ohne Uniform zunächst reichlich gleichgültig. Wie mit den Finanzen umgegangen wird nicht.

    Man kann nicht von jedem Nachrichtenportal verlangen, dass es sich mit militärischen Themen auseinander setzt. Wenn es das dann aber doch tut – und dann auch noch so nah dran ist! – dann ist es mehr als ärgerlich wenn die unbequeme journalistische Verantwortung auf heroische Einzelkämpfer abgeschoben wird.

  • Anna Nym   |   21. März 2013 - 16:17

    @A. Horstmann:
    SZ (Süddeutsche Zeitung) oder SHZ (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, der Fast-Monopolist im Norden, mit mehr als einem Dutzend Lokalausgaben)? Ich vermute letzteres?

    Infrastruktur im Norden steht nicht hoch im Kurs. Erst vorletzte Woche war es einigermaßen ruhig auf dem NO-Kanal, nachdem in Brunsbüttel die großen Pötte (>120m) nicht mehr geschleust werden konnten. Da hat man innerhalb weniger Tage eine Behelfslösung gebaut (aus zwei Schleusentoren mach eins, oder so). So weit sind wir schon, dass gefrickelt werden muss… Ist der Kanal nicht mal gebaut worden, damit man (v.a. die Marine) nicht von der Passage durch die dänischen Inseln und rund Skagen abhängig ist?

  • Happy_pepe   |   21. März 2013 - 21:44

    Was der Warschauer Pakt nicht geschafft hat,
    schaffen unsere Bürokratie, Zuständigkeitsgerangel und unsere Politiker.

    In 10 Tagen bin ich dann mal weg, was ein Glück!!!

  • Ares   |   22. März 2013 - 6:04

    Aber mit der neuen Reform 2014 wird dann endlich alles besser!

  • MD.   |   22. März 2013 - 9:25

    Schleswig Holstein wird konsequent ignoriert, wenn es um Infrastrukturmaßnahmen geht. NordOsteeKanal, die Autobahnen, Haefen (da der Bund sich zurueck zieht und das Land kein Geld hat, verfaellt in den naechsten Jahren die verbliebene maritime Kompetenz), ewiges Thema die Schnellzuganbindung gen Daenemark, die es erst seit ein paar Jahren gibt, die neue Querung bei Luebeck ist und wird ein Grab fuer oeffentliche Gelder. Ein Land, wo das Elementare vernachlaessigt wird, ist vernachlaessigbar und dies ist nicht die Schuld der Verwaltung(en), sondern zu allererst der Politik! Lesetipp: warum nationen scheitern.