Mali: Bericht von der Front

Weil’s hier bestimmt einige interessiert, ein Bericht des französischen Senders France24 von der Front des Einsatzes im Nordosten Malis:

… und, weil es wohl ein bisschen untergegangen ist, hier noch mal französische Combat Camera-Aufnahmen aus der Region Adrar des Ifoghas, die bereits am vergangenen Wochenende veröffentlicht wurden:

Nachtrag: Da scheinen einige Kollegen mit den französischen Truppen unterwegs zu sein – hier eine Bilderserie bei Le Monde:

Au Mali, l’armée française à la poursuite des djihadistes

45 Kommentare zu „Mali: Bericht von der Front“

  • Voodoo   |   07. März 2013 - 14:59

    Danke für diese Einblicke, Herr Wiegold! 50kg reines Gepäck bei 45°C ist… krass. Die Durchhaltefähigkeit im tatsächliche Gefecht stelle ich mir dabei schwierig vor.

    Slightly OT: Thematisieren wir/sie hier die jüngsten Drohungen Nordkoreas noch oder betrachten wir das als größenwahnsinniges Geplapper und daher eines SiPol-Blog unwürdig? ;)

  • T.Wiegold   |   07. März 2013 - 15:25

    @Voodoo

    Tja, da hatte ich mich auch gefragt, wie viele Liter (=kg) Wasser man noch schleppen kann, bei dem erwartbaren Wasserbedarf unter diesen Umständen? Merkwürdigerweise sind in beiden Videos keine Fahrzeuge zu sehen – wie viel Aktionsradius ist da realistisch?

    Zum OT: Och, nö. Das wollte ich anderen SiPol-Blogs überlassen… Alles passt hier auch nicht rein.

  • klabautermann   |   07. März 2013 - 15:29

    ,,,die eigentlich fordernde Zeit kommt erst…..innerhalb der nächsten 4 Wochen. Den Franzosen und Co läuft die Zeit davon…….im Sahel gilt nicht nur Raum/Zeit/Kräfte, sondern auch Klima und Terrain

  • klabautermann   |   07. März 2013 - 15:39

    ….und deswegen ist auch die EU-Ausbildungsmission letztendlich eine Farce, denn der Wüsten-, wie der Dschungelkampf wie weiland in Vietnam gehorcht nicht den doctrins and procedures kriegsvölkerrecht-symmetrischer Kriege, wie auch die Sowjetunion in Afghanistan lernen musste.

  • Jack Bristow   |   07. März 2013 - 15:51

    Merkwürdigerweise sind in beiden Videos keine Fahrzeuge zu sehen – wie viel Aktionsradius ist da realistisch?

    Also zumindest im ersten Video werden die Soldaten als Fallschirmjäger bezeichnet. Selbst wenn der Abwurf von kleinen Fahrzeugen möglich wäre … Bei diesem felsigen, verblockten Terrain kämen die nicht weit. Immerhin gibt es Luftunterstützung, wie die Heli-Landung zu Videobeginn suggeriert. In dem Video wird auch gesagt, die Soldaten sind seit einer Woche unterwegs. Könnte mir vorstellen, die Patrouillieren von einem Basislager aus. Beispielsweise um Rückzugsrouten der Islamisten abzuschneiden und Höhlensysteme zu säubern. // Das zweite Video (Adrar des Ifoghas) könnte Material aus dem Umfeld des kürzlich getöteten Fremdenlegionärs enthalten (Datum, Einheit und Gebiet stimmen). Aus der engl. Wikipedia zur Operation Panthere:

    On March 3, The Elysée Palace announced a solider of the First Parachute Chasseur Regiment was killed in clashes with extremists during the night of March 2. The French Government announced that the solider “was mortally wounded during fighting against armed terrorists taking refuge in the Adrar of the Ifoghas, in northern Mali.”

  • T.Wiegold   |   07. März 2013 - 16:07

    Hinweis: Habe oben einen Link zu einer Fotoserie bei Le Monde nachgetragen.

  • Gramm   |   07. März 2013 - 16:07

    @Jack Bristow:

    1.) nur weil es sich um Fallschirmjäger handelt heißt das nicht, dass sie per Luftlandung abgesetzt wurden und seitdem auf sich allein gestellt sind bzw. nur per Luft versorgt werden, wie Sie irgendwie anzunehmen scheinen.

    2.) Was denn jetzt, handelt es sich um einen Fremdenlegionär oder um einen “solider (sic!) of the First Parachute Chasseur Regiment”? Das widerspricht sich meines Wissens nach.

  • Jack Bristow   |   07. März 2013 - 16:07

    Korrektur: Der gefallene franz. Soldat war kein Fremdenlegionär. Hier noch die offizielle Meldung: http://www.elysee.fr/communiques-de-presse/article/mort-d-un-soldat-du-1-regiment-de-chasseurs-parachutistes-de-pamiers/

  • Jack Bristow   |   07. März 2013 - 16:12

    @Gramm: Nein, ich hatte eher an CAS und MedEvac gedacht, um so in schwierigem Terrain das Fehlen von gepanzerten Fahrzeugen auszugleichen. Und da die Soldaten Schlafsäcke, Isomatten und Co. mitführen, ging ich von ein paar Tagen Standzeit im Gelände aus. (“Eight days of fighting and marching. To pick up the trails of fighters …”)

  • Wurzelbert   |   07. März 2013 - 16:20

    Interessante Videos, ich schätze bei der Beladung, dass die Soldaten nicht mehr als 15km am Tag abdecken können, wobei ich das für das sichtbare Gelände sogar nochmal halbieren würde, insbesondere wenn der Auftrag über etwa eine Woche andauern soll.

    Mal ein wenig offtopic: Ist die Bekleidung der Franzosen von minderer Qualität oder schlechtem Schnitt? Im zweiten Video ist dem MG-Schützen die Hose im Gesäßbereich komplett gerissen und wenn man sich die Bilder anschaut, scheinen die Hosen in dem Bereich etwas zu spannen.

  • Boots on the Ground   |   07. März 2013 - 16:33

    Klassisches Gelände für “Boots on the Ground” eben ;) Es unterstreicht die Bedeutung einer weiteren Reduzierung des Gewichts der persönlichen Ausrüstung, der zielgerichteten Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, von leichten aber zugleich wirkungsvollen Waffen zur Feuerunterstützung auf Zug- und Kompanieebene und von zweckmäßigen Transportmitteln für den Transport schwerer Ausrüstung, von Versorgungsgütern und zur Anschlussversorgung (Mulis, Quads, Luftversorgung).

    Zum Stand der Bundeswehr werfe man einen Blick auf IDZ und vergleich das mit der auf dem Markt verfügbaren Ausrüstung…

    Voodoo | 07. März 2013 – 14:59

    50kg reines Gepäck bei 45°C ist… krass. Die Durchhaltefähigkeit im tatsächliche Gefecht stelle ich mir dabei schwierig vor.

    Dazu aus “Rifle Platton Basic Load OEF XII” des 1st Platoon, A Company, 2nd Batallion, 504th Parachute Infantry Regiment:

    The following Paratroopers are equipped with a very light 72hr load. “Snivel, lickies and chewies” have been sacrificed to keep the weight down as much as possible […]
    They were weighed carrying all required individual equipment for operations i.e. Goldie, Mine hound, Gizmo […]
    Average Paratrooper body weight: 184.7lbs
    Average Paratrooper 72hr kit is 103.69lbs
    Paratroopers are carrying 55% of their bodyweight. The recommended fighting load for a conditioned soldier should not exceed 48lbs and the approach march load should not exceed 72lbs (FM 21-18).

    Quelle: http://www.foreignpolicy.com/files/fp_uploaded_documents/RiflePlatoon.pdf

    Ein weiteres Dokument: http://thedonovan.com/archives/modernwarriorload/ModernWarriorsCombatLoadReport.pdf

  • klabautermann   |   07. März 2013 - 16:37

    ” Im zweiten Video ist dem MG-Schützen die Hose im Gesäßbereich komplett gerissen und wenn man sich die Bilder anschaut, scheinen die Hosen in dem Bereich etwas zu spannen.”

    Ich fass es nicht !
    Was für trollige Kommentare

  • FNU SNU   |   07. März 2013 - 16:40

    @ Wurzelbert bei dem gelände mit der Belastung kann schnell mal etwas reissen….

    Und die Waffe im Hintergrund ab ca. 1:00-1:10 beim unteren Video ist sicherlich in diesem Gelände von Vorteil….Scheint sicherlich nicht nur zum Einsatz gegen Fahrzeuge genutzt zu werden….

  • klabautermann   |   07. März 2013 - 16:45

    also, ich finde es wird Zeit, dass die BW eine eigene DSDS-Kampagne zusammen mit RTL2 startet:” Deutschland.Sucht.Den.Supersoldaten”……….wer den besten Kampfdress unter Bierzelt-/Stammtisch-/NSU-Demo-Bedingungen kosmetisch durchhaltefähig gegen Stefan R. in der Rodelbahn verteidigen kann bekommt eine Veteranen-Medaille ;-)

  • BausC   |   07. März 2013 - 16:54

    @Klabautermann
    Zugegeben es ist eine einfache Frage zu einem einfachen Sachverhalt. Aber darf die nicht gestellt werden? Ich frage mich ernsthaft, wer hier gerade “trollt”? Bei allem gebotenen Respekt, es wundert mich bei ihnen doch sehr.

  • Thomsen   |   07. März 2013 - 16:56

    @ Klabautermann:

    “ich finde es wird Zeit, dass die BW eine eigene DSDS-Kampagne zusammen mit RTL2 startet:” Deutschland.Sucht.Den.Supersoldaten”

    Waren Sie schonmal in diversen Betreuungeinrichtungen deutscher Feldlager im Einsatzgebiet, speziell in den Abendstunden, unterwegs?

  • T.Wiegold   |   07. März 2013 - 17:00

    Meine Herren, es wird keinen überraschen, wenn ich jetzt schon mal zur Mäßigung aufrufe…

  • klabautermann   |   07. März 2013 - 17:05

    @BausC und @Thomsen

    kann es sein, dass hier einige ein Feldlager-Syndrom haben ? Nach dem Motto: wir würden ja gerne, aber wir dürfen ja nicht ?

    @Thomsen

    Deutsche Feldlager kenn icht nicht, aber “internationale” !

  • klabautermann   |   07. März 2013 - 17:07

    @T.W.

    roger……

  • BausC   |   07. März 2013 - 17:11

    @Klabautermann
    Ich wollte hier niemanden angreifen. Mag einfach wenn jeder seine Fragen stellen kann auch wenn sie für Einzelne keine Bedeutung haben mögen. Und auf ihre Frage kann ich mir keinen Reim machen. Ich bitte um Entschuldigung wenn ich ihnen zu nahe getreten sein sollte. Da der Zuständige für die Netiquette schon eingeschritten ist kann ich es für meinen Teil dabei belassen. Nichts für ungut.

  • klabautermann   |   07. März 2013 - 17:15

    @BausC

    Keiner ist mir hier zu nahe getreten, ich wollte nur – wie üblich polternderweise – darauf aufmerksam machen, dass meine französischen Kameraden zZt in Mali kein individuelles”Ausstattungsproblem” haben.

  • MR   |   07. März 2013 - 17:34

    Weiss jemand, ob und wie die deutschen Kampftruppen sich Anno 2013 auf vergleichbare Belastungen vorbereiten?

    Während meiner Dienstzeit fand ein zielgerichtetes Training jedenfalls nicht statt und selbst 25 kg sind in Kunduz im Sommer ziemlich schwer;p

  • Wurzelbert   |   07. März 2013 - 17:42

    @klabautermann

    Ich hab mich jetzt nicht besonders angegriffen gefühlt, ich kann nur von meinem Tellerrand und ein Wenig darüber hinaus kommentieren und da ist mir sowas aufgefallen.

    Klar kann das vorkommen, besonders im Gelände, aber vielleicht herrscht bei den Franzosen der Dresscode schneidig und eng, statt Schlabberlook wie z.B, bei den Amerikanern (oder halt auch in meinem Umfeld). Und da sich meine Begegnungen mit den Franzosen auf einen stocksteifen Austausch-Leutnant begrenzen (der mit dem Fussvolk auch garnicht sprechen wollte; ist allerdings in der franz. Armeekultur begründet und damit auch kein Problem), hab ich einfach mal nachgefragt^^

  • Boots on the Ground   |   07. März 2013 - 17:47

    MR | 07. März 2013 – 17:34

    Weiss jemand, ob und wie die deutschen Kampftruppen sich Anno 2013 auf vergleichbare Belastungen vorbereiten?

    Systematische und zielgerichtet Sportausbildung zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit wäre von einer Einsatzverwaltungsarmee wirklich zuviel verlangt – das heißt nein, das findet so nicht statt.

  • Voodoo   |   07. März 2013 - 17:49

    Die franz. Uniformen wurden tatsächlich von einem Modedesigner entworfen – allerdings kann ich den Link nicht mehr finden. Das war irgendwann gegen Ende der 90er, wo man mit sowas wie ISAF/OEF nicht rechnen konnte.

    Man schaue mal zurück, welchen Schritt die Amerikaner da gemacht haben, nämlich vom Typ “Woodland & Co” Anfang 2003 im Irak zum “Crye (Multicam) Traum.” Ich meine damit nicht das Tarnmuster, sondern den Schnitt und die Funktion der Hosen z.B.

    Aber wir schweifen da etwas ab, glaube ich ;)

  • MR   |   07. März 2013 - 17:50

    @Boots on the Ground
    Wie so oft: Lachen oder weinen?
    Dabei wäre es so einfach…

    Was macht die Sportschule der Bw eigentlich so außer O-Läufen?

  • politisch inkorrekt   |   07. März 2013 - 17:50

    @BausC

    Die französische uniform ist in der tat etwas eng geschnitten. Das sieht solo super aus und führt im Einsatz eben zu “Luxus problemen”

    @MR

    Dazu mal “vier tage im November” lesen. Der Fallschirmjäger beschreibt darin wie die Soldaten in Seedorf vorbereitet wurden/werden und wie dann der Realitätsschock ausfiel.
    Ich hab meinen Einsatz die Infanterie Märsche über 10 km marschieren gesehen und Jahren alles dabei.
    Kurz: Sie hielten durch aber sahen aus wie Jesus am Kreuz.

    pi

  • PW1   |   07. März 2013 - 18:17

    Donnerwetter, gerade mal 20 Kommentare und die üblichen Verdächtigen lassen sich anhand eines Videos französischer Soldaten schon wieder über das grundsätzliche und sowieso in jeglicher Hinsicht bestehende Versagen der BW aus.
    Ach ja, das Stichwort “Uniform” ist ja jetzt schon gefallen, wie wäre es mit einer erneuten Diskussion über die verschiedenen Möglichkeiten des Tragens von Abzeichen? Alternativ denke ich, dass bestimmt schon Kommentare in Vorbereitung sind bez. des ach so grauenhaften und ja überhaupt nicht tragbaren deutschen Heeresdienstanzugs…

  • Amoebe   |   07. März 2013 - 18:23

    @Offtopic:
    Wurden die aktuellen deutschen Uniformen nicht von Wolfgang Joop (mit-)entworfen? Oder ist das so ein urbaner Mythos?

  • T.Wiegold   |   07. März 2013 - 18:32

    @PW1

    Ach was wäre das schön, wenn es nicht so weit käme…

  • Niklas   |   07. März 2013 - 20:07

    Das Ausrüstungsgewicht hat mich ziemlich überrascht… In verschiedenen Quellen hieß es mal, Fernspäher würden beim typischen Szenario um die 60 kg schleppen, samt optronischen Gerätschaften usw. und das ist schon quasi deren liebstes Hobby. 50 kg in praller Sonne ist wirklich nicht mehr gesund :)

    Echt wahnsinn, vor allem auf Dauer.

  • huey   |   07. März 2013 - 21:00

    Es mag für viele hier neu sein-aber Rucksäcke mit Einsatzgewicht von 50Kg und mehr sind im “echten” Einsatz keine Seltenheit.

    Dabei sind solche Goodies wie Schlafsäcke (oder auch ein 3. Paar frischer Socken) meist noch nicht eingerechnet).

    Es ist eben nicht immer möglich, Fahrzeuge mitzuschicken.
    Bei der Bundeswehr (und auch bei einigen Zivilisten, wenn ich mir so manche Kommentare hier so anschaue) herrscht scheinbar immer noch die Meinung vor, das der Soldat standardmässig seine 10Kg mit Zeltplane/Essgeschirr und Schlafsack zusammenbekommt…..

    Allerdings sind solche Gewichte wie im Beitrag auch nicht “Standard” (im Sinne von “schleppt man täglich”).
    Ohne entsprechendes Training ist man allerdings auch nicht in der Lage, solche Lasten zu bewegen…und da beisst sich die Katze bei der Bundeswehr sprichwörtlich in den Schwanz:
    Weil viele der Meinung sind, das man Dinge wie “Frieren”, “Hungern”, aber auch “Müde sein”, “Überfordert sein” nicht üben muss, wird so etwas bei der Bundeswehr (Spezialkräfte wie Kampfschwimmer und das KSK mal ausgenommen) auch nicht (mehr) geübt…..

    Es gab sogar schon einmal Bestrebungen, den Rucksack auch beim AMILA-Marsch nicht mehr mitzunehmen, weil es ja schließlich nur um den Ausdauergedanken ginge-und das Gepäck würde ja Rücken und Knie der Soldaten belasten…)…

  • Jack   |   07. März 2013 - 21:30

    @ niklas

    Die Quellen hatten nicht so unrecht ca 60 kg Rucksäcke davon ca 25 liter Wasser + Chestrigg
    Das alles für 7 tage im schönen Hindukusch. Aber Spaß ist das wohl nicht mehr. Aber mit Bekanntgabe der Neuausrichtung wurde das Tragen von solchen Rucksäcken eingestellt.
    Die Späher werden ja nicht mehr gebraucht nach der Reform und aus welchen Grund soll mann sich dann so was noch antun.

  • politisch inkorrekt   |   07. März 2013 - 21:39

    @Jack

    Die Kompanie wird aufgelöst. Die Fähigkeit lebt in der LLAufklKp 310 fort.

    @Huey

    Versuchen sie mal in einem Wald -und Wiesen Bataillon 50kg sinnvoller Ausrüstung zusammen zu bekommen. Also nicht alles im Rucksack(alles unter Berghaus verbietet sich) sondern ne anständige Tragevorrichtung und dann ein wenig Munition.

    pi

  • Jack   |   07. März 2013 - 21:49

    @politisch inkorrekt

    Das ist die Standard “obere Führung Aussage” zur Fähigkeit Fernspäh. Leider sieht die Realität erschreckend anders aus. Aber genau diese Aussage verkauft mann wohl durch alle Ebenen nach oben hin. Aussagen von zur Zeit noch aktiven Späher geben da ein ganz anderes Bild, dass natürlich so nicht nach oben weitergeleitet wird.

  • Heiko Kamann   |   07. März 2013 - 22:03

    huey | 07. März 2013 – 21:00
    So war es zu meiner aktiven Zeit und so ist es scheinbar noch immer … also werden nach wie vor geschöhnte IGF-Daten (heißt das noch so?) nach Oben gemeldet und alle sind dadurch militärisch fit und leistungsfähig.

  • Boots on the Ground   |   07. März 2013 - 22:32

    Wobei die IGF-Daten wenig bis gar keinen Aufschluss über körperliche bzw. militärische Leistungsfähigkeit geben – Krieg ist weder eine Sportveranstaltung noch ein Schützenfest…

  • BausC   |   08. März 2013 - 6:55

    Habe gelernt, dass ein großer Teil der Ausrüstung und somit des Gewichtes, Munition ist,. Klar, in Ausbildungsmärschen komme ich mit 5 Schuss aus. Beim Einsatz im Felde dürfte es gerne etwas mehr sein. Weis jemand wieviel mehr?

  • Jack Ryan   |   08. März 2013 - 8:51

    Ich kann den Kommentar von PW1 nur unterstützen:

    Die Qualität der Kommentare in diesem Blog nimmt in letzter Zeit immer mehr ab.
    Anfangs waren sie wirklich erstklassig und informativ und boten einen echten Mehrwert.
    Mittlerweile läuft fast jede Diskussion auf ein Thema hinaus: “Bundeswehrbashing”

    Die Bundeswehr kann, will, darf nicht… weil…. alle anderen machens und könnens besser…

    Man muss sich nur mal die Beiträge zu Themen wie dem Tiger, dem Türkei Einsatz oder hier anschauen.

    Langsam macht es wirklich keinen Spass mehr bei den Kommentaren mitzulesen.

    Mfg, Jack Ryan

  • Hans   |   08. März 2013 - 8:54

    10 Magazine G36 dürften es schon sein (bei DEU Soldaten). Jedes wiegt ca 500 Gramm wenn ich mich recht erinnere. Dazu 2-3 Magazine P8, Hand- und Nebelgranaten und evtl Zusatzwaffen / -munition für MG, PzFst etc…

  • markus, d.Ä.   |   08. März 2013 - 10:12

    mhh 55% des körpergewichts zu schleppen? den schmaleren hemden (die ~ 60kg flohfraktion) während der AGA stand das bei jedem marsch ins haus. damals noch mit dem fiesen klammeraffen und koppeltragegestell. 20km Mittelgebirge bei 30° saßen da bei einigen durchaus drin. bei dem gezeigten terrain/wetter dürften max. 10km /tag aber wirklich obergrenze sein.

    Spannend wäre an dieser Stelle zu wissen, wieviel Stiefel da gerade über den Boden stapfen. das Gebiet als weitläufig und unübersichtlich zu beschreiben ist ja zweifellos eine freche untertreibung.

  • Buzz   |   08. März 2013 - 10:35

    @BausC

    Ich hatte zwischen 8-10 Magazine 5,56 am Rigg, dazu noch Nebel und Spreng jeweils 2x , fürs AG36 nochmal 10 Granaten am Belt. Im Rucksack befand sich an Munition nochmal das selbe, je nach Aufrag.

  • Franz S.   |   08. März 2013 - 11:26

    Der Bereicht (genau wie die geposteten Powerpoint-Folien der US-Armee) zeigen ganz deutlich, dass die schon Jahrhunderte überdauernde Gewichtsproblematik in der Infanterie langsam ihren Höhepunkt erreicht. Allein, was jeder Soldat mittlerweile an Elektronik und Batterien mitschleppen muss, ist enorm. Ein wahrer “Infanterist der Zukunft” ist für mich leicht und mobil, nicht bepackt wie ein Muli. Hier gibt es durchaus einiges zu verbessern, auch wenn es nicht so sexy ist, wie z. B. die Einbindung jedes Soldaten in ein Führungssystem.

  • Rollcontainer   |   08. März 2013 - 11:50

    Servus
    Hier wäre es interessant zu erfahren wie die Franzosen den Jagdkampf gegen die Irregulären Kräfte führen.
    Sicherlich ist, wie im Video angesprochen, das Auffinden der Geisel(n ?) ein primäres Ziel, dennoch muss Frankreich wie in den Einsatzgrundsätzen der Operation Serval aufgeführt die Irregulären Kräfte aufklären und vernichten (im militärischen Sinn). Weiterhin wird bei dem gezeigten Gelände abermals deutlich, dass eine effektive Überwachung und somit die Verhinderung des abermaligen Einsickerns Irregulärer Kräfte nach Mali hinein kaum möglich ist.

    Das hier die Tuareg, als mit dem Land vertrautes Nomadenvolk, eine herrausragende Rolle spielen wird abermals verdeutlicht. Die oben zitierte Studie (modern warrior load, sehr zu empfehlen!) zeigt sehr gut die Möglichkeiten aber auch die Begrenzungen des Infanteristen auf.
    Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Tragetieren, bei der Bw durch das EAZ Gebirgstragetierwesen 230 in Bad Reichenhall, abgebildet.
    Ersetzt man nun die Mulis mit anderen Tieren, welche an das Klima besser angepasst sind (Kamele/Dromedare), so kann man auch in der Sahelzone effektiv arbeiten. Die Einsatzgrundsätze jedoch bleiben die gleichen.

    Wiederum verdeutlichen hier die Möglichkeiten von Tragetieren die Bedeutung der Tuareg. Als weiteres Beispiel für den (berittenen) Kampf gegen Irreguläre Kräfte sind die Einsätze der Rhodesischen Armee (unter anderem der Selous Scouts) im Rhodesien Krieg in den 70er und 80er Jahren.

    Vom COIN und vom infanteristischen Ansatz her bin ich mal gespannt wie sich das in Mali so entwickelt ;-)

    mkg

  • Boots on the Ground   |   08. März 2013 - 23:50

    Rhodesien!? Das ist so böse, daran kann sich die gute Bundeswehr niemals ein Beispiel nehmen ;)

    Das braucht sie aber auch gar nicht: Vor einigen Jahren bewiesen berittene Spähtrupps des EAZ 230 auf Halflinger den hohen Einsatzwert dieses Einsatz im RÜZ, genauso wie Tragtierkolonnen im Rahmen von Gefechtsübungen bereits erfolgreich Jagdkommandos versorgten. Das EAZ bildet auch regelmäßig das KSK in diesem Aufgabenbereich weiter.
    Bei KFOR wurden zeitweise vor Ort beschaffte Tragtiere zur Versorgung von Beobachtungsposten im Gebirgen und als Patrouillen in schwerem Gelände eingesetzt: http://www.panzerbaer.de/helper/bw_tiere_maultiere-a.htm
    Weiterhin beschaffte GECONISAF im Rahmen des ESB vor Ort für einen kurzen Zeitraum mindestens einen Esel zum Lastentransport, der Ansatz bewährte sich allerdings offenbar nicht (oder der Esel erfüllte irgendwelche deutschen Normen nicht). Das ganze wurde meines Wissens jedoch nicht unter Leitung oder mit Wissen des EAZ durchgeführt (evtl. wäre es dann erfolgreicher gewesen).
    Allgemeine Informationen zum Tragtierwesen in Deutschland, Österreich und der Schweiz: http://www.doppeladler.com/oebh/tragtiere.htm

    Die Niederländer setzten im Rahmen von UNMEE Kamelreiter (auf einhöckrigen Kamelen = Dromedaren) als berittene Patrouillen ein: http://img825.imageshack.us/img825/3349/undutchmarinesineritrea.jpg