Killerspiel oder Imagewerbung? (Update: jetzt ist es weg…)

Für den Youtube-Kanal der Bundesregierung ist – weitgehend bereits bekanntes – Bildmaterial der Bundeswehr neu geschnitten worden. Der Spot Die Bundeswehr online, seit gestern im Netz, erntet auch schon heftige Kritik: Bilder und Musik gleichen teilweise einem Ego-Shooter und entwerfen so ein Zerrbild des Dienstes bei der Bundeswehr. (Von wem das kommt, löse ich später in den Kommentaren auf.) Und wie kommt das Video bei den Lesern von Augen geradeaus! an?

Update: Jetzt (ca. 17:30 Uhr am 17. November) ist das Video – nach gut einem Tag online – auf einmal nicht mehr verfügbar. Sehr interessant…

Ich habe soeben offiziell beim Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums der Verteidigung angefragt. Die Auskunft: Von uns wurde dieses Video nicht gesperrt.

Sollte man vielleicht den Regierungssprecher mal fragen… Vom Bundespresseamt bekam ich die Auskunft, dass die das Video deaktiviert haben; aber keine offizielle Aussage zu den Gründen.

btw: es hat nicht jemand vorsichtshalber auf seine Festplatte runtergeladen? ;-)

Übrigens, mit fast identischen Bildern, nur etwas anders geschnitten und vor allem mit anderer Musik gibt’s ja schon länger dieses Video (Danke an den Bendlerblogger für den Hinweis):

 

Nachtrag: Na, das nimmt ja Fahrt auf. Der Vollständigkeit halber schreibe ich jetzt mal die politischen Reaktionen hier in den Eintrag:

Die oben zitierte Kritik kam von der Grünen-Abgeordneten Agnieszka Malczak:

http://www.gruene-bundestag.de/cms/presse/dok/396/396818.dienst_bei_der_bundeswehr_als_ballerspie.html

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold, sieht einen Rufschaden der Bundeswehr:

Der neue Werbespot zur Gewinnung von Nachwuchspersonal schadet massiv dem Ansehen und dem guten Ruf der Bundeswehr. Es wird eine Klientel angesprochen, die anfällig für
Gewaltbereitschaft ist, und sich nicht um die besondere Bedeutung der Bundeswehr in der Gesellschaft kümmert.

Das Verteidigungsministerium hält dem entgegen: Mit schnellen Schnittfolgen und moderner Musik entspricht der Beitrag dem Stil zeitgemäßer Youtube-Clips.

Nachtrag 2: Ein Leser hat dankenswerterweise mal die Videos anderer Streitkräfte in den Kommentaren verlinkt, der Übersichtlichkeit halber stelle ich sie hier direkt rein:

238 Kommentare zu „Killerspiel oder Imagewerbung? (Update: jetzt ist es weg…)“

  • TomTom   |   18. November 2011 - 13:39

    Ist mir schon bewußt. Wird aber so verkauft.

  • Orontes   |   18. November 2011 - 13:40

    @Rainer Arnold
    „….eben keine Rambos, sondern verantwortungsvolle junge Menschen….“

    Ich persönlich habe das Vertrauen in die deutsche Politik parteiübergreifend aus einem hier nicht darstellbaren Anlass 2009 in Afghanistan vollständig verloren, und ich war nur einer von vielen. Ich fühle mich in diesem Vertrauensverlust auch durch Ihre Worte immer wieder bestätigt. Es ist bestürzend zu erfahren, welche Klischees in den Köpfen der politischen Entscheidungsträger vorherrschen. Zumal Sie ja offenbar jeden, der die Realität des Gefechts nicht leugnen und den Soldaten darauf vorbereiten will, für einen „Rambo“ halten.

    Die Figur des Rambo stellt übrigens einen traumatisiert heimkehrenden, ursprünglich sehr kompetenten Soldat dar. Dass Sie dieses Bild negativ verwenden, gewährt m.E. tiefe Einblicke in das Maß der Unterstützung, dass Soldaten im Extremfall von Ihnen und Ihrer Partei (und leider nicht nur der) zu erwarten hätten.

  • McKenzie   |   18. November 2011 - 13:48

    Sehr geehrter Herr Arnold,

    über das Video lässt sich mit Sicherheit trefflich streiten. Hier im Blog gibt es ja auch die gesamte Spannbreite an Meinungen.
    Worüber man sicherlich nicht streiten kann ist der Hang der heutigen Politiker zur inszenierten Empörung mit einhergehender Selbstdarstellung, auch unter Nutzung des mediums „social network“.
    Siehe dazu auch:

    http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/261162-Schwarzgeldwaescher-werden-sich-bedanken.html

  • Antipasto   |   18. November 2011 - 13:52

    „Interessant, was einige hier so über mich verbreiten. “

    Herr Arnold, das ist nicht interessant, das ist erschreckend!

    Und noch erschreckender ist, das Sie das anscheindend nicht mal begreifen.
    Sie sind blind und wollen den sehenden die Farben erklären? Merken sie eigentlich nicht, wie unglaubwürdig sie für uns sind, oder sind sie dem Erboden schon so weit entrückt und in Ihrer Meinung dadurch jederzeit und überall überlegen und unantastbar?
    Auch Sie haben sich für die Fortführung des Afghanistan Einsatzes ausgesprochen und plädieren gleichzeitig dafür, das uns die Arme auf dem Rücken gefesselt werden.
    Herr Arnold, um es krass auszudrücken: Sie gefährden das Leben deutscher Soldaten. Einerseits durch das stellen falscher Bilder für den Nachwuchs, andererseits durch die Kastration der bereits dienenden Kameraden.
    Es hat ja eine gewisse romantische Note, wenn sie sich einen edlen und tadelfreien silberbeschlagenen Ritter auf einem Schimmel wünschen, und wenn wir mal einen brauchen, Herr Arnold, dann gebe ich Ihnen gern Bescheid, aber im Moment ist der nicht hilfreich.

  • Soldat   |   18. November 2011 - 14:34

    Ich als Soldat mitten in der Einsatzvorausbildung stehe jetzt natürlich vor einem Problem: Ich brauche einen neuen Job! Sofort!

    Die Äußerungen des werten Abgeordneten Arnold sowie einiger anderer Politiker lassen mich deutlich erkennen, dass ich als Frau, der dieses Werbevideo zweckmäßig und zeitgemäß erscheint, zum „unerwünschten Klientel“ in dieser Armee gehöre.

    Genau wie ich mich gerade gemäß dem Wunsch unserer gewählten Volksvertreter für meinen dritten Aufenthalt in Afghanistan vorbereite, werde ich mich jetzt auch ihrem Urteil beugen müssen und mich nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen müssen. Das ist so kurz vor Abflug zwar ärgerlich, aber wohl nicht zu umgehen.

    Denn wie ich gerade lernte, fehlt mir anscheinend das „diplomatische Geschick“ sowie „Kenntnis und Respekt anderer Kulturen“ um den Insurgents zu vermitteln, dass meine körperliche Unversehrtheit und die meiner Männer/Frauen nicht zu verletzen ist. Also habe ich als militärischer Führer wohl in meinem „anspruchsvollen“ Beruf versagt!

    Jetzt weiß ich nur nicht genau, was ich als Frau Anfang dreißig mit Hang zu gewaltverherrlichenden Werbespots genau als Betätigungsfeld wählen soll, vielleicht will mich ja das THW?

  • Flex313   |   18. November 2011 - 15:09

    Sehr geehrter Herr Arnold,
    erstmal möchte ich zum Ausdruck bringen, daß ich es Ihnen hoch ansehe, sich direkt und zeitnah in einem internetblog den Meinungen der hier anwesenden hauptsächlich aktiven und ehemaligen Soldaten zu stellen und das nicht durch einen Pressesprecher erledigen zu lassen. Das war es aber auch schon an Lobhudelei.
    Mir ist in den vergangenen Jahren Ihrer Arbeit aufgefallen, das diese nicht durch sachliche Kompetenz hervorsticht, sondern lediglich durch parteitaktisches Kalkül und Kälte Polemik. Wann haben Sie sich das letzte Mal sachbezogen und objektiv geäußert, sich quasi einmal vor die „Mitarbeiter“ des Unternehmens gestellt, das Sie sachbezogen als „Verteidigungspolitischer Sprecher“ so gut kennen wollen, ohne zeitgleich jemanden in die Pfanne zu hauen? Was qualifiziert Sie eigentlich explizit, das die SPD Sie auserkoren hat ihr Sprachrohr in diesen Angelegenheiten zu sein? Ich habe lange überlegt, aber mir fällt leider kein triftiger Grund dazu ein! Nehmen Sie es bitte nicht persönlich, denn Sie stehen in einer prominenten Riege mit so außergewöhnlichen Personen wie Herrn Nouripour ganz vorne, wenn es darum geht kübelweise Spott, Häme und Dreck über jene Soldaten zu kippen, die von Ihnen in die Einsätze geschickt wurden, als Sie mit Ihren grünen Koalitionspartnern noch selbst auf der Regierungsbank saßen! Ich habe niemals eine Meldung von Ihnen in ähnlicher Weise vernommen, als ein Herr Scharping oder Struck den Posten eines Herrn zu Guttenberg oder deMazeire innehatten! Ich wage sogar zu behaupten, das Sie überhaupt keinen realen Bezug oder Zugang zur Bundeswehr haben. Das, was Sie bei Ihren wenigen Kontakten mit der „aktiven Truppe“ vorgesetzt bekommen, ist ein Zerrbild, um den Politikern nach dem Munde zu reden und sich bei der nächst höheren Besoldungsgruppe im Bezug auf die Karriere beliebt zu machen. Sie bekommen nur den zu Offizieren und Stabsoffizieren und allenfalls zu einfachen Soldaten, denen vorgegeben wurde, was sie sagen und was sie nicht sagen dürfen. Und das soll für Sie repräsentativ sein, ein Querschnitt der Gesellschaft? Ich sage Ihnen, das 89% der Soldaten im Einsatz, wenn sie ihre Aufträge oder wenige Freizeit für Ihren Kurzbesuch an der „Front“ unterbrechen müssen, eher an die Öffnung im verlängerten Rücken denken, als an moralische Unterstützung durch ihre Entsender!
    Meine Vermutung liegt nahe, daß Sie sich gerne in den Mittelpunkt der Medien bringen, um nicht in der Vergessenheit zu versinken, damit man sich Ihrer erinnert, wenn es um die Besetzung des Postens des Verteidigungsministers einer zu befürchtenden Regierung unter Ihrer Beteiligung kommen sollte!?
    Sie sind leider ein leuchtendes Beispiel dafür, das viele gute (hervorragend ausgebildete und menschliche) Soldaten dieser Armee mit ihren hohen Werten den Rücken gekehrt haben, auch ich als ehemaliger SaZ!

  • CMS   |   18. November 2011 - 15:41

    Huch, kurz weg, und schon den nächsten „Skandal“ verpasst.

    Mal kurz zur technischen Gestaltung: Ich finde das Video eigentlich einen guten Anfang. Nicht Perfekt, aber es ist ja nicht geplant, dieses Video im Fernsehen zu zeigen – aber es ist auf jeden Fall besser als alles vorher. Vielleicht werden wir ja bald im Fernsehen eine Erweiterung sehen, die in Richtung des aktuellen US-Army Werbespots geht. Wer weiß…

  • T.Wiegold   |   18. November 2011 - 16:49

    @Benedict A.

    Diese Art von Dolchstoßlegende – auch wenn es auf dem Umweg über eine US-Karikatur ist – finde ich zumindest deplatziert, um nicht stärkere Worte zu gebrauchen.

  • Josef   |   18. November 2011 - 17:04

    Die Videos der anderen Nationen sind deutlich besser. Sowohl in Botschaft, Schnitt, Inhalt als auch in der musikalischen Unternmalung.

    Am besten schauen sich die Verantwortlichen das das ganze nochmal an und machen was Neues. Vlt will Roland Emmerich ja die Regie übernehmen, dann hätte man zumindest mal was professionelles.

  • Gunner   |   18. November 2011 - 17:19

    Herr Arnold,
    mal ganz im Ernst, glauben Sie wirklich das was Sie hier und an anderen Orten von sich geben?
    Glauben Sie wirklich das deutsche Soldaten mit dem „Knigge“ in der einen, und einer roten Nelke in der anderen Hand Ihre politischen Ziele im Afghanistankrieg erreichen können?
    Damit Sie Ihre politischen Ziele erreichen können, brauchen sie Leute die für Sie, andere Menschen töten und das Risiko eingehen selbst getötet zu werden. Ich denke, dass sie solche Menschen wiederlich finden, aber bei der Umsetzung Ihrer politischen Ziele keine andere Wahl haben als auf sie zurückzugreifen. Da Sie ja zweifelsohne dazu nicht in der Lage sind.
    Also, was für Menschen sollen das Ihrer Meinung nach sein, die bereit dazu sind unter größtem Risiko, für Sie dem Feind eine Handgranate durch´s zu werfen und ihn im Nahkampf töten? Wer soll das tun was Sie verlangen? Wer? Ihr sinnbildlicher „Kuschelsoldat“ wohl kaum. Also, wer?

  • UP   |   18. November 2011 - 18:12

    Sehr geehrter Herr Arnold,

    Man kann es nicht passender als Herr Stoltenow vom Bendlerblog auf den Punkt bringen: Das Video zeigt ausschließlich Aufnahmen aus vom Bundestag mandatierten Einsätzen bzw. dem Übungsbetrieb der Bundeswehr. Der Skandal ist demnach nicht das Video, sondern die Probleme die Sie in Anbetracht der Darstellung der (von Ihnen und Kollegen mandatierten) Arbeit unserer Streitkraefte zu haben scheinen. Es mag gute Gruende geben, 2013 die Sozialdemokraten zu waehlen; Verteidigungspolitik gehoert wohl definitiv NICHT dazu.

  • Niklas   |   18. November 2011 - 18:53

    Oh, ich habe mir gerade mal dieses Video angeschaut. Es ist wirklich sehr gelungen und ausgewogen. Es stellt die Aufgaben, die Gefahren und das Positive (natürlich eher das Positive) gekonnt inszeniert heraus. Dabei befindet es sich auf einem prinzipiell ähnlichen professionellen Niveau wie ausländische Produktionen. Zumindest im Vergleich zu den eher kontraproduktiven Muttersöhnchenfilmen der Vergangenheit.

    Ich tu gar nicht dämlich und frage ob irgendeine Figur etwas gegen dieses Video hat. :)
    Es ist schließlich egal was man tut, irgendwer hat was dagegen. Das ist zumindest gesichert.

  • O.G.   |   18. November 2011 - 19:08

    Ich kann mich den vielen Vorredner hier nur anschließen sehr geehrter Herr Arnold. Der der seinen Job nicht verstanden hat sind wohl einzig und allein Sie. Wenn Sie allen ernstes Glauben, dass man Ihnen bei Ihren Truppenbesuchen eine ungefilterte Meinung jemals Kundtunen wird….es gibt sicher einige die das gern machen würden, aber nicht gelassen werden….also wenn Sie das wirklich dennoch glauben, dann glauben Sie wirklich das Zitronenfalter Zitronen falten.
    Mit Ihren Äußerungen haben Sie mich nur leider nur in meiner Ansicht bestätigt….Die Politik ist Lichtjahre davon entfernt meine Interessen als Soldat zu vertreten geschweige denn überhaupt wahrnehmen zu WOLLEN….Denn sie versteht mich/uns einfach nicht.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spass bei den üblichen Monkeyshows wenn Sie uns im Einsatz oder in der Heimat besuchen. Glauben Sie ruhig weiter alles was man Ihnen in extra für Sie (kostet ja keine Arbeitszeit!!!) entworfene Briefings alles erzählt. Wir glauben ja auch fest daran das Sie uns besuchen kommen weil Sie sich für uns interessieren. Falls Sie es nicht gemerkt haben sollten….im letzten Satz war ein ganz kleiner Schuss Ironie drin. Danke:)

    Trotzdem zolle ich Ihnen meinen Respekt dass Sie hier, wenn auch leider nur kurz, Stellung genommen haben. Ich hoffe Sie werden noch den einen oder anderen Beitrag hier kommentieren, denn auch das wäre ja sonst üblich für Ihre Berufsgruppe…trifft man auf Widerstand, geht es schnell auf Tauchstation. Wir in Afghanistan können dies leider nicht. Wir stellen uns im Einsatz dem Widerstand auch unter in Kaufnahme unserer Gesundheit und unseres Lebens.

  • rubars25   |   18. November 2011 - 19:34

    Was mir gerade durch den Kopf geht…ist „die Bundeswehr“ eventuell auf den Trick mit der viralen Werbung gekommen und sind alle Kritiker des Videos vielleicht lediglich „nützliche Idioten“ ?

  • Heiko Kamann   |   18. November 2011 - 19:36

    @O.G.
    „Mit Ihren Äußerungen haben Sie mich nur leider nur in meiner Ansicht bestätigt….Die Politik ist Lichtjahre davon entfernt meine Interessen als Soldat zu vertreten geschweige denn überhaupt wahrnehmen zu WOLLEN….Denn sie versteht mich/uns einfach nicht.“

    1. Sie haben doch die Möglichkeit, zu mindest, Ihren Bundestagsabgeordneten Ihre ureigensten Belange kund zu tun. Im persönlichen Gespräch; jeder MdB unterhält im Wahlkreis ein Büro … gehen Sie da mal hin … Oder werden Sie aktiv im Bundeswehrverband!

    2. Aktive und ehemalige Soldaten aller Dienstgradgruppen und unterschiedlichster Verwendungen sind in Parteien als Mitglieder aktiv. Arbeiten auf den veschiedenen Organisationsebenen mit und damit den MdBs zu. Beispiel: Arbeitskreis Sicherheitspolitik und Bundeswehr der NRW-SPD. Hier wird auch mit den Delegierten des Bundeswehrverbandes eng zusammen gearbeitet. Glauben Sie da wird nicht „tacheles“ gesprochen?

    3. Eine Demokratie lebt vom mitmachen … also, beteiligen Sie sich, wenn Sie meinen nicht genug gehört zu werden. Wir. dienen.Deutschland und Wir.sind.Deutschland!

  • Wir machen das mit den Fähnchen » YOUdaz.com   |   18. November 2011 - 19:46

    […] Das Netz greift es natürlich auf, diskutiert, reibt sich an dem Video und als auch einige Abgeordnete sich über die Machart echauffieren, verschwindet das Video wieder vom Youtube-Kanal. […]

  • X-Cube   |   18. November 2011 - 19:47

    Hab mir die ganzen Videos angeschaut. Ich wusste gar nicht wie geil Krieg eigentlich ist. Es gab nicht einen einzigen Toten „Feind“ oder traumatischerten Soldaten.. Cool. Ich will auch Krieg spielen und in einer schicken Uniform in die Luft schießen, rumrennen und cool mit dem Panzer durch die Wüste cruiser. Fantastisch. Alle reden immer von Toten in Kriegen. Aber das Video beweist das Gegenteil und wie cool Soldat sein eigentlich ist. Uran Munition ist auch ein Mythos und coleteralschäden gibt es nicht. Toll. Stillgestanden….

  • ulrich459   |   18. November 2011 - 20:06

    Dieser Herr Arnold und der ebenfalls ungediente Herr Struck sind der Grund, warum niemand mehr zu diesem Verein gehen sollte. Für die SPD war es wichtig, dass Mädchen in Afghanistan zur Schule gehen können, dass da aber Krieg herrscht und Soldaten sterben und verwundet werden, das interessiert in der SPD niemanden.

  • Heiko Kamann   |   18. November 2011 - 20:27

    @ ulrich459
    Sie schreiben „Unsinn“ …

  • Hohenstaufen   |   18. November 2011 - 21:12

    Nur weiter so , Herr Arnold. Sie ruinieren gerade durch eigentlich nicht diskussionswürdiges parteipolitisches Geplapper ihr Ansehen , nicht nur bei mir.

  • Huey   |   18. November 2011 - 22:06

    Ich bitte darum, bei dieser Diskussion den DBwV aussen vorzulassen…..denn dieser gehört (mittlerweile) zur gleichen „Klientel“/Interessengruppe wie Herr Arnold…(damit ist die Gruppe der Menschen gemeint, die GEGEN die Soldaten arbeiten)….

    Die Diskussion gleitet ab-aber wo war der DBwV, als Oberst Klein „angeklagt“ wurde?
    Richtig-er hat sich „hinter“ seinen Soldaten gestellt-und der Politik geholfen, in „über die Klippe“ zu schubsen.

    Wo war der DBwV, als General Günzel „gedisst“ wurde?
    Auch hier stand der DBwV hinter seinem Soldaten….(siehe oben).

    Ich kann noch mehr Beispiele aufzählen, von denen auch einige meine persönliche Korrespondez betreffen (z.B. in Bezug auf die Stellungnahme des DBwV zum „Hohmann-Skandal“)….aber das würde diese Diskussion komplett ad absurdum führen.

    Aus meiner Korrespondez mit dem DBwV:
    „Von einer Institution, die sich selbst als Interessenvertretung der Soldaten versteht, erwarte ich, das Sie sich im Zweifelsfalle schützend vor die Soldaten stellt-und erst nach Aufdeckung aller Fakten die Lage beurteilt“.

    Noch ein Beitrag zum Thema „die Politiker sind nicht für die Soldaten da“:

    DAS müssen sie auch nicht….denn eigentlich ist die Bundeswehr (und damit auch die Soldaten) als „Ausführungsorgan“ für die Politik da…..

    Allerdings habe ich von den Politikern erwartet, das sie die Meinungen und Kommentare der Soldaten, von welchen sie fordern, das sie ihr Leben für das deutsche Volk auch am Hindukusch zu riskieren haben, zumindest respektieren….

    Zeigt man dann aber in Gesprächen mit Politikern erkannte Mängel (und mögliche Lösungsmöglichkeiten) auf, und wird dann mit „Dazu muss ich mir erst berichten lassen….aber das können Sie auf ihrer Perspektive ohnehin nicht beurteilen“ abgefertigt (kommt Ihnen das bekannt vor, Herr Arnold? Ist schon ein wenig her…), dann muss ich sagen:
    Irgendwann reicht es.

    Wasser predigen, aber Wein….der Rest ist bekannt…..

  • peter   |   18. November 2011 - 22:14

    Wenn keiner mehr zum Bund geht wirds plötzlich kein Hartz4 mehr geben und schon hat man seine Soldaten-wie in den USA.Da gehen manche zur Armee damit sie nicht Obdachlos sind.
    Die Politiker sind sowieso alle eine Schande!

  • JoHoMe   |   18. November 2011 - 22:31

    @ Hohenstaufen
    Ihr Appell lohnt sich nach meinem Eindruck nicht. Ich habe Herrn Arnold vor ein paar Jahren ein paar Stunden persönlich erlebt. Er gab sich zwar schwäbisch jovial, hemdsärmelig und wählerorientiert. Seine weitschweifigen Ausführungen hätte man aber inhaltlich leider nur so zusammenfassen können: Sie brauchen mir von Ihren Problemen nichts erzählen, ihre Meinung interessiert mich auch nur vordergründig, ich habe schließlich meine eigene; außerdem bin ein wichtiges Mitglied der Regierungskoalition im Verteidigungsausschuss und kenne darum ihre Probleme besser als sie. Herausmarschiert ist er dann wie ein Debattensieger, obwohl er eine echte Diskussion durch sein Auftreten gar nicht zugelassen hat. Den hinterlassenen Flurschaden bei denen, die seiner Partei nahe standen und ihn hergebeten hatten, hat er nicht bemerkt.

  • Rainer Arnold   |   18. November 2011 - 23:50

    Interessant, wie Einige hier reflexhaft in links/rechts Schematas verfallen. Ich hab auch nicht die Erwartung und auch gar nicht die Absicht, es denjenigen, die so denken, recht zu machen. Auf einige Dinge lege ich allerdings wert:

    – Ich flieg nicht für 28 Minuten, wie hier behauptet, im Camp ein, sondern besuche die Einsatzgebiete regelmäßig und AFG 2-3 mal im Jahr und höre nicht nur die glattgebürsteten Meinungen. Dazu gehört auch das abendliche Bier oder das Frühstück mit zufälligen Gesprächspartnern, die im Regelfall „frei von der Leber weg“ reden.

    – Meine Aufgabe als Sprecher der größten Oppositionsfraktion ist es nich, die Regierung 3x täglich zu loben. Der ständige Versuch Kritik an der politischen Führung auf die Truppe umzuleiten nach dem Motto „dann steht man nicht hinter den Soldaten“ ist unsinnig und anti-demokratisch. KT hatte dies besonders kultiviert. Und an den Entscheidungen der Regierung gibt es wirklich genügend Kritikpunkte. Sie betreiben nun mal eine Reform nach Kassenlage und am Ende steht eine Bundeswehr mit weniger Geld, Personal, Ausstattung und Fähigkeiten. (Breite statt Tiefe!?)

    – All diese Fragen sind eigentlich wichtiger als ein dämlicher Videoclip. Meine Erwartung an den Minister ist aber klar, kein herumgeeiere seiner Pressesprecher sonder die klare Ansage des politisch Verantwortlichen ob das sein zukünftiges Werbekonzept ist oder (hoffentlich) nicht, sondern ein Fehler war,

    – Ich sehe die Situation in AFG schon realistisch und weiß, der Gegner zwingt die Truppe auch zum Kampf. Deshalb war ich es (nicht alleine) der monatelang Minister Jung gedrängt hat der veränderten Einsatzrealität auch Rechnung zu tragen z.Bsp. Taschenkarte. Realistisch heisst allerdings auch in der gebotenen Differenzierung.

    – Ich hab nie über den militärischen Sinn oder Unsinn von Waffensystemen in AFG vertieft diskutiert. Das ist nicht Aufgabe der Politik, sonder die militärisch Führung muß das Notwendige und Angemessene bereitstellen oder, wenn erforderlich die Mittel von Regierung und Parlament einfordern. Kritisiert habe ich allerdings wir damals KT die verlegung der Haubitze in Kundus am Abend beim Grillfest inszeniert hat.

    – Ich ducke mich nicht bei schwierigen Debatten weg, das findet aber dann seine Grenzen, wenn in den digitalen Medien aus der Anonymität heraus geschrieben wird. Bitte mit offenem Visier, dann ist mir kein Blog, keine Veranstaltung, kein Gespräch zu viel.

    – deshalb war dies auch meine letzte Aktion zu diesem Thema in diesem Format. Im Verteidigungsausschuß wird das Konzept der Öffentlichkeitsarbeit des BMVG allerdings noch eine Rolle spielen.

    – ansonsten gefällt es mir hier, ich werde mich zukünftig gelegentlich zu anderen (zweifellos auch wichtigeren Themen) melden. Gut, dass es „Augen geradeaus“ gibt.

  • Sascha Stoltenow   |   19. November 2011 - 0:09

    @Rainer Arnold: Interessant ist, dass Sie sich mit dieser Stellungnahme vor allem auf die Diskussionsbeiträge beziehen, die sich wegen ihrer Emotionalität und ihres scheinbar parteipolitisch geprägten Musters (Grüne/SPD/Medien=links=böse) relativ leicht aushebeln lassen. Wünschenswert wäre hingegen eine substantielle Diskussion. Dieser aber entziehen Sie sich systematisch. Da sind Gespräche mit dem Kollegen Paul Schäfer von der Linkspartei ergiebiger. Der weiß wenigstens wogegen er ist und redet nicht nur ohne erkennbare Sachkenntnis herum. Sie hingegen haben sich entschieden, mit Ihrer ursprünglichen Stellungnahme zu versuchen, die Öffentlichkeit zu täuschen – mit Erfolg. Und das ist das eigentlich Bedauerliche. Es bleibt zu hoffen, dass Sie mit Ihrer bewussten Lüge genauso weit kommen, wie der von Ihnen vorstehend kritisierte Herr zu Guttenberg.

    Im Übrigen legen Rechtschreibung und Interpunktion Ihres Beitrages nahe, dass Sie auch heute bereits das ein oder andere abendliche Bier genossen haben. Ein sehr ernst gemeinter Rat: Werden Sie Ihrer Rolle und dem Amt gerecht, indem Sie soziale Medien wie dieses Blog nur im vollen Besitz Ihrer kognitiven Fähigkeiten nutzen.

  • StFwdR   |   19. November 2011 - 0:17

    Herrlich, da ist man mal etwas abwesend und verpasst das beste.

    Diskussionen mit Herrn Arnold sind wie der Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln.

    Ich kann mich hier Sascha Stoltenow nur bedingungslos anschließen.

    Himmel hilf wenn das unsere politische „Elite“ ist :-)

    Und nun berichtet auch das RTL-Nachtjounal darüber :-)

  • Thomsen   |   19. November 2011 - 0:21

    „Der ständige Versuch Kritik an der politischen Führung auf die Truppe umzuleiten nach dem Motto “dann steht man nicht hinter den Soldaten” ist unsinnig und anti-demokratisch“

    Soso, dann sind also diejenigen Kameraden, die sich betroffen fühlen, nicht demokratisch gesinnt? Es geht nicht um die Zielrichtung der Kritik, sondern darum auf wessen Rücken sie ausgetragen wird. Und das ist in 99,9% der Fälle die Truppe. Und gerade dann, wenn Sie anstatt die Regierung 3x am Tag zu loben (was hier wohl die Wenigsten verlangen) eben solche Kritk äussern, stellen sie damit – weil öffentlich-medial geäussert- die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Truppe insgesamt in Frage. Jeder gediente Mensch weiss, dass Fehlverhalten Einzelner – welches es durchaus gibt, es sind alles nur Menschen – grad im Kontext „Bundeswehr“ stets als querschnittlicher Mangel angesehen wird.

    Splittergrabenjargon: „Baut einer Scheise, heisst´s wieder die Bundeswehr ist Scheisse!“

    „KT hatte dies besonders kultiviert. Und an den Entscheidungen der Regierung gibt es wirklich genügend Kritikpunkte. “

    Ganz ehrlich?

    Wenn ich unter Feuer stehe und mir der politischen – öffentlich wirksamen – Rückendeckung bewusst bin, dann ist mir das erst mal egal. Und solange jemand sich traut das auszusprechen was viele denken begrüße ich das ausserordentlich.

    „der Gegner zwingt die Truppe auch zum Kampf. “

    Aha, jetzt wird es interessant. Irgendwann in meiner militärischen Ausbildung habe ich mal etwas gelernt von wegen „Erfolg erlangt man nur, wenn man die Initiative an sich reisst und das Heft des Handelns in der Hand hält“. Die militärische Ausbildung, für die ich mich aufgrund solch bewegter Bilder wie von Ihnen kritisiert interessiert habe, in welcher mir von Weltkriegsveteranen Erfahrungen vermittelt wurden. Bedeutet im Umkehrschluss was? Genau, ich muss auch AGIEREN, nicht nur im Lager bleiben und mich einigeln, denn dann gehe im bzw. der Auftrag unter.

    AGIEREN bedeutet was? Das was im Video vermittelt wird.

    Zum Thema Verteidigungsausschuss:

    ich hatte Mitte des Jahres die Gelegenheit, an einer Diskussionsrunde mit der Vorsitzenden teilzunehmen. Neben der beängstigenden Unwissenheit von 99% der Teilnehmer („freundliches Desinteresse“ halt) fiel mir weit mehr die Haltung der Vorsitzenden auf, welche ich ein, zwei Mal darauf hinweisen musste, dass z.B. ein IED-Anschlag kein „Unfall“ (O-Ton) und die Ermordung dreier Kameraden durch einen ANA-Angehörigen kein „unglückliches Ereignis“ war. Das sprach für mich Bände.

    „Ich ducke mich nicht bei schwierigen Debatten weg, das findet aber dann seine Grenzen, wenn in den digitalen Medien aus der Anonymität heraus geschrieben wird. Bitte mit offenem Visier, dann ist mir kein Blog, keine Veranstaltung, kein Gespräch zu viel.“

    Das greife ich mal jenseits des Inhaltes abschliessend heraus, als jemand der noch nie das offene Wort gescheut hat, jedoch waren die Gelegenheiten selten, dieses nach „weit oben“ zu richten: mir macht diese Diskussion hier riesig Spass, weil auf Augenhöhe zwar mit harten Bandagen gekämpft wird, jedoch im Rahmen dessen, was uns die FGDO ermöglicht.

    In diesem Sinne:

    „Finis ergo reipublicæ revera libertas est.“

  • JoHoMe   |   19. November 2011 - 0:39

    Sehr geehrter Herr Arnold,
    herzlichen Dank für Ihre ausführliche und prompte Reaktion. Anlass für mich, meine Äußerung über die Nutzlosigkeit eines Appells zurück zu nehmen. An meinem Eindruck von damals kann ich leider nichts ändern. An einen positiveren Eindruck für heute haben Sie soeben aktiv gearbeitet.

    Wie Sie es zutreffend ausgedrückt haben, geht es bei der Diskussion auch nur vordergründig um „dämliche Werbeclips“, es geht auch nicht um personalwerbliche Konzepte oder um Konzepte der Öffentlichkeitsarbeit. Es geht im Kern um die Rolle der Streitkräfte in der Demokratie und um die Ausrichtung der Streitkräfte nach Aussetzung der Wehrpflicht, also um elementare Fragen der Weiterentwicklung der Inneren Führung. Dieses ist die eigentliche Diskussion, die im Verteidigungsausschuss, aber auch in der Gesellschaft und der Bundeswehr zu führen ist, auch in der Anonymität sozialer Medien.

    Deshalb begrüße ich Ihren Debattenbeitrag ausdrücklich.

    Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.

  • Eike   |   19. November 2011 - 0:46

    Ich habe das Video gesehen bevor ich auf die Diskussion hier gestoßen bin. Mein erster Gedanke beim Anschauen war „was für ein Scheiß“. Ok, sicher bin auch ich nicht die Zielgruppe, deshalb habe ich aber dennoch eine Meinung dazu. Und das die Mehrheit das Video offensichtlich super findet, gibt mir dann doch etwas zu denken.
    Am Anfang des Videos ist für mich überhaupt nicht zu erkennen worum es geht, später dann frage ich mich was die Nationalhymne dort soll. Das Video ist halt nur eine Aneinanderreihung möglichst cooler Bilder, unterlegt mit rockiger Musik. Die eingebaute Hymne macht für mich den Eindruck einer Rechtfertigung. „Hey, es ist aber für eine gute Sache“
    Insgesamt ist das Video aber in meinen Augen nicht skandalös und man sollte es ruhig im Netz lassen. Und wenn es nur ist damit sich jeder eine Meinung bilden kann. Ist auch eine Form von Demokratie.

    Als Werbevideo ist es meiner Meinung nach nicht geeignet. Welche Aussage hat das Video denn?
    Keine!
    Einfach nur „coole“ Bilder mit „cooler“ Musik. Wie nennt man so etwas in der Werbung?
    Image Trailer? Als solcher ist der Clip in Ordnung aber nicht als Video zu Nachwuchsgewinnung.

    Klasse finde ich das die Politik hier mitliest und sich auch zu Wort meldet. Schön zu sehen das man dort auch direkt an der Basis liest.

    In welcher Art und weiße der ein oder andere hier aber diskutiert finde ich schon zweifelhaft. Aber das ist wohl der Anonymität geschuldet.

  • JoHoMe   |   19. November 2011 - 0:54

    @Sascha Stoltenow
    Aussagen zu angeblichen Zusammenhängen zwischen „abendlichem Bier“, Interpunktion und Orthographie sowie kognitiven Fähigkeiten halte ich für eine nicht zielführende Unterstellung und für extrem unter der Gürtellinie. Mich haben Sie auch schon ein paar Mal mit Ihrer – wie soll ich sagen – sehr direkten Art auf die Palme gebracht, so dass beim heftigen Reagieren und emotionalen Tippen das eine oder andere auf der Strecke geblieben ist, auch ohne Alkohol. Nicht jeder ist so hart im Geben und Nehmen wie Sie ;-)

  • Michael   |   19. November 2011 - 2:14

    Werter Herr Arnold, im Gegensatz zu Ihnen hoffe doch sehr, dass das Video Bestandteil des zukünftigen Werbekonzepts der Bundeswehr sein wird. Man sollte alle Stilmittel anwenden, um jeden potentiellen Bewerber erreichen zu können. Die Auslese beginnt dann später.

    Da Sie sich nicht mehr explizit und im Detail zu den Kommentaren der hier anwesenden Leserschaft bezüglich des Videos äußern, sondern wieder in die allgemeine Rolle der Opposition verfallen, zeigt mir, dass Sie nichts verstanden haben bzw. Sie nicht verstehen wollen.

    Ihre Seitenhiebe auf die Regierung, auf KT, auf Jung, und dass Sie schon immer darauf gedrängt haben, der veränderten Einsatzrealität auch Rechnung zu tragen, bringt mich fast schon zum Weinen. Wir alle kennen Ihre Äußerungen und Reaktionen, während die Bundeswehr am Hindukusch im Kampf stand und immer noch steht. Hören Sie doch zumindest hier auf mit diesen parteipolitischen Spielchen und lenken Sie nicht von Ihrer eigentlichen Kritik ab.

    Herr Arnold. Die Truppe hat mittlerweile einfach genug von Politikern, die mit einer erwachsenen und einer im Einsatz (auch im Kampf) geprägten Armee, die Bundeswehr, nicht klar kommen, und völlig überfordert immer und immer wieder die Moralkeule auspacken, damit die Gesellschaft und auch die Truppe mit Ihrem veralteten und realitätsfremden Weltbild geprägt werden soll.

    Ihr Weltbild ist nicht mehr mit den Herausforderungen Deutschlands im 21.Jahrhundert kompatibel.

  • Sascha Stoltenow   |   19. November 2011 - 9:41

    @Michael: I like!
    @JoHoMe: „Zielführend“ zu argumentieren, setzt voraus, ein Ziel zu haben.
    Meines ist klar definiert: Das höchstmögliche Maß an Anerkennung für unsere Soldaten. Mein strategischer Hebel, um dieses Ziel zu erreichen: Eine professionelle Medialisierung des Militärischen, um einen aufgeklärten Diskurs zu ermöglichen. (Dass zur Anerkennung auch hard facts wie Besoldung, Ausrüstung und Fürsorge gehören, ist selbstverständlich, und ich begrüße sehr, dass andere Akteure wie der Veteranenverband diese
    Themen verfolgen).

    Ebenso klar sind die Ziele des Abgeordneten Arnold: Vermeintliche Fehlentscheidungen der Regierung zu kritisieren. Das ist sein Recht. Das ist seine Pflicht. Problematisch ist seine Methode. Die liegt nämlich darin, Soldaten und soldatisches Handel zu instrumentalisieren und dabei gezielt Tatsachen zu verdrehen und platte Lügen zu verbreiten. Das ist das Gegenteil von Anerkennung.

    Und wenn der Abgeordnete Arnold sich dann um kurz vor Mitternacht in diesem Blog mit einem vor Flüchtigkeitsfehlern nur so strotzenden Beitrag zu Wort meldet, darf er sich nicht wundern, wenn nicht nur der Inhalt sondern auch die Form seiner Äußerungen Gegenstand der Kritik wird. Und im Unterschied zu seinen Äußerungen ist meine Polemik zumindest plausibel. Eine Möglichkeit, die Arnold gegen diese Polemik schützen könnte, habe ich ebenfalls benannt: Abstand nehmen von Äußerungen in sozialen Medien, wenn man erkennbar nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist.

  • Horst   |   19. November 2011 - 10:03

    Schade, da hat man mal 2 Wochen keine ordentliche Internetverbindung und schon verpasst man so ein tolles Video. Da das Video mittlerweile nicht mehr öffentlich zugänglich ist kann ich es mir auch nicht mehr anschauen…
    … und mir eine eigene Meinung bilden.
    Die Diskussion errinnert mich irgendwie an die Debatte über eine Mission in „Call of duty – Modern warfare 2“.

    Irgendwie frage ich mich, warum wir bei der Bundeswehr Waffen haben, die möglicherweise tödliche Wirkung haben. War die Pistole die ich im letzten Einsatz bekommen habe wirklich nur dafür da, damit mir die Akten nicht wegfliegen? Weshalb habe ich eine weitere Waffe, Splitterschutzweste, Helm, ABC etc. bekommen und warum mußte ich Erkennungsmarke und weitere Identifizierungsgegenstände mitführen?
    Bestand da etwa Gefahr für mich oder andere?
    Muß ich im Dienst im Zweifelsfall vielleicht sogar Gewalt anwenden? Darf ich schießen um zu töten oder nur um mich zu verteidigen?…

    Sollte ich mich vielleicht mit solchen Gedanken beschäftigen bevor ich mich bei der Bundeswehr verpflichte?

    off topic:
    Die Schweden hab auch eine -wie ich finde- interessante Werbung.
    http://www.youtube.com/watch?v=OGu0ITcoF6c

    Eigentlich wollte ich Kampfschwimmer werden: Mir gefallen die hautengen schwarzen Anzüge, die futuristisch aussehenden Waffen und das man mein Gesicht nicht sieht.

  • TomTom   |   19. November 2011 - 10:23

    Selbstverständlich ist das Video noch online:

    u.a.: http://bendler-blog.de/

    @T.W.: Vielen Dank für das Bereitstellen und Moderieren dieser Diskussion. Von einigen Ausnahmen abgesehen war das ein sehr fundiertes und auf Augenhöhe geführtes Streitgespräch.
    Schade nur, dass Herr Arnold sich schon wieder aus dem Kreis gemeldet hat.
    Ich hoffe aber, dass er sich hier im Blog trotz des zu erwartenden Gegenwindes weiterhin zu Wort melden wird. Ist das doch schließlich seine ureigenste Aufgabe in einer parlamentarischen Demokratie.

  • Stefan H.   |   19. November 2011 - 11:29

    Sehr geehrter Herr Arnold!

    Unabhängig von verschiedenen Anschauungen und Meinungsverschiedenheiten in der Sache haben Sie meinen tiefen Respekt, dass sie Ihren Standpunkt hier in die Diskussion einbringen. Ich hoffe, dass die doch heftige Opposition die Ihnen zum Teil in diesem Block entgegen schlägt Sie nicht abhält, auch zukünftig Teil der öffentlichen Meinungsbildung in diesem Block zu sein. Ich persönlich empfinde augengeradeaus aktuell als inhaltlich stärkste Plattform im Themenkomplex Sicherheitspolitik/Bundeswehr. Vielleicht könnten Sie ja auch andere Mitglieder des Verteidigungsausschuss bewegen zu Diskussionsthemen ihren Standpunkt hier offen zu legen. Auch wenn Diskussionen zum Teil eher mit schwerer Klinge, als mit dem filigranen Florett geführt werden, so halte ich diesen direkten Austausch von Politik und Soldaten für eine echte Bereicherung, auch und insbesondere für die persönliche Meinungsbildung. Wir als Soldaten beklagen oft, dass Sicherheitspolitik niemanden interessiert. Warum nicht über öffentliche Diskussionen einem breiteren Kreis Themen und unterschiedliche Perspektiven näher bringen?

  • MK   |   19. November 2011 - 11:49

    Sehr geehrter Herr Wiegold,
    Sehr geehrter Herr Arnold,
    Guten Tag meine Damen und Herren,

    wenn auch ich mich als stiller Mitleser von Augen geradeaus! zu diesem Thema äußern dürfte:

    Ich finde es interessant mit welcher Leichtigkeit und vor allen Dingen mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Medien (und Politiker) diesen neuen Werbespot der Bundeswehr mit Begriffen wie „Killerspiele“, „Ego-Shooter“, und „Gewaltverherrlichung“ in Verbindung bringen.

    Interessanterweise sind das nämlich die Totschlagargumente, die bereitwillig ausgepackt und in einer öffentlichen Diskussion genutzt werden, wenn es in Deutschland zu einem Amoklauf kommt. Sollte dann bei der anschließenden Polizeiuntersuchung herausgefunden werden, dass der Täter bzw. die Täterin Ego-Shooter gespielt und Heavy-Metal-Musik gehört hat, ist sowohl für die Medien als auch den Politikern eines sofort klar: Gewalt in Computerspielen, Fernsehen und Musik lässt die (jungen) Menschen abstumpfen und erhöht signifikant die individuelle Gewaltbereitschaft.

    Bei allem Respekt, aber ich unterstelle den meisten Menschen gefährliches Halbwissen zu dem Thema „Darstellung von Gewalt in Medien“. Wenn ich dazu zwei Stimmen aus der Forschung zitieren dürfte:

    „Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Unbekümmertheit nicht nur Journalisten, sondern auch Pädagogen, Soziologen, Psychologen, Psychiater, Jugendrichter zu den Zusammenhängen zwischen den Massenmedien und der zunehmenden Kriminalität, Aggressivität und Brutalität Stellung nehmen. Erstaunlich ist dabei vor allem die Sicherheit, mit der hier Kausalzusammenhänge […] behauptet werden, als handele es sich um längst gesicherte Forschungsergebnisse.“ – Friedrichsen und Jenzowsky

    Genau wie bei der Diskussion zur Fernsehgewalt in Serien und Filmen wird hier schon fast gezielt versucht, die öffentliche Meinung durch unwissenschaftliche Beiträge negativ zu beeinflussen, zu prägen, und in gewisse Richtungen zu steuern.

    Dies lässt sich übrigens auch hier, in den Kommentaren des Blogs von Herrn Wiegold, wiedererkennen. Herr Arnold, Sie sprechen auch in Ihrer SPD-Pressemitteilung Nr. 1396/2011 vom 17. November 2011 das der Bundeswehr-Clip eine ganz bestimmte Klientel ansprechen würde, (ich zitiere) „[…] die anfällig für Gewaltbereitschaft ist […]“. Ich möchte Sie deshalb bitten diese Anfälligkeit durch statistische und glaubhafte Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Forschung zu untermauern, und sich für die Schelte gegen all diejenigen Computerspieler(innen) zu entschuldigen, denen Sie eine erhöhte Gewaltbereitschaft und „Rambotum“ unterstellen, ohne überhaupt fundierte Beweise zu präsentieren.

    Sie vermischen Ihr Halbwissen über Gewalt in den Medien mit politischem Eigennutzen, und das ist für unser Land gefährlich. Sie schaden damit Ihrem eigenen Ansehen, das Ihrer Partei, und das der deutschen Politik im Allgemeinen.

    Ich bitte Sie: Distanzieren Sie sich von solch extrem-ausgerichteten Thesen wie „Der Konsum von Mediengewalt führt zu erhöhter Gewaltbereitschaft“ und zeigen Sie ein objektives (!) Interesse an dieser Materie. Ich empfehle Ihnen sich näher mit der so genannten kognitiven sozialen Lerntheorie zu beschäftigen, um ein ausgeglichenes Wissensbild aufbauen zu können.

    Wenn man nun die Brücke zu unserer heutigen Bundeswehr schlägt, hat sich durch Ihren medienwirksamen Protest ein Problem herauskristallisiert, das die zukünftigen Rekrutierungsversuche der Bundeswehr entscheidend beeinflussen könnte, nämlich die Wahl des Inhalts eines Rekrutierungsvideos.

    Ich weiß leider nicht inwiefern Sie, Herr Arnold, und andere Beteiligte sich mit den Medien auskennen. Wie ein Vorredner treffend formulierte, lassen sich heute mit klassischer Musik bei jungen Erwachsenen keine Blumentöpfe mehr gewinnen. Die Bundeswehr will eine professionelle Armee werden, und dazu gehört eben nun mal ansprechende Werbung. Ein schnell geschnittener Videoclip mit rockiger Musikunterlegung und actionreichem, abenteurlichem Szenen kann durchaus die Aufmerksamkeitsspanne eines Rezipienten so verlängern, dass dieser den Videoinhalt nicht nur halbherzig wahrnimmt. Außerdem gehören sowohl tieffliegende Jagdbomber, durch Schlamm preschende Leopard 2 Kampfpanzer, Raketenabschüsse und vorrückende Infanterie zu den Bestandteilen unserer „neuen“ Armee. Die Bundeswehr ist auf dem Weg eine Einsatzarmee zu werden, Herr Arnold. Diese Einsätze können sehr wohl die oben genannten Dinge mit einschließen.

    Aber allgemein sollte Ich noch hinzufügen, dass sich die Bundeswehr nun massivst umzustellen und sich einer ernsten Diskussion über den Gebrauch von Medien zum Zwecke der Rekrutierung hingeben muss. Ca. 100 Sekunden lange Videoclips sind da völlig fehl am Platz. Das haben die Streitkräfte anderer Nationen in der Vergangenheit sehr schön bewiesen. Kürzere, ca. 30 Sekunden lange Clips zu ausgewählten Themenbereichen erscheinen mir da durchaus sinnvoller, als ein Video, dass zwangsläufig die gesamte Bundeswehr abdecken soll. Da läuft man schnell Gefahr den Rezipienten zu viele Informationen auf einmal zu vermitteln, die allerdings nicht alle verarbeitet werden können.

    Es ist nun aber auch Aufgabe jeder deutschen Partei und deren Politiker(innen), die sich für die Abschaffung der Wehrpflicht eingesetzt hat bzw. haben, die Bundeswehr bei ihrem Rekrutierungsvorhaben aktiv – und nicht nur passiv und von hinten heraus negativ kritisierend! – mit allen Mitteln zu unterstützen.

    Mit freundlichen Grüße,
    MK

  • Was ist oliv und macht alles kaputt? Ein Led-Zeppelin-Riff im neuen Bundeswehr-Clip weckt die falschen Assoziationen… « a c h t m i l l i a r d e n . c o m   |   19. November 2011 - 11:51

    […] bei den Amerikanern geklaut. Nur, dass die nicht den Fehler machen, in ihren Imagevideos ausschließlich weiße Männer zu […]

  • Gregor   |   19. November 2011 - 11:55

    Stärkste Plattform? Es ist in dieser Sparte die einzige ;-)

  • Sascha Stoltenow   |   19. November 2011 - 12:35

    @Gregor: äh, nein.

  • T.Wiegold   |   19. November 2011 - 12:44

    @Gregor: Was @Sascha Stoltenow sagt.

    http://bendler-blog.de/

  • f.luebberding   |   19. November 2011 - 14:44

    Interessant an dieser Angelegenheit ist weniger die Kritik an dem Video. Wen will die Bundeswehr überzeugen? Pazifisten? Weder die Stilmittel, noch die gezeigten Bilder geben einen Hinweis auf einen militaristischen Unterton. Es sei denn, man meint, dass das Zeigen von Militär schon militaristisch ist. Aber warum hat die Bundesregierung diesen Clip so schnell zurückgezogen? Weil er ohne Worte auskommt? Das ist nun wirklich lächerlich. Vor allem heute zu erklären, dass man die fehlenden Worte erst nach der Veröffentlichung bemerkt habe, grenzt fast an Realsatire. Offenkundig hat nach den nicht dementierten Infromationen in diesem Blog das Bundespresseamt diesen Clip ohne Rücksprache mit dem Ministerium entfernt. Warum? Weil Rainer Arnold jetzt kritisiert, was er an einer SPD geführten Regierung nicht kritisieren würde? Das ist der Job der Opposition, das beinhaltet bisweilen auch schwache Argumente. Nur warum hat das BPA in vorauseilendem Gehorsam einen Clip aus dem Programm genommen, sobald er eine unangenehme Debatte auszulösen drohte? Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Regierungshandeln der Kanzlerin wird hier wie im Brennglas sichtbar. Offenkundig ist Konfliktvermeidung ihr einziges erkennbare Prinzip. Und ihre Paladine haben dieses Prinzip schon soweit verinnerlicht, dass sie es auch bei diesem Clip umgesetzt hatten – um allerdings kurze Zeit später wieder zurückzurudern. Schließlich drohte ein Konflikt mit den Kritikern der Kritiker dieses Videos. Aber zum Glück stellt sich ja Rainer Arnold zur Verfügung – so landet die Kritik bei ihm. Er hat wenigstens eine Position. Die Bundesregierung dagegen ist auf beiden Seiten aus dem Spiel. Schließlich ist das Video auf ihrem Kanal nicht mehr zu sehen. Wer will sie jetzt noch von der Oppostion kritisieren? Aber man hat sich gleichzeitig eben nicht von den Stilmitteln des zurückgezogenen Videos distanziert. Wie wollen die Kritiker der Kritiker jetzt noch die Bundesregierung kritisieren? Militärisch gesprochen ist die Politik der Bundesregierung eine Art „flexible response“. Man weiß nie, was sie antworten wird. Aber wie will man eine Stellung halten, wenn man keine einnimmt?

  • Michael   |   19. November 2011 - 14:55

    Die richtige Antwort der Bundesregierung wäre: Am Montag zwei neue Videos hochladen, und zwar mit dem selben Stilmittel.

    Aber dafür braucht man Eier.

  • Flex313   |   19. November 2011 - 15:10

    Sehr geehrter Herr Arnold,
    leider entfernen Sie sich durch Ihre Äußerungen immer mehr von der Realität und zeigen das Gesicht eines beleidigten Kindes, dem man seinen Roller weg genommen hat (ich will hier nicht Pistole schreiben). Sobald ihnen fundierte Argumente entgegen treten, verfallen Sie in Ihre eingeprägte Rolle der Diffamierungen und unterschwelligen Beleidigungen.
    „Interessant, wie Einige hier reflexhaft in links/rechts Schematas verfallen. “
    Der Einzige, der dies so praktiziert sind lediglich Sie! Sobald Sie durch nicht von der Hand zu weisende Fakten in die Ecke gedrängt werden, kommen Sie mit der allmächtigen Nazikeule und versuchen sich als moralisierenden großen „Linken“ gegen alle Widerungen der „Rechten“ den Weg frei zuschlagen. Doch das ist billig, durchschaubar und moralisch falsch. Gerade in den heutigen Tagen finde ich es eine Unverschämtheit, Menschen in die Schubladen der Rechten zu stecken, nur weil sie Argumente haben, die nicht in Ihr vermeintliches Weltbild passen. Aber wie gesagt, es passt zu Ihren heischenden medialen Auftritten mit diffamieren und lächerlich machen.
    „Dazu gehört auch das abendliche Bier oder das Frühstück mit zufälligen Gesprächspartnern, die im Regelfall “frei von der Leber weg” reden.“
    Herr Arnold, wenn Sie das tatsächlich glauben, dann sind Sie entweder sehr naiv oder sehr (Selbstzensur) anders begabt! Was glauben Sie, wen man in einer Einheit sich mit Ihnen zusammen setzen läßt? Den Kritiker oder den, der durch seine Meinung und Wortwahl den Vorgesetzten nicht schaden kann?
    „- Meine Aufgabe als Sprecher der größten Oppositionsfraktion ist es nich, die Regierung 3x täglich zu loben“
    Nein, das müssen Sie weiß Gott nicht! Aber einfach mal den Aspekt Mensch sein mal sehen. Sie mögen andere politischen Ansichten haben, wie die Regierungsparteien, aber in der großen Koalition hat es doch auch geklappt sich nicht jeden Tag die Augen auszukratzen. Oder nur deshalb, weil man am selben Futtertrog saß? Schauen Sie mal rüber in die USA. Dort bekriegen sich Demokraten und Republikaner im Senat um im Abgeordnetenhaus bis aufs Blut, aber wenn es um ihre Soldaten im Krieg geht, stehen alle parteipolitischen Spielchen hintenan und es geht ausschließlich um das wohl der Truppe! Sie waren einer von denen, die unsere Soldaten in den Krieg geschickt haben. Kein Krieg gegen das afghanische Volk, sondern ein Krieg gegen einen nicht offen kämpfenden Krieger, einen Verbrecher, einen Partisanen. Und da erwarte ich von Ihnen, das Sie selbst Ihre politisches Leben dafür einsetzen, das alles dafür getan wird, das es unsere Jungs gut geht und sie in allen lagen die Oberhand gewinnen.
    „Der ständige Versuch Kritik an der politischen Führung auf die Truppe umzuleiten nach dem Motto “dann steht man nicht hinter den Soldaten” ist unsinnig und anti-demokratisch. KT hatte dies besonders kultiviert.“
    Antidemokratisch finde ich nicht sachbezogene Kritik, Medienklamauk und das Ausweichen auf konkrete Fragen. Ich muß doch als erwachsener Mensch in einer gesitteten Streitkultur auch auf unbequeme Fragen eine klare Antwort geben können. Leider vermisse ich das aber nicht nur bei Ihnen. Mit diesem Ausweichen oder als Unsinn abtun schaffen Sie kein Vertrauen in die Politik!
    Unseren letzten Bundesminister der Verteidigung einfach als KT zu bezeichnen finde ich sehr respektlos und menschenverachtend. Sie müssen ihn ja nicht direkt ins Herz schließen, aber ein respektvoller Umgang untereinander sollte Ihrer Vorbildfunktion doch gerecht werden. Wenn Ihnen die Schreibweise seines namens zu lang ist, dann kurzen Sie ihn bitte mit KTzG ab. Ich käme auch nie auf die Idee, ihren letzten Außenminister als FW zu betiteln!
    „- Ich hab nie über den militärischen Sinn oder Unsinn von Waffensystemen in AFG vertieft diskutiert. Das ist nicht Aufgabe der Politik, sonder die militärisch Führung muß das Notwendige und Angemessene bereitstellen oder, wenn erforderlich die Mittel von Regierung und Parlament einfordern.“
    Doch, auch gerade Ihre Aufgabe ist es der militärischen Führung das Gefühl der Sicherheit zu geben, daß die politische Führung in Berlin hinter ihren Soldaten steht. Sie, aber Sie nicht allein, haben durch die vermeintliche Führung eines Blümchenkrieges durch wave and smile die militärische Führung dermaßen weichgekocht, das uns das Heft des Handelns aus den Händen gerissen wurde. Warum wurde in Berlin nicht frühzeitig auf Forderungen aus der kämpfenden Truppe gehört, die am Ort des Geschehens sind und ihr Handwerk beherrschen? Wie lange hat es gedauert, bis die beiden Panzerhaubitzen 2000 überhaupt den ersten Schuß abgeben durften? Warum gibt es im RCN keine eigenen Hubschrauber in ausreichender Stückzahl für Aufklärung, Transport und MedEvac? Warum gibt es diese Verunsicherung der Soldaten, wann sie überhaupt schießen dürfen? Doch nicht weil alle so schlecht ausgebildet sind, sondern weil Sie und andere in Berlin der militärischen Führung Hand- und Fußfesseln anlegen.
    „- Ich ducke mich nicht bei schwierigen Debatten weg, das findet aber dann seine Grenzen, wenn in den digitalen Medien aus der Anonymität heraus geschrieben wird. Bitte mit offenem Visier, dann ist mir kein Blog, keine Veranstaltung, kein Gespräch zu viel.
    – deshalb war dies auch meine letzte Aktion zu diesem Thema in diesem Format.“
    Doch, genau das tun Sie, weil Sie merken, das der Widerstand zu stark ist und die Fakten nicht von der Hand zu weisen sind. Ich habe kein Problem damit, an anderer Stelle diese Diskussion unter Klarnamen mit Ihnen fortzuführen. Männer müssen sich in die Augen blicken können und ein klares Wort miteinander sprechen können.
    Daher bedaure ich, das Sie hier den weg nach hinten antreten!
    In diesem Sinne allzeit Glück ab!

  • StefanS   |   19. November 2011 - 15:40

    @Flex313
    >“Schauen Sie mal rüber in die USA. Dort bekriegen sich Demokraten und Republikaner im Senat um im Abgeordnetenhaus bis aufs Blut, aber wenn es um ihre Soldaten im Krieg geht, stehen alle parteipolitischen Spielchen hintenan und es geht ausschließlich um das wohl der Truppe!“

    Das war mal so, aber stimmt nicht mehr so ganz. Die Republikaner habe schon gezeigt, dass sie auch nicht mehr davon zurückschrecken die National Defense Authorization Bill (den Verteidigungenhaushalt) zu blockieren um ihre kindischen Spielchen zu betreiben.

    Oder nimm den Irak Abzug. Das wurde von Bush in einem Status of Forces Agreement so festgelegt. Obama hat es umgesetzt und wurde prompt vom Clown College der Präsidentenkanidaten und anderen Politikern dafür kritisiert.

  • Memoria   |   19. November 2011 - 15:49

    @Flex313:
    „Sie, aber Sie nicht allein, haben durch die vermeintliche Führung eines Blümchenkrieges durch wave and smile die militärische Führung dermaßen weichgekocht, das uns das Heft des Handelns aus den Händen gerissen wurde.“

    Ohne hier Herrn Arnold beim Thema Video unterstützen zu wollen.
    Dass Ihre Sicht jedoch auch nicht ganz die Realität trifft, zeigt die Diskussion um die ISAF-Taschenkarte:
    Als mehrere MdB (u.a. nach einiger Zeit der Abg. Arnold) ab 2007 eine Änderung der Taschenkarte vehement einforderten, da war die gesamte militärische Führung still oder sogar gegen eine Änderung, da dies eine „völig theoretische Debatte in Berlin sei“ (Zitat Gen. Schneiderhan).
    Also: Die arme militärische Führung, die gegen all die unfähigen, realitätsfremden Abgeordneten verzweifelt, aber erfolglos, ankämpft ist – leider – auch ein Märchen.

  • Michael   |   19. November 2011 - 16:00

    Dieser etwas ältere Artikel trifft es ganz gut:
    http://blog.zeit.de/bittner-blog/2010/03/03/haubitzen-statt-bambis_960

  • Vom Geist der Kanzlerin   |   19. November 2011 - 16:05

    […] zurückgezogen, kaum dass die erste Empörungswelle die Medien erreicht hatte. Den Hintergrund hat Thomas Wiegold recherchiert. Die Bundesregierung ist vom Geist der Bundeskanzlerin beseelt. Es wird jede Stellung […]

  • Someone   |   19. November 2011 - 18:27

    Da möchte ich ja mal gar nicht wissen, was der eine oder andere Politiker zu den Rekrutierungsvideos der US Air National Guard zu sagen hat. Im folgenden wäre mein Schlagwort „realistisch“!

    https://www.youtube.com/user/AIRGUARD#p/u/30/bw3DenbqSEs

    P.S.: Außerdem rockt das ‚Secret Squirrel‘-Patch.
    Wer es kennt, weiß was ich meine.. ;-)

  • rubars25   |   19. November 2011 - 19:25

    @ Memoria

    War General Schneiderhan damals nicht bereits Generalinspekteur?