Es gibt sie doch, die Bilder aus dem Afghanistan-Einsatz

Zugegeben, in den deutschen Medien haben derzeit ganz andere Themen Konjunktur – und wenn es doch mal um Afghanistan und den deutschen Einsatz am Hindukusch geht, dann eher auf einer – bisweilen abstrakten – politischen Ebene. In jüngster Zeit waren allerdings etliche Journalisten in Afghanistan, die als schreibende Reporter oder als Fotografen die Bundeswehr begleitet haben. Die Reportage von Takis Würger im Spiegel der vergangenen Woche (leider noch nicht online) ist dafür ein Beispiel, ebenso die Berichte des FAZ-Kollegen Stephan Löwenstein.

Und die Bilder… die gibt es, aber sie erscheinen, siehe das Konjunktur-Problem oben, nur sehr dosiert in deutschen Medien. Im Internet, das ja bekanntlich genügend Platz hat, sind sie dagegen komplett zu finden. Wie die Fotos von Timo Vogt (randbild.de), der Ende Oktober mit der Task Force Kunduz unterwegs war. Seine Fotoreportage von der Operation Orpheus als Diaschau hier; die Bilder vom Leben im Felde hier.

 

(Fotos: Timo Vogt/randbild.de)

RC N Watch: Selbstmordanschlag auf Gläubige in Baghlan

An einem der wichtigsten islamischen Feiertage, dem Opferfest, hat ein Selbstmordattentäter vor einer Moschee in der nordafghanischen Provinz Baghlan mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Unter den Opfern sollen auch zwei afghanischen Polizeikommandeure sein, heisst es in den Agenturberichten unter Berufung auf Polizei und afghanisches Innenministerium.

Der Anschlag ereignete sich in der Stadt Alt-Baghlan. Die ganze Provinz, vor allem der Korridor zwischen Baghlan und Kundus, ist für die ISAF-Truppen im Norden einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit. In den vergangenen Monaten haben Aufständische immer öfter afghanische Beamte und Funktionäre der Sicherheitsbehörden gezielt angegriffen.

Nachtrag: Wie der Sprecher des afghanischen Innenministeriums auf seinem Twitter-Account (ja, die haben so was) mitteilte, wurde ein weiterer Selbstmordattentäter festgenommen.

Nachtrag 2: Nach einem Bericht der New York Times wurden bei dem Anschlag drei Kommandeure der so genannten Arbaki-Milizen getötet, die offensichtlich das Ziel des Attentäters waren.

„Die Piraten fielen ins Meer“

Die jüngste Kaperung somalischer Piraten scheint ohne militärisches Eingreifen beendet: nach den bisherigen spärlichen Informationen hat die Besatzung des taiwanesischen Fischtrawlers Chin Yi Wen, der am Freitag südwestlich der Seychellen in die Hand der Seeräuber fiel, die Angreifer überwältigt. Die Piraten fielen ins Meer, zitiert die Nachrichtenagentur AFP den Sprecher der Fischereibehörde Taiwans.

Wenn das zutrifft, ist es einer der seltenen Fälle, in denen es der Besatzung eines gekaperten Schiffes gelungen ist, sich aus eigener Kraft zu befreien. In dem Seegebiet zwischen der Küste Tansanias und den Seychellen waren die Piraten in den vergangenen Tagen besonders aktiv.

Nachtrag: Heute hat die Bundeswehr ein weiteres Foto der Aktion der Fregatte Köln gegen Piraten vor der Küste Tansanias veröffentlicht. Auf diesem Bild gut zu erkennen sind die Treibstoffvorräte, die den Aktionsradius vergrößern.

(Foto: Deutsche Marine via flickr unter CC-Lizenz)