„Zwischen Welten“: Ohne Hoffnung

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Zum Glück bin ich kein Filmkritiker. Sonst hätte ich vielleicht wie Spiegel Online (und die Rezensenten anderer deutscher Medien) zu der Einschätzung kommen müssen, dass Feo Aladags Film Zwischen Welten, der vom Afghanistan-Einsatz deutscher Soldaten erzählt, der schlechteste deutsche Beitrag zur diesjährigen Berlinale war. (Die Neue Zürcher Zeitung, interessanterweise, kommt zu einem eher positiven Ergebnis). Nachdem ich den Film gesehen habe, mein Fazit in Kurzform: Bedrückend, aber realistisch. Und ansehenswert.

Natürlich werden Kenner des Einsatzes sehr schnell die Punkte finden, an denen der Film Fiktion ist und wenig mit der Realität zu tun hat. Dass ein Hauptmann und Kompaniechef einen Combat Outpost mit knapp zehn Mann führt, ist ebensowenig realitätsnah wie das wiederholte Bild des geschlossenen Bahnübergangs – rund um Kundus, wo der Film spielt, gibt es keine funktionierende Bahnlinie. Doch jenseits dieser fiktionalen Erzählelemente kommen mir Selbstzweifel des deutschen Offiziers, sein Kampf gegen Militärbürokratie und starre Vorschriften und vor allem die Situation des afghanischen Übersetzers doch sehr wirklichkeitsnah vor. weiterlesen