Sicherheitshalber, der Podcast Folge 31: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) | Nord Stream 2: Die politisierte Problem-Pipeline

Sicherheitshalber ist der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt. In Folge 31 ist Frank Eggen bei Ulrike Franke, Frank Sauer, Carlo Masala und mir zu Gast. Er setzt sich schon seit 2007 für im Einsatz traumatisierte SoldatInnen ein. Frank (E.) erläutert den vier Podcastern die Hintergründe und Symptome der im Zuge von Auslandseinsätzen bei einigen SoldatInnen auftretenden posttraumatischen Belastungsstörungen und wie die Bundeswehr sich – inzwischen – auf diese Realität eingestellt hat. Im zweiten Teil steht Nord Stream 2 im Zentrum der Diskussion.

Nur irgendeine Gas-Pipeline? Ha! Mitnichten! Das Projekt hat sich längst zu einem großen geo-, energie- und klimapolitischen Zankapfel entwickelt, inklusive US-Sanktionen und veritablem transatlantischem Streit.

Abschließend wie immer der “Sicherheitshinweis”, der kurze Fingerzeig auf aktuelle, sicherheitspolitisch einschlägige Themen und Entwicklungen – diesmal mit russischer Einflussnahme beim Brexit, russischen Anti-Satellitenwaffen, der hitzigen Diskussion um Marcel Bohnert und Neuigkeiten aus der russischen Marine. Nu schto, wypjem schtoli, drusja!* (der kuriose Russland-Schwerpunkt ist Zufall – wir sprechen das vorher nicht untereinander ab).

* “Also Freunde, trinken wir oder was?” (Schreibweise von Russland-Expertin abgesegnet!)

PTBS: 00:05:22
Nord Stream 2: 00:43:55
Sicherheitshinweise: 01:10:50

Web: https://sicherheitspod.de/

Shop: https://shop.spreadshirt.de/sicherheitshalbershop

Patreon: https://www.patreon.com/sicherheitspod

Erwähnte und weiterführende Interviews, Literatur und Dokumente:

Thema 1 –  PTBS

Gast: Frank Eggen, Vorsitzender des Vereins Angriff auf die Seele – Psychosoziale Hilfe für Angehörige der Bundeswehr e.V.
https://angriff-auf-die-seele.de/

Wittchen et al.: Traumatische Ereignisse und posttraumatische Belastungsstörungen bei im Ausland eingesetzten Soldaten: Wie hoch ist die Dunkelziffer?, Deutsches Ärzteblatt 2012 (109), S. 35-36.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/128483/Traumatische-Ereignisse-und-posttraumatische-Belastungsstoerungen-bei-im-Ausland-eingesetzten-Soldaten

NDR Podcast “Killed in Action”
https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/podcast4574.html

Immer mehr Einsatzsoldaten der Bundeswehr mit PTBS?, 19 Feb 2020, https://www.bundeswehr-journal.de/2020/immer-mehr-einsatzsoldaten-der-bundeswehr-mit-ptbs/#:~:text=In%20einem%20Onlinebeitrag%20der%20Bundeswehr,Erkrankungen%20als%20Teil%20der%20Neuerkrankungen.&text=2018%20waren%20von%20den%20279%20registrierten%20Neuerkrankungen%20182%20PTBS-Fälle.

Statistik der Bundeswehr: https://www.bundeswehr.de/de/betreuung-fuersorge/ptbs-hilfe/trauma-ptbs/statistik

Thema 2 – Nord Stream 2

Anne Neumann, Leonard Göke, Franziska Holz, Claudia Kemfert, Christian von Hirschhausen: Erdgasversorgung: Weitere Ostsee-Pipeline ist überflüssig. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, DIW Wochenbericht 27/2018, S. 589–597
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.593445.de/18-27-1.pdf

Pavel Lokshin: Der drohende Showdown in der Ostsee, Die Welt, 22.07.2020,
https://www.welt.de/politik/ausland/article211978687/Nord-Stream-2-Der-drohende-Showdown-in-der-Ostsee.html

Daniel Wetzel: USA drohen deutschen Auftragnehmern von Nord Stream 2, Die Welt, 25.07.2020,
https://www.welt.de/wirtschaft/article212234259/Nord-Stream-2-USA-drohen-deutschen-Auftragnehmern.html

Nord Stream 2: ECFR opinions, 20 Dez. 2019
https://www.ecfr.eu/article/commentary_nord_stream_2_ecfr_opinions

Gustav Gressel, Negative energy: Berlin’s Trumpian turn on Nord Stream 2, ECFR, 27th February, 2019
https://www.ecfr.eu/article/commentary_negative_energy_berlins_trumpian_turn_on_nord_stream_2

Énergie et puissance, Le Collimateur Podcast, 15.07.2020
https://www.irsem.fr/le-collimateur/energie-et-puissance-15-07-2020.html

Michael Thumann: Nord Stream 2 bleibt das Problem der Deutschen, Die Zeit, 01.07.2020,
https://www.zeit.de/politik/2020-07/gerhard-schroeder-wirtschaftsausschuss-nordstream-2-ostsee-pipeline

Markus Wehner: Linke und Ostausschuss gegen Amerikas Sanktionen, FAZ, 16.06.2020,
https://www.faz.net/aktuell/politik/streit-ueber-nord-stream-2-eine-seltene-allianz-16818013.html

Sicherheitshinweise

Rike: Britischer Parlamentsbericht zur Russischen Einflussnahme in Brexit Referendum
https://www.theguardian.com/world/2020/jul/21/russia-report-reveals-uk-government-failed-to-address-kremlin-interference-scottish-referendum-brexit

https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/jul/26/the-russia-report-shows-we-have-a-security-problem-he-lives-in-no-10

Frank: Test einer russischen Anti-Satellitenwaffe?
https://www.heise.de/news/Projektil-abgefeuert-USA-wirft-Russland-Test-einer-Anti-Satellitenwaffe-vor-4851644.html

Thomas: Vorwürfe gegen Marcel Bohnert von der Social Media-Abteilung der Bundeswehr
http://bendler-blog.de/2020/07/23/in-der-oeffentlichen-arena/

Carlo: Putins Rede beim Tag der Marine in Russland
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/neue-waffen-fuer-russische-marine-100.html

http://en.kremlin.ru/events/president/news/63753

14 Gedanken zu „Sicherheitshalber, der Podcast Folge 31: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) | Nord Stream 2: Die politisierte Problem-Pipeline

  1. Sehr aufschlussreich, danke!

    Ich hoffe ja, dass unsere Regierung endlich einmal Mumm beweist und sich der Risiken bewusst wird, die ein Kotau vor Washington für die deutschen Interessen zeitigen könnte – nicht zuletzt für unsere europäischen Interessen, jedoch vor allem gegenüber den Großmächten und, natürlich, hinsichtlich der Vereinigten Staaten. Aber selbst ein Aussitzen á la Mutti sendet bereits verheerende Signale in die Welt.

    Denn wir werden Präsident Trump nochmals vier Jahre auszuhalten haben, da gebe sich bloß niemand Illusionen hin. Allein selbst im unwahrscheinlichen Falle eines Biden’schen Wahlsieges würde die gegenwärtige Außenpolitik gewiss fortgeführt, nur in diplomatischerem Ton.

    Vielen deutschen Kommentatoren und selbst manchem Regierungsmitglied scheint noch nicht aufgegangen zu sein, dass die Sanktionen gegen Nordstream 2 auf eine überparteiliche Konstellation aus Demokraten und den konservativen Falken zurückgehen, die an Trump vorbei klassische US-Machtpolitik gegen Russland betreibt.

    Trump hat sich diese Scharade nur zu eigen gemacht, weil Deutschland im Allgemeinen und Angela Merkel im Besonderen ihm ein willkommenes Ziel in Wahlkampfzeiten bieten, den neuen larmoyanten amerikanischen Isolationismus bedienend, wonach man die Weltpolizeirolle widerwillig aufgenötigt bekommen und nur Undank geerntet habe. Vor allem aber will der „deal maker“ Trump uns teures amerikanisches Flüssiggas verkaufen, und dies gilt es der Weltöffentlichkeit zu verklickern.

    Ich wünschte daher, Berlin hätte den Mut, einmal auf die Inkonsistenz seiner Außenpolitik hinzuweisen, die einerseits die Daseinsberechtigung der NATO anzweifelt und die von Russlands geostrategischen Interessen ausgehende Gefahr kleinredet, doch andererseits einen vermeintlichen Verbündeten in nie dagewesener Weise maßregeln und seine Souveränität ignorieren will, weil dieser mit Russland Geschäfte betreibt.

    Spätestens dann, wenn Trump seine Drohung wahr macht und Sanktionen erlässt, die sich gegen den deutschen Staat oder seine Organwalter richten, muss eine scharfe diplomatische Antwort erfolgen. Diese könnte bspw. in der Ausweisung amerikanischer Diplomaten bestehen, die sich für die Sanktionen stark machten.

    Auch innenpolitisch droht der Regierung einiges an Ungemach, wenn sie vor Trump kuscht. Die „antiimperialistische Linke“ steht bereits in den Startlöchern, und auch die Gestalten rechtsaußen, die prinzipiell „VSA“ anstatt USA schreiben, lecken sich bereits die Finger. Nicht zuletzt der Atomausstieg ist ohne Nordstream 2 praktisch undenkbar.

    By the way: Wenn Sie, geneigter Leser, das nächste Mal einen der üblichen Verdächtigen faseln hören, die Europäische Union sei das Vierte Reich und werde von Deutschland regiert, brauchen Sie nur das Thema Nordstream 2 anzuführen und die Gegenfrage aufzuwerfen, warum es Brüssel wohl nicht im geringsten kümmert, wie sehr sich die Vereinigten Staaten in die inneren Angelegenheiten des bevölkerungsreichsten EU-Mitglieds einmischen.

  2. Was der größte Witz ist :

    Die USA importieren selbst Öl und Gas aus Russland!
    Wäre vielleicht mal ein Ansatz, im eigenen Land anzufangen.

    Weiterer Gedanke :

    Was wird denn sein, wenn der Dealmaker auf die Idee kommt, dass gleiche Prinzip auf China anzuwenden? Sprich, unsere Firmen dort heraus zu drängen?

  3. @Ex-Grenni
    Naja, die USA importieren sehr wenig Gas, und davon kommen 98% aus Canada. 6% der Amerikanischen Oel-Importe kommen aus Russland. Das ist nicht nichts, aber nicht gerade vergleichbar mit den Europaeischen Zahlen.

  4. Wobei Nord-Stream 2 ja unter Umständen auch als H2 Pipeline nutzbar wäre. Platz genug für WKAs hat es in den weiten Russlands ja.

  5. @Emilia: Die Höhe der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Rus sind:
    39,1 mrd USD aus den USA
    33,2 mrd USD aus Deutschland

    Dazu kommen über 15 mrd USD an Finanzinvestitionen in russische Staatsanleihen.
    Aus den USA.
    Quelle : Unctad (UN-Handelsorganisation).

    Sie sind dran.

  6. Zur Frage Frauen/Männer und PTBS:
    Vorweg: ich habe mein Wissen dazu aus der Führungskräfte-Ausbildung einer nicht-militärischen Organisation. Könnte auch sein, dass das überholt ist…
    Jedenfalls hieß es dort, dass Frauen in der normalen westlichen Bevölkerung ein höheres Risiko einer PTBS haben, weil sie statistisch bis zum Erwachsenen-Alter bereits ca. dreimal so viele Traumata erlitten haben wie Männer (u.a. sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, aber auch Überforderung bei der Pflege Angehöriger sind wohl bei Frauen deutlich häufiger).
    Da ist nochmal der Hinweis auf Trauma ungleich PTBS wichtig. Ein Trauma erleidet man, nur wenn die Verarbeitung im Hirn nicht klappt, kann sich die PTBS daraus entwickeln. Aber je mehr Traumata ein Mensch erlebt, desto wahrscheinlicher wird die Entwicklung einer PTBS.

  7. Zu ergänzen und zum entkräften diverser Argumente wäre auch noch zu nennen, dass der europäische Gasmarkt zum einen ein Kundenmarkt geworden ist, so dass die Gasverkäufer kaum noch Druckmittel haben und deutlich abhängiger von den Konsumenten sind, als umgekehrt. Zum anderen ist durch das europäische Pipelinesystem und die Möglichkeit des „reverse flow“, also der Nutzung von Pipelines in beide Richtungen, die Ukraine in ihrer Versorgungssicherheit sogar gestärkt und die Erpressbarkeit durch Russland quasi aufgehoben, weil sie jederzeit von überall sonst mit (billigerem) Gas versorgt werden kann. Die Verlierer sind die Transitländer wegen ihrer entgangenen Gebühren, weniger Möglichkeiten Russland zu „ärgern“ und das unter ökologisch deutlich fragwürdigeren Umständen geförderte und teurere Fracking Shale Gas der USA. Dass im Falle Nord Stream II die politische Dimension unterschätzt wurde, mehr Transparenz notwendig gewesen wäre und es eingebettet in eine EU-Energiestrategie einfacher wäre, völkerrechtswidrige US-Sanktionen zu kontern etc. ist richtig. Dass aber alle anderen Europäer enttäuscht und sauer wegen Nord Stream II sind ist sachlich einfach falsch. Es gibt eine Anzahl US-treuer Gegner des Projekts, es gibt eine Anzahl Gegner, wegen der Art und Weise, wie dieses Pipeline-Projekt zustande gekommen ist und es gibt auch etliche Befürworter, von den beteiligten europäischen Firmen mal ganz abgesehen. Es gibt sicher mehr EU-Staaten, die Bauchschmerzen mit dem Projekt haben, als Befürworter, aber wirklich „sauer“, sind nur die direkt Betroffenen.

  8. @Ex-Grenni: Ich bezog mich auf Ihre Aussage „Die USA importieren selbst Öl und Gas aus Russland!“, jetzt aendern Sie das Thema *shrug*.

  9. @Emilia: Ihre Zahlen zum Ölimport sind veraltet. Die USA importieren inzwischen deutlich mehr russisches Öl. Grund sind die Sanktionen gegen Venezuela (Boykott) weil die venezolanischen Qualitäten sich so am ehesten ersetzen lassen. Das Problem der USA ist auch weniger beim Rohöl als bei der Verarbeitung zu sehen: Sie müssen importieren, um ihre Raffinerien auslasten zu können, sie verdienen ganz ordentlich am Export der Produkte.

  10. Jetzt ist ein offizielles US-Schreiben beim Vorstand des Sassnitzer und Mukraner Hafens eingetroffen, in dem wörtlich „potenziell fatale Maßnahmen, die die Fährhafen Sassnitz GmbH wirtschaftlich und finanziell von den Vereinigten Staaten abschneiden werden“ angedroht werden, sobald eines der russischen Schiffe das erste Gasrohr ins Wasser taucht. „Den Vorstandsmitgliedern, Geschäftsführern und Aktionären der Fährhafen Sassnitz GmbH wird die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt, und jegliches Eigentum oder Anteile an Eigentum, das sich in unserem Zuständigkeitsbereich befindet, wird eingefroren“, so steht es geschrieben. Es werden auch alle Gelder automatisch eingefroren, die durch ein amerikanisches Finanzsystem gehen. Es würden auch allen US Bürgern und Firmen jedwede Geschäfte mit dem Hafen untersagt, einschließlich des Gütertransports über den Hafen und dessen Versicherung.
    Das Land M-V ist übrigens Anteilseigner der Hafengesellschaft, damit werden auch Staatsorgane Deutschland direkt von den Sanktionen betroffen sein. Das Land M-V hat sich bisher nicht dazu geäußert.
    Pikantes Detail am Rande: Der Hafen Mukran liegt im Bundestagswahlkreis der Bundeskanzlerin persönlich.

    [Ein Hinweis auf die Quelle – in diesem Fall: Die ‚Welt‘ – wäre schon gut. T.W.]

  11. @Mitleser sagt: 06.08.2020 um 17:30 Uhr

    Und wieder mal wurde eine rote Linie überschritten. Nur weil es den USA nicht ins Konzept passt. Und wo ist die Gegenleistung? Doch wohl nicht, das wir uns im Gegenzug von us-amerikanischen Fracking-Gas abhängig machen. Und die Klimaziele können wir dann auch gleich in die Tonne werfen. Ach so, die USA haben das Paris-Abkommen ja sowieso gekündigt, na dann.
    Die ganze US-Administrationsmischpoke kann mir mal im Dunkeln begegnen. Das ist alles nicht mehr ernst zu nehmen.

  12. Vielen Dank fuer diese Folge von „Sicherheitshalber“, insbesondere fuer den Anteil zur Nordstream-Pipeline. Zu diesem Thema ein paar Anmerkungen:

    – Ich halte DIW-Quellen zur Energiewirtschaft/Klimapolitik fuer zweifelhaft, da dort Kostenargumente stets konsequente Dekarbonisierungsstrategien untergraben. Das Beispiel, wonach Kohle aus Kostengruenden der Bruecken-Energietraeger der Wahl waere, spricht fuer sich selbst.

    – Ein Land wie Deutschland, das den Energiekonsens – „Energiewende“ – als gleichzeitigen Ausstieg aus Kernenergie und (nachfolgende!) Reduktion der fossilen Energiequellen ausgestalten will, versucht die Quadratur des Kreises, ohne die gewuenschte CO2-Reduktion zu realisieren. Hier ist der Mythos „sauberes“ Erdgas als Grundlasttraeger fuer den Uebergang in eine komplett erneuerbare Zukunft der deutschen Energiewirtschaft in Berlin hoechst wirkmaechtig. Daher ist das trotzige Festhalten an NordStream ein Teil des deutschen „Energiewende“-Utopia, welches aufgrund der vermeintlich breiten innenpolitischen Unterstuetzung eine heilige Kuh der Parteien der Mitte geworden ist. Diese wird als wichtiger erachtet als Stoerungen / Friktionen unter EU-Mitgliedern und/oder NATO-Nationen.

    – Nach wie vor wird wirtschaftliche Verflechtung / wechselseitige oekonomische Abhaengigkeit unter, auf anderen Politikfeldern, strategischen Wettbewerbern in Deutschland als Form der Friedens- und Entspannungspolitik á la Willy Brandt verstanden, Prof. Masala nannte ja ein Beispiel aus BRD-Zeiten. Die Abhaengigkeit von einem autokratischen Russland bei der Erdgasversorgung wird entsprechend nicht als Malus, sondern Bonus gebucht, den die Friedensmacht Deutschland still und bescheiden fuer ganz Europa sicherheitspolitisch „erwirtschaftet“ hat. Da eben nur der in den 1970er/1980er Jahren oeffentlich sichtbare Anteil von „Wandel durch Annaeherung“ in der deutschen Politik mit zunehmend breiter werdender gesellschaftlicher Unterstuetzung traditionsbildend wurde, ist es schwer, hierzu in Deutschland einen ergebnisoffenen strategischen Dialog zu organisieren.

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