Fürs Archiv: Erneuter Mörserangriff auf Camp in Kunduz

Wie schon vor einer Woche: Das Camp Pamir in Kunduz, wo auch deutsche Soldaten stationiert sind, wurde erneut mit Mörserfeuer angegriffen – auch wenn diesmal nur von einer Granate die Rede ist. Bundeswehrsoldaten wurden nicht verwundet.

Die Mitteilung des Einsatzführungskommandos vom (heutigen) Montagmorgen, wieder via Twitter:

In den Abendstunden des 16.02.20 wurde das Camp Pamir bei Kundus in Afghanistan mit vermutlich einer Mörsergranate beschossen. Es wurde niemand verletzt. Die Soldatinnen und Soldaten der #BundeswehrimEinsatz sind alle wohlauf.

In Kunduz sind derzeit gut 90 deutsche Soldaten im Einsatz.

10 Gedanken zu „Fürs Archiv: Erneuter Mörserangriff auf Camp in Kunduz

  1. Mahlzeit,
    da fällt mir spontan wieder „Mantis“ ein. Das sollte doch mal C-RAM können. Dann wurde es aber nur zögerlich beschafft und insgesamt sehr ruhig drumherum.
    Gibt es da Wissenswertes zu berichten?

  2. Hört sich nach störfeuer an. Eine einzelne granate ist im anflug und alle gehen in den bunker. Wenn man dass alle paar stunden völlig unwillkürlich und unregelmäßig macht geht es irgendwann an die Substanz. Und die Angreifer brauchen auch nicht großartig viel mun. (Hoffendlich ließt das keiner von den talib) sarc off

  3. @Bundesbürger
    Das frage ich mich auch, und zwar seit langem. Sowohl in Kundus als auch in Gao könnte man das System gebrauchen. Immerhin wurde es weiland für teuer Geld und einen sehr speziellen Einsatzzweck beschafft. Bislang steht es nur herum und setzt Staub an. In Putlos sieht man sie auch nicht oft.

    @Dante
    Sie schrieben: „Hört sich nach störfeuer an. Eine einzelne granate ist im anflug und alle gehen in den bunker. “

    Der Wehrbeauftragte kritisierte unlängst mit scharfen Worten, dass diese Möglichkeit in Kundus gerade nicht existiere. Camp Pamir habe demnach praktisch keine ernstzunehmende Umfeldüberwachung, geschweige denn Artillerieaufklärung. Demnach wüssten unsere Leute dort erst dann von einem Angriff mit indirektem Feuer, wenn das erste Geschoss bereits eingeschlagen ist.

    Was mich wieder zu der Frage zurückbringt, was ist mit Mantis? Wir haben bisher nur Glück gehabt. Unvergessen ist wohl die 122mm Rakete, die in den Küchentrakt einschlug. Wäre der Angriff zur Essenszeit geschehen und hätte die Rakete umgesetzt… So teuer kann es doch nicht sein, dort eine Mantis-Batterie aufzubauen. Und so ausgereizt kann die Mandatsobergrenze auch nicht sein, dass man die Fähigkeit CRAM herausnähme zugunsten von weiß der Teufel wem.

    Wäre das nicht etwas für Sie, werter Herr Wiegold, hier nachzubohren?

  4. Meiner Kenntnis nach ist MANTIS in Gao im Einsatz:

    https://www.bundeswehr.de/de/einsaetze-bundeswehr/minusma-bundeswehr-un-einsatz-mali/mali-mantis-im-einsatz-63626

    Widersprechen Sie, falls ich falsch liege.

    Es gab schon früher den Plan einer Verlegung nach AFG, doch es gab damals Bedenken wegen der „Betriebssicherheit“ (Umland aber auch Camp selbst).

    Ach hier: Widersprechen Sie mir, wenn ich mich irre.

    [Teilweise Widerspruch: In Gao ist nur die Aufklärungskomponente von Mantis im Einsatz, nicht die Kanonen zum Abschuss von anfliegenden Raketen, Artillerie, Mörser (C-RAM). T.W.]

  5. @muck die Artillerie aufklärung giebt es nicht??? Ich dachte es wäre inzwischen üblich dass sich auf einem mast ein radar dreht und auf ein paar km alarm schlägt wenn was angeflogen kommt was da nicht hingehört. Ich denke das kann man bei Hensoldt sogar von der Stange kaufen.

  6. Wenn man ungeschützt im Wirkbereich von AHEAD-Munition sein möchte… gut kann man MANTIS gerne auch mit Effektor installieren.
    Ne, ist eine echt tolle Idee das MANTIS…

    Trotzdem kann man mal darüber nachdenken, ob sich die Sicherheitslage wieder so verschlechtert hat, um die Kosten für den Einsatz des Sensors rechtfertigten zu können

  7. @ Dante

    Bei den Radaranlagen der Artillerie dreht sich nichts.
    Bei COBRA gibt es eine elektronische Strahlschwenkung (Abdeckbereich 90 Grad) und beim ABRA handelt es sich nicht um ein Luftraumüberwachsungsradar, das sich ständig dreht, sondern um ein Beobachtungsradar, das gezielt einen bestimmten Geländeabschnitt überwacht, Truppenbewegungen folgt etc. pp.
    Die Artillerie hat nur COBRA zur Artillerieaufklärung im Bestand und um eine 360 Grad-Abdeckung zu haben, benötigt man mindestens vier Radare – und damit ist es nicht getan, Stichwort logistische Versorgung etc pp.
    Mal ganz davon abgesehen, dass man diese Apparillos nicht in einem Lager aufstellen kann – und in dem „safe haven“ in Kunduz erst recht nicht, der wäre schon mit den vier COBRA auf LKW 15t gl und den acht anderen Kleinfahrzeugen der vier Radargruppen voll. Und ob wir von zehn Systemen in der Bundeswehr gleichzeitig und durchhaltefähig vier in einen Einsatz entsenden könnten? Tusch!

  8. @hans dampf Wenn dann bräuchte man auch wirkmittel zur gegenwehr. Die gibt es nicht. Mein hintergedanke ist ja schlicht der wie die Lage aussieht wenn das 3x am tag mit jeweils lediglich einer einzelnen granate zu willkürlicher uhrzeit passiert.

  9. Es gibt Systeme die billiger und einfacher sind als der Aufklärungsanteil von Mantis. (Q50 z.B.)
    Wäre das nichts für einsatzbedingten Sofortbedarf?

  10. @Dante
    Gemäß Wehrbeauftragtem ist das Äußerste der Gefühle in Camp Pamir derzeit eine Behelfslösung mit ein paar Kameras auf der Ladefläche eines nicht näher bezeichneten Fahrzeugs. Ein Stahlrohrmast mit 360°-EO/IR-Überwachung sei schon seit langem in Planung, aber das zum Aufbau nötige Personal fehle, sodass mittlerweile anscheinend schon in Rede steht, eine Firma von vor Ort zu beauftragen.

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