Sicherheitshalber der Podcast Folge 20: Raketen, Raketen, Raketen, und Macron, AKK und NATO

Sicherheitshalber ist der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt. In Folge 20 sprechen Ulrike Franke, Frank Sauer, Carlo Masala und ich zuerst mit dem aus Kalifornien zugeschalteten Fabian Hinz, der Politikwissenschaft mit Islamwissenschaft zu Raketenwissenschaft kombiniert und am Beispiel des Iran erläutert, wie Raketen und dazugehörige Technologie sich verbreiten und warum das sicherheitspolitisch brisant ist. Danach wenden die vier Podcaster sich dem aktuellen Trubel rund um die NATO zu – Carlo und Rike streiten sich hingebungsvoll über Macrons “Hirntod”-Diagnose und Frank kann zum Schluss nur mit Mühe das Gespräch doch nochmal in Richtung AKKs Grundsatzrede lenken. (Ich bin während all dem übrigens ganz dolle krank.) Am Ende steht wie immer der “Sicherheitshinweis”, der kurze Fingerzeig auf aktuelle, sicherheitspolitisch einschlägige Themen und Entwicklungen – diesmal mit neuen Drohnen, alten UN-Debatten, dem GI auf Twitter und Störungen des GPS-Signals.

Thema #1: 00:02:00

Thema #2: 00:36:57

Sicherheitshinweise: 01:10:00

Unser Shop: https://shop.spreadshirt.de/sicherheitshalbershop/

Und natürlich: Sicherheitshalber LIVE in der Urania in Berlin am 23. Januar 2020 – Karten hier

Erwähnte und weiterführende Interviews, Literatur und Dokumente:

Thema 1 – Iranisches Raketengeflüster (mit Gast Fabian Hinz)

Fabian Hinz, Research Associate, James Martin Center for Nonproliferation Studies (CNS), Middlebury Institute of International Studies (Monterey, CA)

Twitter: @fab_hinz

Web: https://www.nonproliferation.org/experts/fabian-hinz/

Arms Control Wonk Podcast: https://www.armscontrolwonk.com/

Raniah Salloum: Deutscher Praktikant entdeckt geheimes Raketenprogramm, in: Der Spiegel, 06. Juli 2018
https://www.spiegel.de/plus/iran-deutscher-praktikant-entdeckt-geheimes-raketenprogramm-a-00000000-0002-0001-0000-000158265217

U.S. Defence Intelligence Agency (DIA), 2019 Iran Military Power Report, 19.11.2019
https://www.dia.mil/Portals/27/Documents/News/Military%20Power%20Publications/Iran_Military_Power_LR.pdf

Thema 2 – Macron (und AKK) und der große NATO-Buhei

Bundesverteidigungsministerium: Rede der Ministerin an der Universität der Bundeswehr München, 07.11.2019,
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/rede-der-ministerin-an-der-universitaet-der-bundeswehr-muenchen-146670

AKK im Interview: “Ich weiche keiner Diskussion aus”, in: Die Welt am Sonntag, Nr. 46, 17. November 2019, S. 4.

Macron Interview: Economist https://www.economist.com/europe/2019/11/07/emmanuel-macron-in-his-own-words-english

Ulrike Franke, “Two people separated by a common idea: Why Macron and AKK agree” ECFR
https://www.ecfr.eu/article/commentary_two_people_separated_by_a_common_idea_why_macron_and_akk_agree

Sicherheitshinweise

Rike: Neue Airbus Drohne
Tyler Rogoway: Airbus’s Secret Stealth Unmanned Combat Air Vehicle Research Program Breaks Cover (Updated), The Drive: The War Zone, 5 November 2019,
https://www.thedrive.com/the-war-zone/30845/airbuss-secret-stealth-unmanned-combat-air-vehicle-research-program-breaks-cover

Carlo: Der GI – General Eberhard Zorn – ist auf Twitter
Hier: https://twitter.com/BundeswehrGI

Frank: Die VN diskutiert weiter über Autonomie in Waffensystemen
Isabel Pfaff: Kein Fangschuss für den Killerroboter, in: Süddeutsche Zeitung, 17. November 2019,
https://www.sueddeutsche.de/politik/schweiz-kein-fangschuss-fuer-den-killerroboter-1.4685269

Thomas: GPS Spoofing in China
Mark Harris: Ghost ships, crop circles, and soft gold: A GPS mystery in Shanghai, MIT Technology Review, 15.11.2019
https://www.technologyreview.com/s/614689/ghost-ships-crop-circles-and-soft-gold-a-gps-mystery-in-shanghai/

 

 

23 Gedanken zu „Sicherheitshalber der Podcast Folge 20: Raketen, Raketen, Raketen, und Macron, AKK und NATO

  1. Informativ und kurzweilig! Sogar „Schweinkram“ mit dabei.
    Vielen Dank und Gute Besserung @T.W.

    [Danke – aber welcher „Schweinkram“?! T.W.]

  2. In den Sicherheitshinweisen von Rike kommt die stealth Drohne vor. Gibt es sowas auch als Marschflugkörper in Stealth?
    Wäre nen vorschlag für die nächste Sendung.
    Lg @ all

  3. Zum Thema Macron: Frau Franke verbeißt sich viel zu sehr in die „Analytik“ von Macron und ignoriert geflissentlich seine dahinter stehende Intention. Und die ist ganz klar wieder aufgewärmter Neo-Gaullismus rein zur Politur des Heiligenscheins der Grande Nation. Solange er derart blind auf dem Auge gen Osten ist (und nichts deutet auf eine Änderung der französischen Haltung hin, im Gegenteil) kann er sich seine Ambitionen in die Haare schmieren. Den weder die osteuropäischen Staaten noch die nordischen werden mit der Sicht auch nur einen feuchten Pfurz auf französische Ambitionen geben.

    [Ich fände es schon gut, wenn die Kommentare hier im normalen Umgangston blieben. Nun gut, der ist bei manchen sehr unterschiedlich, aber Sie wissen vermutlich was ich meine. T.W.]

  4. Zu Thema #1.
    Ganz herzlichen Dank für die Aufdröselung des Themas von den 1960ern bis heute. Die Stimme von @fab_hinz fehlte, wie wir jetzt wissen, in der aufgeregten Diskussion zu Hormus der vergangenen fünf Monate eindeutig. Ggf kann beim ganz sicher kommenden Folgedurchgang in dortigen Gewässern Herr Fabian Hinz sich in deutscher Presse zu Wort melden und einige Kenntnislücken ausräumen.
    Dennoch wenige Anmerkungen:
    – eine erklärende Differenzierung (war die nicht beabsichtigt?) von Rakete, Flugkörper, Lenkflugkörper/Lenkwaffe kann hilfreich sein.
    – die strategische Bedeutung des „größten Raketenarsenals in Nahen Osten“ sorgt offenbar allein die USA, trotz derzeitiger 2.000km Begrenzung auf Wunsch (Befehl) des gegenwärtigen Ajatollahs. Unter dieser Prämisse, „mich wundert, dass ich [wir] so fröhlich bin/[sind]“; d.h. die europäische Gefährdung mit verbundener Flugkörper-Abwehr kam mir zu kurz
    – Gleiches gilt, aus meiner Sicht jedenfalls, für „exportierte Produktionslinien [bei den Proxies] in Syrien“ und mglw auch im Jemen. Mit diesem Wissen darf, nein muss, die Kriegslage in Syrien vor allem in Bezug zu Israel via Hamas neu bewertet werden. Ähnliches gilt für die „armen“ Huthis in ihrem Unschuldskampf gegen das KSA.
    – die Nutzung des Begriffs „ballistisch verwendete Artillerieraketen“ bedarf m.E. der Erklärung. Nach meinem Verständnis von Raketenartillerie funktioniert das technisch nicht und erbringt somit keinerlei militärische Anwendung.
    Herzlichen Dank nochmals.

  5. Ich fand die Folge sehr gut.

    Zum Thema NATO und USA: Ob die Amerikaner sich von der NATO abwenden, hängt neben vielem anderen natürlich auch davon ab, inwieweit sie uns Europäer als hoffnungslose Drückeberger und Schmarotzer wahrnehmen, die trotz eigenem Reichtums nicht in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen oder aber als wertvolle Verbündete, die in vielerlei Hinsicht wertvolle Unterstützung bieten können. Aus dieser Perspektive wäre jede Stärkung der europäischen NATO-Partner auch eine Stärkung des Bündnis und zwar auch dann, wenn sie nicht im eigentlichen NATO-Rahmen stattfindet.

  6. Fürs Protokoll: ich war einer der drei, die den Kommentar zum Konstruktivismus lustig fanden. Die Folge hatte es ja in sich, da freut man sich doch noch mehr auf die nächsten.

  7. Die größte Gefahr der USA ist (auch wenn die Wahrscheinlichkeit noch so klein ist), dass sich die Europäischen NATO-Mitgliedsländer nach einem Ausscheiden der USA aus der NATO immer mehr Russland zuwenden. Weil sie es aus Sicherheitspolitischen Erwägungen einfach müssen.
    Deshalb wird die USA niemals aus der NATO austreten, das ist alles nur Säbelrasseln, damit man US-Produkte kauft. Denn das passiert automatisch, wenn Europa-NATO auf einmal mehr Rüstungsgüter kaufen muss (durch fehlender USA).

    Zum Podcast:
    Ich mag es persönlich nicht, wenn man mitten im deutschen Satz englische Wörter/Phrasen einfügt. („zu committen“ und ähnliches)
    Aber sonst: Sehr interessant!

  8. Also die Behauptung, dass Russland etwas gegen Immigration hat, würde ich gerne mal durch Zahlen belegt sehen. Wenn man in Moskau und St. Petersburg unterwegs ist, kann man ständig die Zentralasiaten sehen, die dort leben und arbeiten. Schaut man sich die Zahlen für Länder wie Moldau, Georgien, Armenien und eben jene zentralasiatische Staaten an, dann sieht man, dass da die ganze Zeit viel hin- und hermigriert wird.

    Trump warnte vor Montenegro als Beginn des Dritten Weltkriegs und nicht Makedonien/Mazedonien (jetzt Nordmazedonien).

    https://www.theguardian.com/us-news/2018/jul/19/very-aggressive-trump-suggests-montenegro-could-cause-world-war-three

  9. Zu Thema #2
    Macron darf uneingeschränkt gedankt werden. Ob er nun die Intention eines „la France d’abord“ mit Neuorientierung französischer Außenpolitik im Sinn hat, oder er sich nicht vielmehr allein um den Zustand der NATO sorgt, er hat einen guten Schuss gesetzt, der nicht zuletzt Berlin durchrüttelte.
    Dass dies erforderlich war, ist zweifellos richtig. Zugute halten darf man aber der IBuK, die Zeichen der Zeit hat sie parallel erkannt, in ihrer Münchner Rede nur abgewogener formuliert, was dennoch für harmoniebedürftige deutsche Ohren fast schon zu fordernd war.
    Den Art 5 NATO-Vertrag/Beistandsverpflichtung als Markenkern hat er herausgestellt, aus französischem Mund ist dies durchaus von Bedeutung. Daher sehe ich in Macrons Ansatz keinesfalls ein zurück zu de Gaulle, der schließlich die NATO aus Fontainebleau hinauswarf und ff die mil Integration verließ.
    Gleichermaßen kontinuierlich aber bestimmt baut er Paris als neues nicht nur sicherheitspolitisches Zentrum auf, angefangen bei der Europa-Rede an der Sorbonne 2017. Die OECD erwartet, dass Frankreich die Staffel-Führung in Ökonomie und Finanzwesen der Euro-Zone von Deutschland aufgrund seiner stärkeren Dynamik übernehmen wird, Christine Lagarde in der EZB wird das kaum torpedieren. Alles spricht für Macron. Er kann NATO und Europa strategisch und geopolitisch analysieren, ein Profil, dass in Berliner Kreisen unterrepräsentiert ist.

  10. @ wkd64

    Ob die Amerikaner sich von der NATO abwenden, hängt neben vielem anderen natürlich auch davon ab, inwieweit sie uns Europäer als hoffnungslose Drückeberger und Schmarotzer wahrnehmen, die trotz eigenem Reichtums nicht in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen oder aber als wertvolle Verbündete, die in vielerlei Hinsicht wertvolle Unterstützung bieten können.

    Das witzige an der Frage ist die Tatsache, daß die bloße Existenz der NATO – mal ganz zynisch betrachtet – genau das verhindert, also das mit Europa sich selber verteidigen. Nicht, weil man hier drüben ausschließlich jene schmarotzenden Trittbrettfahrer findet, als die die Trumpsche Propagandamaschinerie uns hier kollektiv darstellt, sondern weil sie – durch den US-Nuklearschirm – den Genie der nuklearen Proliferation in der Flasche hält. Denn mal ganz ehrlich – Rußland (als so ziemlich die einzige potentielle Gefährdung in europäischer Dimension) steht nur aufgrund ihres abstrus überdimensionierten nuklearen Arsenals als Erbe einer ehemaligen Supermacht auf dem jetzigen Punkt. Konventionell könnte Europa ihnen kollektiv relativ einfach die Stirn bieten, aber nuklear kann Europa das nicht. Und jetzt komm mir keiner mit den europäischen Nuklearmächten FRA & UK. Die haben einerseits keine sub-strategischen Waffen und betrachten andererseits ihre Arsenale zurecht als rein nationale Veranstaltungen. Ohne den US-Nuklearschirm ist der Möglichkeit weiterer nuklearer Ambitionen in Europa Tür und Tor geöffnet und damit ist die ganze NPT dann wert- und inhaltslos.

    Daß die NATO nicht ewig existieren würde, dürfte allen klar sein. Daß sie überhaupt so lange nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation noch existiert ist schon ein Wunder … und andererseits auch (aufgrund der diversen Versuche der „Neuausrichtung“ seit 1990) Teil der Ursachenkette ihrer eigenen Zersetzung. Divergierende nationale Interessen und Prioritäten sind unausweichliche Folgen verschiedener Geographien, Kulturen und Geschichten. Da kann Paris noch so energisch auf Nordafrika zeigen, in Warschau ist der eigene Vorhof (Kaliningrad, „Suwalki Gap“ etc) hundertmal wichtiger als alle französische Interessen in Afrika. Und daran wird auch Herr Macron (und Herr Trump) nichts ändern. Das – und das grundsätzliche Mißtrauen, das viele Bereiche der EU zwischen den Mitgliedsstaaten selbst und den Mitgliedsstaaten und Brüssel andererseits charakterisiert – wird auch weiterhin dafür sorgen, daß in Brüssel zwar viel von „Einigkeit“ schwadroniert werden wird, aber die divergierenden nationalen Interessen werden die Zersplitterung weiter aufrechterhalten und sogar noch vorantreiben.

    @ KPK

    Frankreich kann ebensowenig wie Deutschland irgendwas allein bewerkstelligen. Schon gar nicht in der EU oder gar der Euro-Zone. Paris kann sich gern die Krone der „Führung“ aufsetzen, ein deutsches Nein (oder eines der „Neuen Hanse“) ist auch der Endpunkt all ihrer gigantischen Ambitionen und Pläne. Macron hat meiner unmaßgeblichen Meinung nach hier eine Menge Porzellan zerschlagen und die Skepsis vieler gegenüber der großspurigen französischen Rhetorik fundamental bestätigt. Das ist keine Führung, das ist – mit Verlaub – der Versuch die anderen EU Mitglieder zu Lakaien zu degradieren.

  11. Zur Rede von AKK und deren geringe Wirkung (im Vergleich zu Macron):
    Ich zähle mich selbst zu den Leuten, die ihre Rede an der Bundeswehr-Uni weitgehend ignoriert haben. Nach Jahren bis Jahrzehnten Bullshitbingo in außen- und sicherheitspolitischen Sonntagsreden bin ich es leid, Zeit für die Beschäftigung mit deklamatorischen Selbstbeweihräucherungen zu investieren.
    Vielleicht ist es zu hart formuliert, aber wenn die Wirklichkeit sich in ein paar Jahren langsam Richtung Anspruch verschoben hat, steht hoffentlich wieder Substanz zur Verfügung, um „Verantwortung in der Welt“ übernehmen zu können.

    @Podcast-Teilnehmer:
    Haben Sie eigentlich mal gezählt, wer wen wie häufig unterbricht?
    Möglicherweise täuscht mein Eindruck, aber ich habe das Gefühl, dass Rike Franke am häufigsten von den anderen Herren (insb. C. Masala und F. Sauer) unterbrochen wird – nicht nur in dieser Folge.
    So´n Genderding? :-)

  12. Ich sah dieser Tage erstmals den franz. Film „The wolf’s call“ (Thriller, U-Boot-Film / 2019). Die Handlung greift interessanterweise die Macron-NATOD-Thematik fiktiv auf.
    Frankreich steht Finnland bei einem Konflikt mit dem Grossrussischen Reich milit. bei. Überwiegend sehenswert, das Ganze.
    Falls nicht zu sehr OT., sei mir dieser Ratschlag für Kinogänger erlaubt?
    Und wen ich mit diesem „alten Schinken“ langweile, der möge mir verzeihen.

  13. @csThor
    Will Frankreich irgendwas allein bewegen? Davon ist bei Macron nichts hörbar geworden. Seine Absicht nennt sich „pushen, Zeichen setzen, Beendigung europäischer Dornröschen-Schlaf“, was offenbar angesichts der verschiedentlichen Aufschreie wunderbar funktioniert.
    Von Deutschland ist in diesem Zusammenhang, „etwas bewegen wollen“, erst seit einigen Tagen, Münchner Rede, wieder Absichtsvolles hörbar geworden. Ein deutsches Nein wird nicht kommen, allenfalls ein ja aber.
    Wie Zeichensetzung aussehen kann:
    @shashj
    „French officials are keen to emphasize, in semi-private conversations, that when the French Air Force participates in the air defence of the Baltic states, it is the air force of a nuclear power – suggesting that Russia understands this.“ https://fiia.fi/wp-content/upl

  14. Nach der Grundsatzrede wurde es ja wieder ziemlich ruhig um wirklich praktische Folgen hieraus.

    Am Beispiel eines wohl anstehenden Mentoring-Einsatzes in Mali zeigt sich erneut wie weit entfernt Reden und Handeln sind.
    Zu diesem möglichen neuen Einsatz gibt es nach meinem Kenntnisstand noch nicht einmal offizielle Aussagen der Bundesregierung.

    Offenbar wurde man auch noch nicht wirklich gefragt. Andere Länder haben ihren Entscheidungsfindungsprozess bereits beendet. Bei uns scheint erst zu beginnen.

    Mehr Verantwortung zeigt sich eben nicht in immer neuen Reden hierüber, sondern in Taten.

  15. Wäre auch mal interessant mal den Bilck auf ballistische Kurzstreckenraketen im nahen osten zu lenken. Im grunde genommen ist es doch so dass selbst wenn nur eine einzige kurzstrecken rakete auf eine Großstadt im süden Israels abgefeuert wird für ca 200000 Leute der Alarm gilt und alle das leben einstellen und in den Bunker gehen und iron Dome hochgefahren wird. Da kann man doch allein aufgrund der unvorhersehbarkeit ob irgendwas einschlägt da das Leben fasst unmöglich machen.

  16. @Dante
    Ist doch oben „Thema 1 – Iranisches Raketengeflüster (mit Gast Fabian Hinz)“ erschöpfend behandelt worden, sogar mit Kurzausblick auf Ägypten.
    Iron Dome deckt allerdings allein die Abwehr artilleristischer Raketen bis 70 Kilometern ab.

  17. @ KPK

    Will Frankreich irgendwas allein bewegen?

    Die französische Elite tut jedenfalls – nach meiner unmaßgeblichen Meinung – so als könnte sie es. Sie tut gern so, als hätte sie allein das allseeligmachende Rezept für den Fortgang in Europa. Und dann, wenn andere Staaten ihre eigenen „red lines“ in den Sand ziehen, spielen sie die zu Tode beleidigte Leberwurst. Europa ist immer ein Basar gewesen, es geht ums Feilschen denn keiner will am Ende der Dumme sein. Und genau das ist das Problem Macrons (auch vielfach in internationaler Presse so attestiert): Er versucht gar nicht erst Verbündete zu finden, er fährt mit Vollgas in eine Richtung und mokiert sich anschließend wenn keiner mitzieht, auch und vor allem dann wenn vorher klar war, daß seine Ideen auf drastische Widerstände innerhalb der EU Mitgliedsstaaten stoßen würden (egal ob jetzt beim Thema Sicherheitspolitik oder bei den Finanzen).

    Seine Absicht nennt sich „pushen, Zeichen setzen, Beendigung europäischer Dornröschen-Schlaf“, was offenbar angesichts der verschiedentlichen Aufschreie wunderbar funktioniert.

    War das wirklich seine alleinige Absicht? Da habe ich meine Zweifel … denn die Allüren seiner Person und seines Politikapparates in Punkto „Führung“ sind ja offenkundig. Man könnte – wenn man denn wie ich ein Zyniker übelster Sorte ist – das ganze durchaus auch als pikierte Breitseite eines Geschmähten ansehen, den die Gruppe ob seiner Ambitionen lieber aus der Entfernung betrachtet. Könnte man doch auch so sehen, nicht? ;)

    Von Deutschland ist in diesem Zusammenhang, „etwas bewegen wollen“, erst seit einigen Tagen, Münchner Rede, wieder Absichtsvolles hörbar geworden.

    Ich erinnere an das ThinkTank-Getöse rundum den sogenannten „Münchener Konsens“ 2014. Und ich erinnere mich sehr genau an die dröhnende Stille, die die Gesellschaft jenen Ambitionen entgegenbrachte (abgesehen von der mehr als einmal wiederholten Ablehnung jener Thesen in Umfragen, u.a. eine direkt am Tag der Rede Gaucks wo 63% seine Ideen rundweg ablehnten). Und dieses Mal wird sich auch nichts ändern, denn dagegen stehen die Reibereien innerhalb der Koalition, die immer noch nicht geklärten Führungsfragen in beiden Koalitionsparteien verbunden mit dem immer möglichen abrupten Ende jener GroKo, dem näher kommenden Bundestagswahlkampf und – und das dürfen wir nicht vergessen – eine weit verbreitete Ablehnung echter militärischer Einsätze fern der Heimat (also mehr als „Brunnenbohren“ und „Schulen bauen“). Und das, oder besser die Angst der Politik vor dem Unmut der Wähler, ist letzten Endes IMO immer noch der zentrale Faktor, der Deutschland auch weiterhin zuallermeist aus solchen „Abenteuern“ heraushalten wird. Viele finden nichts Falsches daran sich nicht als Interventionist zu befleißigen. Und die Ergebnisse der Interventionisten der letzten 20 Jahre sprechen auch nicht grad für sie.

  18. Aber Deuschland ist nun mal eine parlamentarische Demokratie. Wenn es also zunehmend schwieriger wird eine gemeinsame Stimme zu finden, dann ist das einerseits lähmend, schützt aber andererseits vor überhasteten einseitigen Entschlüssen.
    Das erinnert mich schon an die Situation zu Beginn der 30er Jahre, bei uns. Wie sich Damals der Reichstag zusammen setzte, und welche Auswirkungen das hatte.
    Nun erinnern wir uns hoffentlich, oder schlagen es nach, wie die Chose ausging?
    Danach herrschte eine wahre Entscheidungsfreude!
    Geht es Heute wieder darum? Ich hoffe doch nicht?

    Im Gesi (wird wohl Heute so gesagt) lernte ich, dass sich bereits im Mittelalter in Frankreich eine starke Zentralgewalt in Form des Königtums herausgebildet hatte.
    In Deutschland hingegen nicht. Hier herrschten die Partikulargewalten.
    Sind wir also historisch verdammt? Quatsch, oder?

    Wenn es aber letztendlich darum geht die Führungsrolle innerhalb Europas zu klären, wünschte ich mir mehr Gelassenheit.
    Natürlich geht das ans Ego! Aber haben nicht alle Weisen dieser Welt darauf gedeutet es zu bezähmen?

    Schließlich darf von Deutschland nie wieder ein Krieg ausgehen!

  19. @Luftikus: Und Europa kauft fleißig in den USA ein. Aktuell werden etwa 58% aus dem Ausland bezogen, hauptsächlich aus USA.
    Das liegt vor allem daran, daß die Europäer zu viele verschiedene Modelle haben, im Vergleich zur Army.
    Und so lange man ein guter Kunde ist, haben die USA Interesse. Warum sonst sind Sie so strikt gegen europäische Rüstungsforschung?

    Siehe Artikel in der Welt von heute.

  20. @csThor
    „Die französische Elite tut jedenfalls – nach meiner unmaßgeblichen Meinung – so als könnte sie es“, sei’s drum. – Egal was sie tun -. Gerade weil es sich ggf um Eliten der Grande école handelt, wissen diese, Frankreich kann allenfalls innerhalb Europas etwas bewegen. Diese Ansätze gewinnen die Oberhand in dem Maße, wie Deutschland in der Person der Kanzlerin hörbar schweigt, oder wie steht’s mit ihrer Antwort auf die 2017er Sorbonne-Rede? Frankreichs augenscheinlich wachsende Stärke, die per se begrüßenswert ist, da mehrere Starke Schultern im Wortsinn „mehr schultern“ können, resultiert aus Berliner politischer Schwäche und Ambivalenz über den eigenen Weg angesichts internationaler Militanz.
    Aber hier spricht mir einer aus dem Herzen, irgendwie fühle ich mich äußerst bestätigt:
    Ramms: Ich glaube, dass es nicht seine Absicht war, der NATO zu schaden, sondern er möchte Leute wecken. 
    https://www.tagesschau.de/ausland/nato-interview-101.html

  21. @ Klaus-Peter Kaikowski

    Ich sehe das hins. Macron/FRA sehr ähnlich wie Sie. DEU lässt dabei leider seit Jahren alles mögliche versanden was Macron an potenziell sinnvollen Ideen auf den Tisch legt und vergisst offenbar dabei öfter komplett, dass FRA nach Brexit der bei weitem wichtigste Player neben DEU in der EU sein wird. Wir waren da mal unter Schmidt Kohl und auch Schröder sehr viel weiter im Verständnis, dass man Freunde auch öfter gut aussehen lassen und deren Sichtweisen, Ziele und Beweggründe ernst nehmen und verstehen muss. Mich betrübt das Agieren von DEU ggü. FRA in den letzen Jahren sehr. Ich hatte gerade in der Hinsicht doch einige Hoffnungen in AKK gesetzt.
    DEU erweckt irgendwie öfter den Eindruck nahezu völlig verlernt zu haben, wie ein „Sich-die-Bälle-zuspielen“ und Win-Win-Ergebnisse mit Partnernationen zu erzeugen geht.

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