Fürs Protokoll: Mais übernimmt planmäßig das Deutsch-Niederländische Korps

Die etwas überraschende Entscheidung der Verteidigungsministerin, Generalleutnant Erhard Bühler nur für ein knappes Jahr bis zum Erreichen der Altersgrenze auf den Chefposten beim NATO-Kommando in Brunssum zu schicken und bereits Heeresinspekteur Jörg Vollmer als Nachfolger zu benennen, sorgt für weitere relativ kurze Beorderungen. Mit der Benennung Vollmers wurde bekannt (wenn auch nicht offiziell bestätigt), dass der frühere Chef des Stabes im Kommando Heer, Generalleutnant Alfons Mais, im Frühjahr kommenden Jahres neuer Heeresinspekteur werden soll.

Das führte zu der Frage (die mich auch in etlichen Mails erreichte), ob Mais wie vorgesehen den Posten als Kommandeur des Deutsch-Niederländischen Korps in Münster übernehmen wird. Diese Frage ist jetzt auch offiziell beantwortet: In dieser Woche wurden die Einladungen für die Kommandoübergabe am 9. Mai vom niederländischen Generalleutnant Michiel van der Laan an Mais versandt (Foto oben).

Mais war zuletzt Chef des Stabes der NATO-geführten Resolute Support Mission in Afghanistan. Seine planmäßige Übernahme des Kommandos in Münster bedeutet nach Informationen von Augen geradeaus! keine Absage an die geplante Nachfolge Vollmers an der Spitze des Heeres. Damit ist klar, dass auch der Posten in Münster von Mais nur für elf Monate besetzt wird und dann ein Nachfolger kommen wird. Wen Ministerin Ursula von der Leyen dafür vorgesehen hat, weiß ich allerdings noch nicht.

37 Kommentare zu „Fürs Protokoll: Mais übernimmt planmäßig das Deutsch-Niederländische Korps“

  • Fux   |   17. April 2019 - 18:14

    Über den Eindruck, den solche kurzfristigen Personalrotationen bei unseren Partnern bzgl. „Verlässlichkeit“, „Vertrauen“ aber auch „Wertschätzung“ hinterlassen müssen, kann man nur noch den Kopf schütteln……

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   17. April 2019 - 18:17

    So nachvollziehbar die Folgeentscheidungen aufgrund der Beschlussfassung zu Generalleutnant Erhard Bühler auch sind, für die zu führende Truppe ist mit einer 1-Jahrestour generell eine Belastung verbunden.
    Entweder hat der Neue die Absicht in zwölf Monaten seine Vorstellungen zum neuen Kommando umzusetzen, oder er bereitet sich gleich auf die dann folgende Aufgabe vor.
    Belastung außer der Reihe im unterstellten Stab bringt beides zuhauf.

  • Auslandsdiener   |   17. April 2019 - 22:29

    Entschuldigung vorab.
    WasnSchwachsinn.
    Wer Truppe solch schnelle Rotationen zumutet, zeigt nur, dass ihn/sie Truppe nicht interessiert.
    Ist ja nur eine Dienststelle.

  • Pete   |   18. April 2019 - 6:45

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Truppe ein reiner Spielball der machtpolitischen Interessen der Ministerin ist. Sie besetzt diese hohen Positionen ganz offensichtlich so kurzfristig ohne jegliche Empathie für den untertstellten Bereich. Den aktiven Soldaten kann man nur wünschen, dass sie irgendwann wieder eine(n) IBUK bekommen, der /die wieder eine gewisse Ruhe und Vertrauenwürdigkeit ausstrahlt.

  • Dipl.-Inf(anterist)   |   18. April 2019 - 6:53

    Den Kommandierenden General eines bi-nationalen Korps für nur 11 Monate einzusetzen, ist eine schallende Ohrfeige für die Partnernation und auch für die durch diesen General geführten Soldaten!
    Wollen wir es uns nun mit allen verderben? Mehr Blamage geht ja nun wohl kaum noch…

    (Um Missverständnisse zu vermeiden: diese Bewertung hat nichts mit der Person des designierten KG zu tun!)

  • Koffer   |   18. April 2019 - 8:53

    Ich teile die scharfe Kritik an der Kurzverwendung. Das bringt das Korps 0,0 weiter und ist eine Missachtung von Männern und Alliiertem.

    Allerdings muss man auch sehen, dass GenLt Mais diese Verwendung dringend benötigt. Er soll ja InspH werden und hat bisher nicht den notwendigen Verwendungsaufbau dafür (bisher weder gewesener DivKdr noch KG).

    Bitte nicht falsch verstehen, ich halte die Kurzverwendung dennoch für falsch, aber Dienst eine logische Konsequenz der geplanten Verwendung als Insp…

  • Insider   |   18. April 2019 - 9:36

    @Koffer
    „Allerdings muss man auch sehen, dass GenLt Mais diese Verwendung dringend benötigt.“

    Dass kann schon sein, allerdings sollte er sich dann auf einem solchen DP auch entsprechend auswirken können. Nur den Stuhl warmzuhalten um den grünen Haken im Verwendungsaufbau zu setzen, ist aus meiner Sicht gerade in einer multinationalen Verwendung falsch.

  • Beobachter   |   18. April 2019 - 9:46

    Die Kandidaten können da nichts für (wobei ich auch noch nie gehört habe, dass jemand mal „nein“ gesagt hätte), es ist auch für jeden selbst sicher kein Geschenk um sein ‚lame duck’ zu wissen.
    Ob es so zielführend ist, InspH zu werden ohne eine Division geführt zu haben (KG ist bei allem Respekt ja nur ‚König ohne Land‘), bezweifele ich. Sollte es wirklich so kommen, bleibt ja auch die Frage, wer dann von wo so hinterrutscht. Es wurde ja erst im letzten Jahr wild gewechselt. Offensichtlich spielt Kontinuität in der Führung von Truppe halt keine große Rolle, Für beide Seiten schlecht!

  • IstEgal   |   18. April 2019 - 9:56

    @Koffer

    Allerdings muss man auch sehen, dass GenLt Mais diese Verwendung dringend benötigt. Er soll ja InspH werden und hat bisher nicht den notwendigen Verwendungsaufbau dafür (bisher weder gewesener DivKdr noch KG).“

    Und in 11 Monaten baut der zukünftige InspH dann die Expertise die er benötigt auf?
    Ist das wirklich realistisch? Besteht da nicht die Gefahr das er trotz der hervorgehoben Verwendung als Inspekteur vom Unterbau nicht für voll genommen wird?

  • Blaubarschbube   |   18. April 2019 - 10:35

    @Koffer: Was meinen Sie mit „diese Verwendung dringend benötigt“? Ist es wirklich so, dass diese 11 Monate den General inhaltlich für den GenInsp-Posten schließlich und endlich befähigt oder geht es hier um Einhaltung von Formalismen? Würde er ohne diese Verwendung nicht ernannt werden dürfen….?

  • Auslandsdiener   |   18. April 2019 - 10:57

    @Koffer | 18. April 2019 – 8:53
    Besser kann man den Zirkus nicht auf den Punkt bringen.
    Er soll das Korps gar nicht führen, sondern InspH werden. Da reichen wohl 11 Monate an Erfahrung als KG. Ist ja nur der Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres, also nur eine administrative Funktion (sarc).
    Fürwahr ein systemisches Problem, das verdeutlicht, welche Rolle Truppenführung noch spielt.

  • Klauspeterkaikowsky   |   18. April 2019 - 11:45

    Alles andere als befriedigend, wie hier einvernehmlich benannt, aber Alternativen im Heer als InspH, keine.
    Da Ancennität im Frieden ohne wirklichen Grund nicht verlassen werden sollte, kommt ein Jüngerer – noch – nicht in Frage, z.B. GL Laubenthal.

  • Wanderer   |   18. April 2019 - 11:51

    Jetzt wird wieder der Verwendungsaufbau diskutiert und der Untergang herbeifabuliert. Beim nächsten Mal wird jedoch wieder General Neumann hervorgehoben, welch vorbildlicher Offizier er im Vergleich zu den nachfolgenden GI gewesen sei. Selber war aber auch er kein DivKdr und gerade mal ein halbes Jahr Generalleutnant und KG. Ist die Bundeswehr damals untergegangen? Ich glaube nicht….

  • JMWSt   |   18. April 2019 - 12:07

    „Ich habe Sie zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht gehorchen sollen.“ (Friedrich der Große – aber wem schreibe ich das an dieser Stelle…)

    Hier scheint dann doch der Reiz des Amtes größer zu sein als die Selbstachtung und das Rückgrat als milit. Führer. Mag man der IBUK auch vorwerfen, wie respektlos diese Rochaden gegenüber den Verbündeten und vor allem der eigenen Truppe sind. Dass die benannten Personen dies mit (und für) sich machen lassen, wiegt mindestens genau so schwer. „Wenig hervortreten, viel leisten, mehr sein als scheinen.“ ist wohl nicht mehr „on vogue“. Und dann über die „Innere Führung“ predigen und Heilige als traditionswürdige Vorbilder suchen? Mir kommen da eher Gedanken an die Schulzeit hoch: Willkommen auf der „Animal Farm“! Die Frage ist, in welchem Kapitel wir sind…

  • Eric Hagen   |   18. April 2019 - 13:28

    Wenn man diese Personalentscheidung gemeinsam mit dem Vorgang um die Generale Buehler und Vollmer als designierte COM JFCB betrachtet, kommt man nicht umhin zu fragen, warum so entschieden wird.
    Bislang haben Deutsche in NATO- Sateben immer den Kopf geschuettelt, wenn v.a. US- Kdré nach der halben Stehzeit schon wieder rotieren, oder andere Nationen auch bereits StOffz durch NATO- Verwendungen durchjagen und manchmal sich bis zu 3 (!) DP- Inhaber in einer einzigen 3- Jahres Verwendung eine NATO- Stabsverwendung attestieren lassen.
    Und nun muten wir den beiden eigentlich hoch gehandelten Kommandos in Brunssum und Muenster jeweils gleich 2 Kdre zu wo jeder wissen koennte, dass dies im Endergebnis
    allen Beteiligten nur schaden kann.
    Mehr noch, es zeigt etwas von der natuerlich sich nicht eingestandenen, aber dennoch reduzierten Wertschaetzung ggue den NLD und der NATO insgesamt, weil in der Personalrotation JFCB auch der Posten des DSACT in Norfolk betroffen ist, mit Auswirkungen auf den Nachfolger aus ITA.
    Wenn es zutrifft, dass zumindest im Heer Personalbesetzungen fuer internationale Verwendungen seit inzwischen ca. 3-4 Jahren nur noch nachrangige Prioritaet geniessen, dann frage ich schon, welche Absicht dahinter steht und welche Wertigkeit solchen Verwendungen insgesamt zugeschrieben werden.

    In meinen Augen spricht eine gewisse, aber voellig unangemessene Selbstzufriedenheit daraus, gepaart mit einer guten Dosis Desinteresse, Ignoranz und Unkenntnis.
    Die konkreten Faelle belegen die grossen Distanzen zwischen BMVg und Truppe, die sich hier nicht um zum erstenmal offenbaren.
    Offensichtlich aendert sich die Perspektive zur NATO in nicht ganz unwesentlichen Fragen zur Interessenwahrnehmung und Einflussnahme ebenfalls.

  • Jörg Überl   |   18. April 2019 - 15:42

    Es ist doch erstaunlich, dass hier nach einer Sinnhaftigkeit des Postengeschiebes gesucht wird. Bühler, Mais, Vollmer, wie sie alle heißen, werden völlig inabhängig vom Wohl der Truppe bewegt. Mein Mitleid hält sich für diese Sternedynastie völlig in Grenzen. Mir scheint, alles was oberhalb der Brigadeebene an DP hin und her bewegt wird hat nicht mehr mit Verbesserung der Einsatzbereitschaft, dem Wohl der Truppe uvm zu tun. Das kann sich der Wasserkopf aus Generalen mit der ministeriellen Bürokratie zusammen tun. Wer glaubt, dass man in 11 Monaten auch nur irgendwas bewegen kann, der irrt. Schöne Bilder für die Vita, ein bisschen verwalten, schöne Dienstreisen. Ich kann nicht mal vermuten, was man machen könnte um diese Armseligkeit da oben zu beenden. Das einzige Medium mal medial etwas loszuwerden ist hier. Die Kritik des General a.D. V. in den letzten Tagen
    „Duckmäuser, Mammutbehörde“ kommt zwar zu spät, interessiert aber keinen. Selbstgefällig sonnt man sich im Ruhm der Laufbahn. Wie bescheiden es um die Leistungsfähigkeit der Truppe bestellt ist, interessiert ehrlicherweise kaum jemanden.

  • Soldier   |   18. April 2019 - 17:48

    Bei so viel negativer Kritik hier über das hin u hergeschiebe auf DP, würde mich mal brennend interessieren, ob die aktiven Soldaten zwischen Ihnen, ab der Ebene A15, auch gegenüber ihren Vorgesetzten so kritikfreudig sind.
    Das erlebe ich täglich anders!

  • Edgar Lefgrün   |   18. April 2019 - 18:06

    @Jörg Überl | 18. April 2019 – 15:42

    Woher wissen Sie das alles?

  • Koffer   |   18. April 2019 - 20:58

    @Insider | 18. April 2019 – 9:36 u. @IstEgal | 18. April 2019 – 9:56

    Ich bitte meinen Kommentar nochmals zu lesen und mich nicht für die Entscheidungen der IBuK und der BReg verantwortlich zu machen.

    ICH unterstütze diese Verwendungsentscheidung ja nicht und sehe mich hier Ihnen gegenüber auch nicht in der inhaltlichen Rechtfertigungspflicht.

    Ich habe nur erkärt, warum die Entscheidung folgerichtig ist wenn man die Kette Bühler –> Vollmer –> Mais aufbauen will.

    Ansonsten kann ich ergänzend @Beobachter | 18. April 2019 – 9:46 nur zustimmen. Auch die Kurzverwendung als KG heilt ja nicht, dass General Mais ja niemals DivKdr war.

    Abschließend habe ich so meine ganz eigene und kritische Meinung zu Inspekteuren des Heeres die nicht aus der Kampftruppe bzw. der Artillerie komme (auch wenn ich erwarte, dass dies hier im Faden nicht auf viel Gegenliebe treffen wird ;) ).

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   18. April 2019 - 22:10

    @Koffer
    „kritische Meinung zu Inspekteuren des Heeres die nicht aus der Kampftruppe bzw. der Artillerie“ sehr viel Sympathie, wobei ich „ehedem“ noch PiTr, besser noch PzPi ergänzt hätte.

  • Thomas Melber   |   18. April 2019 - 22:42

    Na ja, Ben Hodges hat einmal erwähnt, daß er früher aufgrund seiner Ausbildung und Verwendung sehr „kampftruppenlastig“ sei, er allerdings jetzt der Logistik einen sehr großen Stellenwert einräumte, welche eigentlich heute „kriegsentscheidend“ sei.

    Von daher hat wohl auch jeder InspH seine Vorlieben oder Steckenpferde, was ihm (ihr) auch gegönnt sei, sofern der Blick aufs Ganze und auf den den Auftrag nicht verloren geht.

  • Closius   |   19. April 2019 - 8:41

    @T.Wiegold: Mich würde noch interessieren, werden die Kommandowechsel beim Dt.-Niederländischen Korps immer so bekannt gegeben, durch eine Übersendung der Einladungen ca. 3 Wochen vor dem Kommandowechsel, oder nur wenn die Niederlande gerade das Kommando führen, weil die Niederlande eine offenere Kommunikation pflegen als die BW?

    [Kann ich so nicht beurteilen – das dürfte vom jeweiligen Kommando abhängen, und bei internationalen Posten wird das noch mal anders gehandhabt. Würde da jetzt nichts draus ableiten wollen. T.W.]

  • L 95   |   19. April 2019 - 10:57

    @Koffer | 18. April 2019 – 20:58

    „Abschließend habe ich so meine ganz eigene und kritische Meinung zu Inspekteuren des Heeres die nicht aus der Kampftruppe bzw. der Artillerie komme (auch wenn ich erwarte, dass dies hier im Faden nicht auf viel Gegenliebe treffen wird ;) ).“

    Also ich stimme Ihnen da absolut zu.

    Soll aber nicht heißen, dass andere Truppengattungen nicht weniger wichtig sind. Ganz im Gegenteil !!!

    Klappt nur gemeinsam.

  • Koffer   |   19. April 2019 - 11:08

    @JMWSt | 18. April 2019 – 12:07
    „Ich habe Sie zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht gehorchen sollen.“ (Friedrich der Große – aber wem schreibe ich das an dieser Stelle…)“

    Nur als kurze Anmerkung: Dieser Spruch stammt nicht von Friedrich dem Großen, sondern von GFM Prinz Friedrich Karl von Preußen einem der wichtigsten Wegbereiter des Konzept Führen mit Auftrag Ende des 19. Jhdt.

    Vermutlich verwechseln Sie das mit der sprachlich komplett anders gehalten Anekdote, die aber inhaltlich aufs gleiche hinausläuft, als Friedrich in der Schlacht von Zorndorf seinem Kavallerieführer v. Seydlitz drohte, dass er „mit seinem Kopf für den Ausgang der Schlacht“ haften würde, als dieser seinen Befehlen (aufgrund besserem Einblick in den Schlachtfortschritt) nicht folgte und ihn nach (erfolgreicher) Schlacht für seine Verhalten auszeichnete.

    [Militärgeschichte/off]

  • 0815   |   19. April 2019 - 17:17

    @Jörg Überl | 18. April 2019 – 15:42

    +1
    „Wie bescheiden es um die Leistungsfähigkeit der Truppe bestellt ist, interessiert ehrlicherweise kaum jemanden.“

    ( „Das Schweigen der Generäle“)

    Ab einer gewissen Dienstgradebene scheint dies wohl wirklich einem Krankheitsähnlichen Zustand nahezukommen ! Nichts sehen wollen, nur nichts negatives melden und am besten keine unangenehmen Entscheidungen treffen…

    Gottlob gibt es Sie noch….militärische Führer mit Kompetenz , Rückrat und der Fähigkeit vernünftige Befehlsgebung einzuleiten.

    Ich frage mich ohnehin wie einige im direkten Dunstkreis dieser Person vdL morgens noch in den Spiegel schauen können…

  • Gunnar_Pitzen   |   21. April 2019 - 8:54

    Nun, man fragt sich tatsächlich, welchen Zweck die Ministerin mit diesen Rochaden verfolgt. Aufgrund der kurzen Stehzeit kann es aber wohl kaum das Wohl der Truppe sein!
    Dafür sind die Einflüsse, die man in 11 Monaten nehmen kann, einfach zu gering und der Schaden, den solch kurze Besetzungen im Bereich Wissenstransfer und Vertrauen anrichten, zu groß.

    ImhO zeigt sich hier einmal mehr das grundlegende Problem der Bundeswehr: zu viele Häuptlinge.
    Nach Jahren der Verkleinerung haben wir einen großen Kopf an (BS-) Offizieren und Generalitäten, die alle irgendwo und irgendwie mit Dienstposten versorgt werden müssen.
    Das strukturelle Problem wird dabei nicht erkannt:

    Wir haben zu wenige Mannschaften & Uffze (sowohl m.P. wie o.P.), weil die Laufbahnen immer unattraktiver werden. Jeder der es irgendwie schafft will Offz werden, und mit der Steigerung der Ausbildungskapazitäten für OA wird dieser Missstand lustig weiter gesteigert.
    Unterstützt wird das Ganze von Vorschriften die heute Offiziere für Aufgaben erfordern, die zuvor Uffze m.P. hervorragend erledigt haben.

    Die Lösung des Problems setzt also unten an. Wir brauchen wieder attraktive Laufbahnen im Bereich Mannschaften und Uffze und sinnvoll (sic.) geregelte Verantwortlichkeiten und Aufgaben in diesen Laufbahnen, um ein gesundes Verhältnis Offze/Uffze/Mschft zu erreichen.
    Konsequent verfolgt führt dieses System dann dazu, dass es auch weniger (Stabs-)Offze und Generale gibt, die mit Posten versorgt werden müssen, weil Aufgaben und Verantwortlichkeiten eben konsequent gebündelt werden.

    Von Strukturen wie bei den Kameraden der Lw, die sich mit KdoLw und LwTrKdo mal gleich zwei Kommamdobehörden leistet, spreche ich noch nicht mal….

  • Edgar Lefgrün   |   21. April 2019 - 12:05

    „den Kameraden der Lw, die sich mit KdoLw und LwTrKdo mal gleich zwei Kommamdobehörden leistet“

    Ob die Kameraden sich das so wünschen?

  • Alex M.   |   21. April 2019 - 15:01

    @Gunnar_Pitzen

    Nur die Lw?
    Ich empfehle einen Blick ins Heer … oder auch die SKB mit vergleichbaren Strukturen…
    Und hin und wieder machen zwei Führungsebenen auch Sinn …
    Just my 2 Cent

  • Don Quijote   |   21. April 2019 - 17:03

    Edgar Lefgrün | 21. April 2019 – 12:05

    Lw mit 3 KdoBeh, Zentrum Luftoperationen (ZentrLuftOp) bitte nicht vergessen.

  • 0815   |   21. April 2019 - 21:39

    @Gunnar_Pitzen | 21. April 2019 – 8:54
    +1

    @Alex M. | 21. April 2019 – 15:01
    „Und hin und wieder machen zwei Führungsebenen auch Sinn …“

    …und das wäre genau wann und wo der Fall?

  • FlaOffz   |   22. April 2019 - 6:24

    @Gunnar_Pitzen | 21. April 2019 – 8:54:

    Nein, auch wenn es so schön ins Klischee passt, von den Häuptlingen ohne Indianer; wir haben, trotz jahrelanger Reduzierung der „Truppe“ keinen Wasserkopf an BS- Stabsoffizieren sondern auf absehbare Zeit deutlich zu wenige, allein bei den Oberstleutnanten fehlen imho über 800 gegenüber der Struktur.
    Das große Generals-Dienstposten-Durchtauschen der Ministerin mag viele Gründe haben, nicht aber denn Mangel an „Karriere-Dienstposten“ oder die Notwendigkeit die „mit der Brechstange“ weiter zu befördern (im doppelten Wortsinn).

  • Hans Dampf   |   22. April 2019 - 8:40

    @ FlaOffz

    Dass Stabsoffiziere fehlen, soll nun ein Indiz dafür sein, dass es keinen Wasserkopf gibt? In meinen Augen ist das Gegenteil richtig, es fehlen Stabsoffiziere, weil der strukturelle „Bedarf“ schneller gewachsen ist, als Stabsoffiziere nachrücken können. Ein schönes Beispiel für den Wasserkopf ist das Heeresamt. Daraus wurden dann Amt für Heeresentwicklung und das Ausbildungskommando, jeweils geführt von einem Zwei-Sterne-General – Verschlankung a l’allemande.

    Zum eigentlichen Thema: Wahrscheinlich braucht der kommende Inspekteur des Heeres noch etwas „nettes“ für die Vita, dass er zumindest Kommandierender General eines Korps war, wenn schon nicht Divisionskommandeur, um unter den Pendants namhafter Nationen etwas zu gelten.

  • Koffer   |   22. April 2019 - 9:11

    @Gunnar_Pitzen | 21. April 2019 – 8:54
    Ich stimme Ihnen absolut zu, was den Wasserkopf betrifft. Allerdings nicht nur bei den Stabsoffizieren, sondern im gleichen Maße auch bei den dienstgradhöheren UmP. Wir haben viel zu viele BS-UmP, also StFw und OStFw. Und nicht nur in technischen Verwendungen, wo die langjährige Sachkompetenz eines Meisters und/oder Prüfer o.ä. dringend gebraucht wird, sondern auch in verwaltenden Tätigkeiten, in Ämtern in KdoBeh.

    Um es mal am Beispiel des aktuellen Fadens deutlich zu machen: Warum haben wir drei (!) Korps? Truppe haben wir (zusammen mit einem Partner) gerade genug für eines. Ein zweites ist nachvollziehbar, man benötigt immer ein Ersatz. Alleine um Übungszyklen abzustimmen etc.

    Aber das Eurokorps ist ein perfektes Beispiel für einen verschwendete Struktur. Sinnlose Beschäftigung hunderter Stabsoffiziere und UmP :(

    @Alex M. | 21. April 2019 – 15:01
    „Ich empfehle einen Blick ins Heer … oder auch die SKB mit vergleichbaren Strukturen…“

    Ich finde das Heer hat eigentlich eine recht gute Struktur (mal das Eurokorps und das vollkommen überflüssige AusbKdo mal außen vor).

    Der Wasserkopf entsteht ja nicht durch das Heer, sondern durch die Parallelstrukturen in SKB, CIR und ZSan! Und damit meine ich nicht die den Besonderheiten dieser milOrgBer geschuldeten Spezialstrukturen (jeder versteht, warum es eine SanAk gibt oder ein KSA). Sondern vielmehr die unsinnigen doppelten Führungsstrukturen.

    Warum z.B. die regionale Sanitätsversorgung nicht gemeinsam mit den LKdo in eine Territorialstruktur überführt wird erschließt sich mir nicht. Gleiches gilt für die Frage, warum die eindeutig landfokussierte Lazarettorganisation nicht ins Heer kommt.

    Unsinnige Wasserköpfe für StOffz, UmF und letztendlich auch eine Begründung für zahlreiche Oberste und Generale…

    @FlaOffz | 22. April 2019 – 6:24
    „wir haben, trotz jahrelanger Reduzierung der „Truppe“ keinen Wasserkopf an BS- Stabsoffizieren sondern auf absehbare Zeit deutlich zu wenige, allein bei den Oberstleutnanten fehlen imho über 800 gegenüber der Struktur.“

    Ja natürlich, wenn man überall StOffz ausplant, dann hat man am Ende natürlich zu wenige. Aber wir brauchen ja einen Großteil dieser Strukturen gar nicht. Deswegen sind diese zwar relativ gesehen zur Struktur unterbesetzt, aber absolut gesehen zum Bedarf über…

  • T.Wiegold   |   22. April 2019 - 9:54

    Sind wir nicht ein bisschen sehr vom Thema abgekommen?

  • Gebirgspanzeraufklaerer   |   23. April 2019 - 8:55

    @TW
    Leicht :)

    BTT:

    1. Heute morgen zum Dienst kommend, schritt ich an der Wand mit den Bildern der frueheren Kommandeure vorbei und hielt schmunzelnt bei General von Sandrart inne.
    Just beschlich mich das Gefuehl, dass fuer dessen Herren Sohn vermutlich das Kommando in Muenster etwas sein koennte….

    Ich spekuliere und kann aus NATO Sicht nur hoffen, dass in 6-10 Monaten kein Hahn mehr nach all dem Trubel kraeht und General Buehler seine Sache hervorragend machen und seine Tour nach 3 Jahren mit Ausnahmegenehmigung beenden wird, denn: egal ob nun in Muenster, in Brunssum oder in Strausberg: So eine Kommandouebergabe kostet Geld und damit Verbunden sind auch vieeelee Personalia des persoenlichen Stabes. Adjutant, rechte Hand, Bueroleiter, BSB und all deren Familien.

    Wuesste ich es nicht besser, so sagte ich es sei eine Monty Python Nummer…

  • Heiner Möllers   |   23. April 2019 - 16:11

    @TW: vielleicht sollten wir uns in einem Thread zum Thema „Organisationsmängel der Bundeswehr und Strukutrwandelmythen seit 1990“ – Untertitel: stets die gleichen Fehler, außer bei Johannes Steinhoff!! – zuwenden.
    Dazu könnte ich dann als Historiker das ein oder andere beitragen, was zwar weder neu, aber dafür sinnvoll ist. Der Politik würde damit aber kein gutes Zeugnis ausgestellt, vor allem der Bundeswehr-Partei ….
    Fazit neuer Thread bitte.

  • Alex M.   |   23. April 2019 - 20:59

    @Heiner Möllers
    Da wäre ich dabei :-)