Macron und Merkel: Erinnerung an den Waffenstillstand vor 100 Jahren

Jenseits der – sicherlich wichtigen – Details von Rüstungsprojekten, Haushaltsfragen, Bereitschaftsständen und Ausrüstung eine Erinnerung daran, worum es im Grunde genommen geht: Die heutige Enthüllung einer Gedenktafel an das Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und das gemeinsame Gedenken von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnen daran, dass sich das, was damals endlich endete (und nur wenig später in schlimmerer Form wiederkehrte) sich nicht wiederholen darf.Zum Gedenken im Wald von Compiégne noch eine sehr interessante Geschichte der Kollegen von AP (mir war z.B. nicht bewusst, dass Merkel als erste Regierungschefin der Bundesrepublik an diesen Ort reiste):

Hitler in war, Merkel in peace: A train car for history

(Falls das Video noch in besser einzubettender Form aufzufinden ist, z.B. bei YouTube, trage ich das nach)

12 Kommentare zu „Macron und Merkel: Erinnerung an den Waffenstillstand vor 100 Jahren“

  • Trevor Faith   |   11. November 2018 - 11:15

    Was sofort auffällt:

    Macron trägt die Tricolore,

  • 0300—Infantrie   |   11. November 2018 - 19:08

    Insgesamt sehr interessante Veranstaltung.
    Man kann also davon ausgehen, dass in 100 Jahren unser Staatsoberhaupt und unser Regierungschef hauptsächlich den Gefallenen des Gegners die Ehre erweisen werden. Wofür sollen deutsche Soldaten also ihr Leben riskieren?
    Auch wenn es versucht wird weichzuspülen. Am Invalidendom und Triumphbogen geht es nicht um deutsche Tote. Der kanadische Premier hat ja gleich WK1 und WK2 vermischt als er den falschen Friedhof besucht hat. Die Inschrift neben dem Speisewagon (verbrecherischer Hochmut) blieb unwidersprochen. Donald Trump hat auch eine sehr einseitige Sicht verkündet. Das kann man Ihnen allen nicht verübeln, wohlgemerkt.
    Auch wenn es insgesamt besser gelaufen ist als gedacht, man muss nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Im übrigen hat dies nicht mal der Sozialdemokrat Schröder getan.
    Naja 1921 kommen bestimmt alle nach Berlin um den Waffenstillstand in einem anderen Krieg zu feiern, bei dem es auch kein Gut und Böse gab.

    [Da ich am 9. Mai 2005 mit Schröder in Moskau war, und das war im Unterschied zu Paris heute wirklich eine Siegesparade, stimmt zumindest der Punkt nicht. Ansonsten frage ich mich, worauf Sie hinaus wollen – Erbfeindschaft forever? T.W.]

  • sakrileg   |   11. November 2018 - 22:13

    @0300:

    Wie man an einer Bekräftigung der „deutsch-französischen Aussöhnung im Dienste Europas und des Friedens“ doch wieder etwas zu mäkeln finden kann werde ich wohl (hoffentlich) nie verstehen. Ob die nun in Frankreich oder Deutschland statfindet sollte einem im Angesicht dessen doch wohl erstmal egal sein. Und dass Herr Steinmeier als erster Bundespräsident in Großbritannien an den Trauerfeierlichkeiten teilnimmt sollte doch wohl auch eher Hoffnung machen, dass Versöhnung möglich ist, als Kritik am mangelnden Interesse an den eigenen Gefallenen hervorrufen, jedenfalls wenn man mal über die eigenen Landesgrenzen hinausschaut. Ist mir jedenfalls lieber als wenn jeder Politiker im eigenen Saft/Land schmort.

    Mal ganz davon ab, dass ich doch sehr hoffe, dass kein Soldat sein Leben für irgendwelchen posthumen Ruhm riskiert – jedenfalls nicht als primärer Antrieb. Da wären mir Menschen, die ihr Leben dafür riskieren, das Leben anderer besser zu machen (wozu ich auch Soldaten zähle, nur zur Klarstellung) deutlich lieber. Aber da fehlt mir wohl tatsächlich das Verständnis für (ganz ohne Ironie).

  • 0300-Infantrie   |   11. November 2018 - 22:41

    Korrektur, es sollte natürlich oben natürlich 2021 (statt 1921) heißen.

    @T.W.:
    Zur Erbfeindschaft, mit Sicherheit nicht. Wahrscheinlich schütteln die Franzosen den Kopf, dass _unser_ Präsident an diesem Tag keinen Kranz auf einem deutschen Soldatenfriedhof in z.B. Verdun niederlegt sondern für die Toten des Vereinigten Königreichs und des Empires in London. Selbstverständlich ist es legitim, dass er dies anschließend _auch_ auf einem französischen/britischen Friedhof tut. Er hätte dies auch im Vorfeld mit Macron gemeinsam tun können. Macron hätte dies bestimmt als normal empfunden. Ich habe gerade den Terminkalender des BP geprüft, vom 6.-8.11. gab es keine offiziellen Termine und am 5.11. zwei B-Termine.

    Der 9. Mai in Moskau bezieht sich ziemlich sicher _nicht_ auf den 1. WK. Diese beiden Kriege und ihre moralische Dimension zu vermischen, halte ich für nicht legitim. Sehr verkürzt, haben es beim ersten Weltkrieg das Deutsche Reich und das Vereinigte Königreich, als die entscheidenden Player in ihren Blöcken, die Eskalation geschehen lassen, teilweise unterstützt und zu keiner Zeit ernsthaft versucht, die Reißleine zu ziehen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich hoffe mein Punkt ist jetzt klarer.

  • 0815   |   13. November 2018 - 0:14

    @ 0300-Infantrie | 11. November 2018 – 22:41
    Sie wundern sich doch nicht etwa über dieses Verhalten unserer Politiker?
    Ich bezweifle auch, das einem grossen Teil unserer Politiker überhaupt die Zusammenhänge von Compiègne und den weiteren Folgen klar sind.

    Beschämend, so den toten deutschen Soldaten zu gedenken.

  • T.Wiegold   |   13. November 2018 - 8:55

    @0815

    Was genau ist an dem Gedenken, wie es stattgefunden hat, beschämend?

  • Voodoo   |   13. November 2018 - 9:44

    0300-Infantrie | 11. November 2018 – 22:41

    Sehr verkürzt, haben es beim ersten Weltkrieg das Deutsche Reich und das Vereinigte Königreich, als die entscheidenden Player in ihren Blöcken, die Eskalation geschehen lassen, teilweise unterstützt und zu keiner Zeit ernsthaft versucht, die Reißleine zu ziehen. Nicht mehr und nicht weniger.

    0815 | 13. November 2018 – 0:14

    @ 0300-Infantrie | 11. November 2018 – 22:41
    Sie wundern sich doch nicht etwa über dieses Verhalten unserer Politiker?
    Ich bezweifle auch, das einem grossen Teil unserer Politiker überhaupt die Zusammenhänge von Compiègne und den weiteren Folgen klar sind.

    Beschämend, so den toten deutschen Soldaten zu gedenken.

    Und evtl. dämmert es Ihnen jetzt, warum unser Bundespräsident nach London eingeladen wurde… Dass das deutsche Staatsoberhaupt an der höchsten (!) britischen Gedenkveranstaltung teilnehmen darf, ist ein deutliches Statement dafür, das Clark mit seiner These der gemeinsamen Verantwortung nicht so falsch lag.

    Viel wichtiger aber ist das Signal, dass man gemeinsam den Toten ALLER Nationen gedenkt. Insbesondere Macron hat dies in seiner Rede mehrmals deutlich gemacht – und wer mal eine tatsächliche SIEGESfeier in Paris gesehen hat, der weiß auch, zu wieviel Pomp man in Frankreich fähig ist. Insbesondere deshalb wundere ich mich über die Kommentare hier…

    PS: 2016 war die Kanzlerin sehr wohl auf einem deutschen Soldatenfriedhof, als dem 100. Jahrestag der Schlacht bei Verdun gedacht wurde. Zudem ist der deutsche Gedenktag nun mal traditionell der Volkstrauertag, was man allein an dem Fakt erkennt, dass hierzulande am 11.11. die Karnevalszeit beginnt, während gefühlt halb Europa kurz innehält und schweigt…….

  • Escrimador   |   13. November 2018 - 9:54

    Die Teilnahme des Bundespräsidenten an den Feierlichkeiten in GB ist kaum etwas, das man ihm und Deutschland hoch anrechnen kann.
    Es ist -zumindest vor dem Hintergrund des allgemeinen Geschichtsverständnisses- Großbritanniens Verdienst diese Teilnahme zugelassen zu haben.

  • Anna Nym   |   13. November 2018 - 12:56

    Sind für den 18. November denn eigentlich Gäste aus den anderen europäischen Ländern nach Deutschland eingeladen? Irgendwo? Ich habe noch nichts vernommen.
    Wenn ich mich so umschaue in den diversen Terminkalendern, fliegt der Termin auch dieses Jahr wieder tief unterm Radar daher (übliche Gedenkveranstaltung im Bundes-/Landtag und den Städten, keine Einbindung der Bevölkerung (Schulen, allgemeine Vereine, …). Ein paar laufende Ausstellungen, das wars.

  • Zimdarsen   |   13. November 2018 - 13:17

    @Anna Nym

    In jeder Gemeinde und im Bundestag mit Inter. Gästen.

  • 0815   |   13. November 2018 - 13:49

    @TW
    @Voodoo | 13. November 2018 – 9:44
    „…dass man gemeinsam den Toten ALLER Nationen gedenkt“

    Ja richtig und Bemerkenswert! Insbesondere dann wenn es aus der Richtung GBR und FRA initiiert wurde.

    Wurde durch einen hochrangingen Deutschen Politiker eine Kranzniederlegung an einem der vorhandenen deutschen Soldatenfriedhöfe durchgeführt?
    Ja ich weis, hochrangige Politiker können sich nicht teilen.

    Und nebenbei bemerkt dreht es sich hierbei nicht um den 18.November 2018 sondern um den Jahrestag des Ende des 1.WK.
    Der Volkstrauertag kommt als stiller Tag alljährlich immer 2 Sonntage vor dem ersten Advent!

    Mehr wollte ich hierzu nicht beitragen!
    Sollte also eine Veranstaltung mit hochrangigem Vertreter, an einem deutschen Friedhof erfolgt sein, so mag dies im allgemeinen Medienrummel an mir vorbei gegangen sein!

    Wir leben im Jahr 2018, wo es Bestrebungen gibt, Kriegerdenkmäler in einigen Gemeinden und Städten abzubauen/zu entfernen.
    Und das hat m.M.n. nichts mit Heldensagen zu tun.

    Ich hoffe dies erklärt meinen Eintrag vom 13. November 2018 – 0:14

  • Koffer   |   13. November 2018 - 20:21

    @Anna Nym | 13. November 2018 – 12:56
    „Sind für den 18. November denn eigentlich Gäste aus den anderen europäischen Ländern nach Deutschland eingeladen? Irgendwo? Ich habe noch nichts vernommen.“

    Macron kommt nach DEU und hält u.a. die Gedenkrede im Bundestag.

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