Europas militärische Fähigkeiten: Begrenzt und nach dem Brexit kritisch weniger

Die derzeitige politische Debatte über eine strategische Autonomie Europas, eine Armee der Europäer oder gar eine europäische Armee entspricht auf der praktischen Ebene nicht den vorhandenen Fähigkeiten – schon jetzt nicht, voraussichtlich auch im kommenden Jahrzehnt nicht und nach dem Brexit noch weniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und des britischen International Institute for Strategic Studies (IISS), die am (heutigen) Mittwoch in Brüssel vorgestellt wurde.

Für ihre Untersuchungen legten die beiden Think Tanks die aktuelle Ausstattung der Streitkräfte in den EU-Ländern, die geplanten Rüstungsbeschaffungen und die von der EU theoretisch vorgesehenen Möglichkeiten für den Einsatz von Streitkräften zu Grunde – dabei geht es nicht um die Landes- und Bündnisverteidigung wie in der NATO, sondern um Missionen wie die Evakuierung von EU-Bürgern oder Konfliktverhinderung bis hin zu einer EU-Friedenstruppe mit robustem Mandat im Auftrag der Vereinten Nationen. Das Fazit:

As of 2018, EU strategic autonomy is limited to the lower end of the operational spectrum. The prospects for significant change are slim over the coming decade based on current government plans. Brexit will make it even more necessary to find a constructive combination of European partnerships and transatlantic engagement.

Die Wissenschaftler spielten dabei konkrete Szenarien durch und kamen zu dem Ergebnis, dass die EU zwar in der Lage wäre, militärisch weniger fordernde Missionen wie zum Beispiel eine Evakuierung ihrer Staatsbürger aus einem umsturzgefährdeten Südafrika zu leisten. Allerdings wäre schon eine nur humanitäre Unterstützungsmission für, so das Szenario, Bangladesch nach dem Brexit schwieriger – weil die maritimen Fähigkeiten der Briten fehlten.

Bei anspruchsvolleren Missionen wie dem Szenario eines Peace Enforcement, also einer EU-Truppe mit friedenserhaltendem Auftrag und der Trennung von Kriegsparteien – fiktiv – im Kaukasus wäre schon die derzeitige EU mit ihren 28 Mitgliedern überfordert. Ohne den Beitrag der britischen Streitkräfte wäre sogar ein Erfolg einer solchen Mission zweifelhaft, heißt es in der Studie.

Zwar würden einige Fähigkeitslücken der Europäer in den kommenden Jahren geschlossen, zum Beispiel durch die geplante Beschaffung neuer schwerer Transporthubschrauber (wie für die Bundeswehr vorgesehen). Allerdings würden alle bekannten Beschaffungspläne aller EU-Staaten und Großbritanniens nicht dazu führen, das die vorhandenen Lücken geschlossen werden könnten.

Die Studie hier zum Nachlesen:

Protecting Europe:
Meeting the EU’s military level of ambition in the context of Brexit

(Archivbild August 2017: Ein A400M der Royal  Air Force mit Sicherungssoldat bei der Übung Mobility Guardian in den USA – Nicholas Egan/RAF/MOD/Crown Copyright under MOD News License)

28 Kommentare zu „Europas militärische Fähigkeiten: Begrenzt und nach dem Brexit kritisch weniger“

  • Hohenstaufen   |   28. November 2018 - 22:17

    Verteidigungspolitisch kurz gesagt: Europa wird in der NATO sein oder es wird nicht sein.

  • Carsten   |   28. November 2018 - 22:27

    Was mich etwas wundert, dass ein Punkt „Nuclear submarines“ ist. „Normale“ U-Boote sind offenbar volkommen egal. Das ist etwas zweifelhaft.

  • NielsKar   |   28. November 2018 - 22:32

    Einzelne, von mir (und teilw. auch von dt. Medien) herausgegriffene Punkte:
    Es fehlen laut der Studie u.a. ganz konkret Patrouillen- und Spionageflugzeuge sowie amphibische Schiffe in Europa, z.B. für mögliche Missionen wie ‚Conflict prevention (CP)‘ und ‚Concurrency suite one (Peace enforcement (PE)+ rescue and evacuation (RE))‘:

    Hier kann und sollte Deutschland einsteigen, mit einer Stückzahlerhöhung des Orion-Nachfolgers (dann mind. 12 MPA statt nur 8) und der (wirklichen) Beschaffung der 2 von der Marine gewünschten amphibischen ‚Big Decks‘ (LPD/JSS) zusammen mit den Niederlanden und deren Nachfolge für die Rotterdam-Klasse ab 2030 (und hoffentlich noch Spanien als damaliger Partner bei der Klasse, dort Galicia-Klasse). Das wäre dann ein Beschaffungsvorhaben für mind. 6 Schiffe (statt bisher 2NL/2ESP).

  • NielsKar   |   29. November 2018 - 0:12

    @Carsten
    Es sind sehr wohl Punkte zu ‚Conventional Submarines‘ enthalten, nur wohl nicht so umfangreich wie Nuclear submarines, da im Gegensatz zu diesen kein drastischer Shortfall bis 2030 erwartet wird, sondern sogar ein (leichtes) ‚more available‘ in den Szenarien “3.2 EU stabilisation and support to capacity-building mission in the Horn of Africa“, “3.3 Conflict prevention and counter-piracy mission in the Red Sea and Indian Ocean“ und nur bei Concurrency suite two (alle 6 Einsatz-Szenarien zusammen) wird ein ein Mangel herrschen mit nur 75% des Bedarfes.
    Meine Vermutung ist, es fehlt wohl eher an long-range geeigneten Ubooten für die weit entfernten Einsatz-Szenarien als an short-range Ubooten wie z.B. unseren U212A (übrigens auch hier ja zwei weitere). Daraus resultiert dann wohl der Mangel bei allen Einsätzen zusammen, da die weit entfernten Einsätze schlecht ‚bestückt‘ werden können durch die konventionellen (short-range) Uboote Europas und man für diese wegen (schlechten) Transit- und Rotationszeiten mehr Uboote braucht als für die näheren Einsätze.

    Im Gegensatz dazu übrigens Nucelar Submarines mit nur 34% mit UK und nur 17% des Bedarfes ohne UK bei Concurrency suite two. Resultiert daraus, dass ohne England (7 SSN) nur noch die 6 Atom-Jagd-Uboote (SSN) von Frankreich bleiben (+4SSBN wie bei UK, die aber offensichtlich in der Studie nicht erfasst werden unter Nuclear Submarines).
    Bei den Einsätzen wie “PEACE ENFORCEMENT (PE) FOR ONE YEAR DURATION“ werden übrigens nur Atom-Uboote aufgeführt, wahrscheinlich da konventionelle dort wohl nicht sehr nützlich sind aus den oben angeführten Gründen.
    Es geht also um den Antrieb und die damit verbundene Ausdauer. Man könnte also theoretisch auch mit ’normalen U-Booten‘ diese Bedarfe füllen, man bräuchte nur (noch) deutlich mehr, da dann nicht nur die 25% Lücke bei Currency Suite Two für Conventionel Submarines gefüllt werden müsste, sondern noch viel mehr (short-range U-Boote) um auch noch die Lücke bei den Nuclear Submarines zu füllen, wenn man keine weitere beschaffen möchte von Seitens Frankreich und keine andere Nation solche beschaffen will.

    Alternativ könnte man wohl konventionelle long-range Uboote entwickeln/beschaffen, ähnlich derer für Australien. Oder man ersetzt in der Strategie Uboote in weit entfernten Einsätzen durch Überwasserschiffe für die U-Jagd und benutzt dann auch andere Aufklärungsmittel als Uboote.

  • Zimdarsen   |   29. November 2018 - 2:16

    @Hohenstaufen

    Das Thema greifen wir nochmal auf wenn die USA in den Konflikt mit China gehen.

    Zum Bericht:

    Die notwendige Schlagkraft ergibt sich aus dem Potential der möglichen Bedrohung. Hat Russland oder/und China die Power außerhalb der nuklearen Fähigkeit?

    Was ist die Alternative? Der europäische Teil der NATO ist so schwach oder so stark wie die EU und mE werden die Fähigkeiten von GB überbewertet, denn auch da gilt, nicht die Ausgaben zählen, sondern die Schlagkraft.

  • Auchmal   |   29. November 2018 - 4:01

    „Moreover, the Eurocorps HQ is the only multinational headquarters staffed entirely by Europeans. Given that this concurrency requires two corps HQ, this would not suffice“

    … also es wird langsam auch Zeit, dass die Bundeswehr noch ein paar zusätzliche Stäbe aufmacht. Nee, ich will auch gern so mein Geld verdienen, wie die Leute ihre Studie schreiben. Mag anmaßend klingen, aber was ich da lese ist wie so vieles aus der Richtung „schlampig“ recherchiert. If you don’t organize your armies along the regimental system, you aren’t capable of fighting. Without Britons in the lead you might just shoot yourself in the head. Also es doch klar, dass es an allem Möglichem und vor allem strategischen Enablern mangelt bei dem LoA. Aber dieses Papierchen … wie die auch immer auf ihre tollen Zahlen kommen, IISS sowieso, hier diese Prozente im Anhang. Völlig unbrauchbar.

  • csThor   |   29. November 2018 - 6:50

    @NielsKar

    Das würde entweder ein Regieren gegen Bevölkerungsmehrheiten bedeuten (siege die 55% für Zurückhaltung im Krisenfall laut jüngster Umfrage der Körber Stiftung) oder die Politik kriegt endlich den Hintern hoch und geht auf die Bevölkerung zu und versucht Überzeugungsarbeit zu leisten.

    Ich finde diese Simulation reichlich theoretisch und obendrein noch „ideologisch“ (weil auf Interventionismus gepolt). Und außer FRA und UK können keine europäischen Staaten mit dem so richtig ehrlich viel anfangen. Auch und v.a. wir Deutsche nicht.

  • Der Realist   |   29. November 2018 - 7:39

    Das Problem wird sich nur langfristig mit einer europäischen Armee lösen lassen.

  • Der Realist   |   29. November 2018 - 8:58

    Was macht Großbritannien anders als wir – trotz deutlich weniger Einwohnern und weniger Wirtschaftskraft?

    Sie schliessen pragmatisch die Lücken ohne bei allen Beschaffungen nur die eigene Wirtschaft im Auge zu haben wie wir.

    Beispiele:

    P-8
    E-7
    Apache
    Chinook

    Zusätzlich setzt man auf starke Abschreckung und weltweite Präsenz die durch 2 neue Flugzeugträger und atomgetriebene U-Boote sowie sehr leistungsfähige Transportflugzeug- und Tanker-Flotten garantiert wird.

  • Thomas Melber   |   29. November 2018 - 9:21

    @Auchmal

    Beim EC ist auch die Türkei mit dabei, ggf. nur im Beobachterstatus.

  • Zivi a.D.   |   29. November 2018 - 9:53

    @NielsKar: Zusätzliche Dickschiffe, mehr Uboote, zusätzliche MPAs – und woher sollen die Crews kommen? Ausserdem soll ja auch das Heer noch wachsen, wenn ich mich richtig erinnere. Hat irgendjemand irgendwo ein realistisches Konzept für das nötige Personal?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   29. November 2018 - 10:20

    @Der Realist
    Europäische Armee bleibt Traumvorstellung. Alle potentiellen neuen CDU- Vorsitzenden, ff Kanzler(?), haben das Projekt gestern auf Düsseldorfer Regionalkonferenz als VISIONÄR beurteilt, mit anderen Worten, kommt nicht.
    Frau Nahles unabhängig davon dto.
    Wer Realismus in der Beurteilung über 1000 jähriger europäischer Traditionen der Nationalstaaten kennt weiß, das ist ein no go.
    Europa sollte sich auf seine Fähigkeiten in bestehenden Strukturen konzentrieren und diese Stärken.
    Bsp gemeinsamer DEU/FRA/NLD/POL-Strukturen sind das Maximum in einer Friedensaufgabe. Die Nationen machen jeweils „Führungsvorbehalt“ für ihre Truppen geltend.
    Europa, träumen beenden, das ohnehin nur innenpolitisch motiviert ist!

  • Zimdarsen   |   29. November 2018 - 10:27

    Je nach Rechnung haben die EU Staaten ca 1,5 Mio Soldaten plus eine hohe Zahl an ziv. Beschäftigten und Beamte. Also an der Menge liegt es erstmal nicht. Leider haben die EU Staaten auch unzählige Ausbildungseinrichtungen, Stäbe, Kommandobehörden, Ämter uvm.

    Was macht GB anders als DE? Sie sind weniger im Einsatz und schon durch die Geographie sind die Streitkräfte anders aufgestellt. Zudem hatte GB keine Wiedervereinigung zu verdauen (im Gegenteil, machte Kapazitäten frei) und die Reformen würden anders gestaltet.

    Würde gerne wissen, was die Streitkräfte von GB wirklich leisten können, denn Geräte zu haben, ist noch lange kein Indiz für Schlägkraft und Einsatzfähigkeit.

    Viele vergessen leider, dass die Bw seit fast 30Jahren im Einsatz ist und das hat eben andere Effekte als wenn das Zeug nur rumsteht oder für Übungen genutzt wird.

    Es bleibt am Ende keine andere Möglichkeit den EU-Teil der NATO schlagkräftiger zu machen in dem man sich abstimmt, neu organisiert und Ausbildung, Instandsetzung, Beschaffung, Forschung, Produktion, Infra, Führung uvm Teilt. Wer dann noch über LV/BV im engen Sinn Mittel hat, kann sich ja eine KSK/Marines leisten.

    Auch ist unsere Bedrohung eine andere als die der USA und so müssen auch unsere Antworten andere sein und da gehört der vernetzte Ansatz eben mit dazu und diesen gilt es ebenso zu optimieren und abzustimmen.

  • Gregor Brand   |   29. November 2018 - 10:39

    Auch auf mich wirkt das ganze arg UK-zentrisch, Kernbotschaft „Ohne UK geht wenig“.
    Betreffend Mangel an Armeecorps HQs und Eurocorps.
    Ja, das hat zwar Euro im Namen, unterscheidet sich aber nicht strukturell bzw. bei den möglichen Aufgaben von allen anderen Corps-HQs auf dem europäischen Festland oder dem ARRC als einzigem britisches Corps HQ. Warum bei den verfügbaren HQs nur das in Frankreich (RRC FRA), Griechenland (NRDC GRC) und das ARRC genannt werden, alle anderen, in Spanien (NRDC ESP), Italien (NRDC ITA), Deutschland (1 GNC), sowie in Polen (MNC NE), nicht betrachtet werden, erschließt sich mir nicht, denn alle sind in der NATO Force Structure für exakt die selben Aufgaben vorgesehen.

  • Der Realist   |   29. November 2018 - 11:02

    @ Carsten

    Konventionelle U-Boote haben andere Aufgaben, als nuklear angetriebene Boote.

    Ein klarer Nachteil der konventionellen U-Boote ist die geringe Geschwindigkeit.
    Sie kommen als Schutz eines Trägergeschwaders oder auch als Jagd-Uboote gegen andere U-Boote kaum in Frage.

    Beispiel:
    – Astute-Klasse: rund 30 Knoten getaucht
    – 212A-Klasse: rund 20 Knoten getaucht

    Damit ergibt sich natürlich eine Fähigkeitslücke innerhalb der EU, wenn UK nicht mehr dabei ist.

  • Thomas Melber   |   29. November 2018 - 12:14

    @Gregor Brand
    Daneben ist auch das Ulmer MNHQ EU-zertifiziert.

    @KPK
    „Europäische Armee bleibt Traumvorstellung.“ Sicher, wenn das von den Eizelstaaten angeschoben werden soll.

    Was aber, wenn das EP diese Forderung erhebt? Oder die Kommission? Und dann mit ausgearbeiteten Plänen als Diskussionsgrundlage aufwartet?

    Dann müßten die Befürworter – insb. DEU und FRA – einmal Farbe bekennen und ggf. eigene Vorschläge auf den Tisch legen! Absichtsbekundungen und sogar Strukturen sind ja schon existent.

  • Der Realist   |   29. November 2018 - 12:49

    @ KPK

    Wen interessieren CDU oder SPD in diesem Kontext?

    Wenn Europa ihren Verpflichtungen organisatorisch und auch finanziell nicht nachkommt, werden sich das die NATO und die USA nicht mehr lange ansehen.

    Als Folge wird man eine klare Forderung an die EU Einzelstaaten formulieren.
    Diese könnte aber kein EU-Staat alleine mit den bisherigen Strukturen, also Einzelarmeen, bezahlen oder personell bewerkstelligen.

    Was bleibt dann übrig?

    Sich aus der NATO zurückzuziehen ist keine Option. Die USA um noch mehr Unterstützung zu bitten, erst recht nicht.

    Es bleibt eigentlich nur die Umsetzung der Vision „Europäische Armee“ als mittelfristiges Ziel. Alles andere ist ineffektiv und gestrig.

    Ich glaube, Sie müssen anfangen, in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit zu blicken.

  • Memoria   |   29. November 2018 - 13:10

    Wenig überraschende Ergebnisse, wobei die Landstreitkräfte gerade bei dem ersten Szenar (Stabilisierungsoperation) seltsam kurz betrachtet werden.

    Vielleicht öffnet die Studie dem ein oder anderen die Augen wie weit Anspruch und Wirklichkeit einer Armee der Europäer auseinander liegen.

    @Thomas Melber und der Realist:
    Verteidigung ist nach den europäischen Verträgen keine Gemeinschaftsaufgabe, sondern intergouvermental.

    Die deutsche Politik (Kanzlerin, Ministerin, etc) versuchen aktuell zwar mit Verweis auf PESCO und EVF den Eindruck zu erwecken dies werde weitgehend auf europäischer Ebene gelöst. Dem ist jedoch nicht so. Grundlage sind weiter nationale Streitkräfte, die ggf europäisch kooperieren.
    Diese Streitkräfte sind auf nationaler Ebene einsatzbereit zu machen. Mit allen Folgen für den Haushalt, etc.

  • Thomas Melber   |   29. November 2018 - 13:32

    @Der Realist
    Die EU ist aber nicht NATO-Mitglied. Zudem ist nicht jedes NATO-Mitglied auch Mitglied der EU und umgekehrt.

    Ich meine, wenn man EU Sk haben will müssen diese von nationalen Sk getrennt aufgestellt und geführt werden. Daß diese Kr dann in einem Spannungs-/ Verteidigungsfall in Europa zur Verfügung stehen versteht sich von selbst und ergibt sich auch aus Verträgen.

    Wie dann vorgegangen wird – Unterstellung unter NATO Kommando oder Eingliederung in nationale Sk oder weiterhin Einsatz als EU Kr – kann man vorab festlegen.

  • Zimdarsen   |   29. November 2018 - 13:47

    @Klaus-Peter Kaikowsky  

    Es spielt doch im Moment keine Rolle ob eine Europäische Armee VISIONÄR ist und wann sie kommt oder nicht . Wichtig ist, was müssen die Europäer tun, damit sie in Frieden und Freiheit leben können und da sind nationale Armeen im heutigen Zusand nicht zukunftsfähig.

    „Wer Realismus in der Beurteilung über 1000 jähriger europäischer Traditionen der Nationalstaaten kennt weiß…“

    Nationalstaaten gibt es erst seit 200 Jahren.

    „Europa sollte sich auf seine Fähigkeiten in bestehenden Strukturen konzentrieren und diese Stärken.“

    Genau das geschieht mit den Armeen der EUropäer.

    „Bsp gemeinsamer DEU/FRA/NLD/POL-Strukturen sind das Maximum in einer Friedensaufgabe.“

    Nein, da sind selbst in der NATO schon weiter und in der EU erst recht.

    „Die Nationen machen jeweils „Führungsvorbehalt“ für ihre Truppen geltend.“

    Das ist gut so und bewahrt uns ggf vor noch mehr Abenteuer und spielt bei LV/BV selbst in der NATO kaum eine Rolle. Sonst können wir die NATO auch lassen.

    „Europa, träumen beenden, das ohnehin nur innenpolitisch motiviert ist!“

    Nein ist es nicht, die Menschen erkennen, dass EUropa ein Friedensgarant ist und wir unsere Mittel besser abstimmen müssen. Das geht nur mit unseren Partnern. Ansonsten können wir unsere Herausforderungen nicht meistern. Mit den USA ist ein vernetzter Ansatz nicht zu machen, schon weil sie in vielen Bereichen nicht unser Interesse haben.

    2019 werden weiter Beschlüsse getroffen und die 34 PESCO Projekte beginnen zu laufen.

  • Zimdarsen   |   29. November 2018 - 13:53

    @KPK

    Den EU-Bürgern ist mehr Sicherheit, mehr Stabilität und eine koordinierte Reaktion der EU auf die aktuell bestehenden Bedrohungen sehr wichtig (siehe hierzu auch die jüngsten Eurobarometer-Umfragen) 

    Wenn es im Balkan wieder los geht oder die Entwicklung sich in Afrika verschlechtert, werden uns die USA unter LV/BV nicht in unserem Interesse helfen.

  • Der Realist   |   29. November 2018 - 14:00

    @ Thomas Melber

    „Die EU ist aber nicht NATO-Mitglied. Zudem ist nicht jedes NATO-Mitglied auch Mitglied der EU und umgekehrt.“

    Absolut richtig.

    Das macht das ganze aktuelle Konstrukt noch komplizierter und ineffektiver.

    Das muss aber nicht so bleiben.

    Es wird mit Sicherheit noch weitere Beitritte in die EU, als auch in die NATO geben, so dass am Ende relativ wenig Staaten übrig bleiben, die entweder nicht mit in die EU-Armee kommen, oder mit denen Sondervereinbarungen geschlossen werden. (Siehe UK)

  • JCR   |   29. November 2018 - 14:19

    Die Briten haben genau so ein Chaos bei der Beschaffung (siehe Nimrod MR4 und tausend andere) und die RN hat durch das Milliardengrab Flugzeugträger im Moment auch extreme Schwierigkeiten mit der Einsatzbereitschaft.

    Der Unterschied ist daß die Briten etwa seit 1950 gewohnt sind den Schein durch heroisches Improvisieren zu wahren und daß im Gegensatz zu Deutschland man dort oft Willens ist, irgendeinen Workaround um behindernde Vorschriften zu gehen, um die Einsatzbereitschaft zu erhalten.

  • Pio-Fritz   |   29. November 2018 - 14:29

    Mir ist das ganze zu britenlastig und auf Intervention in Krisengebieten gepolt.

    So toll sind die Briten nicht, ich erinnere nur an den Bericht des Hausherrn vom Ende letzten Jahres zur Einsatzbereitschaft der Marine. Die haben ihre Leuchtturmprojekte (carrier, nuclear submarine und etwas Air Force) und thats it.

    Und muss ich als europäische Armee wirklich in die Krisengebiete der Welt nach Ami-Style? ich denke nicht. Es sei denn, wir wollen auch mal Geburtshelfer beim IS sein oder die Taliban großpäppeln, die dann der Kontrolle entgleiten. Ich bin der Überzeugung, die Masse der Völker dieser Welt möchte nicht mit unseren Wertvorstellungen beglückt werden. Wir sollten den Weltpolizistenstatus vermeiden.

    Und was soll Regimentssystem denn heißen? Es noch nicht einmal genau definiert, wie ein Regiment gegliedert ist. Oder ist das britische Regimentssystem gemeint? Ich lache mich tot. Wie toll das ist, haben die Briten ja im WK I und WK II am eigenen Leib erfahren.

  • Gregor Brand   |   29. November 2018 - 16:37

    @Thomas Melber | 29. November 2018 – 12:14:

    Das Ulmer Hauptquartier ist aber, anders als Eurokorps oder 1 GNC kein Landstreitkräfte HQ. Es kann (und soll) ausschliesslich Operatives HQ (Joint Task Force HQ) sein und kann strukturell (und vorallem vom Personal) eben weder Land Component Command (LCC) HQ noch klassisch Armeekorps (unterhalb eines LCC).
    Und zertifiziert wurde es in Trident Jaguar 18 auch ausschließlich für JTF HQ.

  • Carsten   |   29. November 2018 - 22:21

    Dass dieses Papier sehr UK-lastig ist sollte nicht überraschen, schließlich ist es von UK finanziert.

    @U-Boote: Danke für die Erklärung, aber ich findes es trotzdem etwas ungenau in der Studie. Man nehme an, Deutschland wollte hier die Lücke füllen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir auch dann keinen Nuklearantrieb hätten, sondern halt ein Long-Range-konventionelles U-Boot. Ist aber nur eine Kleinigkeit.

  • Thomas Melber   |   04. Dezember 2018 - 17:49

    Der Brexit zeigt schon erste Auswirkungen:

    „Grossbritannien gibt die Beteiligung an den militärisch nutzbaren Teilen des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo auf.“

    https://www.nzz.ch/international/london-kuendigt-beteiligung-am-navigationssystem-galileo-ld.1441292?mktcid=nled&mktcval=102&kid=_2018-12-3

  • Thomas Melber   |   04. Dezember 2018 - 20:30

    Vielleicht im Spam-Filter hängengeblieben:

    GBR steigt aus dem militärischen Teil des GALILEO-Programms aus:

    https://www.nzz.ch/international/london-kuendigt-beteiligung-am-navigationssystem-galileo-ld.1441292?mktcid=nled&mktcval=102&kid=_2018-12-3

    @Gregor Brand
    Weshalb sollte das MNHQ nicht auch als LCC HQ fungieren können?

    @Memoria
    Das Ziel kann sein, Sk direkt der EU zu unterstellen und aus dem nationalen Kommandostrang herauszunehmen, ggf. sogar eigene EU Truppen aufzustellen um unabhängig von nationalen Befindlichkeiten zu werden. Entscheidung über Einsätze – tbd., dann jedenfalls ohne (national DEU) Parlamentsvorbehalt. Ich hatte dies ja schon ausgeführt.

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