Neuordnung der BMVg-Spitze, Teil 1

Nach der (Wieder)Wahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ernennung der Bundesminister am (heutigen) Mittwoch  hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Neuordnung der Spitze des Verteidigungsministeriums auf den Weg gebracht:

Sie überreichte den neuen Parlamentarischen Staatssekretären Peter Tauber, dem früheren CDU-Generalsekretär

und dem CSU-Abgeordneten und bisherigen Parlamentarischen Staatssekretär im Entwicklungsministerium, Thomas Silberhorn, ihre Ernennungsurkunden.

Tauber und Silberhorn folgen auf die bisherigen Parlamentarischen Staatssekretäre Markus Grübel und Ralf Brauksiepe.

(Nachtrag: Die Aufgabenbereiche der Staatssekretäre wurden auch festgelegt:

Peter Tauber – Unterstützung der Ministerin für die Abteilungen Ausrüstung, Cyber/Informationstechnik, Recht, Personal sowie die Abteilung Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen. Tauber vertritt die Verteidigungsministerin in den entsprechenden Ausschüssen des Deutschen Bundestages, insbesondere im Verteidigungsausschuss.

Thomas Silberhorn – Unterstützung der Ministerin für die Abteilungen Politik, Planung, Führung Streitkräfte, Strategie und Einsatz sowie Haushalt und Controlling. Thomas Silberhorn vertritt die Verteidigungsministerin in den entsprechenden Ausschüssen des Deutschen Bundestages, insbesondere im Haushaltsausschuss.)

Das war alles so erwartet worden und ist deshalb weniger spektakulär als das, was noch aussteht: Die weitere Neuordnung an der Spitze des Ministeriums und dann auch in der zweiten Reihe und im nachgeordneten Bereich. Dabei geht es vor allem um die Nachfolge der ausscheidenden Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder – angesichts der Materiallage der Bundeswehr hat der Rüstungsbereich natürlich besondere Aufmerksamkeit.

Die Bekanntgabe der Neuordnung ist für den kommenden Freitag vorgesehen. Interessant wird natürlich, ob – wie es im Gespräch ist – der bisherige Abteilungsleiter Ausrüstung, Generalleutnant Benedikt Zimmer, als Staatssekretär auf Suder folgt. Da ein weiterer Abteilungsleiter, der bisher für Personal zuständige Generalleutnant Eberhard Zorn, neuer Generalinspekteur werden soll, sind dann gleich zwei Abteilungsleiter-Posten neu zu besetzen.

Darüber hinaus werden auch Neubesetzungen bei den Inspekteuren erwartet: Der derzeitige Luftwaffeninspekteur Karl  ‚Charly‘ Müllner dürfte in den Ruhestand versetzt werden (da er 62 Jahre alt ist, wird es keine vorzeitige Versetzung in den einstweiligen Ruhestand). An seine Stelle, so berichtet der ARD-Kollege Christian Thiels, soll der derzeitige stellvertretende Leiter der Ministeriums-Abteilung Strategie und Einsatz, Generalmajor Ingo Gerhartz, treten.

Ansonsten wird es  interessant zu sehen, welche Veränderungen auf Spitzenstellen die Ministerin am Freitag noch so bekanntgeben wird. (Sachdienliche Hinweise gerne in den Kommentaren…)

(Fotos: Bundeswehr/Sebastian Wilke)

Ministrables · 18:30h ·  

25 Kommentare zu „Neuordnung der BMVg-Spitze, Teil 1“

  • Koffer   |   14. März 2018 - 19:09

    Hände an der Hosennaht bei der Ernennung. Sehr ordentlich!

  • BN   |   14. März 2018 - 19:24

    Schön zu sehen, wie der Oberleutnant der Reserve seine Ernennung in Grundstellung empfängt. Es stimmt mich vorsichtig optimistisch, was gerade im Ministerium passiert. Jetzt noch ein fähiger Nachfolger/ Nachfolgerin für Frau Suder und es könnte! bergauf gehen.

  • Pirat77   |   14. März 2018 - 19:27

    Hat Tauber einen militärischen Hintergrund? Er steht in Grundstellung…

  • Phillip Runge   |   14. März 2018 - 19:55

    …“ Neubesetzungen bei den Inspekteuren erwartet“ Auch bei der Marine ?!

  • Sven Rothe   |   14. März 2018 - 21:05

    Herr Tauber stand dort als Zivilist und nicht als Soldat in Uniform, so daß mir seine Grundstellung unangebracht erscheint, es sei denn als Ausdruck seiner Willfährigkeit.

  • Memoria   |   14. März 2018 - 21:25

    In 3 Jahren vom Oberst u. stv. Sprecher BMVg zum GenLt u. InspL.

    Auch ne Art von Attraktivität. Da wird es dann wohl bald weniger Widerworte in Sachen Einsatzbereitschaft und bei den fehlenden Fähigkeiten geben.

    Da helfen die Hand an der Hosennaht und die unpassende Hand auf dem Herzen beim Singen der Nationalhymne auch nichts (https://www.bmvg.de/de/aktuelles/wechsel-bei-parlamentarischen-staatssekretaeren-22886).

    Inszenierung, statt Substanz.

    Wobei die beiden PSts durchaus ein anderes Format als die Vorgänger sind. Trotzdem bleiben sie was sie gemäß unserer politischen Systems und nach offiziellem Titel sind:
    PSts bei der Bundesministerin der Verteidigung.
    Also ein parlamentarisches Sprachrohr der Ministerin.

    Diese hat in den Koalitionsverhandlungen sehr schlecht verhandelt und die beiden sehr guten PSts werden es im Alltag ausbaden müssen – aber auch sehr gut verkaufen.

    Wenn die Ministerin in den Chefgesprächen zum nächsten Haushalt in den nächsten Wochen keine substantiellen Verbesserungen erreicht (die mit Verweis auf den – durch sie – schlecht verhandelten Koalitionsvertrag leicht abzuwehren sind), dann sind die Trendwenden gescheitert.

  • O.Punkt   |   14. März 2018 - 21:31

    Ja, momentan sind einige 2* und 3* verlängert worden, bzw. erreichen demnächst die besondere Altersgrenze.
    Dabei sind:
    Insp San
    Insp Heer
    Insp Lw
    Insp CIR (Juni 2018)
    Insp Marine (Okt 2018)
    COS SHAPE (Mai 2018)
    Kdr MN Korps NO

    Da dürfte sich noch einiges zurechtrütteln, nachdem jetzt die neue Führung steht. Wobei der ein oder andere nat. seinen Dienstposten noch nicht allzu lange inne hat.

  • T.L.   |   14. März 2018 - 21:56

    @ Sven Rothe   |   14. März 2018 – 21:05
    Entschuldigen Sie bitte!
    Ich bin auch kein großer Bewunderer der neuen Regierung, aber man muß wirklich nicht alles schlecht reden.
    MkG
    T.L.

  • Koffer   |   15. März 2018 - 1:37

    @Memoria | 14. März 2018 – 21:25
    „In 3 Jahren vom Oberst u. stv. Sprecher BMVg zum GenLt u. InspL.“

    Wo kommt das denn her? Kann ich ehrlich gesagt auch nicht ohne Belege glauben!

  • MajorTom   |   15. März 2018 - 7:09

    @ O. Punkt
    Danke für die Übersicht die ist schon sehr interessant.

    Bei der Zuordnung der Zuständigkeiten der Parl.StsS fällt mir nur auf, dass aus meiner Sicht unnötigerweise Ausrüstung und Planung getrennt wurde. Mir ist klar, dass es sich nur um parl. StsS handelt, aber dennoch wäre es aus meiner Sicht sinnvoller, die im Planungsprozess und CPM nov. eng verzahnten Abteilungen immer gemeinsam zu betrachten.

  • Harry   |   15. März 2018 - 8:02

    Die Ministerin scheint es tatsächlich zu wagen, Schlüsselpositionen mit Personen zu besetzen, deren Loyalität sie sich sicher sein kann und von denen sie weiß, dass sie ihre Ziele ebenfalls verfolgen- das ist ja wirklich unerhört!

    Die andere „schlechte“ Nachricht: sie scheint den Laden wirklich verändern zu wollen statt wie ein Fettauge auf ihrem Ressort zu schwimmen wie manche Kabinettskollegen!

    GenLt Zorn halte ich übrigens für optimal geeignet, die Reihen wieder zu schließen und die Soldaten wieder mitzunehmen. Hier hat sich die Ministerin- im Gegensatz zu ihrem Vorvorgänger- für einen wirklich charismatischen Menschen entschieden. Der Freiherr wiederum war wohl der Meinung, dass es neben ihm keinen Platz für einen weiteren Menschen mit Ausstrahlung gibt.

    Da ist vdL- im Sinne der Bundeswehr- deutlich mutiger!

  • Koffer   |   15. März 2018 - 9:36

    @Harry | 15. März 2018 – 8:02
    Ist Ihr Beitrag ironisch gemeint?

  • Fux   |   15. März 2018 - 9:44

    @Koffer 1:37

    Der damalige Oberst Gerhartz wechselte zum 1. Oktober 2015 unter Ernennung zum Brigadegeneral vom Referatsleiter 1 und stv. Sprecher BMVg auf den Dienstposten des Büroleiters GI (Nachfolger von GenMaj Andreas Marlow).

    Zum 1. Oktober 2017 wechselte er zur Vorbereitung der Übernahme des Dienstposten stv. AL in die Abteilung Strategie und Einsatz. Nach Übernahme des DP wurde er zum Generalmajor befördert.

    Nachlesbar – damit Sie es glauben können – in den „Personalveränderungen in militärischen Spitzenstellen“ September 2015 und Oktober 2017. Die Ankündigung zur Nachfolge von GenLt Müllner als Insp Lw im Mai 2018 siehe oben im Blog-Eintrag mit Bezug auf Christian Thiels.

    Persönliche Meinung: ich halte sehr viel von General Gerhartz und freue mich für ihn für diese Verwendung.

  • QuiGon   |   15. März 2018 - 9:51

    @Sven Rothe
    Ja hat er. Selbst in seiner Zeit als CDU-Generalsekretär war er als Reservist auf Wehrübungen aktiv: http://blog.petertauber.de/?p=2544

  • Rainmann   |   15. März 2018 - 9:56

    Generalmajor Ingo Gerhartz ist eine sehr gute Wahl und perfekter Nachfolger für den amtierenden Inspekteur Luftwaffe.

    Wer Generalmajor Gerhartz kennt und mit ihm gearbeitet hat wird das bestätigen.
    Mutig, kompetent, motiviert, jung und immer offen für den Bedarf der Truppe.

    Wir freuen uns unter seinem Kommando dienen zu dürfen (sofern die Nachricht auch so umgesetzt werden wird).

  • MajorTom   |   15. März 2018 - 11:13

    Irendwie macht dieser Personalkarusselklatsch Spaß auch wenn wir alle wenig Einblick haben. Ich würde allerdings GenMaj Badia in der Nachfolge von GenLt Muellner vergessen. Er ist auch immer hoch gehandelt und etwas lebensälter, was nichts heißen muss, aber kann. Ich tippe auf Badia.
    Nur um einen unqualifizierten Beitrag zur Debatte zu leisten.

    [Nee bitte nicht. Nur um einen unqualifizierten Beitrag zur Debatte zu leisten. ist kein Ansatz für die Diskussion hier. T.W.]

  • Sehenden Auges   |   15. März 2018 - 11:26

    @ harry I 15. März 2018 – 08:02

    Ihrem Zitat: „[…] und von denen sie weiß, dass sie ihre Ziele ebenfalls verfolgen“ kann ich leider nur bedingt zustimmen.

    Generalleutnant Zimmer hat zwar als „Personenschützer“ im Parlament in vollkommener Loyalität mit akribischer Informationsarbeit dafür Sorge getragen, dass die Ministerin von Rüstungsskandalen verschont bleibt — aber viel mehr auch nicht. Schon die Umsetzung des Zielbildes Rüstungsmanagement in seiner Abteilung war ihm wohl nicht wichtig genug, Steuern über Ziele oder ein wirksames Change Management noch weniger. Ein gutes Change-Management zeichnet sich m.M.n. dadurch aus, dass es die vorhandene Expertise einbindet, bewährtes erhält und Neuerungen überzeugend vertritt. Davon sind wir im Ausrüstungsbereich weiter entfernt denn je. Die Reibungsfläche, die die Staatssekretärin zur Umsetzung ihrer guten Ideen so dringend benötigt hätte, hat er ihr nicht geboten.

    Deshalb glaube ich auch nicht, dass er das Werk von Staatssekretärin Dr. Suder in deren Sinne vollenden könnte, wenn er tatsächlich als Staatssekretär vereidigt würde…

  • MajorTom   |   15. März 2018 - 11:37

    @T.W.
    Meiner Meinung nach können alle hier geäußerten Spekulationen zum Personaltableau im Ministerium nicht wirklich qualifiziert sein, daher sind, ohne dies auf die einzelnenVerfasser persoenlich zu beziehen, die Spekulationen dazu unqualifiziert bzw. wenig substantiell. Daher ist per se das Namedropping hier Klatsch und Klatsch ist meist ja doch eher nicht zielführend und damit mehrheitlich unqualifiziert, oder sind Sie da anderer Meinung?

  • T.Wiegold   |   15. März 2018 - 11:40

    @Major Tom

    Es steht Ihnen natürlich frei, alles hier geäußerte als unqualifiziert bzw. wenig substanziell zu bewerten. Dann sollten Sie sich aber nicht unter der Prämisse „alle erzählen Unsinn, ich auch“ beteiligen.

  • AB   |   15. März 2018 - 11:43

    Gibt es bereits irgendwo eine lesenwerte zusammenfassende Darstellung der Tätigkeiten, Niederlagen und Erfolge von K. Suder im BMVg? In Gesprächen fallen häufiger Begriffe wie „neues Zeitalter eingeläutet“, „revolutionäre Veränderungen“ oder „Befreiungsschlag“… hat sich jemand bereits die Mühe gemacht ihre Amtszeit kritisch zu würdigen und ein Reümee zu ziehen?

  • MajorTom   |   15. März 2018 - 11:48

    Der letzte Satz im Kommentar zur Muellnernachfolge war auch eher als selbironische Replik gemeint nicht mehr und nicht weniger.

  • Christian Müller   |   15. März 2018 - 12:19

    Na dann hat Frau Ministerin mit Peter Tauber ja schon den designierten Nachfolger vereidigt, wenn es dann zeitnah zur NATO geht!

  • Sven Rothe   |   15. März 2018 - 16:54

    @qui gon und @t. l.
    1. Herr Tauber ist mir nicht als Gegener der Politik aufgefallen, die zum heutigen Zustand der dt. Streitkräfte geführt haben.
    2. Von seiner äußeren „Haltung“ anläßlich der Urkundenübergabe habe ich auf eine vdL-konforme innere Einstellung geschlußfolgert. Mögen seine Taten mich Lügen strafen.
    3. Außerhalb einer RDL hat er keinen Soldatenstatus. Daß er Offz. d. R. ist, habe ich nicht in Abrede gestellt und seine diesbezüglichen Leistungen auch nicht schmälern wollen.

  • Georg S.   |   20. März 2018 - 15:13

    hinterfragt eigentlich einmal jemand, was der Einsatz von Frau Suder insgesamt Positives gebracht hat? Wenn man sich den Materialzustand der Bundeswehr anschaut, hat sie eigentlich ein Desaster hinterlassen. Aber „Berater“ werden ja nicht zur Rechenschaft gezogen. Mit den Worten von Erwin Pelzig ist das Beraterunwesen „die organisierte Verantwortungslosigkeit“.