Kaserne erhält erstmals Namen eines gefallenen Bundeswehrsoldaten

Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr wird eine Kaserne nach einem Bundeswehrsoldaten benannt, der im Auslandseinsatz gefallen ist. Die Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover, Sitz der Feldjäger-Schule der Streitkräfte, soll am 28. März dem Namen Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne erhalten, wie Augen geradeaus! aus dem Verteidigungsministerium erfuhr. Im Gespräch ist, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen selbst die Umbenennung vornehmen wird.

Der 31-jährige Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein aus dem Feldjägerbataillon 152 Hannover war am 28. Mai 2011 gefallen, als bei einem Treffen des damaligen deutschen ISAF-Regionalkommandeurs Generalmajor Markus Kneip mit hochranggigen afghanischen Behördenvertretern in der nordafghanischen Stadt Taloqan eine ferngesteuerte Bombe gezündet wurde. Lagenstein leitete das Personenschutzkommando (Close Protection Team) Kneips; neben ihm fiel Major Thomas Tholi, der militärische Berater Kneips. Fünf weitere Soldaten wurden teilweise schwer verwundet, darunter auch Kneip selbst. Der Anschlag galt allerdings offensichtlich nicht den ISAF-Soldaten, sondern dem afghanischen General Daoud Daoud, dem Polizeichef für Nordafghanistan, der dabei ebenfalls ums Leben kam.

Der bisherige Name der Kaserne ist nicht, wie andere zu einer Umbenennung anstehende Kasernen, auf eine Person aus dem Zweiten Weltkrieg zuückzuführen, sondern auf den Ersten Weltkrieg: Die Benennung erinnert sowohl an den preußischen General Otto von Emmich als auch von deutschen Truppen im Ersten Weltkrieg besetzte französische Stadt Cambrai.

Lagenstein ist der erste Feldjäger der Bundeswehr, der bei einem Auslandseinsatz gefallen ist. Seine Familie hatte der Namensgebung zugestimmt, auf die sich zuvor Vertreter der Bundeswehr in dieser Liegenschaft, aber auch die Stadt Hannover verständigt hatten.

(Foto oben: Gebäude 14 der Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover, aufgenommen am Tag der Bundeswehr 2015. Sitz von Schulstab, Schulkommandeur und Personalrat der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr – Tim Rademacher via Wikimedia Commons unter CC-BY-Lizenz)

An der Heimatfront · 16:05h ·  

46 Kommentare zu „Kaserne erhält erstmals Namen eines gefallenen Bundeswehrsoldaten“

  • J. König   |   15. März 2018 - 16:12

    Ich wäre nicht überrascht, wenn an diesem Tage zugleich der neue Richtlinienerlass „Tradition und Traditionspflege“ mit Tagesbefehl der Truppe und mithin auch der Öffentlichkeit bekannt gegeben (und Inkraftreten) wird.
    Wäre doch ein gute Gelegenheit.

    [ ;-) T.W.]

  • Someone   |   15. März 2018 - 16:37

    FJgBtl 152 mit Sitz des Stabes in Hannover. Tobias kam aus der 5./152 in Bremen.

    [Danke für den Hinweis; dann war offensichtlich die damalige Angabe unvollständig. T.W.]

  • A.W.   |   15. März 2018 - 16:47

    @J.König: Wieso das eine gute Gelegenheit wäre erschließt sich mir nicht. Mit Tradition hat das ja nichts zu tun. Im Übrigen ist die umbenennung deswegen auch innerhalb der Feldjägerei nicht unumstritten. Der Kamerad Lagenstein hat das höchste gegeben, was ein Personenschützer der Feldjäger für seine Schutzperson und letztlich ein Soldat der Bundeswehr für seinen Staat geben kann: Sein Leben!
    Dafür wird er innerhalb der Feldjägertruppe unvergessen bleiben. Er hat aber keine herausragende militärische Führungsleistung erbracht, Maßstäbe gesetzt oder etwa besonders vorbildlich gehandelt. Er war „einfach“ da und hat bis zum Letzten seinem Vaterland treu gedient und ist dabei gefallen.

    Das hat – wie gesagt – nichts mit Tradition zu tun.
    Unabhängig davon stellen sich viele Feldjägerkameraden aber durchaus die Frage: Warum wird jetzt „die“ Feldjägerkaserne schlechthin nach einem Gefallenen benannt? Haben wir keine tatsächlichen Leistungsträger oder Vorbilder, denen es nachzueifern gilt?

  • czler   |   15. März 2018 - 16:50

    HF Lagenstein ist meiner Meinung nach nicht der erste Feldjäger der in einem Auslandseinsatz gefallen ist. Oder war der bei dem Anschlag auf die Feldjägerstreife am 14. November 2005 in Kabul gefallene Oberstleutnant kein Feldjäger wie die Beiden bei diesem Anschlag schwer verwundeten Feldjäger ?

    [Ich hab‘ mal geprüft – so weit ich festellen kann, war OTL d.R. Armin Franz kein Feldjäger. T.W.]

  • closius   |   15. März 2018 - 17:07

    Ich kann keinen Grund erkennen, warum die Kaserne umbenannt wird. Mir ist nichts bekannt, was man diesem General Emmich vorwerfen könnte. Er hat seine Pflicht im 1. Weltkrieg getan, nicht im 2. Weltkrieg! So daß ich mir eher der Verdacht aufdrängt, daß das Gedenken an den 1. Weltkrieg ausgemerzt werden soll.

    Die erste Aufgabe eines Personenschützers wäre es, einen Anschlag überhaupt zu verhindern und erst als zweites sich ggf. für den zu schützenden zu opfern.. Ich vermute, daß die Sicherheitslücke eher bei den Afghanen als der BW war, aber ich denke es gibt sicher BW-Soldaten, die mehr geleistet haben, z.B. die Opfer oder Überlebenden des Karfreitagsgefechts, die diese Ehrung vielleicht noch mehr verdient gehabt hätten.

  • A.W.   |   15. März 2018 - 17:13

    @czler: Nein, war er nicht. Die beiden damals schwer verwundeten Kameraden schon.

  • czler   |   15. März 2018 - 17:13

    Danke an T.W.

  • D. KNÖPFEL   |   15. März 2018 - 17:28

    Dass es innerhalb der Feldjägertruppe nicht unumstritten sein soll, die Kaserne nach dem Kamerad Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein umzubenennen wäre mir vollkommen neu, meiner subjektiven Wahrnehmung nach stößt Dieses eher auf große Zustimmung und ein Gefühl der zunehmenden Anerkennung von Kameraden, die in letzter Konsequenz nicht nur bereit waren ihr Leben zu riskieren, sondern dieses tatsächlich einbüßten für den Auftrag.

    Viele Kasernen wurden nach erfolgreichen militärischen Führern und Persöblichkeiten des ersten und zweiten Weltkrieges benannt.
    Die Art moderner asymmetrischer Kriegsführung bringt heute seltener solche herausragenden Führerleistungen mit sich, als in Zeiten in denen beispielsweise ein ganzes Korps in Afrika taktisch für seine schnellen Züge gefürchtet war.

    Fakt ist Eines, Geschichte und Traditionspflege ist ein ständig wandelnder Prozess weil diese jeden Tag weiter geschrieben wird.

    Im Zuge dessen, Kasernen nach einer Personen zu benennen, die in einem aktuellen Konflikt gefallen ist und zu dem ein heute dienender Soldat eine Beziehung aufbauen kann finde ich persönlich gut und richtig.

    Es zeigt, dass die militärische Tradition und Geschichte fortgeschrieben wird, daher kann ich die Meinung nur Teilen, dass dies ebenso ein gutes Datum wäre um diesen Erlass bekannt zu geben, genau weil es eben das erste Mal ist, dass die Bundeswehr diesen Schritt geht.

    Zu einem Emmich Cambrai, habe ich als Feldjäger keine besondere Beziehung, zu Tobias Lagenstein habe ich das gedanklich sehr wohl.

  • Mackiavelli   |   15. März 2018 - 17:28

    Mein allerhöchster Respekt gilt dem gefallenen Kameraden.

    Über die Umstände des Anschlages ist mir wenig bekannt. Gibt es denn irgendetwas, dass die Pflichterfüllung des Hauptfeldwebels Langenstein besonders vorbildlich oder wegweisend gemacht hat?
    Ich verstehe, dass es für alle, die ihn kannten sicher eine gute Art der Erinnerung und eine Ehrerweisung ist, die Kaserne nach ihm zu benennen.

    Als jemand, der den Kameraden nicht kannte, finde ich die Namensgebung jedoch – allein aufgrund der Tatsache, dass er gefallen ist – nicht besonders inspirierend.

  • Schnulli   |   15. März 2018 - 17:49

    @ D. Knöpfel: Es gibt keinen Herrn „Emmich Cambrai“, vielleicht mal vor dem Schreiben informieren…

  • diba   |   15. März 2018 - 18:23

    Diese ewigen Nörgler hier – egal was gemacht wird, immer dieselben Schreiber, die das Haar in der Suppe suchen. Vielleicht sollte die nächste Kaserne dem besten Sesselstrategen hier im Forum gewidmet werden. Für jederzeitige Kommentare in allen Beiträgen und permantente bessere Vorschläge bei durchhaltender Kritik an unserer Führung. Ich hab da schon ein paar Namen / Kürzel im Hinterkopf.

  • KeDe   |   15. März 2018 - 18:57

    @diba +1

  • Anyone   |   15. März 2018 - 19:15

    @Mackiavelli: HF L hat als KdoFhr von dem gesamten Besuch an dem Tag aufgrund der Bedrohungslage abgeraten, wurde aber von der Schutzperson überstimmt. Aufgrund der Entwicklung vor Ort blieb dann nur der Menschenschild.

    @ T.W.: Zur Umbennenung: gegenwärtig ist geplant den Traditionerlass „neu“ in der 13.KW incl. einer PK in der Liegenschaft zu unterzeichnen (dürfte der erste große Auftritt des neuen GI sein) und im Anschluss die Umbennung (Medienwirksam) durchzuführen. Damit dürfte die gesamte „neue“ Führung anwesend sein…

  • Nick   |   15. März 2018 - 19:17

    @closius. Was ist mit dir nicht richtig. Wenn du nur ansatzweise wüsstest wie Tobi gefallen ist, dann würdest du nicht so einen Schwachsinn schreiben „die 1. Aufgabe eines PersSchtz ist es einen Anschlag zu verhindern“ Tobi hat das höchste Opfer was ein Mensch überhaupt geben kann erbracht, sein eigenes Leben. Und mit deiner Aussage suggerierst du mir, dass er seinen Job wohl nicht richtig gemacht hat und damit beschmutzt du sein Andenken und solltest dich schämen. Ich möchte nicht die Leistungen der Kameraden der Karfreitagsgefechte schmälern und meinetwegen können Kasernen der betroffenen Einheiten auch nach gefallenen oder im Kampf besonders bewehrten Kameraden benannt werden. Aber die Umbennung der ECK kam als Vorschlag aus der Truppengattung und aus einer Befragung innerhalb der SFJg/StDstBw. Zu Emmich und dem Ort Camrai haben wir FJg keinen Bezug. Zu Tobi schon. Und noch ein Nachbrenner. Zum Zeitpunkt seines Einsatzes war Tobi meines Erachtens nach schon Angehöriger der SFJg/StDstBw

  • duba   |   15. März 2018 - 19:34

    Die Umbenennungentspricht dem Zeitgeist: Dabeisein ist alles!

  • just2cent   |   15. März 2018 - 19:49

    @diba

    +1

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   15. März 2018 - 19:56

    @Schnulli
    Sehr erfrischender, erforderlicher Hinweis: Tradition beginnt eben nicht erst bei eigener Betroffenheit als Feldjäger.
    Kurz:
    Im April 1956 nahm dort die Heeresoffizierschule I (für die jüngeren Herrn, es gab derer DREI) ihren Dienst in der „Emmich-Cambrai-Kaserne“ auf. In den folgenden Jahrzehnten erhielten mehr als 50.000 junge Offiziere und Offiziersanwärter in Hannover-Vahrenheide ihre Ausbildung, – wenn das keine Tradition ist, was dann?
    1998, im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung, wurde die inzwischen in Offizierschule des Heeres umbenannte Einrichtung nach Dresden verlegt.

    Zur Feldjägerei in Hannover:
    1990 wurde auf dem Kasernengelände in Hannover ein Gedenkstein mit folgender Inschrift errichtet:
    „SUUM CUIQUE“
    [Jedem das Seine, Beschreibung des Gerechtigkeitsprinzips seit Platon]
    (250 JAHRE FELDJÄGER 1740–1990, GESTIFTET IM OKTOBER 1990 AUS ANLASS DER 250 JAHRFEIER VON DER KAMERADSCHAFT DER FELDJÄGER E.V.)
    Die Deutsche Feldjäger dürfen sich Hannover also in alter hannöverischer und preußischer Tradition wohl fühlen, die Umbenennung ist mehr als angemessen.
    Zu hoffen bleibt, dass die Herren Emmich und Cambrai nicht dem „neuen“ Traditionsverständnis geopfert werden.

  • Memoria   |   15. März 2018 - 19:59

    Das ist doch wirklich ein sinnvoller Schritt hin zu einer bundeswehreigenen Tradition mit Bezug zum Einsatz.
    Sehr gute Entscheidung.

    Gerade wegen dem tragischen Hintergrund eine zu begrüssende Entscheidung.

  • Henrik   |   15. März 2018 - 20:03

    Bin ich Feldjäger? Ja.
    Habe ich einen (emotionalen) Bezug zur Person Emmich oder dem Ort Cambrai?
    Nein. Nicht als Feldjäger, nicht als Soldat.
    Habe ich einen Bezug zu HptFw Lagenstein? Ja.

    Meinen Segen hat’s – nicht zuletzt, weil es mich immer (und zwar ganz konkret, nicht abstrakt) daran erinnern wird, was dieser Beruf letztlich für ein Opfer fordern kann.

    Kenne ich Widerstände aus unserer Truppengattung? Nein.
    Widerstände aus anderen Bereichen? Interessieren nicht.
    Jetzt ist auch nicht mehr die Zeit dafür.

  • Henrik   |   15. März 2018 - 20:09

    @ T.W.
    HptFw Lagenstein ist unmittelbar vor Kommandierung in den Einsatz aus seiner Bremer Kompanie zur damaligen VI. Inspektion der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr versetzt worden.

    Er war (wenn auch emotional natürlich noch „Bremer“) formal Schulangehöriger. Ein weiterer Grund, der ihn als Namensgeber prädestiniert.

  • Charly   |   15. März 2018 - 21:36

    Eine sehr gute Maßnahme, wer da noch Argumente gegen eine solche Entscheidung sucht, macht was falsch.

  • J.A.   |   15. März 2018 - 22:44

    @closius: Mit Verlaub, das ist eine absolut dämliche Aussage und sie zeigt, dass Sie als Verfasser nicht den Hauch einer Ahnung vom Geschehen im Bereich des Personenschutzes haben. Was ist das für ein dusseliger „Wettbewerbsgedanke“ wenn Sie behaupten, andere hätten sicher mehr geleistet und die Ehrung eher verdient? Erstens handelt es sich um die Ausbildungsstätte der Feldjäger – es wäre also naheliegend, einen Namen zu wählen, mit dem Feldjäger sich verbunden fühlen. Zweitens wurde dem Soldaten das ultimative Opfer abverlangt – sein Leben. Was kann man bitteschön noch mehr geben? Leben retten? Hat er getan. Einen professionellen Job verrichten und klaglos für seine Kameraden einstehen? Hat er getan.
    Karfreitag war nicht schön – ich war zur selben Zeit und in den letzten 10 Jahren über 1000 weitere Tage im Einsatz. Aber es gibt noch mehr Soldaten und Ereignisse, die es verdient haben in Erinnerung gehalten zu werden.
    Beste Grüße

  • T.Wiegold   |   15. März 2018 - 22:56

    Auch wenn es Ärger gibt über die Meinung von Mit-Kommentatoren: Ich respektiere die Meinung, bitte dennoch dringend darum, den Ton weniger konfrontativ zu wählen.

  • Spowi1978   |   16. März 2018 - 7:55

    @ A.W. | 15. März 2018 – 16:47
    Ich kann Ihrer Argumentation nicht folgen.
    Mit derselben Begründung hätten Sie gegen die Benennung der „Feldwebel Boldt Kaserne“ in Delitzsch (Sitz einer USH) antreten müssen.
    Fw Boldt (starb im Rahmen einer Ausbildung als er sich auf eine, bereits gezündete, Sprengladung warf und rettete damit zwei Kameraden das Leben) war auch nur da, hat keine herausragende Führerleistung gezeigt oder gar Maßstäbe gesetzt und „lediglich“ sein Leben geopfert.
    Ich muss hier kopfschüttelnd sitzen und mich fragen wie Sie zu solchen Aussagen kommen.
    Ansonsten schließe ich mich weitgehend den restlichen Kommentatoren an. Die Namensgebung hat Bezug zur Truppengattung, verweist auf eine Tradition der Bw und wurde in einem transparenten Prozess und unter Einbindung vieler Beteiligter getroffen.

  • T.S.   |   16. März 2018 - 8:28

    …auch wenn es zur Diskussion um die Namensgebung nicht wirklich dazu gehört (an der ich mich als Angehöriger der Schule nicht beteiligen werde), bitte ich darauf zu achten, dass es sich hier mitnichten nur um die „Feldjägerschule“ handelt, sondern um die >Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr<! Hier versehen Soldaten und Soldatinnen aller TSK und zahlreicher anderer Verwendungen Ihren Dienst. Nicht nur meine Kameraden und Kameradinnen der Feldjägertruppe

    MkG
    T.S

  • B.z.E.   |   16. März 2018 - 10:23

    Wenn man hier die Kommentare liet, die sich für die Namensänderung aussprechen, merkt man vor allem eines. Die Verfasser sind noch sehr jung.

    Die Argumentationen erinnern an das Kind an der Kasse, welches unbedingt etwas Naheliegendes bekommen möchte und dafür schreit und tobt.

    Aber diese Kommentare erschrecken auch zutiefst, machen sie doch deutlich, wie weit von der Öffentlichkeit diese Truppe abgerückt ist und wie indoktriniert sie sich präsentiert.
    Die Truppe offenbar genau in der selben moralischen Falle wie die Wehrmacht es war.
    Man fragt heute, warum die Soldaten damals keinen Widerstand geleistet haben.
    Nun diese hatte rale Gründe keinen Widerstand zu leisten. Es ging schlicht um ihr Leben und um das ihrer Angehörigen.
    Warum leistet die heutige Truppe, deren Soldaten täglich Meineid begehen, keinen Widerstand? Das schockierende ist, weil sie glauben alles richtig zu machen.
    Die Geschichtsschreibung wird leider zeigen, dass sie einem Regime dienen, welches völkerrechtswidrige Militäraktionen initiiert oder sich daran beteiligt und massiv gegen das Grundgesetz verstößt. Kein Soldat der Bundeswehr müsste im Ausland sterben!
    Es wird viel über die Umstände geschrieben wie der Hfw starb. Aber hat sich nur einer von Ihnen je die Frage gestellt, wofür der Hfw starb? Er stab leider für nichts.
    Schade eigentlich, aber um das zu erkennen, hat man den Soldaten offenbar den Weitblick entfernt.

    [Meineid ist was anderes, müssten Sie noch mal nachlesen. Ihr Kommentar ist mit den Behauptungen sehr grenzwertig; ich lasse den ausnahmsweise trotz Faktenferne mal zu. T.W.]

  • Alfred S.   |   16. März 2018 - 10:35

    Imho sollte ein Handeln das eigenen Entschluss, Mut und Erfolg für die Führung gewürdigt werden. Nicht wiehier ein einfaches vor Ort sein, wenn es auch zu für den Kameraden weitreichenden Folgen genügt hat.

  • A.W.   |   16. März 2018 - 10:45

    @Spowi 1978: Es hat auch niemand verlangt, dass Sie meiner Argumentation folgen müssen.
    Wieso ich bei dem Thema irgendetwas hinsichtlich der Feldwebel Boldt Kaserne denken oder tun müsste erschließt sich mir absolut nicht. Weder war ich damals Soldat, noch bin ich Angehöriger des Heeres. Nur weil es des Deutschen größtes Hobby ist „Meinungen“ zu haben muss ich mich dieser Neigung ja nicht für jeden Unsinn anschließen.

    Aber Sie werfen genau die Frage auf, die ich auch schon – selbstverständlich ohne eine Antwort zu erhalten – dem Inspekteur SKB gestellt habe: Wer sind denn unsere Vorbilder, wer hat denn vorbildliche militärische Spitzenleistungen in der SKB gezeigt oder als militärischer Führer im Gefecht brilliert? Die Antwort ist so deprimierend, wie auch einfach: Wir wissen es nicht, weil sich niemand in der Bundeswehr/den TSK jemals darum gekümmert hat hier – auch im Sinne von Tradition und Selbstverständnis – Geschichtsschreibung zu betreiben.
    Und deswegen spricht dann in der Konsequenz auch nichts dagegen, wenn wir die Kaserne nach einem herausragenden Soldaten, wie dem Kameraden Lagenstein zu benennen. Von diesen herausragenden Soldaten haben wir zwar viele in der Feldjägerei, aber leider wissen wir mangels Dokumentation nicht, wer im Sinne militärischer Traditionen als wirkliches Vorbild herhalten könnte.

    @duba: Die Umbenennung ist in diesem Fall lange vor den mal gerade wieder aktuellen üblichen politischen/journalistischen deutschen Umbenennungsforderungskampagnen aus der Truppe heraus initiiert worden.

  • Pio-Fritz   |   16. März 2018 - 11:31

    @B.z.E. | 16. März 2018 – 10:23

    Was Ihr Post mit der Umbenennung der Kaserne zu tun hat, wissen wahrscheinlich nur Sie selber. Das ist schon sehr OT.

    Ansonsten ergehen Sie sich in eine völlig sinn- und faktenfreie Verschwurbelung von historischen Geschehnissen innerhalb einer Diktatur und versuchen irgendwie den Bogen zu spannen zur Bundeswehr von heute innerhalb einer parlamentarischen Demokratie. Verbunden mit einem Aufruf zur Befehlsverweigerung.

    Schade, das Sie für diesen Beitrag Strom verschwendet haben.

  • ThoDan   |   16. März 2018 - 11:34

    @A.W.

    Welche anderen militärischen Spitzenleistungen außer als Führer im Gefecht zu brillieren erkennen sie denn an?
    Nicht gerade der Bereich wo die SKB mkn ihr Schwergebiet hat.

    MKn hat jeder US Soldat, der sich auf eine Granate geworfen hat um seine Kameraden zu schützen die Medal of Honor bekommen.
    Andererseits wurden von der US Army Kasernen nach z.B. Braxton Bragg benannt, nicht das man General Bragg je militärische Brilianz unterstellt hätte.

    Ich sehe jetzt nicht wo Feldwebel Boldt weniger tapfer gehandelt hätte als Rodger Young.

  • A.W.   |   16. März 2018 - 11:56

    @ThoDan: Warum sollte „ich“ irgendetwas anerkennen? Welche Relevanz sollte das haben? Richtig, keine. Und was einzelne Soldaten einer TSK herausregend in gefechtssituationen geleistet haben sollte die TSK wohl beantworten können, kann aber keine einzige!

    Also: Offenbar haben Sie das Problem nicht verstanden: Wir wissen gar nicht welche Leistungen es gibt, die überhaupt Anerkennung erfahren könnten, weil die Bundeswehr insgesamt sich damit nicht befasst hat (das wäre ja völlig untypisches agieren und gestalten, anstatt reagieren).
    Ich hatte mal die Hoffnung, dass wir in die richtige Richtung gehen, als ein paar der Berichte über die Einzeltaten derjenigen veröffentlicht wurden, die als erste das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit erhalten haben. Aber die hat sich schnell zerschlagen.

  • xyz   |   16. März 2018 - 16:07

    Am Liebsten würde ich jedem gefallenen Soldaten eine Kaserne widmen, aber das wird so wohl kaum funktionieren.

    Die sonstige Kritik an der Umbenennung kann ich zwar wegen der aktuellen Probleme verstehen, aber man kann an den ehemaligen Namensgeber auch noch anders gedenken. So vermeidet man Applaus aus gewissen Kreisen.

  • Napo   |   16. März 2018 - 18:48

    @ duba @just2cent
    Die anstehende Umbenennung ist keine Frage des Zeitgeistes, sondern das Ergebnis der zeitlosen Aufgabe, Bestehendes auf seine Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Und hier kam die Truppe zu der Erkenntnis, dass die Taten des Gen v.Emmich in 1914/1915 und die Schlacht bei Cambrai in 1917 einen geringeren identitätsstiftenden Bezug zur Bundeswehr haben, als das dienstliche Leben eines ausgewählten UmP von 1980 bis 2011.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   16. März 2018 - 19:14

    @Napo
    „Und hier kam die Truppe zu der Erkenntnis, …“
    Welche Truppe, bitte?
    Mal in die Historie blicken und Geschichte der Panzertruppe(n) studieren, einschließlich Ausbildungstraditionen an der PzTrS für PzTr und PzGrenTr, bis vor nicht allzu langer Zeit auch noch PzAufklTr:
    Die Schlacht von Cambrai im Ersten Weltkrieg war die erste große Panzeroffensive der Geschichte, verantwortet durch die Briten nach Kriegseintritt der USA.
    Absicht war, das Momentum der Bewegung durch vor Infanteriefeuer geschützte Systeme in die starren Fronten zu bringen.

    Cambrai markiert die geistige Geburtsstunde der „Deutschen Panzerwaffe“ und wirkt ABSOLUT IDENTITÄTSSTIFTEND!
    Von Cambrai zum Leopard 2 A7V findet sich in der PzTr eine ungebrochene Traditionslinie!

  • Napo   |   17. März 2018 - 9:46

    @ Klaus-Peter Kaikowsky
    Da liegen aber doch einige Irrungen vor – zur Erläuterung:
    Bei der Wahl von Kasernennamen hat die dort stationierte Truppe das Vorschlagsrecht, also die Angehörigen des Stammes der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr sowie die beiden Dienststellen des Sanitätsdienstes. Das Vorschlagsrecht für eine TrGtg gibt es nicht.
    Der Angriff britischer Panzer bei Cambrai ist nur ein Teil des zu wechselnden Namens – Haken dran.
    Dieser britische Angriff markiert natürlich nicht die Geburtsstunde der deutschen PzTr, da er in der Folge eben nicht zum Aufbau eines Pendants in der kaiserlichen Armee führte und die Väter der deutschen PzTr später andere Begründungen als die britischen Einsatzgrundsätze 1917 für ihre Konzeptionen formulierten.
    Das wichtigste aber ist:
    Geschichte einer TrGtg ist nicht automatisch Tradition und vom A7V zum Leopard gibt es ganz sicher keine ungebrochene Traditionslinie. Tradition ist eine wertebezogene Auswahl aus der Geschichte und die Werte des Kaiserreiches sind nicht die, die für die Angehörigen der Bundeswehr / Soldaten der Emmich-Cambrai-Kaserne identitätsstiftend sind.
    Ich bin Ihnen trotzdem dankbar für Ihren Beitrag, hilft er doch, die Breite der argumentativ zu überwindenden (Fehl-) Meinungen zu erfassen.
    Nachsatz und Hinweis für die militärgeschichtlich Interessierten: Die Schlacht bei Cambrai kann als eine Geburtsstunde des GefVbdWa bezeichnet werden – Stichwort: Stosstruppverbände auf deutscher Seite. Ändert aber nichts an meiner Stellungnahme.

  • uli   |   17. März 2018 - 10:45

    @Napo

    „Tradition ist eine wertebezogene Auswahl aus der Geschichte und die Werte des Kaiserreiches sind nicht die, die für die Angehörigen der Bundeswehr / Soldaten der Emmich-Cambrai-Kaserne identitätsstiftend sind.“

    Ja, Tradition ist eine wertebezogene Auswahl aus der Geschichte. Aber soldatische Tugenden und Werte sind imho zeitlos und haben eben wenig bis gar nichts mit dem vorherrschenden System oder gar dem Zeitgeist zu tun.

  • T.Wiegold   |   17. März 2018 - 10:57

    Oh weh. Diese hier im Zusammenhang mit dem Traditionserlass schon xfach geführte Debatte über „der Soldat und das Soldatsein an sich“ starten wir hier nicht erneut. Und auch die Frage, wie zeitlos soldatische Tugenden sein können (auch wenn sie im Dienst eines verbrecherischen Regimes stehen) haben wir hier schon zigfach durchdiskutiert.

  • Voodoo   |   17. März 2018 - 11:06

    Ich persönlich finde diese Umbenennung eher unglücklich. Nicht etwa, weil ich dem Gefallenen respektlos gegenüber eingestellt wäre oder die Intention dahinter nicht erkennen würde, sondern einfach, weil sie für mich ein Nachbeben der „Afghanisierung“ darstellt. Provokant und überspitzt formuliert: Was machen wir denn bitteschön, wenn es tatsächlich mal richtig knallt? Benennen wir dann konsequent jede Kaserne und jeden Block um, bis uns die Liegenschaften ausgehen?
    Wenn es wirklich der Wunsch der Truppe war, so gilt es diesen zu respektieren. Allein, manchmal ist gut gemeint nicht gleichzeitig auch gut gemacht.

    Aber positiv gesehen: Wenigstens benennen wir hier eine Kaserne in Deutschland um und nicht etwa eine temporäre EInsatzliegenschaft in der Wüste, die auf absehbare Zeit an irgendwen übergeben wird, der mit dem Namen nichts anfangen kann…

  • wetzelsgruen   |   17. März 2018 - 17:34

    Einer sachlichen Betrachtung folgend, muss man schon die Frage stellen ob der derzeitige Name: „Emmich-Cambrai “ im Jahre 2018, also über 100 Jahre nach den Ereignissen auf die sich die Namensgebung bezieht, noch sinnstiftend, identitätsstiftend oder sonstwie tauglich für eine Kaserne der Bundeswehr ist. Nebenbei bemerkt, wer ausser interessierten Kreisen kann denn heute noch wirklich General Emmich sofort und fehlerfrei zuordnen? Cambrai ist glücklicherweise noch als Ort mehr oder weniger bekannt, von der Kenntnis über historische Gefechte in diesem regionalen Zusammenhang sind wir aber wirklich weit entfernt……
    Die Diskussion auch hier im Blog zeigt ja trotz unterschiedlicher Meinungen eines auf, entscheidend ist: was verbindet mich persönlich mit dem Namen, was interpretiere ich hier hinein und wo sehe ich mich selbst. Alle diese Fragen sind im Zuge der Umbenennung gestellt und diskutiert worden, auch die Palette der Vorschläge war breit gefächert. Der aus meiner Sicht entscheidende Punkt für die Wahl war die mögliche Identifikation eines jeden jungen Lehrgangsteilnehmers mit der Person des Namensgebers. Ein zeitlich deutlich vor der Befassung höherenorts mit dem Traditionserlass gelegener Startpunkt der Umbenennung sicherte glücklicherweise eine recht freie Meinungsbildung, auch wenn der Anteil Stabsdienst an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr möglicherweise weniger Bezugspunkte zur Person hat.. Insgesamt eine würdige Ehrung für einen gefallenen Kameraden aus meiner Sicht.

  • Voodoo   |   17. März 2018 - 19:46

    @ wetzelsgruen

    Ich finde das Argument „Kennt niemand mehr“ sehr schwach – denn daran sind die Streitkräfte selbst Schuld. Der Anteil an Militärgeschichte, oder meinetwegen auch Modern Military Studies, ist, verglichen mit anderen Streitkräften, ein schlechter Witz und findet im täglichen (Wochen-)Dienst zudem faktisch nicht statt.

    Noch dazu ist das Argument zusätzlich noch heikel; mit der gleichen Begründung könnte man auch die Völkerschlacht nebst Denkmal in Leipzig planieren: Kennt kaum einer mehr, kann ich mich nicht identifizieren, also weg damit!

    Als kleinen Denkanstoß (und in keinster Weise herabwürdigend gemeint): In 25 Jahren wird keiner der Soldaten in Hannover mehr wissen, wer HptFw Lagenstein war – mit Glück lesen sie das „Stubenheft“ zu Lehrgangsbeginn oder die Bronzeplakette am Stabsgebäude (oder wo auch immer) durch. Müsste man die Liegenschaft dann nicht konsequenterweise wieder umbenennen?

  • S.K.   |   17. März 2018 - 19:48

    Zum Thema Angehörige des Stammes und deren Vorschlagsrechts… Mit ist nicht bekannt, wann je eine Abfrage oder Abstimmung stattfand, bei der überhaupt über die Umbenennung Thema war.
    Unabhängig davon sehe ich es auch eher kritisch, einen ehemaligen Feldjägerkameraden für die Umbenennung auszuwählen. Zumal, wie bereits gesagt, nicht nur Feldjäger ausgebildet werden und es zudem auch noch andere Dienststellen in der Liegenschaft gibt.
    Abseits davon ist es für mich schon eine Heldentat, auch das, wofür man ausgebildet wurde, auch im Moment wo es darauf ankommt, umzusetzen und damit auch sein Letztes… sein eigenes Leben zu geben, um den Auftrag zu erfüllen.

  • Napo   |   17. März 2018 - 20:34

    Eine Person „zu kennen“ ist nicht gleichzusetzen mit „sich damit zu identifizieren“ und vice versa.
    Ich setze bei jungen Menschen immer voraus, dass ich sie zunächst informieren / ausbilden muss – heute wie auch zukünftig.
    Der Kasernenname muss dann, nach der Information / Ausbildung der jeweils neuen Kasernennutzer, eine Identifikation mit dem Dienst und seinen Prinzipien/ Werten ermöglichen.

    @ S.K.
    Das Verfahren zur Umbenennung und die Information ist und war so angelegt, dass eine vermeintliche individuelle Unkenntnis des gesamten Vorganges / der Beteiligung des Stammes mE eine bemerkenswerte Ausnahme darstellt.

    Hinsichtlich des TrGtg-Bezuges sollte berücksichtigt werden, dass es in allen Liegenschaften mit TrT / DSt unterschiedlicher „Couleur“ mehr oder weniger große individuelle Nähe der Kasernennutzer zum Namen geben wird – gerade daher kommt es eben auch darauf an, nicht nur die TrGtg zu sehen, sondern die Gesamtpersönlichkeit und die sonstigen Umstände des Namenspatrons so darzustellen, dass sich alle / möglichst viele der dort stationierten Soldaten damit truppengattungsübergreifend identifizieren können.

  • Wetzelsgruen   |   18. März 2018 - 2:19

    @Voodoo
    General Emmich als Namensgeber eines zentralen Platzes in Hannover ist ja auch nur noch wenigen Einwohnern bekannt, hier ist eine Umbenennung durch die Stadt zumindest in der Diskussion.
    Unabhängig davon, “ kennt keiner mehr “ beschränkt sich sicher nicht auf Militärgeschichte sondern auf deutsche Geschichte insgesamt. Hier sehe ich deutliche Defizite in der Schulbildung, sogar hier im Blog mit interessierten Personen scheint man sich ja über die Bedeutung und Interpretation der Schlacht bei Cambrai nicht einig zu sein……siehe oben.
    Aber wie wollen Sie denn sinnstiftend etwas bewahren wenn der Gegenstand der Betrachtung nicht mal bekannt ist?
    Um Ihr Argument aufzugreifen“ Afghanisierung“ sehe ich hier nicht, eher die erstmalige Beteiligung der Bundeswehr an Kampfhandlungen, leider mit tragischen Folgen.

  • Voodoo   |   18. März 2018 - 13:16

    @ Wetzelsgruen – 2:19

    Sie vermischen hier zwei Strömungen: Eine Umbenennung von Plätzen und Strassen im öffentlichen Raum ist immer auch ein ideologischer Wettstreit um die pol. Deutungshoheit. Gerade in Universitätsstädten (Hannover, Berlin, Münster, etc.) gibt es daher oft einen Wettstreit zwischen (weit-)links stehenden und konservativen Strömungen (plakativ gesprochen: Hindenburgplatz vs. Rosa-Luxemburg-Platz). Insofern ist der zivile Kontext, zumindest in Teilen, ungeeingnet für einen Vergleich mit den Verhältnissen innerhalb der Streitkräfte.

    Was ihre Ausführungen zu historischen Bildung betrifft: Gut beschrieben – aber was will man auch machen, wenn Landespolitiker (*hust* Berlin…) das Fach Geschichte vom Lehrplan schmeißen wollen? Die Geister die ich rief…

  • Larry   |   18. März 2018 - 15:45

    Eine Umbenennung der Emmich-Cambrai Kaserne erscheint mir, im historischen Kontext betrachtet, sinnvoll, da die Liegenschaft aus ehemals mehreren Kasernen zusammengelegt wurde (daher auch der Doppelname). Ein großer Teil der ehem. Liegenschaft steht zudem der Bundeswehr heute nicht mehr zur Verfügung und verfällt.

    Darum erscheint mir eine „neu Sortierung“ und Zusammenfassung unter einem Namen als sinnvoll und zeitgemäß. Man sollte aber keineswegs Vergessen, dass die Schlacht von Cambrai ca. 45.000 (!) deutschen und ca. 45.000 (!) alliierten Soldaten das Leben kostete. Dem sollte weiterhin gedacht werden. Und auch hier waren mit Sicherheit hervorragende Einzelleistungen dabei.
    Wenn man als FJg nach Dienstschluss gelegentlich zu einem Buch greift und nicht nur Stunden im Kraftraum oder unter einem Solarium verbringt, kann man so tatsächlich Bezug zu diversen militärischen Themen herstellen.
    Die „Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bw“ nach einen Feldjäger oder Stabsdienstsoldaten zu benennen klingt logisch und zeigt, dass die Führung eben nicht einfach einen möglichst allgemein klingenden, dem Zeitgeist entsprechenden, Namen einer Liegenschaft überstülpt.
    Die Liegenschaft nun nach dem Feldjäger Hauptfeldwebel Lagenstein zu benennen ist offensichtlich kontrovers. Es gibt die Befürworter, die häufig mit ihm emotional verbunden sind und die Kritiker, deren Hauptargument es häufig ist, „er habe ja nichts Heldenhaftes geleistet“ (was nicht bewiesen ist) wie hingegen z.B Fw Boldt, der sich wissentlich auf die Sprengladung warf.
    Fakt ist aber, und ich denke da sind sich beide Seiten schmerzlich einig, HptFw Lagenstein ist der erste Feldjäger der Bw, der durch Feindeinwirkung gefallen ist. Und daran wird sich nichts ändern. Darum, zur Erinnerung und Mahnung, ist die Umbenennung sinnvoll.
    Zudem sollte aber eine Möglichkeit gefunden werden, weiterhin an die Schlacht von Cambrai zu erinnern.

  • Soldiermom   |   18. März 2018 - 17:37

    Ich finde die Idee sehr gut und es sollte mehr Kasernen geben, die umbenannt werden. Wenn es schon nicht mehr statthaft ist, in Kasernen mit Namen von WK2 Größen -Treue um Treue- zu schwören, sollten die Kaserne auch keine Namen aus der Zeit mehr tragen.