Ausbildung in Pfullendorf: Verdacht auf „beabsichtigte Überforderung“

Die Spezialausbildungskompanie 209 in Pfullendorf ist eine besondere Einheit. Nicht nur, weil sie mit rund 500 Soldatinnen und Soldaten eine der größten Kompanien des Heeres ist: In dieser Einheit wird der Feldwebel-Nachwuchs für die Fallschirmjägertruppe und das Kommando Spezialkräfte (KSK) ausgebildet. Das bedeutet zum einen höhere körperliche Anforderungen – zum anderen aber auch, dass diese Kompanie gerade nach den verschiedenen Vorfällen des vergangenen Jahres am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf unter besonderem Augenmerk steht.

In dieser Ausbildungskompanie, deren Auftrag grundsätzlich der gleiche ist wie bei den Feldwebel- und Unteroffizierbataillonen des Heeres, lief nach den bisherigen internen Ermittlungen der Bundeswehr Anfang Januar bei der ausdauerorientierten Sportausbildung etwas gründlich schief.

Bei einem 15-Kilometer-Lauf erlitten sieben Rekrutinnen und Rekruten körperliche Erschöpfungserscheinungen unterschiedlicher Art, heißt es in einem Bericht, den der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber dem Verteidigungsausschuss des Bundestages vorlegte. Ein Soldat brach sogar bewusstlos zusammen und kam erst während der Verlegung in das Kreiskrankenhaus Pfullendorf wieder zu sich.

Zuvor hatten die Ausbilder die Rekruten über das normale Laufpensum hinaus gefordert. Aus dem Bericht, der Augen geradeaus! vorliegt:

Nach 1,5 km konnte die Marschformation an einer Steigung aufgrund der zu hohen körperlichen Belastung nicht mehr eingehalten werden. Es kam zu „Abrissen“.
Daraufhin hat der Ausbilder den vorn laufenden Rekruten befohlen, umzukehren und die zurückliegenden Rekruten wieder einzusammeln. Diese Maßnahme wurde insgesamt dreimal wiederholt. Dabei brach der o.a. letztgenannte Rekrut gegen 14.00 Uhr zusammen und wurde bewusstlos.

Aus den bislang bekannten Einzelheiten dieses Ausbildungslaufs wird in Taubers Bericht der Schluss gezogen:

Der Geländelauf wurde in diesem Fall überfordernd und dem Ausbildungs- und Trainingsstand der Feldwebelanwärter zu Beginn der Ausbildung nicht angemessen durchgeführt. Es besteht darüber hinaus der Veracht, dass der Geländelauf als „Selektionslauf“ angelegt und zumindest die Überforderung einer Rekruten beabsichtigt gewesen sein könnte.
Es hat sich damit der Verdacht erhärtet, dass im vorliegenden Fall nicht nur die Methodik der Sportausbildung falsch war, sondern auch gegen Grundsätze einer zeitgemäßen Menschenführung und weitere soldatische Pflichten verstoßen worden sein könnte.

Bei dieser – vorläufigen – Beurteilung spielte offensicht eine Rolle, dass die Rekruten erst am 2. Januar ihren Dienst bei der Bundeswehr angetreten hatten – exakt eine Woche vor diesem Training.

Als erste Konsequenz wurde gegen den Oberleutnant, der als Zugführer den abwesenden Kompaniechef vertrat, eine Disziplinarbuße von 2.000 Euro verhängt: Wegen des Verstoßes gegen die Fürsorgepflicht, die Pflicht zur Dienstaufsicht sowie gegen Dienstvorschriften, heißt es in dem Bericht. Gegen den Gruppenführer bei dieser Ausbildung wurden disziplinarische Vorermittlungen eingeleitet, außerdem seien die Ermittlungsunterlagen auf Anfrage der Staatsanwaltschaft Hechingen zur Verfügung gestellt  worden.

Im Heer wie im Ministerium dürfte zudem für Ärger gesorgt haben, dass sowohl das Ressort als auch das Kommando Heer erst durch anonyme Schreiben am 14. Januar von dem Vorfall am 9. Januar erfuhren. Im Meldewesen Innere und Soziale Lage der Bundeswehr wurde das Ereignis, meldepflichtig wegen des Ausfalls eines Soldatens, erst am 17. Januar eingestellt.

Die Probleme in der Spezialausbildungskompanie trugen offensichtlich zu der Weisung des Ausbildungskommandos von Mitte März bei, in der die Bedeutung individueller körperlicher Unversehrtheit hervorgehoben wird. Kommandeur Generalmajor Norbert Wagner hatte in seinem Schreiben auch darauf hingewiesen, dass ein Vorfall in Pfullendorf derzeit strafrechtlich untersucht werde.

(Erste Berichte über den Vorfall im Januar hatte es Anfang März in der Lokalpresse gegeben, z.B. im Südkurier; Link aus bekannten Gründen nicht. Den Bericht Taubers hatte am heutigen Mittwochmorgen auch Spiegel Online aufgegriffen.)

(Archiv/Symbolbild: Durchschlageübung der 5. Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt am 14.06.2010 – Bundeswehr/Andrea Bienert; leider habe ich keine verwendbaren Fotos von Ausbildung im Sportanzug finden können. Hat jemand was passendes?)

An der Heimatfront · 12:24h ·  

68 Kommentare zu „Ausbildung in Pfullendorf: Verdacht auf „beabsichtigte Überforderung““

  • Tom   |   21. März 2018 - 12:44

    Interessant ist der PUNKT!!, dass es zu diesem Zeitpunkt nur einen Übungsleiter Bw in der Kp gab, der entsprechend der neuen Vorschrift Sport in der Bw die Ausbildung durchführen sollte. Hier ist meiner Meinung nach keine generell böse Absicht zu unterstellen.

    Und mal im Ernst, was soll er alleine! machen, die Kameraden liegen lassen? Alleine laufen lassen? Egal was er gemacht hätte (außer den Lauf anzubrechen und duschen zu gehen) er wäre wohl am A. gewesen (unter der Prämisse, dass nur Übungsleiter die Sportausbildung durchführen dürfen).

  • Heinrich Werner   |   21. März 2018 - 12:56

    Ich muss jetzt wirklich mal nachfragen. war es wirklich ein 15 km Lauf im Gelände und was trug man an Anzug/Ausrüstung? Weis darüber jemand was? Es fällt mir schwer zu glauben, dass Rekruten mit DE 02.01. am 09.01. dazu gefordert waren. Dann werde ich gerne dazu einen Kommentar abgeben.

  • wacaffe   |   21. März 2018 - 12:57

    wenn politik und gesellschaft nicht verstehen wollen das ein „selektionslauf“ und änhnlich geartete Instrumente zur geistigen und mentalen bestenauslese elementarer Bestandteil militarischer Ausbildung (gerade in körperbetonten Infanterietruppenteilen) sind kann man den Laden auch dichtmachen.

    Fast jeder aspekt der oben als protokriminell beschrieben wird ist selbstverständliche und selbstbewusst kommunizierter bestandteil militärischer Ausleseverfahren bei allen mir bekannten Streitkräften im Ausland.

    Tenor: Wir wollen gar nicht jeden / Wer seine körperlichen grenzen nicht durch mentale stärke überwindet ist beid uns fehl am platze / Verletzungen im Auswahlvefahren gehören dazu, bereitet euch eigenverantwotlich vernünftig auf ausbildung vor.

    Wenn das jetzt selbst durch die Institution BW nicht mehr klar und deutlich gegen kollektive medial/politsche Hysterie vertreten wird kann ist man endgültig institutionalisiertes Mittelmaß.

    Die Quittung gibt es dann im Gefecht das keine politisch korrekte Rücksicht auf Defizite nimmt sondern sie deutlich endgültiger „selektiert“ als fordernde Ausbildung

  • Fritz   |   21. März 2018 - 12:57

    Richtig gehandelt und somit ein Zeichen Gesetz.
    Ich bin für Härte und fordernde Ausbildung. Fordern bedeutet die Leistungsfähigkeit zu fördern, im Ergebnis steht am Ende der trainierte Soldat. Psychisch und Physisch.
    Das muss mit Plan und in Phasen erfolgen , will heißen der Faktor Zeit muss berücksichtigt werden.
    ABKP 209 hat den Auftrag Nachwuchs für die Speerspitze auszubilden und zu befähigen.
    Das Aussuchen / selektieren von Kommmandosoldaten ist Aufgabe des KSK und wird im Eignungsfeststellungsverfahren von diesem auch durchgeführt.
    Hier wird dem Soldaten dann alles abverlangt, sehr wohl mit bedacht und unter Beachtung der Pflicht zur Fürsorge.

    Die Ausbilder die glauben das sie mit übertriebener Härte bei jungen Soldaten alles richtig machen haben es nicht verstanden. Der Auftrag ist Soldaten Auszubilden und sie schrittweise an Belastung heranzuführen. Am Ende steht dann ein guter Soldat.

    Es wird immer ein Teil nicht das gewünschte Ergebnis liefern, hier kann dann ein Wechsel in eine andere AVR angestrebt werden…

  • SinkTank   |   21. März 2018 - 12:59

    Mein Beileid für den Oberleutnant, der ja „nur“ den zuständigen Kompaniechef=Ausbildungsleiter vertrat. Hier wäre doch die Frage, ob solche Läufe in der zweiten Ausbildungswoche institutionalisiert und auch z.B. über Vorlage von Ausbildungsplänen auch an höhere Vorgesetzte bekannt waren. Dann hätte auch die Diskrepanz der Übungsleiter, wie mein Vorredner anmerkt, durchaus gemeldet werden können. Das gleiche gilt für Abruchzahlen bei Rekruten.

  • Wa-Ge   |   21. März 2018 - 13:02

    @Tom | 21. März 2018 – 12:44

    Nein Leitung ist nicht gleich Durchführung. Um etwas zu leiten muss man im Verständnis der Bundeswehr nicht an Ort und Stelle sein, man muss sich aber wohl zu dem Zeitpunkt mit der Thematik auseinandersetzen. (Siehe Leitung eines Gefechtsschießens)

    Der Leitende trägt die Verantwortung und sorgt für den ordnungsgemäßen Ablauf der Ausbildung/der Übung, er kann dazu Gehilfen einteilen die diesen bei der Durchführung des Ausbildungsabschnittes unterstützen.

    Bedeutet, der Idee nach muss der Leitende vor jeder Ausbildung seine Gehilfen einweisen wie diese sich in welcher Situation verhalten sollen und wo unter Umständen der Leitende informiert und dazugeholt werden soll/muss.

    Soweit die Theorie, in der Praxis ist dies nicht möglich, da es schon alleine an dafür geeigneten dienstlichen Kommunikationsmitteln mangelt (da das 70er halt eben nicht mit auf einen Dauerlauf genommen werden kann, wie es auf der Schießbahn erfolgt). Daher wird praktisch Laufstrecke vorgegeben und die Durchführenden der Ausbildung führen diese so wie sie es gelernt haben.

  • Pio-Fritz   |   21. März 2018 - 13:29

    @Tom | 21. März 2018 – 12:44

    Ein Übungsleiter Bw reicht doch, er kann sich so viele Hilfsausbilder mitnehmen, wie er braucht. Er muss sie nur anleiten und beaufsichtigen, d.h. nicht, er muss diese ununterbrochen im Auge haben, sondern regelmäßig kontrollieren. Dann hätte er Leistungsgruppen während des Laufens bilden können. Oder das Gesamttempo drosseln, damit die Gruppe zusammenbleibt.
    Er hat sich anders entschieden, was sich als kontraproduktiv erwiesen hat. Solange keiner bleibende Schäden hat, wäre für mich auch alles gut. Das entspricht nur nicht mehr der neuen Weisungslage, und dann auch noch zu spät gemeldet.
    Da kreist alleine schon der Hammer, weil jeder Vorgesetzte seinen Hintern an die Wand bringen will.

  • Simon   |   21. März 2018 - 13:30

    Dass es überhaupt als diskussionwürdiges Problem wahrgenommen wird, dass in einer Spezialausbildungskompanie (!) Soldaten „körperliche Erschöpfungserscheinungen“ erfahren bzw. „erlitten“ hätten, spricht Bände über den Zustand der Bundeswehr und ihrer politischen Führung. Da ist es nicht erstaunlich, wenn gerade die Leistungsbereiten und Motivierten, die die Herausforderung suchen und dazu bereit sind an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen, in der Bundeswehr oft keinen geeigneten Arbeitgeber mehr sehen.

  • T.Wiegold   |   21. März 2018 - 13:36

    @wacaffe

    Fast jeder aspekt der oben als protokriminell beschrieben wird ist selbstverständliche und selbstbewusst kommunizierter bestandteil militärischer Ausleseverfahren bei allen mir bekannten Streitkräften im Ausland.

    Sieben Kalendertage bzw. am fünften Diensttag nach Dienstantritt?

  • Retired   |   21. März 2018 - 13:47

    Rekruten? Feldwebelanwärter? Spezialkompanie?
    Das macht in meinen Augen alles wenig Sinn. Vielleicht kann das mal jemand aufklären und erläutern. Mir ist durchaus bekannt, dass Soldaten aufgrund ihrer Berufserfahrung als SU oder Fw eingestellt werden können (völliger Blödsinn, meiner Meinung nach, aber das ist ein anderes Thema).
    Aber wie kommt ein einwöchiger Rekrut in eine Spezialkompanie als Feldwebelanwärter? Es gab mal eine Zeit, da musste jeder eine AGA durchlaufen (bestehen!), dann gab es Unteroffizierlehrgänge und erst dann gab es irgendwelche Speziallehrgänge. Es gab also genügend Zeit den Anwärter zu trainieren.
    Dass der Anwärter von der Straße nicht den Anforderungen einer Spezialkompanie gewachsen ist, sollte doch wohl jedem klar sein. Oder werden die speziell ausgesucht?

  • Heinrich Werner   |   21. März 2018 - 13:53

    Ich denke auch, man sollte keinem böse Absicht unterstellen. Aber vielleicht sollte man auch mal bei der Realität bleiben. Die Bundeswehr wirbt mit Vehement um Nachwuchs. Für den einen oder anderen Kandidaten stellen besonders Spezialtruppen ein Anreiz dar. Da werden aus meiner Sicht auch falsche Bilder gestellt. Ich bin mir aber ganz sicher, dass viele der Kandidaten sich davon eine falsche Vorstellung machen. Und sich dabei überschätzen. Über das Auswahlverfahren bei der Einstellung äußere ich mich lieber nicht. Einer Spezialausbildungskompanie dürfte das bekannt sein. Die hat jetzt die Aufgabe heraus zu finden, wer ist geeignet oder nicht. Das ist eine besondere Aufgabe. Möchte ich auch nicht tauschen. Sie müsste wissen, dass nicht alle, die ihren Dienst antreten, dafür auch geeignet sind. Das ist ihre Aufgabe! Sie müsste auch wissen, dass Rekruten mit DE 02.01. am 09.01. bei einem 15 km-Lauf Probleme haben. Also aus meiner Sicht vorsichtig herangehen. Aufbauen nannte das aus meiner Zeit. Auch wenn ich jetzt einigen auf die Füße trete, aber 15 km nach einer Woche ohne die Kandidaten zu kennen?

  • Elahan   |   21. März 2018 - 13:59

    @T.Wiegold

    Danke, deutlicher kann man es nicht schreiben und wie unprofessionell müssen die Kameraden sein wenn sie Bürger nach fünf Tagen durch eine Spezialausbildungskompanie jagen?

  • Wa-Ge   |   21. März 2018 - 14:06

    @ Retired | 21. März 2018 – 13:47

    Die 209 ist die Stammeinheit der FschJgFwAnwärter. Dort werden die vorher selektierten Kameraden eingezogen und dort durchleben diese einen großen Teil Ihrer Gefechtsausbildung und Vorbereitung auf Führerlehrgänge und Auswahlverfahren. Dort wird auch bereits die Trennung vorgenommen welche Soldaten fürs Auswahlverfahren KSK antreten und welche von Anfang an „nur“ Fallschirmjägerfeldwebel werden wollen.

  • T.Wiegold   |   21. März 2018 - 14:09

    Ehe es weitere Verwirrung gibt, noch ein Satz aus dem Bericht:

    Der I. Zug (Grundausbildungszug) der SpezAusbKp 209 bildet zurzeit Rekrutinnen und Rekruten im Rahmen des Feldwebel-/Unteroffizieranwärterlehrgangs (FA/UAL) Teil 1 aus, die am 2. Januar 2018 in die Bundeswehr eingetreten sind.

  • FlaOffz   |   21. März 2018 - 14:12

    Der Vergleich Leitender Schiessen mit Leitender der Ausbildung vs. Durchfuehrender ist aber eher unpassend.
    In der Grundausbildung ist der KpChef grundsaetzlich Ausbildungsleitender gem. Dienstplan. Das ist schon seit langer, langer Zeit so.
    Muss er deshalb waehrend jeder Ausbildung vor Ort sein? Nein.
    Denn der Durchfuehrende hat dort die Verantwortung (der Durchfuehrende ist im Dienstplan benannt, oder bei groesseren Ausbildungsvorhaben in einem gesonderten Befehl).
    Interessant ist in Zusammenhang mit Sport, dass nur ausgebildete Uebungsleiter Sport durchfuehren duerfen, also persoenlich vor Ort den Sport leiten.

    In der Tat herrscht in der Truppe massiv Mangel an Uebungsleitern Sport. Zum einen weil die Qualifikation nur 4 Jahre gueltig ist, wenn nicht durch einen Diplomsportlehrer ein Lehrgang zum Inuebunghalten durchgefuehrt wird. Sprich wir haben inzwischen viele Vorgesetzte die Sport NICHT MEHR durchfuehren duerfen, obwohl sie einen Lehrgang besucht haben und es jahrelang in der Truppe getan haben.
    Zum anderen weil die Sportschule garnicht mehr die Kapazitaeten hat, jeden Feldwebel(anwaerter) und Offizier(anwaerter) zum Uebungsleiter auszubilden.

    Nun frage ich mich warum der Oberleutnant hier „eins ueber bekommt“? In seiner Funktion als Zugfueher (des betroffenen Zuges) oder als „amtierender“ Chef? Weil er nicht bei jeder Ausbildung vor Ort ist? Weil jede Sportausbildung und jeder Eingewoehnungsmarsch ploetzlich das neue „das weiss man doch, dass das der Kern der Grundausbildung ist“ Argument der hoeher besoldeten militaerischen Einsicht im Ministerium und KdoBehoerden ist, weil es in den letzten 1,5 Jahren zu medial aufgekochten Verletzungen (bis hin zum Tod eines Soldaten) dort gekommen ist?
    Man vergleiche die Ergebnisse der Ermittlungen in Munster „der Chef war im Urlaub, der vertretende Offizier in einer Dienstbesprechng mit den Zugfuehrern, Ausbilder waren mit den Rekruten allein. Skandal!“.

    Wuerde nur schluessig sein, wenn der Oberleutnant selber als Durchfuehrender der Ausbildung befohlen war oder sich selber „befohlen hat“ (dann waere es aber nicht mangelnde Dienstaufsicht sondern einfacher Ungehorsam oder unwahre dienstliche Meldung) oder ihm Zweck und Ablauf der Ausbildung bewuss war (bosshaft: Schleifen, aussieben, ueberfordern an Tag 7 der AGA) und er dies geduldet/gefoerdert hat.

    Was macht ein Kompaniechef, wenn ein Zug auf der Standortschiessanlage ist, der zweite auf dem Eingewoehnungsmarsch und der dritte beim Sport, Gelaendelauf? Clonen?

    Logische Konsequenz:
    Saemtliche Ausbildungen in der AGA nur noch als Ausbildung im Kompanierahmen, Durchfuehrender immer der Kompaniechef, Zugfuehreroffiziere und gestandene Feldwebel bilden schmueckendes Beiwerk oder werden als Absperrposten eingesetzt. Wenn der KpChef nicht verfuegbar ist, weil am Beurteilungen schreiben, Dienstbesprechungen beim BtlKdr, Planen anderer Vorhaben etc. dann Dienstunterbrechung und „Warten auf Stube“ fuer die gesamte Kompanie?!

    Wahnsinn!

  • NichtWichtig   |   21. März 2018 - 14:17

    Herr Wiegold,

    die SpezAusbKp 209 hat noch deutlich mehr Aufträge als die FA\UA Btl, zB die DPA/VA, Grundlagen und Fw SpezlOp… auch wird der FU\UAL anders durchgeführt als in den FA/UA Btl, zB kommt eine Woche ein Sportlehrer…..

  • Pio-Fritz   |   21. März 2018 - 14:27

    Auch noch Frischlinge, das war mir beim ersten lesen gar nicht klar.
    Ein typischer Fall von zu viel zu schnell gewollt und voll daneben gegriffen. Bei den Ereignissen in den letzten 15 Monaten müsste doch mal etwas mehr Sensibilität für die öffentliche Meinung und Wahrnehmung in Pfullendorf vorhanden sein.

    Aber so waren die Fallis schon immer. getreu dem Motto „Wir sind die Härtesten im Kranzkuchen essen“ musste immer ein Schippchen oben drauf. Irgendwann ist der Berg zu hoch. Krümel ab!

  • Heinrich Werner   |   21. März 2018 - 14:30

    Ein alter guter ZgFhr hat mir mal gesagt – und ich bin DE 1977 und bis 2008 dabei gewesen – ein guter Soldat braucht Zeit, eine gute Ausbildung und gute Ausbilder. Platt machen hilft nicht. Und wenn hier jemand der Meinung ist, dass man Personal für Spezialkräfte in der ersten Woche erkennt, sein Problem. Und er hat mir noch was mit auf den Weg gegeben. Du bist verantwortlich für deine Soldaten. Und jetzt klinke ich mich aus. Ich kann die ganzen Heldengeschichten wie es früher war nicht mehr lesen. Da ist für mich etwas schiefgelaufen in Pfullendorf. Vielleicht sollte man aus der Abteilung „Marketing“ mal etwas mehr in die Abteilung „Ausbildung“ verlegen.

  • Muhammad as-Sahhaf   |   21. März 2018 - 14:39

    Der Fehler ist hier eindeutig, dass gerade erst in die Bundeswehr eingetretene Rekruten in überfordernder Art und Weise angegangen wurden. Im ersten halben bis ganzen Jahr genießt jeder angehende Soldat Welpenschutz. Gegen diesen Grundsatz hat der Oberleutnant verstoßen und bekommt dafür zu Recht einen auf den Deckel.

    Grundsätzlich stelle ich mir einige Fragen, wie es wohl zu einem solchen Vorfall kommt.

    1) Warum kommen frische Rekruten in eine KSK-Ausbildungseinheit? Mentalität und Mindset sind in Spezialeinheiten aus guten Gründen etwas anders und härter. Man will dort harte Wölfe haben und eine kluge Führung müsste wissen, dass „Frischfleisch“ schnell mal zerrissen wird. Warum behelligt man also eine recht teure Spezialeinheit mit Aufgaben, für die es eher einen Babysitter braucht, der den Neulingen erstmal laufen beibringt – konnten sie ja offenbar noch nicht, zumindest nicht über 15 km.

    2) In einer militärischen Spezialeinheit muss Ausbildung auch mal härter sein. Es gehört auch dazu, angehende Spezialsoldaten auf allen Ebenen des Menschseins an ihre Grenzen heranzuführen und auch darüber hinaus. Es ist nichts Verwerfliches daran, wenn bei der Planung bestimmter Ausbildungen der Sanitätsbereich mit einbezogen wird, der sich ressourcentechnisch darauf vorbereitet, dass im Laufe des Tages der komplette Zug im San-Bereich aufschlägt. Macht man aber nicht mit Frischlingen, womit ich wieder zu 1) komme. Auch Selektionsläufe sind per se nicht zu verteufeln, nur eben bitte mit Sinn und Verstand.

    3) Spekulation: Könnte es sein, dass da irgendwelche Spielchen im Hintergrund gespielt werden? Eine kluge militärische Führung würde nicht eine teure Spezialeinheit mit Basis-Aufgaben wie eine Grundausbildung betrauen. Im Krankenhaus schrubbt ja auch nicht der Oberarzt die Bettpfannen, auch wenn er dazu in der Lage wäre. Und wollte man andererseits möglicherweise der politisch-militärischen Führung vorführen, was passiert, wenn man harten Hunden zarte Welpen zum Fraß vorwirft?

  • FNU SNU   |   21. März 2018 - 14:49

    Die 209er hat ja unter anderem auch die ungedienten Kommandofeldwebelanwärter als Rekruten bekommen…

    Also werden dort Rekruten ab dem 1. Tag extremst gefordert und scheinbar bewusst überfordert. Ein heranführen an die Aufgaben findet dort bewusst nicht statt, deshalb ist die Abbrecherquote dort auch extrem gewesen.

    Hier liegt sicherlich auch ein strategischer fehler der Streitkräfteführung, dass man eine Laufbahn Konnmandofeldwebelanwärter als Ungedienter einschlagen kann.

    Aus meiner Sicht sollte die Grundausbildung generell aus Pfulledorf wegverlegt werden, hier nur Spezialausbildung und weiterführende Lehrgänge.

    Die Spannbreite, Ausbildung vom Auswahlverfahren Kommandosoldaten; Combat Survival Course mit allen bestandteilen, Fachausbildung und AGA ist ein Spektrum, welches von 0-100 und eher 110 umfasst.
    Das gehört nicht in eine Kompanie!

  • mietsch   |   21. März 2018 - 15:03

    „Gehangen“ werden sollten:
    1. diejenigen, die im Rahmen der SollOrgErstellung der Meinung waren/sind, dass ein KpAequivalent eine Staerke von 500 Mann haben sollte und daher durch einen Disziplinarvorgesetzten (DG Maj ??) super fuehrbar ist.
    2. derjenige, der die SollOrg in Kraft gesetzt hat!

  • ini   |   21. März 2018 - 15:19

    Jetzt mal ehrlich, bei jedem großen Marathon gibt es Teilnehmer die kollabieren, weil sie sich überschätzt haben oder am Tag schlecht drauf waren. Da regt sich niemand drüber auf, war ja freiwillig.
    Hier bewerben sich junge Menschen freiwillig bei der Bundeswehr und wollen Kommandosoldat werden. Schön. Dann kann man aber auch erwarten, dass sich die jungen Leute vorbereitet haben. Welche Leistungslevel abverlangt werden, ist doch kein Geheimnis. Natürlich kann man die Leute langsam an alles heranführen. Aber Anzahl der Zwischenfälle deutet doch eher auf eine zu lasche „Musterung“ der Bewerber hin. Dort sollte man nachsteuern.

  • Bow   |   21. März 2018 - 15:24

    Ich kann mich hier Heinrich Werner und Muhammad as-Sahhaf nur anschließen.
    Hier ist organisatorisch schon einiges schief gelaufen.
    Wie kann ich schon bei Einstellung davon ausgehen, dass der Herr (!) XY mal ein guter FW XY oder gar ein guter Kommando Fw XY wird? Das ist zu diesem Zeitpunkt reine Kaffeesatzleserei.
    (Sorry, ich nutze immer noch die Männliche Sammelform, auch wenn dies auch für weibliche Rekruten gilt.)
    Welche physischen Leistungen muss dieser Rekrut über die Mindestanforderungen hinaus leisten, um in Pfullendorf anzutreten?
    Welche Konsequenzen haben ein Nichtbestehn (gefühlt: Versagen), sowohl für die Laufbahn, die Einstellungen und die Psyche des Rekruten.
    Hier wird jede Ausbildungseinheit zum Glückspiel, da physische und psychische Überforderung zum Dauerthema wird. Entweder hat man Glück und kommt durch oder eben nicht.
    Mit sinnvoller (!) Selektion hat das nichts zu tun.
    15km-Lauf in der ersten Woche – wer macht so einen Schwachsinn?! Im OA-Lehrgang war das okay. Wir waren gut ein Jahr lang in AGA und SGA, auch nebenbei und zusätzlich,trainiert worden und wussten, was auf uns zukommt (EK, EK, EK, …). Aber einen untrainierten Rekruten so runterzurocken, da fehlen mir die Worte.
    Ich schicke ja auch keinen Fahrschüler in ein Auswahltraining zum DTM-Fahrer und wundere mich dann, dass er nicht von der Linie kommt oder die Kiste wegwirft.
    M.E. darf eine Selektion zu Spezialkräften jeglicher Art erst stattfinden, wenn die Grundlagen für einen erfolgreichen Dienst gelegt sind.
    Nur ein guter San-Fw wird auch ein guter San-FW der KSK. Nur ein guter Funk-Fw wird auch ein guter Funk-Fw-KSK. Etc.
    Nur wer sattelfest in seinem Metier ist, kann physische und psychische Herausforderungen sinnvoll annehmen und meistern.

    Aber hier scheinen noch ein wenig „Full Metal Jacket“-Allmachtsphantasien nachzuhallen, die sicher nicht zu einem guten KSK-Fw führen, selbst, wenn er die Strapazen durchsteht. Das dient nur dem Korpsgeist einiger ewig gestriger „Ausbilder“ und „Überlebender“.

  • wacaffe   |   21. März 2018 - 15:33

    da einige hier meinen Woche Zwei wäre „viel zu früh“ um den hascherln so unmenschliche Strapazen (sic) wie einen Geländelauf / 15 km Marsch zuzumuten:

    Hell Week bei den Navy Seals ist Woche 3 nach DE.

    Das die nicht unmittelbar vergleichbar sind ist dabei klar, trotzdem ist es exemplarisch dafür das selektion fast überall frühzeitig in der ausbildung betrieben wird.
    Nur in DE absehbar dann gar nicht mehr wenn die neuen vorschriften und vor allem der neue Geist „bloß keine Zumutungen für die REkruten sonst Staatsanwaltschaft“ voll durchgreifen.

    food for thought

  • Bow   |   21. März 2018 - 15:42

    @wacaffe:

    Auch wenn gilt: never feed a troll…

    Seit wann kann man sich direkt bei den Seals bewerben? Du musst bereits eine Grundausbildung und und und haben….

    Beim EK wird auch ab Tag EINS Gas gegeben. Aber da sind die Kameraden schon ein gutes Jahr in der Truppe (zu meiner Zeit gut 15 Monate mindestens).

    Aber die fraglichen Rekruten konnten nicht mal den „Kleinen Diener“ vom „Großen Diener“ unterscheiden und hatten noch Bügelfalten im Kampfanzug.

    Also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

  • diba   |   21. März 2018 - 15:56

    „GET A HEAD START ON YOUR TRAINING.
    To become a SEAL in the Naval Special Warfare/Naval Special Operations community, you must first go through what is widely considered to be the most physically and mentally demanding military training in existence. Get started on your physical training now by learning about the minimum Navy Physical Screening Test (PST) requirements for Navy Challenge Programs.
    NOTE: You should consult your physician or other health-care professional before starting any exercise regime or other fitness program to determine if it is right for your needs. This is particularly true if you (or your family) have a history of medical illnesses or ailments that could be made worse by a change in physical activity. Do not start a fitness program if your physician or health-care provider advises against it.“
    https://www.navy.com/careers/special-operations/seals.html#ft-key-responsibilities

  • Tom   |   21. März 2018 - 15:57

    @ini | 21. März 2018 – 15:19

    Jetzt mal ehrlich, bei jedem großen Marathon gibt es Teilnehmer die kollabieren, weil sie sich überschätzt haben oder am Tag schlecht drauf waren. Da regt sich niemand drüber auf, war ja freiwillig.
    Hier bewerben sich junge Menschen freiwillig bei der Bundeswehr und wollen Kommandosoldat werden. Schön.

    Die Freiwilligkeit hört nach der Unterschrift jedoch schlagartig auf. Ab Dienstantritt gilt ‚Befehl und Gehorsam‘. Mit allen dienst- und strafrechtlichen Konsequenzen für den Untergebenen.
    Deswegen ist der Durchführende / Leitende in der ständigen Pflicht, seine Befehle auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Gänzlich losgelöst von Musterung, Tauglichkeit, Freiwilligkeit, Fitnesszustand, Eigenverantwortung oder individuellem Laufbahnziel der Untergebenen.

  • wacaffe   |   21. März 2018 - 15:58

    @ bow

    was spricht denn eigentlich dagegen von Rekruten, gerade bei BEwerbung für „Spezialverwendungen“ wie in PF ein gewisses Maß eigenverantwortlicher Vorbereitung vor Ausbildungsbeginn zu erwarten. Auch bei Neueinsteigern.

    Wird so durch Publikation von Tainingsplänen unter anderem von den Marines praktiziert.

    aber vermtl. ist das in Ihren Augen nur sachfremdes „getrolle“.

    Die immer mehr um sich greifende Leistungserosion und Kultur der Anspruchlosigkeit forciert man mit dem jetzigen kurs jedenfalls weiter.

  • Wa-Ge   |   21. März 2018 - 15:59

    Die Kritikerfraktion der direkten Bewerber sollte sich mal vor der Empörung daran erinnern, dass es eine Zeit gab wo nur gediente sich beim KSK bewerben durften, diese Zeiten haben aber nicht genügend KSK Feldwebel produziert, also wurde alles möglich unternommen um dies zu ermöglichen. Ein Resultat war unter anderem die 209 und die neue FschJgFw Ausbildung.

    Seitdem kriegt das KSK „ausreichend“ Kommandofeldwebel in die Einheit, der Füllstand ist zumindest so wie es kommuniziert wird nicht komplett (dies ist er nie) aber ausreichend genug um damit zurecht zu kommen.

    Gründe dafür waren unter anderem, weil man die jungen fitten Jahre der Soldaten nicht mit Tätigkeiten und Ausbildungen verbrauchen wollte die diese nicht brauchen und die diese auch nicht machen wollen, weil sie von Anfang an zum KSK wollen.
    Attraktivität hat nun mal viele Facetten.

  • diba   |   21. März 2018 - 16:03

    Für alle die zu f… zum googeln sind:
    Spezialausbildungskompanie 209:

    Seit 01. Januar 2014 sind die ersten sechs Monate der Ausbildung geprägt durch einen heereseinheitlichen Ausbildungsgang, welcher in drei FA/UAL Module eingeteilt ist:
    Modul 1 beinhaltet die Grundlagen, die bisher in der Grundausbildung ausgebildet wurden und dauert zwei Monate.
    Modul 2 ist als Truppenkommando / Eignungsübung zur einmonatigen, erstmaligen Erfahrungssammlung in der Truppe gedacht.
    Modul 3 beinhaltet in drei Monaten nochmals die Grundlagen sowie Anteile des Unteroffizier-/Feldwebelanwärterlehrganges. Schwerpunkt ist hier der Gefechtsdienst, das neue Schießausbildungskonzept, Innere Führung und die Ausbildung an Waffen und Gerät.
    Quelle: http://www.deutschesheer.de/portal/a/heer/start/dienstst/ausbkdo/ausbeinrichtungen/auszso

    Und als Ergänzung, der KpChef der rund 500 Männer und Frauen ist Hauptmann. Das sind fast 2 Bataillone PzTrp … gibts so viele noch ?

  • Jan   |   21. März 2018 - 16:08

    @Bow @wacaffe

    weder ist die Hellweek nach Woche 3, noch sind Seals grundsätzlich Vorgediente Soldaten. Die Hellweek ist der Abschluss der neunwöchigen Grundausbildung.
    In deren Grundausbildung werden tatsächlich hauptsächlich acht Wochen lang physische Fähigkeiten trainiert um die Anwärter auf die Hellweek vorzubereiten.

    Beim eigentlichen KSK-Auswahlverfahren werden die Anwärter vor der Höllenwoche auch 10 Wochen lang in einem Sport-Lehrgang fit gemacht. Warum die absolute Fitness in Woche zwei Dienstantritt abverlangt werden sollte wird mir nicht klar.

    Mein Mitleid gilt aber dem Oberleutnant der einen Kompaniechef einer Kompanie von über 500 Soldaten vertreten musste und eine wahrscheinlich längst eingefahrene Ausbildung vorgefunden hat. Diesem Mann eine Geldstrafe aufzubürden kommt mal wieder einem typischen Bauernopfer gleich. Ich will den sehen der, bei der Masse an Ausbildungen in dieser Kompanie, als kurzzeitiger Vertreter den Überblick gehabt hätte diesen Vorfall zu verhinden.

  • Bumskopp   |   21. März 2018 - 16:23

    Es gehört doch nicht nur zum „guten Ton“ sondern zu den Grundsätzen der gelebten Kameradschaft: Keiner bleibt zurück! Wann soll man so etwas lernen? Von Anfang an, oder erst beim Lehrgang „Überleben im Felde“? Es würde doch nahe liegen, dies gerade Bewerbern um „einsatzorientierte Verwendungen“ schon erst den ersten Tagen beizubringen. Wenn man diese Auffassung teilt, der liest dann dieser Absatz des Berichts anders:
    „Nach 1,5 km konnte die Marschformation an einer Steigung aufgrund der zu hohen körperlichen Belastung nicht mehr eingehalten werden. Es kam zu „Abrissen“.
    Daraufhin hat der Ausbilder den vorn laufenden Rekruten befohlen, umzukehren und die zurückliegenden Rekruten wieder einzusammeln. Diese Maßnahme wurde insgesamt dreimal wiederholt. Dabei brach der o.a. letztgenannte Rekrut gegen 14.00 Uhr zusammen und wurde bewusstlos.“
    Da sind dann doch wohl nicht diejenigen Opfer geworden, die die Anforderungen nicht erfüllen konnten und zurückblieben. Sondern doch wohl diejenigen, die zunächst einmal lernen mussten, sich um ihre mehr oder weniger schwächeren Kameraden zu kümmern (indem sie sich wiederholt an die Zurückgebliebenen wieder anschliesen mußten). Sollte also der Betroffene zu denjenigen gehören, die dies erst lernen mußten, fiele doch ein ganz anderes Licht auf die Geschehnisse.

  • Tom   |   21. März 2018 - 16:28

    @ Pio-Fritz

    A1-224/0-1
    Sport und Körperliche Leistungsfähigkeit
    Nr. 306

    ES GEHT NICHT MEHR UM DIE LEITUNG DER SPORTAUSBILDUNG (vlg. Sport in der Bundeswehr vor Nov 2017), sondern um die Durchführung. Dies dürfen nur noch Übungsleiter, Fachsportleiter etc. … es ist kein (nennen wir es mal) fachfremdes Personal für die Sportausbildung und deren Durchführung einzuteilen.

  • marvin   |   21. März 2018 - 17:10

    Leute, Auswahlverfahren für KSK beginnt nach mehr als 2 Jahren und das waren frische Rekruten am Anfang des Grundlagenteils der normalen Feldwebelausbildung. Weiß nicht was der Vergleich mit Seals bringen soll.

    Und was „freiwillig“ und verweise auf die US-Streitkräfte betrifft: die stecken viel mehr Geld und Aufwand in die Rekrutengewinnung und trotzdem kommt da oft nicht viel mehr raus. Habe auch selbst erleben dürfen wie junge GI’s bei einem Schieß- und Sportwettkampf übelst von jungen BW und BH Soldaten abgezogen wurden

  • Hubi   |   21. März 2018 - 17:21

    Erschrocken bin ich über die vielen Beiträge, die nach Entschuldigungen suchen bis hin zur freiwilligen Verpflichtung als Argument für körperliche Beeinträchtigungen, Forderung nach Härte, Bestenauslese mit Vergleichen zu Vorkommnissen im Hochleistungssport!!!

  • Anonymer_Typ   |   21. März 2018 - 17:48

    @marvin
    „Und was „freiwillig“ und verweise auf die US-Streitkräfte betrifft: die stecken viel mehr Geld und Aufwand in die Rekrutengewinnung und trotzdem kommt da oft nicht viel mehr raus.“

    Sehr schöne Annekdoten, aber alleine die Mindestleistungen, die US-Marines jährlich sportlich wie anderweitig erbringen müssen, sprechen im Vergleich zu unseren eine sehr deutliche Sprache.
    Wie sie sagen, wird viel Geld reingesteckt, und wenn man mehr Geld für Ausbildung zur Verfügung hat, haben die Soldaten auch einen höheren Ausbildungsstand. Wenn ich hier auf Panzerbattalione schaue, wie mein eigenes, in der in der SGA kein Gefechtsdienst oder gar Panzerbiwak mehr gemacht wird, und man in der Stammeinheit vielleicht ein oder zweimal im Jahr einen Panzer von innen sieht..Nun, damit erreicht man sicherlich keinen ausreichenden Ausbildungsstand!

    Wem sowas noch nicht reicht, soll sich nur mal deren Grundausbildung und die Inhalte, die vermittelt werden, durchlesen und mit unseren vergleichen. Wenn schon MG3 und P8 nicht mehr vermittelt wird, und für Sport auch keine Zeit mehr ist, kann man es auch einfach ganz bleiben lassen.

  • Koffer   |   21. März 2018 - 17:51

    Solche und ähnliche Auswüchse entstehen, wenn man die Feldwebelausbildung einer kompletten Truppengattung den Einstellungswünschen des KSK unterordnet und in die eh schon sehr knappen 2-3 Jahre Fw-Ausbildung noch das komplette Fit-Machen für das KSK mit einbinden muss.

    Ich vermute einfach mal, dass man rechtzeitig denjenigen die „rote“ Karte zeigen wollte, die es eh nicht schaffen würden.

    Ich halte das zwar für methodisch bedenklich und durch solche Praktiken gehen der FschJgTr m.E.n. viele gute (trainierbare) Kandidaten verloren, aber leider gilt in solchen Fällen: wer das eine will, der muss das andere mögen.

    Die militärische Führung hat gegen die mehrfache Empfehlung der FschJgTr alles dem KSK-Nachwuchs untergeordnet, das Ergebnis sehen wir…

    Trotzdem muss man m.E.n. bei der Bewertung sich von „strafrechtlichen“ Dimensionen fern halten. Bei jeder Belastungsphase in der Ausbildung der Infanterie klappt der eine oder andere weg. Normalerweise bekommt er dann Wasser ins Gesicht und alles ist gut.

    Man muss aber natürlich immer die Rahmenbedingungen berücksichtigen (mit WEM, mache ich WAS, zu welchem ZEITPUNKT, WIE) und von daher ist hier offensichtlich viel falsch gelaufen :(

  • Georg   |   21. März 2018 - 18:17

    Beitrag aus dem anderen Thread „Individuelle Unversehrtheit hat Priorität“ in diesen Thread rüberkopiert (21.03. 09:54 Uhr)

    „So wie ich den Darstellungen von @GrünhinterdenOhren zu dem allgemeinen Verfall des Niveaus der Ausbildung und der Auszubildenden nur zustimmen kann (auch wenn ich dies von der technischen Fachausbildung her beurteile), so sehr muss man trotzdem auf einzelne Vorkommnisse wie sie im o. verlinkten ntv-Bericht über die erneuten Vorfälle in Pfullendort berichtet werden, hinweisen und anklagen.

    Ja, es gibt in jedem Ausbildungsgang „Selektionslehrgänge“, denn es ist in jedem Tätigkeitsbereich nicht jeder Bewerber für die Verwendungsreihe geeignet.

    Dies ist in offensichtlichen Spezialverwendungen wie Piloten recht einsichtig. Dort stört sich auch niemand wenn im gesamten Ausbildungsablauf bis zu 90 % der Bewerber die Ausbildung nicht schaffen, genauso wie das Vordiplom der Informatik-Studiengänge an den Bw-Universitäten bis zu 80 % der Studierenden ausssiebt.

    Die Frage ist jedoch zweierlei:

    1. Können Ausbilder bei einem durchschnittlich schlechteren Bewerberpotential wie vor 20 Jahren für die gleichen Verwendungsgänge, die gleichen Selektionsmaßstäbe anwenden und dies bei zeitlich verkürzten Ausbildungsgängen gegenüber der Ausbildungsdauer in früheren Jahren ?

    2. Darf es dabei zu einer Beeinträchtigung der grundgesetztliche geschützten körperlichen Unversehrtheit und Würde der Kandidaten kommen ?

    Wenn man diese beiden Fragen kombiniert, kommt man im Ergebnis zu den Pfullendorfer Verhältnissen:

    – überzogenes Anspruchsdenken der Ausbilder („Elite“) bei verminderter Qualifikation der Berwerber
    – übersteigertes Ego der Ausbilder gegenüber den Bewerbern
    – Entwürdigendes Verhalten der Ausbilder gegenüber den Lehrgangsteilnehmern.

    Dies ist bei allen bekannt gewordenen Verfehlungen in Pfullendorf exemplarisch deutlich geworden. Deshalb war die Versetzung des Kommandeurs, ohne dass man ihm eine persönliche Schuld nachweisen konnte, die richtige Anwort um einen Neuanfang des Ausbildungszentrums in Pfullendort zu ermöglichen.

    So, jetzt warte ich eigentlich nur noch auf die Einwände der „Relativerer“ hier unter den Kommentoren, die sagen eine Strafe gegen einen Zugführer von 2000 Euro wegen der Vernachlässigung der Fürsorgepflicht und der Dienstaufsicht sei eine „kleinere“ Disziplinarbuße, genauso wie die Strafe von 450 Euro gegen den Major und Staffelchef weil er gegen die Pole-Dance Stange im Aufenthaltsraum der Unteroffiziere nichts unternommen hat und bei deren Aktivitäten weggeschaut hat.

    Und sollte jetzt gegen die Ausbilder der Spezialausbildungskompanie 209, die oder der im Artikel genannten HFw ein gerichtliches Verfahren wegen „Fahrlässiger Körperverletzung“ eröffnet werden, so wie es im Kommandeursbrief als Möglichkeit dargestellt wird, dann fände ich dies nur folgerichtig und konsequent in der Anwendung des deutschen Rechtsstaates.“

  • Fritz   |   21. März 2018 - 18:34

    @ Koffer

    Das KSK hat so wie die meisten Militärischen Spezialverbände ein besonderes Augenmerk auf die Nachwusgewinnung.Ihre Aussage bezüglich der Unterordnung der Nachwuchsgewinnung teile ich nicht.Die Umstellung der AVR FeSpäh auf FSchJg hatte zum Grund das Kadetten die am Ende des EFV nicht bestanden hatten mit der AVR FeSpäh auch nur in diesem Bereich eingesetzt werden konnten. Da sich die Bundeswehr nur noch eine Fernspäh Kompanie leistete waren die Durchgefallenen nicht unterzubringen.
    Nach der Auflösung der FeSpähTruppe ( grosser Fehler !! ) war dieser Schritt unumgänglich.
    Somit viel die Entscheidung auf den Wechsel der AVR FSchJg.

    Alle Kdo.Anwärter die nicht das EFV bestehen werden somit in der FSchJg Truppe weiterverwendet. Das es sich hierbei um mangelhaft Ausgebildete Soldaten handelt wäre mir neu, habe ich auch bis Dato nicht erlebt.
    Zudem ist es weiterhin möglich auch direkt in die AVR FSchJg eingesteuert zu werden.

    Der Vorfall in Pfullendorf ist mit dem Fehlverhalten einzelner zu erklären und hat mitnichten etwas mit dem KSK oder der AusbKp 209 zu tun.

  • Georg   |   21. März 2018 - 18:40

    Beitrag aus dem anderen Thread „Individuelle Unversehrtheit hat Priorität“ in diesen Thread rüberkopiert (21.03. 13.32 Uhr) als Antwort auf einen Beitrag von @ 0815 gedacht:

    @ 0815

    1. Ein konstant hohes Bewerberaufkommen für die Fallschirmjägertruppe sagt noch nichts über deren Qualifikation aus. Insofern ist die Frage nicht beantwortet, ob man heute an dem Nachwuchs weniger Anforderung stellen darf wie vor 20 Jahren.

    2. Jeder Ausbilder unterliegt im Laufe seiner Ausbilderzeit immer dem Ablauf, dass er in seinem zu vermittelnden Stoff, Gebiet, körperlicher Leistungsfähigkeit immer besser wird, die Rekruten aber bei jedem Durchgang gleich „dumm“ sind.

    3. Es ist eine Frage der Selbstdisziplin wie ein Ausbilder mit diesem „Halo-Effekt“ umgeht oder ob er gegenüber seinen Rekruten zum „Gröfatz“ wird.

    4. Oh ja, da brauch es sehr wohl mediale Aufmerksamkeit, das sich die „bedauerlichen Einzelfälle“ der Überheblichkeit der Ausbilder und deren Umfeld in Pfullendort häufen.

    Sehr schön wurde diese Mentalität von Jack Nickolson als Lt.Col. des Marine Corps im Film „Code Red“ dargestellt. Die Gerichtsszene, wo der junge unerfahrene Anwalt die versteckte Einstellung des Führers des Btls im Kreuzverhör „herauslockt“, trifft meiner Meinung nach immer mehr auf die Verhältnisse in Pfullendorf zu !

    PS: @ T.W. vielleicht verschieben Sie die drei Kommentare zu den neuerlichen Ereignissen in Pfullendorf in den neu aufgemachten Beitrag. Danke !

    [Die Verschiebebühne ist leider seit einigen Software-Updates außer Betrieb; verschieben geht also nicht. Bitte ggf. in den neuen Thread rüberkopieren. T.W.]

  • Koffer   |   21. März 2018 - 18:47

    @Georg | 21. März 2018 – 18:17
    „Deshalb war die Versetzung des Kommandeurs, ohne dass man ihm eine persönliche Schuld nachweisen konnte,“

    Korrektur: ohne das ihm eine persönliche Schuld vorgeworfen wurde.

    Denn es ist ihm ja nicht nur nichts nachgewiesen worden, sondern es stand ja noch nicht einmal etwas gegen ihn im Raum!

  • marvin   |   21. März 2018 - 18:59

    @Anonymer_Typ: Keine Widerrede meinerseits!

  • Wa-Ge   |   21. März 2018 - 19:44

    @Fritz

    Naja FschJgFw und FernSpehFw haben unterschiedliche Verwendungsprofile daher sind auch viele die das Auswahlverfahren nicht geschafft haben enttäuscht. Viele wollen einfach nur Shooter im Rang eines Feldwebels sein oder in Kleingruppen arbeiten und das ist halt nicht drin in der Infanterie, da sollen die Feldwebel ausbilden und führen!

    Das war bei uns im Btl und später min Rgt das größte Problem, die Erwartungshaltung und der Anspruch bzw. die Einstellung der jungen Feldwebel. Die wollten dann halt keine Fallschirmjägerei (Ausnahmen mal außen vor). Ich hätte daher die Erfahrung, das Truppengattungswechsler die besseren FschJgFw waren, obwohl diese keine FschJg spezifische Ausbildung hatten, aber die wollten halt unbedingt Fw in der Fallschirmjägertruppe sein und haben alles aufgesogen und gelebt was sie in die Hände gekriegt haben.

  • Koffer   |   21. März 2018 - 20:12

    @Fritz | 21. März 2018 – 18:34
    Ich stimme @Wa-Ge | 21. März 2018 – 19:44 zu.

    Ich habe nur zwei Ergänzungen:
    „Nach der Auflösung der FeSpähTruppe ( grosser Fehler !! )“

    Darüber kann man streiten. M.E.n. ist dieser Schritt aufgrund des heutigen Kriegsbildes, der Schaffung des KSK und der Diversifizierung der FschJgTr nur folgerichtig.

    So oder so hat das aber nichts mit der Umstellung der Ausbildung der FschJgFw zu tun.

    „Zudem ist es weiterhin möglich auch direkt in die AVR FSchJg eingesteuert zu werden“

    Nein (bzw. ja, denn man kann sich explizit als FschJgFwAnw bewerben, muss aber dennoch den komplett gleichen Ausbildungsgang wie ein KdoFwAnw in Pfullendorf und später machen). Alles andere hätte ja nicht den gewünschten Erfolg für das KSK gehabt :(

  • Muhammad as-Sahhaf   |   21. März 2018 - 20:27

    @ Wa-Ge | 21. März 2018 – 15:59

    Thema direkte AGA bei KSK-Verbänden und Verschleißen/Abschrecken von guten Bewerbern, weil sie erst „woanders“ durchmussten.

    An dieser Stelle kommt ein ganz anderes Problem ans Tageslicht. Die KSK-ler wollten ihre eigene AGA haben, weil andere Verbände Grundausbildungen auf einem so dermaßen miserablen Niveau betreiben, dass man das lieber selbst in die Hand nehmen wollte. Da gibt es in der Tat Sachen die man nur als Zeitverschwendung für ambitionierte Bewerber bezeichnen muss.
    Pragmatisch ist das nachvollziehbar, systematisch aber Unfug. Vielleicht müsste mal durchgehend am Niveau gearbeitet werden und eine Differenzierung in der AGA schon möglich gemacht werden. Diese seit einigen Jahren wahrnehmbare Orientierung am niedrigstmöglichen Niveau sollte aufhören. Natürlich ist ein ambitionierter Bewerber auf Hochleistungssportlerniveau schnell frustriert, wenn er auf einem Level mit Asthmatikern ausgebildet wird.

    Im Grundsatz bin ich trotzdem der Meinung, dass eine Grundausbildung von Frischlingen in Spezialverbänden nichts zu suchen hat. Das führt entweder zur Niveauverwässerung im Spezialverband oder Überforderung der Neulinge. Nur muss es dann eben anderorts Grundausbildungen geben, die für ambitionierte Bewerber ausreichend attraktiv sind und die Nachwuchs hervorbringen, auf dem dann die Spezialverbände mit höheren Niveauanforderungen aufbauen können.

  • 0815   |   21. März 2018 - 22:32

    @Georg | 21. März 2018 – 18:40

    Zu 1.)
    Grundsätzlich richtig. Ja auch heute muss ich Ansprüche an die Soldaten stellen die denjenigen von vor 20 Jahren gleichen. Der Auftrag (Soldat sein) ist der selbe geblieben, die Sachlage und Intensität durch die ganzen Einsätze jedoch nicht.
    Warum soll ich also 2018, bei Zuständen wie im kalten Krieg irgendwelche Einbußen in der Qualität in Kauf nehmen? Wer das zulässt handelt grob fahrlässig wenn nicht sogar mit Vorsatz!
    Der Mensch hat sich verändert ja. Früher sind die Burschen noch unter anderen Gesichtspunkten aufgewachsen, heute werden diese teilweise als Jungs und Mädchen bezeichnet weil die Generation von Haus aus verhätschelt bzw tlw. „Glucken“haft umsorgt wird.

    zu 2.)
    Mag sein. Ausbilder dürfen aber nicht über Jahre in einem Ausbildungsmetier verbleiben sondern „brauchen“ Truppenluft.
    Skandalös wird es dann, wenn an diversen Einrichtungen Menschen ihre Karriere beginnen und auch unterbrechungsfrei beenden.
    Btw. konnte ich dies als TrgGttg Fremdling auch an der TSLw in KFB erleben. „Aha…sie sind von der Infanterie und Springen aus intakten Luftfahrzeugen. Schön blöd, am Anfang stand die freie Berufwahl.“ Zitat eines „Technik -affinen-technokraten“-Offz ohne Menschenführungskompetenz aber mit Wohlstandsbauch. Hauptsache Mütze ab, weil ja Flugplatz…wenn auch 500m entfernt.

    Nein die Rekruten SIND NICHT immer gleich dumm, sondern unerfahren, unsicher und zu oft ohne Vorbereitung auf die Arbeitgebermarke Bw. (So wie jeder der am Tag X angefangen hat.)

    zu 3.)
    Ja so ist es eben. Auch manchmal Luzifereffekt genannt! Und nicht nur beim kleinen Ausbilder in der GA, sondern auch bei anderen „Gockeln“ mit Halo-effekt.

    zu 4.)
    Nein braucht es nicht! Die Vorgesetzten dort haben ja gehandelt. Es muss ja nicht immer vorschnell die „Hexe“ verbrannt werden. Zeit zur Ermittlung muss sein oder glauben sie etwa bei all der medialen Präsenz und all den „anonymen“ Direktmeldern ist jemand noch so doof so etwas unter den Tisch zu kehren? Ich bitte sie!

    Auf „Eine Frage der Ehre“ gehe ich nicht ein. Das unterstellt dem gesamten Führungspersonal von ihrer Seite aus „Duldung“. Der Zug ist weg, abgefahren.
    Bewerben Sie sich einfach auf einen adäquaten DP in der SpezAusbKp. Viel Spass!

    Die gesamte Pers/Org STAN ist ohnehin eine Frechheit. Das der Laden noch nicht vorher detoniert ist wundert mich ohnenhin.

    Was wollen wir überhaupt?
    Truppe die in Hochglanzprospekten oder irgendwelchen Youtube Serien herumhampelt oder Truppe die sich auch „Truppe“ nennen darf. Die ganze Weichspülerei geht irgendwann nach hinten los…Keine Flieger, keine Panzer, kaum noch Unterhosen und Nachtsichtgeräte aber „Hochglanzrepräsentanten des Bankrotts“ mit Gewehren,die angeblich um die Ecke schießen sollen.

    Mag falsch sein in der Woche 3 einen Geländelauf zu machen. Ok! Abmahnen, neu ansetzen, besser machen und „Kontrolle“ darüber ausüben. Am besten 24/7.
    Ich weis nicht wieviele Soldaten ihnen unterstehen. Der KpChef und KpFw können einem bei 400-500 Menschen (!) nur Leid tun.
    Mit Schafen ist kein Wolf, der Bär erst recht nicht, zu erschrecken.

  • 0815   |   21. März 2018 - 22:43

    @Muhammad as-Sahhaf | 21. März 2018 – 20:27
    Sorry, aber in Pfullendorf befindet sich kein Spezialverband…höchstens „Speziell“ ;-)

    Ja, nur wenn militärisch sicher geradeaus laufen kann ,sollte Zugang zu speziellen spezialisierten oder Spezial-Verbänden haben. Auch gerne von ausserhalb mit Bestenauslese. Das steigert den Horizont :-)

    Niedrigstmögliches Niveau beginnt morgen. Als einzig gemeldeter 12er werde ich darauf hingewiesen das nur 6km angeboten werden. Reicht doch…vielleicht wird „Vorsorglich“ auch gleich abgesagt. Nicht das sich jemand beklagt :-o

    Märsche am Freitag waren mal. Zu groß die Angst das jemand nach 6/9/12km an den Baum fährt.

  • asplen   |   21. März 2018 - 22:56

    Eigenzitat aus dem anderen Thread, weil es so schön passt:

    asplen | 19. März 2018 – 0:54
    „Ich nehme an die Weisung ist allgemein gültig? Eine ausgewogenerere Herangehensweise wäre vielleicht gewesen, wenn die Weisung nur für die ersten Märsche/Ausbildungsabschnitte Anwendung fände.

    Ansonsten gibt es ja den gesunden Menschenverstand und der sagt, dass man in der ersten Stunde Schwimmkurs seine Schützlinge am besten nicht ohne Schwimmflügel in die Donau schmeißt.

    Denn bei der Anmeldung zum Schwimmkurs wurde lediglich geprüft, ob der kleine Kevin schon vernünftig sprechen kann und außerdem, ob seine Extremitäten alle dran sind.

    Ich vermute auch, dass bei einem Schwimmunfall mit Todesfolge [streiche „Todesfolge“, setze „Krankenhausaufenthalt wegen Bewusstlosigkeit aufgrund von Erschöpfung“] in der ersten Stunde des Schwimmkurses – welche vielleicht nicht unbedingt in der Donau stattfand, aber sicherlich ohne Schwimmflügel – niemand versuchen würde, den Schwimmlehrer von jeglicher Schuld freizusprechen. […]“

    Vielleicht ist es zweckmäßig, die Bestenauslese der körperlich leistungsfähigsten Alpha-Kevins nicht nur an einem Tag in der ersten Woche stattfinden zu lassen, sondern über einen sinnvollen Zeitraum hinweg, mit angemessener Belastung am Anfang und steigendem Schwierigkeitsgrad? Nur so eine Idee.

    Ein findiger Geschäftsmann wird sicherlich bald die „Wehrsportgruppe Kevin“ gründen, als eine Art Boot-Camp für Schulabgänger. Damit man auch wirklich die Härten einer sauber durchgeführten eintägigen Bestenauslese in der ersten Woche, wie sie in allen Streitkräften der Welt üblich ist, lebendig übersteht.

    (Ich entschuldige mich bei allen, die Kevin heißen. Ein Godwin ist nicht beabsichtigt. Beides hat lediglich eine stilistische Funktion.)

  • Boots on the Ground   |   21. März 2018 - 23:40

    @Wa-Ge | 21. März 2018 – 19:44
    Interessanter Einblick, danke.

    @Muhammad as-Sahhaf | 21. März 2018 – 20:27
    Die Lösung für die AGA ist simple:
    – Anhebung der AGA auf das Niveau der 2000er (wann wurde die neue AGA eingeführt?)
    – dezidierte Ausbildungs-/Ersatzbataillone, gekoppelt an die aktiven Brigaden
    – neben dem Stammpersonal erfahrene Unterführer als Ausbilder (nicht UA/FA/OA!) aus Kampf- und Kampfunterstützungstruppen im Rotationsverfahren, um zu verhindern, dass die Ausbilder eine Schlechtestenauslese darstellen
    – ausgebildete Sportlehrer/Übungsleiter für ein systematisches Kraft- und Ausdaueraufbauprogramm, unterstützt durch ein entsprechendes Ernährungsprogramm

  • Klauspeterkaikowsky   |   22. März 2018 - 10:23

    SpecOps Fitness vs Praxis bei AusbKp 209, das AusbKdo wusste nichts, nach letztjährigen Abläufen?
    Hinweise zu Ausb von SOF-Nachwuchs in Abgrenzung zu Linientruppe. Dergleichen hat per se aufbauorganisatorische Trennung nötig. Warum?
    Verantwortliche Ausbilder, aber auch Betroffene orientieren sich stets nach oben. Ohne eigenes Verschulden können weniger geeignete Kandidaten logischerweise nur scheitern.

    Für Polizisten, Soldaten sowie Einsatzkräfte und zur Vorbereitung der üblichen SE EAV (Eignungs- und Auswahlverfahren Spezialkräfte).

    (link: https://www.facebook.com/kommandomagazin/posts/1635880756459246)
    facebook.com/kommandomagazi…